zum Nachdenken angeregt
Hallo Clown,
was hat bei Dir diese Fragestellung veranlaßt, gab es da eine Initialzündung? Deine Hinterfragerei hat mich zum Nachdenken veranlaßt.
Vorab sei erwähnt, ich war und bin froh und dankbar, hier und auch in anderen ähnlichen Foren, Menschen gefunden zu haben, die mir zugehört haben, die mir Zuspruch gaben, die auf meine Fragen antworteten und die mir aufgrund ihrer eigenen Erfahrung Wege gezeigt haben. Manchmal bin ich dann in eine Sackgasse geraten, aber sogar diese Sackgasse hat mich weiter gebracht, denn dadurch habe ich mitunter erkannt, was es nicht ist.
Wie oft werden Diagnosen gestellt oder Krankheitsverläufe komentiert ?
Mit welcher Ambition wird denn derartiges gestellt bzw. kommentiert? Ich unterstelle, dass man helfen will - ansonsten ist man nirgendwo vor Bösem gefeit. Also erst einmal etwas gutes. Die Frage ist doch, wann wird aus dem Guten etwas Schlechtes? Ich glaube, dann, wenn keine Wertschätzung des Gegenübers erkennbar ist, sollte Einhalt geboten werden. Ich persönlich finde es gar nicht schlimm, wenn mir jemand eine Diagnose stellen würde.
Auf der anderen Seite, wenn z.B. jemand eine Frage stellt "ist dies und das Rheuma" inwieweit bzw. wann wäre meine Antwort "ich habe ähnliche Symptome. Versuche einen Termin beim internistischen Rheumatologen zu bekommen." keine Hilfestellung? Darüber muß ich nachdenken. Denn ich bin damals hierhin gestoßen, weil ich mehr als verunsichert war, ich schob vor meinem Forenbeitritt ja schon Panik, ohne es dann hier offen darzulegen. Aber jemandem fehlende Hilfsbereitschaft oder Unhöflichkeit zu unterstellen, nur weil dieser auf einen Beitrag hin nachfragt, ist nicht in Ordnung. Ich finde beides muß möglich sein, das zollt von Respekt.
Haben wir wirklich das Recht oder die Aufgabe in komplexe medizinische Abläufe einzugreifen.
So genau habe ich Deine Frage nicht verstanden, meinst Du mit "komplexe medizinische Abläufe" die Diagnosefindung oder die Behandlung bei ein und dem selben Arzt? Die Frage ist doch wohl eher, wie würden wir eingreifen? Für mich wäre z.B. die Empfehlung eines anderen Arztes ein Eingreifen. Aber jedes Wort, was ich schreibe, verändert doch Sichtweisen, ist somit ein Eingreifen.
Dürfen wir seelischen Beistand geben ohne den Menschen zu kennen
Meine Gegenfrage wäre, müssen wir seelischen Beistand verweigern? Wie sähe es in einer virtuellen Welt ohne seelischen Beistand aus? Ich habe diesen Beistand mit Seele hier im Forum kennengelernt und ich kann mich nur bedanken und ich hoffe, daß mir und ich anderen, trotzdem sie mich nicht persönlich kennen und ich sie nicht kenne, dies zuteil wird.
Was heißt kennen? Was muß ich von diesem Menschen kennen, damit ich beistehen kann? Schwierig dies zu benennen, denn hier sind zumeist kranke Menschen, würde dies nicht reichen?
Auf der anderen Seite, beistehen mit Seele muß man können. Wenn jemand die Natur eines Holzfällers hat, wieweit könnte dieser Beistand leisten? Oder jemand leidet an Bechterew und der andere an Fibromyalgie, wieweit könnte dieser dem anderen Beistand leisten? Die Antwort ist diffizil, denn es hängt auch von der Fragestellung bzw. von dem Forenbeitrag ab - oder?
und wenn ja, wie weit geht der ?
Das beginnt beim Forenbeitrag, geht über PN und soweit, wie der Suchende und der Gebende bereit sind zu gehen.
Was passiert nach unserer gutgemeinten Hilfe
Das hängt von vielen Faktoren ab. Die gutgemeinte Hilfe kann im Sand verlaufen, sie kann jedoch auch Berge bewegt haben. Manchmal bekommt man es mit, manchmal nicht.
welche Möglichkeit haben wir gegenüber dem Trost suchenden, nach unserer "Hilfe" weiter zu agieren ?
In Foren relativ wenig. Das einzige wäre ein Nachhaken, ich denke mehr nicht.
LG Greisin