Hallo Türkise,
ich kann dich gut verstehen - das ist kein schönes Gefühl...
Seit ich Mitte 20 bin habe ich - allerdings damals bedingt durch Unfallfolgen - Arthrose im Knie und auch an einigen Wirbelgelenken (die bei einem Sturz geschädigt wurden).
Diese Schäden sind nun durchs Rheuma "entzündlich ergänzt worden"... d.h. die Entzündungsprozesse spielen sich besonders gerne da ab, wo es schon Probleme gibt. Und es kamen noch weitere Baustellen hinzu.
Damals und auch heute wurde mir erklärt, dass es schon bei Kindern Arthrose gibt und dass unser Körper einfach von recht jungem Alter ab verschleißt - in Abhängigkeit von Belastungssituationen, Verletzungen, Veranlagung.
Was ich damit sagen will: dieser Prozess ist unangenehm, aber du bist damit nicht allein.
Wichtig ist, dass man den Verlauf im Blick behält - also vielleicht alle 1-2 Jahre bildgebende Verfahren einsetzt.
Ich kenne eine Frau, die perfekt mit einem Ellebogengelenk-Ersatz zurecht kommt - die Medizin schreitet voran und falls es nötig sein wird, kann man dir da sicher auch irgendwann gut helfen. Aber ich denke, das ist noch Zukunftsmusik.
Extrem wichtig wird sein, die Rheumaaktivität so gering wie möglich zu halten - also: dich medikamentös gut einzustellen.
So können weitere Schäden sicher so lange hinausgezögert werden wie es geht.
Dennoch kann ich mir gut vorstellen, dass dich das verunsichert - hat es mich damals auch als ich die ersten Diagnosen bekam.
Mittlerweile hakt man das (mit Mitte 40) etwas anders ab - so nach dem Motto: okay - noch ein Gelenk betroffen... ist nicht schön, aber nicht so wie beim ersten Schock...
Ich wünsche dir von Herzen, dass du mit den bestehenden Schäden gut zurecht kommst, dir eine positive Einstellung erhälst und an Bewegung denkst, denn die ist für den Erhalt einer guten Gelenkfunktion das A und O.
Und einem Kinderwunsch steht meiner Ansicht nach überhaupt nichts entgegen (meine Tochter kommt mit meinen Einschränkungen meist genauso gut klar wie ich und die lernen menschlich viel durch solche Erfahrungen...) - zumal eine Schwangerschaft bei einigen Betroffenen sehr positiv auf den Erkrankungsverlauf wirken kann - was natürlich kein Grund sein sollte und was leider auch nicht vorherzusehen ist...
Ich kenne so viele Leute, die mit PSA glücklich und zufrieden sehr alt geworden und dabei mobil geblieben sind. Wichtig ist eben, ärztlich gut betreut zu werden und auf auch auf die Psychoimmunologie zu achten - will heißen: möglichst positiv denken - pragmatisch mit der Erkrankung umgehen - das Leben darauf abstimmen, aber immer wieder Grenzen auszutesten und ingesamt das Beste aus allem zu machen.
Klingt einfach, ist aber manchmal schwer - für mich übrigens auch...
Alles Gute und liebe Grüße von
anurju
