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Bechterew - Intensität der Beschwerden nach vielen Jahren

Dieses Thema im Forum "Entzündliche rheumatische Erkrankungen" wurde erstellt von Tobias123, 11. Januar 2013.

  1. Tobias123

    Tobias123 Neues Mitglied

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    Hallo zusammen,

    nachdem ich mich etwas in die "Theorie" bzgl. Morbus Bechterew eingelesen habe, würde mich die tatsächliche Praxis interessieren ;).

    1) Ich hatte mehrfach aufgeschnappt, dass die Krankheit nach mehreren Jahren / Jahrzehnten ganz zum Erliegen kommen kann.
    2) Außerdem sollen im Laufe der Zeit die Beschwerden von der Intensität her schwächer werden.

    Während die erste Behauptung nur ein "kann" enthält, soll doch die zweite recht allgemein gelten. Sicherlich gibt es keinen "genormten Krankheitsverlauf", aber mich würde interessieren, ob jemand mit einer längeren Erfahrung diese Dinge bei sich am eigenen Leib beobachten konnte.
    Dabei würde mich interessieren, ob es sich bei Punkt 2 um eine andere Wahrnehmung handelt (quasi Gewöhnung), oder ob die Entzündungen tatsächlich weniger häufig/stark ausfallen.

    Ist es tatsächlich so, dass im Normalfall in den erste Monaten / Jahren die Aktivität am höchsten ist, oder kann man das so nicht sagen?

    Was mich auch interessieren würde: Wie merkt man überhaupt bei der Einnahme der Medikamente, dass die Krankheit zum Erliegen kommt? Einigen Patienten mit TNF-Blockern geht es ja so gut, dass eine Besserung nur schwer auffallen würde :rolleyes:.

    Viele Grüße
    Tobias
     
  2. Nachtigall

    Nachtigall Aktives Mitglied

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    Hallo Tobias123,
    ich hab zwar keinen Bechterew an sich, aber eine Spondylarthritis, und Bechterew zählt man zur Gruppe der Spondylarthritiden.

    MB ist, wie alle Rheumaformen, eine Autoimmunerkrankung, die nicht heilbar ist. Es ist also unwahrscheinlich, dass die Krankheit von selber zum Erliegen kommt.
    Bei der richtigen Therapie kann die Erkrankung schon schwächer werden. Von allein eher nicht, wobei man niemals nie sagen sollte.

    Wie man merkt, dass die Krankheit sich verbessert? - Man nimmt eh schon schwere Geschütze ein und wäre froh, wenn man diese wieder loswerden könnte. Wenn man denn irgendwann für längere Zeit schmerzfrei ist, dann versucht man, die Dosierung zu reduzieren. Wenn das gut geht, dann kann man so weit reduzieren, bis man gar nichts mehr braucht.
    Wenn man aber schon weit ist, dass man einen TNF-alpha-Blocker bekommen muss, dann ist die Erkrankung schon sehr weit fortgeschritten und alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft. Dann ist man froh, wenn man mal schmerzfrei ist, wenn das überhaupt noch möglich ist.

    Zu deiner Frage Punkt 2:
    Natürlich hat man einen Gewöhnungseffekt, das ist wichtig, damit das Medi seine Wirkung entfalten kann. Das ist aber was anderes, als wenn man von Abhängigkeit (wie etwa bei Schlafmitteln) spricht. Du redest von der Wahrnehmung, als würde es sich um Einbildung handelt. Aber wenn etwas hilft und die Entzündung wegnimmt, dann nimmt man es auch wahr, weil man dann weniger Schmerzen hat. Außer man hat schon ein Schmerzgedächtnis bekommen, so dass die Nervenzellen überempfindlich geworden sind und ein Schmerzgefühl aussenden, wo schon gar kein Schmerzreiz mehr da ist.
    Wenn also das Medikament hilft, dann werden auch die Schmerzen weniger oder vergehen ganz.
     
  3. Tobias123

    Tobias123 Neues Mitglied

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    Hallo Nachtigall,

    danke erst mal für deine Antwort :).
    Es ist schon sehr verwirrend, da wirklich jeder etwas anderes sagt. Meine Hausärztin meinte, dass die Krankheit irgendwann definitiv komplett zum Erliegen kommt, mein Orthopäde meinte dagegen, dass das "häufig passieren kann" und in einem Fachbuch steht "in seltenen Fällen kommt die Krankheit von selber zum Erliegen". Sicherlich sollte man sich nicht an irgendwelche Hoffnungen krallen, aber so eine ungefähre Vorstellung über den weiteren Verlauf würde ich schon gerne haben. Daher interessieren mich insbesondere Erfahrungen von anderen Betroffenen. Häufig wissen diese durch eigene Erfahrungen und den Austausch untereinander wesentlich mehr zu diesem Thema.

    Was mich etwas beschäftige ist deine Aussage zu den "TNF-alpha-Blocker". Ich werde wohl auf diese umgestellt werden, obwohl die Diagnose (ausschließlich anhand der Anamnese und der HLB-A27 positiv Eigenschaft) erst ein paar Tage zurück liegt; allerdings (hoffentlich) nicht aufgrund der Tatsache, dass bei mir die Krankheit weit fortgeschritten ist, sondern (laut Orthopäde) um genau das weitere Fortschreiten zu verhindern. Im Gegensatz zu den herkömmlichen Rheumamitteln soll das mit den Blockern wesentlich effektiver sein, da die Entzündungen quasi im Idealfall gar nicht mehr auftreten. Das Manko bei diesen Medikamenten ist der hohe Preis und die Belastung der Krankenkassen. Soweit ich verstanden habe kann es natürlich zu Nebenwirkungen kommen, aber die gibt es ja auch bei den herkömmlichen Mitteln.
    Ich kann nicht sagen, ob es ungewöhnlich ist direkt nach Ibuprofen mit den Blockern weiter zu machen ohne andere Optionen ausprobiert zu haben. Vielleicht liegt es daran, dass ich für eine Studie eingeschrieben bin und das bei mir etwas anders läuft. Keine Ahnung... Jedenfalls bin ich ziemlich froh, diese Option zu haben. Rein von den Schmerzen her komme ich auch (bis jetzt) ohne sie klar - aber schön ist das nicht. Hier und da zwickt es tagsüber, an manchen Tagen tun mir die Rippen und die Hüfte weh, morgens bin ich etwas steif - alles erträglich, aber schon eine deutliche Senkung der Lebensqualität. Wenn ich hier die Geschichten von anderen lese, hält es sich bei mir noch im Rahmen.

    Viele Grüße
    Tobias
     
  4. Pezzi

    Pezzi Neues Mitglied

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    Grüß dich Tobias,
    Bechterew verläuft bei jedem Bechterew-Patienten anders. Einige versteifen nach wenigen Jahren, manche überhaupt nicht.
    Diejenigen, die versteift sind, haben deutlich weniger Schmerzen, wobei ich einen Patienten kenne, der weitestgehend versteift ist, aber dennoch Schmerzen hat.

    Es gibt durchaus Patienten, bei denen der Bechterew - vorübergehend - zum Erliegen kommt, keine Entzündungsaktivität mehr da ist und dann evtl. nach Jahren wieder Entzündungen auftreten.

    Die Sache mit den TNF-alpha-Blockern finde ich persönlich prima. Ich bekam auch sofort nach Diagnosestellung einen TNF-alpha-Blocker (auch im Rahmen einer Studie). Die verhindern zwar nicht die Versteifung (gegen die nur konsequente, spezielle Gymnastik "helfen" kann - sie zögert zumindest die Versteifung hinaus), aber sie senken die Entzündungen ab.

    Und nun etwas zum Mutmachen: Ich hatte vor Diagnosestellung sehr hohe Entzündungswerte (CRP-Werte), es waren sämtliche Wirbel, das Brustbein, die Schlüsselbeine, die Rippenansatzgelenke und die Hüftgelenke entzündet (es wurde ein Ganzkörper-MRT gemacht). Nach 3 Monaten mit einem TNF-alpha-Blocker und einer MRT-Kontrollaufnahme war nur noch an einem Hüftgelenk geringfügig eine Entzündung sichtbar. Ich spritze wöchentlich 50 mg Enbrel. Ende 2008 war die Diagnose, im März 2009 sah man die Wirkung des Enbrel, ich benötigte aber immer noch Schmerzmittel zusätzlich (wobei: nicht immer, aber über große Zeiträume). Ich fuhr dann regelmäßig in den Radon-Stollen in Bad Gastein. In 2012 war ich im Juni und Anfang November dort. Seit November spritze ich nicht mehr alle 7 Tage 50 mg Enbrel sondern alle 5 Tage 25 mg Enbrel.

    Also, hab´ Mut, da geht was.
    Bist du eigentlich mit der DVMB in Kontakt? Wenn nicht, google mal die Nummer der Geschäftsstelle in Schweinfurt. Die helfen dir prima weiter. :)

    LG Pezzi
    ... und bitte: Üben - und zwar die richtigen Übungen machen :)
     
  5. laface

    laface Mitglied

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    über manche beiträge muss man sich wundern

    moin schreibt dir hier ein bechti,

    @Nachtigall

    diese aussage ist sehr gewagt und gänzlich falsch. ausserdem wird hier manchen lesern der mut genommen.
    beispiel aus dem wirklichen leben:
    meine familie ist bechterew "verseucht". mein vater, meine schwester und ich sind daran erkrankt.
    mein vater hatte seine schlimmsten schübe mit mitte 40. ab dem 55 lebensjahr war die krankheit wie man in fachkreisen so schön sagt ausgebrannt. er hat seitdem keinerlei schübe und schmerzen mehr. jetzt ist er 71 jahre alt und fitter denn je.

    ich dagegen mit meiner schwester sind jetzt mitte 40. bei meiner schwester ist der verlauf zum glück leichter. bei mir leider sehr schwer. bin seit meinem 36 lebensjahr aufgrund der erkrankung in rente.

    meine schwester und ich hoffen natürlich auch auf ein ausbrennen der erkrankung. unser vater ist dafür das beste beispiel, denn wir haben es ja von ihm vererbt bekommen.

    wenn man einen wirklichen fachmann (arzt) fragt dann ist ein ausbrennen nicht unwarscheinlich. ich jedenfalls freue mich darauf :)

    lasst euch nicht den mut nehmen von negativen berichten. besonders wenn man nicht sehr viel ahnung von der erkrankung hat und neu ist kann man durch oben genannte beiträge sehr schnell verunsichert werden. bitte dies in zukunft für die schreiberlinge hier zu berücksichtigen.

    damit wären wir schon ein paar schritte weiter.

    schönes wochenende
    laface
     
  6. Nachtigall

    Nachtigall Aktives Mitglied

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    Hallo laface und Tobias,
    ich bitte um Entschuldigung, wenn ich irrtümlich was Falsches geschrieben habe. Betroffene Patienten wissen das natürlich viel besser. Deshalb ist es auch gut, wenn man sich austauscht, so dass auch manches geklärt werden kann.

    Wobei ich sagen muss, dass ich bei MB bisher nur den Begriff der Remission gehört und gelesen habe. Eine Remission ist in der Medizin das zeitweilige oder dauerhafte Nachlassen von Krankheitssymptomen, jedoch ohne dass die Genesung erreicht wird. Damit ist meine Aussage, dass diese rheumatische Erkrankung als Autoimmunerkrankung nicht heilbar ist, nicht als gänzlich falsch anzusehen. Ansonsten lasse ich mich natürlich schon belehren.
     
  7. Tobias123

    Tobias123 Neues Mitglied

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    Hallo Pezzi,

    danke für deine Erfahrungswerte bzgl. der Schmerzintensität. Ich sehe schon theoretisch ist alles möglich und die Ausnahme ist die Regel. ;)
    Ich finde es nur interessant, mit welcher Bestimmheit verschiedene Ärzte / Fachbücher teilweise gegensätzliche Informationen vermitteln. Man hat den Eindruck, dass man jede Aussage mindestens dreimal anhand anderen Quellen gegenprüfen sollte. Es kann natürlich auch sein, dass aus psychologischen Gründen solche Aussagen gemacht werden.

    Das finde ich sehr interessant und das wußte ich noch nicht. Ich dachte, dass die Entzündungen zu den Verkrümmungen führen. Sofern der TNF-alpha-Blocker anschlägt und die Entzünden unterdrücken kann, wäre ich davon ausgegangen, dass quasi alle Symptome verschwinden und nur noch mit den Nebenwirkungen und den womöglichen bereits vorhandenen Schäden gekämpft werden muss. Auch wenn ich keine Probleme mit der Gynmastik habe (ich mache das sogar gerne), wäre es schade, dass noch weitere Faktoren zu der Verkrümmung beitragen.

    Das hört sich schon wesentlich schlimmer als bei mir an. Wobei ich natürlich nicht weiß, an welchen Stellen ich Entzündungen im Körper habe. Von den Schmerzen her ist die schlimmste Stelle das Kreuz-Darmbein-Gelenk (rechts), Hüfte (rechts), Rippenansätze und der Übergang von den Brustwirbeln in die Lendenwirbel.
    Was mich nervös macht, ist die Tatsache, dass seit ca. einer Woche meine Kniee "ganz leicht" schmerzen - kaum spürbar, aber dennoch ein Unterschied zu vorher; und meine Ellenbogen morgens etwas steif sind und auch tagsüber geringfügig schmerzen.
    Es sind also mehr Gelenke als noch vor zwei Wochen betroffen. Ich hoffe, dass geht jetzt nicht so weiter.
    Daher die Frage: Kannst du beurteilen, wann bei dir die Intensität der Entzündungen am stärksten waren? Gleich nach Diagnosestellung?

    Ja, ich hatte dort schon angerufen :top:.

    Hallo Laface,

    darf ich fragen, wie lange du schon den Morbus Bechterew hattest, bevor du mit 36 in Rente gehen musstest? Ist die Intensität im Laufe der Jahre ungefähr gleich geblieben?
    In dem (älteren) Fachbuch "Morbus Bechterew - der entzündliche Wirbelsäulenrheumatismus" steht, dass man um jeden Preis versuchen sollte durch Gymnastik seinen Körper fit zu halten, da eine zweite "Renaissance" zu erwarten ist. Angeblich soll die Intensität im Alter sinken und es sollen wieder Dinge möglich sein, die vorher unmöglich schienen.
    Wenn das so wäre, kann das eine Menge Kraft zum Durchhalten geben. :)

    Viele Grüße
    Tobias
     
  8. Pezzi

    Pezzi Neues Mitglied

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    Hallo Tobias,

    zu den TNF-alpha-Blockern:
    Ich war, als die Entzündungen nachließen, auch sehr glücklich, hörte dann vom Rheumatologen - später auch aus anderen Quellen -, dass eben die Versteifung nicht unbedingt verhindert wird (aber da wird wohl auch noch intensiv geforscht. Die Einnahme von NSAR soll wohl evtl. die Versteifung zumindest verzögern können. War eine Studie von der Charité).
    Die Verkrümmung kommt v.a. daher, dass "früher" die Bechterew-Patienten nicht die Medikamente haben, wie sie heute zur Verfügung stehen. Schmerzbedingt kippte das Becken vor, um ein Gehen zu ermöglichen. Diese "typische" Haltung - habe ich in Bechterew-Patienten-Schulungen gelernt - muss heute nicht mehr sein.

    Um aufrecht zu bleiben hilft dir Gymnastik, richtiges Sitzen, viel für die Bewegung tun :).

    Deine Intensität:
    Es gab mal in einem Morbus-Bechterew-Journal das Thema, ob man einen evtl. schweren Verlauf des Bechterew "vorhersagen" könne. Aber Ausnahmen bestätigen die Regel... :).
    Ich bin kein Arzt und kann daher auch keine Prognosen treffen. Ich kann dir nur sagen, dass es auch Bechterew mit periphärer Gelenkbeteiligung gibt (also Gelenke außerhalb der Wirbelsäule sind betroffen) und dass es Bechterew-Patienten gibt, bei denen der Bechterew mit Kniebeschwerden beginnt.
    Du darfst - gerade am Anfang - deinem Rheumatologen das "Ohr abquatschen" (wobei der ja noch andere Patienten hat.... ;) und evtl. ein eingeschränktes Hörvermögen;)).
    Empfehlenswert wäre eine Reha - gerade zu Beginn: Da lernst du die Gymnastik (auch für zu Hause) und wirst auf die Füße gestellt.

    Die Frage zum Beginn bei mir:
    Die Diagnose war sehr spät, die Probleme, die ich Jahre zuvor hatte (ISG, Achillessehnen) habe ich anderen Ereignissen zugeschrieben: Zu viel Training, eingeklemmter Ischias etc. Der Bechterew selber ging ad hoc los, als mich ein Schüler mit Ringelröteln (Parvo-B19-Virus) ansteckte. Von jetzt auf gleich waren alle Sehnenansätze entzündet, die Gelenke etc. Als der Virus abklang hörte "der Wahnsinn" nicht auf... und dann war klar, dass das der Bechterew ist, der da tobt.

    Frage deinen Rheumatologen (oder Hausarzt?) mal nach einer Reha.

    LG
    Pezzi
     
  9. laface

    laface Mitglied

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    guten morgen,

    @nachtigall:

    unter ausbrennen versteht die fachwelt die ruhephase der erkrankung. sie kann, muss aber nicht erneut ausbrechen.
    bei meinem vater ruht die erkrankung seit etwa 16 jahren. er hat somit einen wundervollen lebensabschnitt.
    das bechterew zum heutigen zeitpunkt nicht heilbar ist steht natürlich ausser frage. vielleicht haben wir uns da missverstanden. dafür bitte ich dann gerne um entschuldigung :)

    @tobias:

    bei mir ist die krankheit mit 15 jahren erkannt (durch vorbelastung der familie schnell entdeckt) und schleichend ausgebrochen.
    sind also 21 jahre bis zur berentung. in diesen 21 jahren habe ich beruflich einiges erlebt. von der ausbildung zum kfz mechaniker über zeitsoldat bei der luftwaffe und sämtliche bürojobs bis hin zur zweiten ausbildung zum it-systemkaufmann. bis zu meinem 16 lebenjahr war ich fussballerisch beim fc st pauli aktiv. ich war praktisch eine sportskanone. beim bund war ich mit 22 jahren noch drittschnellster der staffel im 100 meter lauf.

    mit 26 jahren bekam ich zum ersten mal eine regenbogenhautentzündung, die bis heute immer wieder auftritt. ausserdem traten in meinen 20ziger jahren gelenkbeteiligungen auf. rechte schulter ist eingesteift.

    die schmerzintensität war bis zur berentung schleichend schlimmer geworden. in der berentung hat sich leider nochmals zugenommen. heute stecke ich öfters im jahr in schüben. aber ich gebe die hoffnung nicht auf. das wäre das letzte!!!

    medikamente habe ich an nsar alles durch. biologicals ist mir durch eine ehemalige tbc zu risikoreich. heute bin ich auf ständige medikamenteneinnahme angewiesen. nach etlichen krankenhausaufenthalten habe ich meine dosis einigermaßen gefunden. im schub allerdings hat man das gefühl, als ob nichts helfen würde.

    ich bin sporttechnisch sehr diszipliniert. ich mache täglich gymnastik mit dem theraband und wenns geht steige ich auf den crosstrainer. mein hund hält mich zum glück auch auf trab. mein vater hingegen hat nie sport gemacht. meine schwester auch kaum. komischerweise haben die leichtere verläufe gehabt. daher muss man wohl zugeben das jeder verlauf unterschiedlich ist.

    vor 10 jahren hätte ich auch nicht gedacht, dass es mich eines tages so erwischt. allerdings soll man, wenn es zum ausbrennen kommt wieder dinge machen können, die man vorher nicht für möglich gehalten hat.

    ich habe ich weiterhin mut und denke natürlich wenn es mir schlecht geht an die schönen sachen die (ich trotz erkrankung) in den letzten wochen machen konnte.

    herzliche grüße
    laface
     
  10. Tobias123

    Tobias123 Neues Mitglied

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    Hallo Pezzi :)
    Na prima, dann bekomme ich wohl auch das volle Programm ab, da mir neben den Knieen und Ellenbogen nun auch noch die Finger leicht schmerzen. Letzte Nacht war dann auch die erste Nacht überhaupt, in der ich trotz Ibuprofen Schmerzen hatte. Nicht dolle, aber ich bin davon wach geworden - hoffentlich geht das nicht immer so weiter. Keine Ahnung, wie ich morgen auf der Arbeit erscheinen soll, zumal die Müdigkeit nun so extrem geworden ist, dass ich den halben Tag im Bett liege.

    Eine Reha ist womöglich sinnvoll, bedeutet aber für mich, dass ich beruflich weitere Probleme bekomme. Die theoretische Ersetzbarkeit bei Projektarbeit ist leider nicht die gängige Praxis ;). Recht sicher muss dann jemand anderes meinen Job machen und ich bin zumindest aus der Position raus. Es ist verflixt... Gut, erst mal abwarten, ob die alpha-Blocker anschlagen - ich hoffe ich vertrage sie gut.

    Auf die Rheumatologin freue ich mich auch schon. Dienstag ist der Termin und bei den Bewertungsportalen im Internet hat sie eine glatte 5 bekommen. Alternativ gibt es noch einen weiteren Spezialisten mit der selben Note und zwei weitere unbenotete.
    Ich hoffe, dass die Begegnung nicht so verläuft, wie einige andere zuvor und ich wenigstens Blickkontakt herstellen kann :rolleyes:.

    Interessant. Also bist du auch schon länger "dabei" und die Symptome waren recht heftig. Danke für die Beschreibung!

    Hallo Laface,

    ok, bei dir ist es im Laufe der Zeit schlimmer geworden. Das ist nicht gerade das was ich hören wollte ;). Interessant finde ich die Tatsache, dass du quasi schon früh eine Diagnose bekommen hattest, aber die spürbaren Symptome erst deutlich später aufgetreten sind. Ich drücke dir jedenfalls die Daumen, dass dein zweiter Frühling irgendwann einsetzt und bewundere dein Durchhaltevermögen. Das sollte ich mir mal als Vorbild nehmen!

    Übrigens bin ich der Meinung, dass ich auch schon vor Jahren irgendwelche Hinweise an meinem Körper finden konnte. Die habe ich aber wie Petzi auf Überanspruchung oder Trainingsfehler geschoben. Gerade heute hatte ich diesen beschriebenen "Fersensporn". Das finde ich überhaupt nicht schlimm, da es kaum schmerzen bereitet und nach einer Minute wieder weg ist. Wenn ich darüber nachdenke, habe ich das bestimmt schon seit min. 4-5 Jahren.
    Ebenso war ich vor ~3 Jahren beim Augenarzt, da ich einen "Druck" auf dem rechten Auge hatte. Der Augenarzt hat sich aber so gar nicht für mich interessiert und das 0-8-15 Programm durchgezogen (Sehtest, Brillenanpassung, ...). Wenn ich jetzt lese, dass sich eine Iris-Entzündung durch Augendruck bemerkbar macht, wird mir einiges klar.

    Viele Grüße
    Tobias
     
  11. Pezzi

    Pezzi Neues Mitglied

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    Hallo Tobias,
    länger "dabei".... Ende 2008 ging es mit dem Bechterew los, in 2008 war die Parvo-B19-Infektion.

    Laß dir bitte von deinem Hausarzt oder der Rheumatologin sagen, welche Schmerzmittel zu kombinieren darfst. Evtl. ist für die Nacht ein stärkeres Schmerzmittel sinnvoll. Ich kombiniere zu "Hoch-Zeiten" (bzw. kombinierte) die Tageshöchstdosis von Ibu (2400 mg also 3x eine 800er) mit der Tageshöchstdosis von Novalgin (120 Tr. auch verteilt auf 4x30 - zwischen den Ibus, praktisch alle 2 Stunden was eingeworfen).

    Laß dir KG verschreiben: Wenn die manuelle Therapie machen, das kann unglaublich gut tun und die Schmerzen lindern.

    Meine Müdigkeit - die kommt von den Entzündungen - habe ich mit einer höheren Vitamin D3-Dosis in den Griff bekommen, als es so schlimm war. Von Hevert Vitamin D3 (normal sind 1000 i.E. - ich nahm für 2 Wochen 4000 i.E.) - Sprich mit dem Hausarzt, ob du das nehmen darfst. Gibt es rezeptfrei in der Apotheke.

    Gute Besserung,
    Pezzi
     
  12. Tobias123

    Tobias123 Neues Mitglied

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    Wow... ich sollte mich nicht zu sehr beklagen. :o

    Das werde ich auf jedenfall versuchen. Teilweise bin ich extrem verspannt und alles ist hart. Schon wenn mir meine Frau den Rücken massiert tut das unheimlich gut. Ein Profi kann da sicherlich noch mehr bewirken.

    Danke für den Tip. Ich hatte das irgendwo hier schon mal gelesen und habe mir bereits D3- und Jod-Tabletten besorgt. Leider steht in der Packunsbeilage, dass man die Tabletten nur nach Rücksprache mit einem Arzt nehmen soll. Das werde ich nun machen.
    Allerdings frage ich mich auch, ob es womöglich den gleichen oder sogar stärkeren Effekt hätte, wenn man sich z.B. einmal die Woche kurz unter ein Solarium legt. Angeblich ist die dadurch aufgenommene Dosis um ein vielfaches höher als das, was man überhaupt mit Tablette zu sich nehmen kann. Eigentlich wird D3 durch die Haut aufgenommen...
    Aber bevor ich hier Unsinn erzähle, google ich lieber noch mal etwas intensiver.

    Viele Grüße
    Tobias
     
  13. Frau Meier

    Frau Meier Guest

    @Tobias123

    Nein. Es wird in der Leber gebildet (aus Cholecalciferol zu 25-OH-Cholecalciferol = Calcidiol) und in der gesunden Niere zu aktiviertem Vitamin D (1,25-Di-Hydroxy-Cholecalciferol = Calcitriol) "weiterverarbeitet".

    Hierzu ist sowohl ausreichend Zufuhr an Vorstufen wie auch Tätigkeit der jeweiligen "Umbauer" erforderlich. Sonne baut die Vorstufe der Vorstufe zu Cholecalciferol um....und ist zudem für viele Rheumatiker (z. B. Kollagenosebetroffene) nicht ratsam. Unter Anderem so entsteht der hier beschriebene Mangel.

    Hierzulande haben allerdings auch ohne Sonnenmangel viele Menschen einen Mangel (gemessen wird dabei 25-OH-Cholecalciferol als bereits vorgebautes Substrat der endgültig wirksamen Form) an "Nachschub" - der in Folge auch zu einem Mangel an wirksamem Hormon (Vitamin D ist eigentlich ein Hormon) führt.
    Der Messung der Zwischenstufe hilft bei der Differenzierung der Ursachen, da chronisch schwerer Nierenkranke aufgrund eines Umwandlungs"versagens" in der Niere fast immer einen Mangel an der Endstufe, auch ohne "Nachschubmangel", entwickeln.


    Übrigens ist der Mangel oft besonders schwer bei muslimischen Frauen - und zwar abhängig vom Ausmaß der bedeckten Haut durch Tragen von Schleier, langärmeligen/langbeinigen Textilien, Tschador oder im Extremfall einer Burka.

    LG, Frau Meier
     
  14. Tobias123

    Tobias123 Neues Mitglied

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    Hallo "Frau Meier",

    danke für die Aufklärung! Dann lohnt sich das "Experiment" tatsächlich und ich hoffe, dass nach Rücksprache mit dem Arzt eine Besserung bzgl. der Müdigkeit eintritt.
    Momentan ist diese Schlappheit der Faktor mit den schlimmsten Auswirkungen: auf der Arbeit habe ich Konzentrationsprobleme, zuhause liege ich ständig flach. Würde ich nicht ständig herumliegen, könnte ich mich deutlich mehr bewegen (Spatzierengehen, Sport, uws.) und dadurch auch von anderen positiven Effekten profitieren.
    Dienstag (Arzttermin) weiß ich hoffentlich mehr.

    Viele Grüße
    Tobias
     
  15. Frau Meier

    Frau Meier Guest

    Hallo Tobias,

    viel Glück für Dienstag :)

    LG, Frau Meier