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Basistherapie durch Piercings zu risikobehaftet???

Dieses Thema im Forum "Klassische langwirksame Antirheumatika" wurde erstellt von FreakyDaddy, 22. Juli 2009.

  1. FreakyDaddy

    FreakyDaddy Neues Mitglied

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    Hallo,

    ich habe vor gut zwei Wochen die Diagnose "seropositive chronische Polyarthritis" bekommen.

    Vorerst bekomme ich nur Prednisolon (Cortison), da laut Aussage des Arztes die "...Basistherapie bei den zahlreichen Piercings/ Implantaten eher zu risikobehaftet..." ist. (Zitat aus dem Arztbrief an meinen Hausarzt).

    Zugegeben habe ich schon einiges an Körperschmuck (Tattoos, Piercings und Implantate), aber ich weiß nicht genau, was das mit der Basistherapie zu tun haben soll. Der Rheumatologe meinte nur, dass durch die Basistherapie die Infektionsgefahr durch meinen Körperschmuck zu groß wäre.

    Ich kann verstehen, wenn er mir nahelegt, dass ich den Schmuck entfernen soll, der sich manchmal entzünden könnte, aber Schmuck der lange (also seit mehreren Jahren) komplett verheilt ist, birgt doch kein erhöhtes Infektionsrisiko, oder bin ich medizinisch so dumm? Eigentlich denke ich eher, dass ich sogar ein sehr gutes medizinisches Verständnis habe und auch bei angestrengter Suche nach irgendwelchen Fakten im www, bin ich der These meines Rheumatologen auch nicht auf die Schliche gekommen.

    Und wieso verschreibt er mir vorerst Cortison in höherer Dosis, welches ebenfals ein Immunsupressivum ist??

    Außerdem sagte der Rheumatologe noch, dass die Ohrlöcher nicht das Problem seien, sondern nur die Piercings... Und ehrlich gesagt, da hört mein Verständnis dann ganz auf...
    Sind Ohrlöcher medizinisch gesehen keine Piercings? Ich denke, dass man an Ohrringen sogar am ehesten mal hängen bleiben und sich verletzen kann, so dass hier die weit hergeholte Theorie des Infektionsrisikos am ehesten bestätigen könnte.

    Hat jemand schon ähnliche Erfahrungen mit seinem Rheumatologen gemacht oder kann mir jemand rein fachlich (ohne persönliche Beurteilung über das Aussehen von Körperschmuck) erklären, warum sich eine Basistherapie nicht mit Körperschmuck verträgt?

    Aber vielleicht kann mir auch jemand ein paar gute Argumente nennen, die ich meinem Rheumatologen beim nächsten Besuch vorbringen kann, um doch rasch mit einer Basistherapie zu beginnen. Denn auch nicht alle Basistherapeutika sind Immunsupressiva.

    Ich habe eh noch einige Fragen diesbezüglich an meinen Rheumatologen, aber aufgrund der Diagnose beim letzten Besuch war ich erstmal sprachlos und ich war nicht in der Lage ihn direkt auf all die offenen Fragen anzusprechen...


    Ich danke euch schon mal für eure Unterstützung...


    Viele Grüße
    Thorsten
     
  2. Melanie_1972

    Melanie_1972 Neues Mitglied

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    Kann ich mir eigentlich gar nicht vorstellen, denn die Flächen sind ja zu gewachsen in dem Sinne. Wie ein Ohrloch auch. Und ich habe auch Ohrlöcher und Tattoo und habe trotzdem ne Basis. Das einzige war damals das erste MRT mit Tattoo. Da mußte man erstmal schauen ob das nicht heiß wird, wegen den Farben. Wirst ja wissen, das in manchen Metal ist. War aber nicht der Fall.

    Aber schon was komisch. Vielleicht weiß das jemand anderes hier
     
  3. kukana

    kukana Moderatorin

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    Vielfach wird von den Piercings abgeraten, da durch immunsuppessive Medikamente wie Cortison, MTX. Cyclosporin und anderen eine erhöhte Gefahr von Infekten besteht die dann den gesamten Körper erfassen könnte und schwer unter Kontrolle zu bringen ist.

    Gruß Kuki
     
  4. Kachingl

    Kachingl Neues Mitglied

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    Ich denke auch, so lange da keine neuen Piercings dazu kommen, welche ja eine offene Wunde darstellen, ist das doch egal, oder? Ein gut verheiltes Ohrloch / Piercing entzündet sich ja nicht einfach so. Möglicherweise sind Intimpiercings gefährdeter für sowas?

    Zwischen Cortison und einem richtigen Immunsuppressivum besteht noch mal ein ganz schöner Unterschied, was die Wirkung angeht.

    Frag doch einfach mal eine zweite Meinung, vielleicht lässt sich ein Rheumatologe per Email oder Telefon kontaktieren.

    lg
     
  5. FreakyDaddy

    FreakyDaddy Neues Mitglied

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    Genau das ist ja meine eigentliche Frage:
    "Warum sollten verheilte Piercings eine erhöhte Infektionsgefahr bergen???"

    Mit neuen frischen Piercings würde ich das ja noch verstehen, aber alles was verheilt ist, stellt doch auch keine offene Wunde dar...

    Und von alleine entzündet sich ein Piercing auch nicht wirklich. Zumindest hab ich das eigentlich noch nicht erlebt...
     
  6. mollyy 1

    mollyy 1 Neues Mitglied

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    hallo freak daddy, das ist hauptsächlich wegen des herabgesetzten immunsysthems unter basis medikamenten. auch verheilte piercings und ohrlöcher entzünden sich manchmal, nicht umsonst müssen die ja auch besonders gepflegt werden, und jede bakterielle entzündung verläuft unter basis heftiger, man bekommt antibiotika, muss mit der basis pausieren und dann wieder neu einsteigen. jede erkältung kann unter basismedikamente schon schlimmer verlaufen als sonst, und jeder eingewachsene zehennagel kann eine mordsinfektion am fuss auslösen.aber wenn die basis nötig ist, dann sollte dein arzt dir das in ruhe erklären und soviel vertrauen auf deinen geübten umgang mit deinem körperschmuck haben,das er dir das notwendige medikament deswegen nicht vorenthält liebe grüße mollyy
     
  7. FreakyDaddy

    FreakyDaddy Neues Mitglied

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    Hi Molly,
    das denke ich auch, dass man Piercings dementsprechend gut pflegen sollte. Doch mal ganz ehrlich meine Meinung:
    Im Alltag gibt es wesentlich größere risiken sich eine Infektion einzufangen als durch Piercings. Deswegen stelle ich das Rasieren, das Finger- und Fussnägelschneiden und auch das Kartoffeln schälen nicht ein. Klar sollte man schon sehr behutsam unter Basis mit all den Dingen umgehen, aber passieren kann immer was. Und ich persönlich halte das Risiko einer Infektion durch verheilte Piercings für relativ gering.

    Klar gibt es immer mal wieder Piercings, die sich grundlos entzünden, aber von denen hab ich mich auch schon getrennt. Und all diejenigen, die schon seit mehreren Jahren problemlos existieren, da sehe ich keine ernsthafte Gefahr.

    Das werde ich meinem Rheumatologen so auch erzählen. Denn ich werde schon sehr behutsam mit meiner Krankheit umgehen, und auch versuchen die Risiken möglichst gering zu halten. Und ich denke nach einem solch klärenden Gespräch wird er dieses auch sicherlich mir zugestehen.

    In einem anderen Forum üer Piercings und Bodymodifications habe ich auch mal angefragt und dort gibt es auch mehrere Mitglieder, die Basistherapien bekommen und deren Rheumatologen noch nie etwas an dem Schmuck auszusetzen hatten...

    Aber wenn ich im September bei meinem Arzt war, werde ich sätliche Argumente beider Seiten auch mal hier im Forum zu Verfügung stellen.

    Danke euch aer schon mal und vielleicht hat ja hier auch noch jemand Erfahrungen mit diesem Thema gemacht...

    Gruß
    FreakyDaddy
     
  8. shaline

    shaline Neues Mitglied

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    hallo freaky daddy

    also mir kommt das auch etwas spanisch vor.....
    habe auch nasen,und ohrschmuck( in jedem ohr 3stück) und vor 2 monaten noch ein neues ohrloch geschossen, hatte keine probleme wegen verheilung und so.....

    in meinem jop hatte ich mir etliche kratzer geholt, und keiner hat sich je entzündet....

    werde auch mal bissen nachforschen, was und ob es da irgendein zusammenhang hat-.


    euch schönen abend wünsch
    liebe grüsse tablat
     
  9. pablo56

    pablo56 Neues Mitglied

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    hallo thorsten

    das sich wirklich gut verheilte piercings unter einer basistherapie entzünden kann ich mir nicht wirklich vorstellen.
    ich würde mir aber, wenn ich mit immunsupressiva behandelt werde, keine neuen piercings machen lassen. steht ja wohl auch nicht zur debatte.
    ich hatte vor einem halben jahr eine winzige hautop auf dem rücken, die mit 1 stich genäht wurde. normalerweise ist so eine wunde in 2 wochen verheilt. bei mir hat es 2 monate gedauert, und der hautarzt führte die verzögerte wundheilung auf cortison und immunsupressiva zurück.
    schönen abend
    pablo56:top:
     
  10. FreakyDaddy

    FreakyDaddy Neues Mitglied

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    Wenn schon beim "Schießen" nichts passiert, dann wirds nicht so schlimm sein. Denn beim Schießen wird ja sogar Gewebe zertrümert, welches sich gerne mal entzündet... ;-)

    Viele Grüße
    FrakyDaddy
     
  11. Kachingl

    Kachingl Neues Mitglied

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    Man ist auch nicht so empfindlich, wie jemand, der gerade eine richtige Chemotherapie macht. Ich nehme zwei Basismedis (MTX+Arava) + Kortison und ich werde nicht häufiger krank als meine Arbeitskollegen, hab keine Entzündungen am Körper, keine verzögerte Wundheilung, etc, etc... Würde mir auch jederzeit ohne mir Sorgen zu machen ein Piercing stechen lassen. Aber das muss jeder für sich einschätzen können. Dass ein Arzt einem dewegen die notwendige Therapie verweigert, finde ich nicht richtig.
     
  12. gini65

    gini65 Neues Mitglied

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    wollte auch mal meinen senf dazugeben. ich bin der meinung, wenn man einen vernünftigen piercer hat dann geht das alles ohne entzündungen ab. da kommt es nämlich auch drauf an, das er sauber arbeitet. stechen ist meiner meinung nach schlimmer. meine tochter hat sich ohrlöcher stechen lassen, die haben sich entzündet, das zungenpiercing nicht.
    man kann auch alles irgendwie überbewerten. und die verweigerung der behandlung finde ich einen witz. ist doch schließlich unser körper. ich weiß auch das rauchen grundsätzlich nicht gut ist, muß ich jetzt bei ner basis aufhören?
    alles quatsch, meine meinung,
    liebe grüße,
    gini1965
     
  13. shaline

    shaline Neues Mitglied

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    also da geb ich der gini voll recht.

    jeder kennt seinen körper am besten, und weiss, denk ich ,was er ihm zumuten kann..........