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Azothiaprin

Dieses Thema im Forum "Klassische langwirksame Antirheumatika" wurde erstellt von Elke Trapp, 17. Mai 2016.

  1. Elke Trapp

    Elke Trapp Neues Mitglied

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    Hallo ihr lieben,
    ich hatte vor einiger Zeit mich mal etwas umgehört, welche Erfahrungen ihr mit Azothiaprin habt. Und ich habe auch den Versuch gestartet. Leider hat der Versuch nur 51/2 Wochen gedauert, da meine Leberwerte (ggt, GOT, GPT und AP) innerhalb von 2 Wochen auf über das 20 - fache zum Teil erhöht waren.:vb_confused: Hat von Euch schon mal jemand solche Erfahrungen gemacht? Mein Rheumatologe war richtig erschrocken und er selbst sagte auch, er habe so etwas noch nicht erlebt, da die Werte eher langsam ansteigen und nicht in so kurzer Zeit und so heftig. Habe jetzt auch ein bißchen Sorge, dass, wenn die Werte wieder völlig in Ordnung sind und die Leber sich wieder erholt hat, ich mit großer Wahrscheinlichkeit auf MTX eingestellt werde. Und MTX geht noch mehr über die Leber.
    Vielleicht könnt ihr mal von Erfahrungen berichten.
    Ich habe eine undifferenzierte Kollagenose mit Lungenbeteiligung, Lymphödeme als Folgeerkrankung und noch so einiges mehr.

    Danke für Eure Antworten
     
  2. Waldnixe

    Waldnixe meistens vergnügt

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    So wirklich
    Kann ich dir nicht antworten, unter 15mg MTX sind meine Leberwerte auch rapide in kurzer Zeit gestiegen soll ist bei meinem Labor 35
    Anstieg auf 54, 2 Wochen später GPT 278, 1 Woche später GPT 480
    Der GOT und GGT waren auch um 150

    Das hieß alle Medis bis auf Prednison absetzen, wöchentliche Blutuntersuchung. Nach 5 Wochen lag ich bei GPT 42, nun nehme ich 10mg MTX, der Leberwert steigt jetzt langsamer an ( 42, 43,50, 54)
    Und immernoch wöchentliche Blutuntersuchung. Meine Rheumatologin meint bis 100 ist unbedenklich ?????
    Aber du weißt ja, Pest oder Cholera, Flöhe oder Läuse.......
    Gruß von Waldnixe und alles gute und Kopf hoch
     
  3. Elke Trapp

    Elke Trapp Neues Mitglied

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    Hallo Waldnixe,

    das hört sich für mich aber auch nicht wirklich gut an. Bekommst Du Tabletten oder Spritzen? Ich denke Spritzen würden nicht so heftig über die Leber gehen, aber da muss ich dann meinen Doc noch mal fragen. Vielleicht weißt Du es aber auch.
    Für mich war das schon ganz schön heftig, zumal ich solche Leberwerterhöhungen in so kurzer Zeit selbst in meiner langjährigen Tätigkeit nie erlebt hatte. Und es ist wirklich nur vom Azothiaprin hauptsächlich gewesen, wobei in indirekter Form noch 2 andere Medikamente eine Rolle gespielt haben könnten.
    Mal sehen, vielleicht kann ja noch jemand anderes etwas dazu sagen. Dir ein liebes Danke für Deine Info.

    Liebe Grüße aus dem Spreewald Wassermann
     
  4. Waldnixe

    Waldnixe meistens vergnügt

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    Ich benutze einen Pen, Folsäure dazu und Predni.
    Da ich weder Alkohol noch andere Schmerzmittel genommen habe, und ich niemals vorher Leberprobleme hatte, ist das MTX Schuld.
    Allerdings war ich auch schmerzfrei vom MTX 15mg
     
  5. Elke Trapp

    Elke Trapp Neues Mitglied

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    Bei spielt mein Schmerzmittel eine Rolle, ich nehme derzeit L - Polamidon Trpf. und mein Antidepressivum, das haben wir aber gleich abgesetzt. War Elondril. Alkohol spielt überhaupt keine Rolle und wie gesagt, auch meine Leberwerte waren immer in Ordnung, das kontrolliert ja der Rheumatologe regelmäßig. So das wir halt mit völliger Sicherheit sagen können, das es das Azothiaprin war. Mein Problem dabei war, ich war endlich mal 2 Tage richtig Schmerzfrei!!!!!!!!!!!!!!! Es hatte also angeschlagen. Nun heißt es einfach abwarten.

    Liebe Grüße
     
  6. O-häsin

    O-häsin Aktives Mitglied

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    Hallo Wassermann,
    bei mir mußte sowohl MTX als auch Aza wegen der Leberwerte abgesetzt werden. Wobei ich eigentlich nur von der GGT reden kann, war>500, die beiden anderen Werte waren kaum erhöht. Der Rheumatologe sagte mir, die Werte werden bis zur 3-fachen Erhöhung toleriert.
    Dass Deine Leber beide Medis nicht mitmachen will, ist schade. Aber es gibt noch weitere Möglichkeiten. Das, was ich jetzt nehme, vertrage ich seit Jahren in jeder Hinsicht gut.
    LG häsin
     
  7. Elke Trapp

    Elke Trapp Neues Mitglied

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    Hallo O-häsin,

    Ich nehme zur Zeit Quensyl und Cortison. Da ich aber seit Monaten hochdosiert Cortison schon nehme und von der Menge auch nicht runter komme, sprich immer wieder Entzündungen habe und inzwischen auch Folgeerkrankungen, mussten wir etwas tun. Bei mir waren alle Werte erhöht, also GGT, GOT, GPT und AP. Zudem CRP und Senkung. Die GGT lag bei über 1300, anderer Wert 38,...., die GPT und AP sahen nicht besser aus und die GOT kam dann auch noch mit der Erhöhung, bei weiten aber nicht so schlimm. Die schierigsten Situationen sind bei einer massiven Erhöhung von GGT und GPT sowie AP festzustellen. Da sind Schäden an der Leber und eventuell auch an der Bauchspeicheldrüse nicht auszuschließen. Deshalb auch meine große Sorge.
    Mit den Medikamenten hast aber etwas falsch verstanden - nicht so schlimm. Mein Rheumatologe sprach zu Beginn der Überlegungen von Azothiaprin und MTX. Ausprobiert haben wir jetzt nur Azothiaprin mit diesen Nebenwirkungen und leider auch beginnender Wirkung. MTX wäre demnach das nächste. Ich weis aber, das MTX halt auch sehr über die Leber abgebaut wird. Bin mir aber nicht sicher, ob das bei Spritzen auch so ist.

    Was nimmst Du jetzt für ein Medikament? Weil mein Doc sprach eben nur von diesen beiden Medikamenten bei meiner Form von Kollagenose. Im Moment muss sich eh erstmal alles beruhigen. Auch wenn nur noch die GGT erhöht ist, habe ich immer noch Probleme und Schmerzen. Da ich im Juli aber wieder zu meinen Rheumatologen muss, will ich mich wenigstens schon mal etwas umhören. Muss aber dazuzsagen, dass ich einen sehr guten Rheumatologen habe, der mir die Dinge auch ordentlich erklärt und mir auch Zeit zum abwägen und überlegen läßt.

    Liebe Grüße Wassermann
     
  8. O-häsin

    O-häsin Aktives Mitglied

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    Hi Wassermann,
    MTX und Aza sind altbewährte Standardmittel. Die Leberwerterhöhung durch Aza ist bei Dir aber schon ne ordentliche "Nummer". Da versteh ich Deine Sorge. Bei mir hat sich GGT (und die anderen) in ein paar Wochen zurückgebildet. Ich meine aber, man sollte nicht von vornherein Angst vor der gleichen Nebenwirkung bei MTX Angst haben. Auf die Medis reagiert jeder Körper verschieden, und Nebenwirkungen treten nicht bei jedem oder nicht in gleicher Weise auf. Letztlich wird Dein Arzt sich Gedanken machen müssen. Ich denk, er hat vorsichtshalber jetzt auf Quensyl gesetzt.

    Und ja, mit dem MTX bei Dir hab ich mich in die Irre leiten lassen, meinte, Du hättest es schon gehabt. Ich nehme seit Jahren Leflunomid (Arava) und Corti. Das hält quasi den Deckel auf die Krankheitsaktivität. Wenn aber meine Vaskulitis meint, sie müsse sich mal wieder in üble Erinnerung bringen, kommt mehr Corti (1mg/kg und möglichst schnelle Reduzierung, je nach Krankheitsgefühl).

    Nun ist eine Kollagenose keine Vaskulitis. Hier und da mag es bei den Medis Differenzierungen geben, die sich eher bei x oder y bewährt haben. Allen Medis gemeinsam ist aber, dass sie das überschießende Immunsystem dämpfen (sollen). Manchmal dauert es auch, bis man "sein" Medikament gefunden hat. Wie schön, dass Dein Rheumatologe Dich aufklärt und gut begleitet. Das ist nicht immer der FAll.
    Alles Gute -es kommen auch bessere Zeiten.
    o-häsin
     
  9. Resi Ratlos

    Resi Ratlos Bekanntes Mitglied

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    @wassermann

    Eine mögliche Erklärung für Deine Probleme könnte ein Mangel an Thiopurinmethyltransferase sein; das ist ein Enzym, das zum Abbau von Azathioprin erforderlich ist und bei einer Minderheit von Menschen durch eine genetische Variation vermindert vorhanden ist. Dieser Mangel führt zu vermehrten Nebenwirkungen des Medikaments.

    Ich kenne es so, dass dieser Wert vor der Gabe bestimmt wird, aber auch, dass er eher selten zu niedrig ist......vielleicht fragst Du Deinen Arzt mal.

    Wenn das so wäre, muss keineswegs MTX das Gleiche bewirken ;)

    Grüße, Resi
     
    #9 19. Mai 2016
    Zuletzt bearbeitet: 19. Mai 2016
  10. O-häsin

    O-häsin Aktives Mitglied

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    ja, liebe Resi Ratlos und Wassermann,
    bei Aza ist das Enzym "TPMT", bei MTX ist "MTHFR" am Stoffwechsel des Wirkstoffs beteiligt. Man kann es vorher prüfen und danach über die die Medis entscheiden -tut nur keiner. Vor Endoxan-Gabe gibt es die gleiche Möglichkeit.
    Infos unter: www.ipgd-labore.de
     
  11. Elke Trapp

    Elke Trapp Neues Mitglied

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    Hallo Resi Ratlos und O-häsin,
    konnte leider erst heute Euren Beitrag lesen. Danke für die Hinweise. Ich nehme an, die Abkürzungen bei o-häsin bedeuten das Enzym was Resi Ratlos genannt hat. Ich habe davon noch nichts gehört bisher, werde mich aber mal darüber informieren. Eine meiner anderen Ärzte erklärte mir letztens, das ich die Medikamente nicht nach Vorgabe in der Leber verstoffwechsele, sondern auf einer anderen Ebene und damit bei fast allen Medikamenten große Probleme habe und hatte. In zwischen sind meine Werte bis auf GGT wieder im Normbereich und wird es hoffentlich auch bald sein.
    Was ich weiß, dass das TPMT nicht bestimmt wurde. Werde beim nächsten Termin mal mit meinem Doc sprechen. Mal sehen, was er dazu sagt.

    Nochmals ganz lieben Dank für den Hinweis.

    Liebe Grüße Wassermann
     
  12. Rose72

    Rose72 Mitglied

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    Hallo lieber Wassermann,

    Du bist da kein Einzelfall. Bei mir war es ebenso. Ich nahm Azathioprin ein paar Wochen...denke es waren sogar nur 4 und bekam extrem hohe Leberwerte. Sie waren bis zum 30fachen erhöht. Aza wurde sofort abgesetzt und die Werte gingen wieder zurück, eine leichte Leberwerterhöhung habe ich allerdings trotzdem ab und an wieder. Mir wurde gesagt, dass es so was ahnliches wie eine allergische Reaktion gewesen sein könnte. Von diesem Blutwert, den Resi Ratlos erwähnte, habe ich noch nichts gehört, finde es allerdings sehr interessant. Gibt es da dann noch andere Medikamente, mit denen der Körper nicht klar kommt?

    Ich bekam das Medikament allerdings gegen den Morbus Crohn, den ich zusätzlich zu einer undifferenzierten Kollagenose habe. Da ich diverse andere Medis auch nicht vertragen habe, wurde ich nun auf Humira, Cortison usw. eingestellt. Damit komme ich nun ganz gut zurecht.
     
  13. O-häsin

    O-häsin Aktives Mitglied

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    Hi Wassermann,
    es ist ja nicht uninteressant, ob wir ein Medikament über Wochen quasi probeweise nehmen und keine Wirkung oder unerwünschte Nebenwirkungen haben oder ob wir gleich auf der richtigen Seite sind. (Na ja, ob das so locker leicht geht, wie man´s schreibt, weiß ich auch nicht). Denn es sind bei manchen Medis die Enzyme bekannt, die beim Abbau beteiligt sind. Man kann dies zuvor durch ein entsprechendes Labor analysieren lassen. Es würde bei manchem doch einigen Frust, zumindest Ratlosigkeit erspart. (So glaube ich schon).
    Das genannte Labor bietet übrigens kostenlos die Möglichkeit, eine Medikamentenanfrage zu stellen (s. Hauptseite, dort links). Und nein, ich bekomme nichts dafür, das Labor hier genannt zu haben (es gibt sicher noch weitere), weise nur auf die heutigen Möglichkeiten hin, von denen kein Arzt redet. Lt. Auskunft des Labors belastet die pharmagogenetische Analyse übrigens nicht das budget des Arztes.
    LG häsin
     
  14. Elke Trapp

    Elke Trapp Neues Mitglied

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    Hallo Rose72,

    habe Dir eine PN geschickt.

    Liebe Grüße Wassermann
     
  15. Nachtigall

    Nachtigall Aktives Mitglied

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    Ich möchte mich bei euren Erfahrungen mal einklinken:

    Meine Freundin nimmt seit über 3 Monaten Azathioprin, aber es zeigt bisher keine Wirkung. Der Rheumatologe, der ihr das anfangs im unteren Bereich dosiert hat, hat nun eine höhere Dosis verordnet. Sie würde gern wissen, ab wann man mit einer spürbaren Wirkung rechnen darf. Es heißt als Faustregel, die meisten würden nach 4 bis 8 Wochen eine Wirkung verspüren, es könne aber auch bis zu 6 Monaten dauern. Da sie ständig mit höher dosiertem Kortison ihre Schübe abfangen muss, wäre sie schon sehr froh, endlich mal was von der Wirkung des Azathioprin zu verspüren, um vom Cortison wegzukommen bzw. auf die Erhaltungsdosis runterzukommen.
    Wie sind da eure Erfahrungen?