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Auch ich bin neu

Dieses Thema im Forum "Ich bin neu!" wurde erstellt von Ben06, 12. April 2007.

  1. Ben06

    Ben06 Neues Mitglied

    Registriert seit:
    12. April 2007
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    Hallo!

    ich bin Benjamin und neu im Forum. Erstmal vielen vielen Dank für die sehr informative Seite, ich hab hier schon viel gelesen und Hilfe erhalten.

    Nun zu mir und meinen Erfahrungen:

    Ich bin 23 Jahre alt und habe seit Ende Oktober letzten Jahres Gelenkbeschwerden. Vor dem Oktober 06 hatte ich nie Gelenkprobleme oder sonstige 'ausergewönhlichen' Erkrankungen.
    Es hat eines morgens ganz unauffällig mit leichten Schmerzen im rechten Sprunggelenk angefangen. Ich konnte mir die Beschwerden überhaupt nicht erklären und versuchte mich an einen möglichen kleinen 'Unfälle' (also umknicken oder ähnliches) zu erinnern. Es gab aber einfach nix! Nach einer Woche und stetigem Ansteigen der Schmerzen bin ich zu meiner Hausärztin gegangen. Neben dem Sprunggelenk hatte ich mittlerweile leichte Beschwerden in den Hüften.
    Die Ärztin hat eine Bänderdehnung diagnostiziert. Das war natürlicher völliger Schwachsinn, ich hatte wie gesagt keine Trauma und hab ihr das auch so vermittelt. Sie hat mich zum Röntgen geschickt und das blieb ohne Ergebnisse.
    In den nächsten 14 Tagen sind die Beschwerden immer schlimmer geworden: deutliche und sichtbare Schwellung des Sprungelenkes, verstärkte Hüftschmerzen (fühlte sich an wie eine Hüftprellung, allerdings auf beiden seiten), Beginn von Schmerzen in den Kniegelenken.

    Nach 2 erneuten Besuchen bei meiner Hausärztin habe ich eine Überweisung zu einem Orthopäden bekommen. Der Orthopäde hatte allerdings erst einen Termin in 3 Wochen und damit Anfang Dezember frei.
    Mittlerweile konnte ich nicht mehr aufrecht laufen, das Sprunggelenk konnte ich nicht mehr belasten, das rechte Bein nicht mehr ohne Schmerzen durchstrecken, dazu die stärker werdenden Hüftbeschwerden und einsetzende Rückenschmerzen. Ich dachte bis dahin noch nicht an eine ersnthafte Erkrankung. Meine Situation verschlechterte sich, zwar nicht von Tag zu Tag (es gab zwischendurch auch recht gute Tage), aber es gab immer wieder neue Schübe.
    Ich sehnte zu diesem Zeitpunkt den Orthopädentermin fast herbei, da meine Hausärztin (nach erneuten Aufsuchen) nicht in der Lage war mir eine Erklärung für meine Beschwerden zu geben. Die Hausärztin hatte mittlerweile wenigstens schon Blutuntersuchungen durchführen lassen (Ergebnisse: erhöhte Werte für c-proteine, keine Rheumafaktoren und erhöhte Antikörper für streptokokken, aufgrund einer leichten zwischenzeitlichen Mandelentzündung). Außerdem hat sie mir Schmerzmittel bzw. Antirheumatikum kurzzeitig verschrieben (Diclac 50, 2x täglich), ohne Schmerzmittel konnte ich nicht mehr einschlafen. Außerdem hatte sie mir ein Antibiotikum für eine Woche verschrieben. Das Antibiotikum habe ich allerdings nicht eingenommen (Gründe: a) bin kein Freund von Antibiotikum, b) völliges Fehlen von Vertrauen zu der Ärztin)

    Parallel zu der "Behandlung" durch die Hausärztin habe ich einen Osteopathen aufgesucht. Er hat mich erst auf die Möglichkeit einer infektreaktiven Krankheit aufmerksam gemacht und er konnte meine Schmerzen kurzzeitig lindern (hat ein paar Tage angehalten).

    Anfang Dezember hatte ich endlich den Termin beim Orthopäden. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich die Rückenschmerzen deutlich verstärkt, Morgensteifigkeit von mehr als 45 Minuten waren dazugekommen. Ich hab z.T. meinen Wecker nicht mehr erreichen können..
    Der Orthopäde hatte als erstes den Verdacht auf das Reiter-Syndrom. Allerdings hatte ich außer den Gelenkschmerzen keine anderen Beschwerden (Harnwegsinfektion, Bindehautentzündung oder ähnliches). Jedenfalls hat er mich sofort an eine Rheumatologin überwiesen.

    Die Rheumatologin hat nach der ersten Untersuchung Blutproben genommen. Die Blutwerte ergaben drastische Entzündungswerte (c-protein), starker Eisenmangel und deutlich erhöhte Antikörper gegen Chlamydien! Sie hat mir daraufhin 4 Wochen Antibiotika sowie Diclac 75 verschrieben und eine infektreaktive Arthritis diagnostiziert. Mit den Medikamenten gingen die Beschwerden zurück. Allerdings nicht dauerhaft. Ohne das Antirheumatikum hatte ich immer wieder Schmerzen im Rücken, Hüfte und Knie. Diese wurden aber glücklicherweise immer schwächer. Das rechte Sprunggelenk wurde jedoch nicht besser!

    Nach der Antibiotikabehandlung hat die Rheumatologin eine Stoßtherapie mit Cortison verschrieben. Besonders die Schwellung im Sprunggelenk lies nicht nach. Zu der Cortisonbehandlung bekam ich noch eine Spritze ins Sprunggelenk (allerdings kann ich mich leider nicht mehr an das Medikament erinnern) Die Cortisonbehandlung war meines Erachtens wirksam, allerdings nicht nachhaltig genug. Nach der Stoßtherapie waren die Hüft- und Knieschmerzen weg, ich hatte allerdings weiterhin ab und zu Rückenschmerzen.

    Merkwürdig waren die Schwellungen im Sprunggelenk: z.T. hatte ich Tage ohne Schwellung! Die Beschwerden waren praktisch weg und ich dachte die Krankheit wäre jetzt auf dem endgültigen Weg der Heilung. Doch schon der nächste Tag konnte völlig anders sein. Also wieder mit Schmerzen und starker Schwellung. Meistens verschlimmerten sich die Beschwerden dann wieder für die nächsten 2-3 Tage. Aufgrund dieser Ausgangslage nach der Cortisontherapie hat mir die Rheumatologin Sulfasalazin verschrieben und rheumatische Arthritis diagnostiziert. Mittlerweile nehme ich das Sulfasalazin über 5 Wochen. Weiterhin
    bekomme ich noch 10 mg Prednisolon. Seit 1 Woche scheint das Sulfasalazin langsam zu wirken. Die Schwellung geht, wenn auch nur sehr sehr langsam, aber stetig zurück. Ich will mich jetzt noch nicht zu früh freuen, schließlich habe ich schon einige Rückschritte mitgemacht.. Aber ich bin doch guter Dinge. Das Sprunggelenk kann ich jedoch weiterhin nicht wirklich belasten, langes stehen, laufen usw. geht nicht ohne Schmerzen.
    So, das waren meine Erfahrungen, jetzt zu meine Fragen:
    a) Kann bei meinem Krankheitsbild wirklich von einer rheumatoiden Arthritis bzw. chronischen Polyarthritis gesprochen werden?
    b) Wie kann ich mir eine Zweitmeinung eines Arztes einfach und unkompliziert einholen? Ich habe voll und ganz vertrauen in meine Rheumatologin, schließlich konnte sie mir bislang ganz gut helfen. Allerdings möchte ich jedoch bei einer so langen Therapieform einfach ein bisschen mehr Sicherheit haben..
    c) Dauert die Therapie mit Sulfasalazin tatsächlich 3 Jahre (Prognose meiner Ärztin) oder geht es auch kürzer oder auch länger?
    d) Ist eine vollständige Heilung des Sprunggelenkes vorhersehbar?
    e) Was kann ich für Sport machen? Bislang konnte oder wollte mir noch kein Arzt einen Rat dazu geben. Seit November betreibe ich praktisch keinen Sport mehr. Dies ist für mich besonders deprimierend da ich vor der Krankheit Schwimmer war und Wasserball gespielt habe und auf dem Weg in die 2. Bundesliga war..
    f) Wie kann ich meinen Eisenmangel ausgleichen? Das Einnehmen von Eisenpräparaten und gleichzeitig Sulfasalazin soll sich gewissermaßen gegenseitig behindern, richtig?
    Vielen Dank schon mal im Voraus für eure Antworten und Vielen Dank nochmals für die Informative Seite!
    Gruß
    Benjamin
     
  2. Colana

    Colana Musikus

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    Hallo Benjamin,

    erst ein Mal ein herzliches Willkommen hier....

    Da hast Du ja auch schon so einiges mitgemacht. Wg des des Sulfasalazin geb ich Dir hier mal einen Info-Link:

    http://www.rheuma-online.de/medikamente/sulfasalazin.html

    Wg des Krankheitsbildes magst Du mal bitte re in die hellblau-unterlegte Leiste schauen under Krankheitsbilder... Da findest Du bestimmt noch einige Infos zu Deinen Fragen.

    Eine unkomplizierte zweite Meinung einholen: einfach einen Termin holen, entweder Überweisung vom Hausarzt oder 10,00 Euro löhnen ;)

    Ob es vollständig wieder ausheilt, kann ich Dir nicht sagen... vielleicht kann Dir die Rheumatologin Krankengymnastik verschreiben und die Krankengymnasten können Dir dann auch gleich einen Tipp bezügl. des Sportes geben, wobei das Schwimmen schon gut ist, halt nur nicht mehr auf Leistung....

    Eisenmäßig würde ich auf eine optimale Ernährung gehen und evtl. noch sich ein Eisenpräparat verschreiben lassen. Mit einer Zeitverschiebung zu dem anderen Medikament müsste es sicherlich machbar sein.... ist nur so ein Gedanke...

    So, ich hoffe, dass ich Dir ein wenig helfen konnte. Ich wünsche Dir weiterhin gute Besserung.
    Viele Grüße
    Colana
     
  3. KatzeS

    KatzeS Neues Mitglied

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    Hallo,

    ein herzliches Willkommen erstmal :). Also ich habe zwar eine andere Diagnose, aber wurde auch zunächst mit Sulfasalazin als Basismedikament behandelt. Mein Arzt sprach von 6 bis 24 Monaten Dauer der Therapie. Jetzt nehme ich das Medikament allerdings schon seit fast vier Jahren, konnte bzw. musste es aber reduzieren. Zwischenzeitlich habe ich noch ein zusätzliches Basismedikament genommen, das ich aber nach ein paar Monaten wieder absetzen musste. Ich hoffe, dass das bei dir besser läuft und 3 Jahre zutreffen, die deine Ärtzin prognostiziert hat.

    Was den Sport betrifft: Erzähl mal genauer, warum einige Sportarten nicht mehr gehen. Was hast du für Beschwerden beim Sport? Bei mir ist es so, dass es mir schlechter geht, wenn ich weniger Sport mache, aber ich habe auch wie oben schon erwähnt eine andere Diagnose als du. Eigentlich ist doch das Schwimmen sehr gelenkschonend. Warum kannst du das nicht mehr machen?
    Generell würde ich dir empfehlen, dass du dich langsam wieder an die sportliche Aktivität rantastest. Wenn es mit geringer Belastung unproblematisch ist, dann kannst du dich Stück für Stück steigern. So findest du deine Grenzen am besten raus.

    Lg KatzeS