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Atypische Gicht

Dieses Thema im Forum "Entzündliche rheumatische Erkrankungen" wurde erstellt von fliwatuet, 4. Oktober 2016.

  1. fliwatuet

    fliwatuet Neues Mitglied

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    Hallo Zusammen,

    hat jemand von Euch Erfahrungen/Diagnose der "Atypischen Gicht"??

    Verdachtsdiagnose seit 25 Jahren "Spondylartrhritis mit peripherer Gelenkbeteiligung", HLA-AB27 neg., Seronegativ, im Grunde große Gelenke plus ISG und ab und an auch Brustbein...ABER....bei erhöhter Harnsäure auch massives negatives Ansprechen auf Harnsäuresenker (also klassiche Gicht-Reaktion).....in den Gelenken aber auch Sehnen und Muskeln.

    Nachdem mir alle sagen ich habe keine Gicht gehe ich nun aber doch wieder in die Therapie Richtung.

    Subjektive reagiere ich massiv auf Bier (trinke aber eh nix mehr), Spargel, Tiefkühlpizza, fette Fritten und co. dunkles Fleisch...kurzum hoher Puringehalt.

    Trotz purinarmer Ernährung (und bin selber schlank) halten sich mindestens 7,5 md/dl Harnsäure.
    Probenicid habe ich leider Allergiemäßig überhaupt nicht vertragen (eine viertel Tablette)
    Unter nur 25mg Benzbromaron MASSIVE Gelenkschmerzen (konnte nicht stehen oder sitzen oder gehen) und Harnsäure binnnen 4 Tage runter auf 4,5.....aber leider auch massive Magenprobleme die ich nicht in den Griff bekomme----deshalb wieder abgesetzt. Ich WEIß ich hätte weiter machen sollen.....aber keine Chance mit dem Magen. Auch unter Omep nicht.

    Apropos Magen: Colchizin Dispert (2 X 1 Tablette als Prophylaxae angefangen) hat einen sehr positiven Effekt auf meine Gelenke. Hilft das nicht nur bei Gicht?

    So jetzt.......versuche ich gerade mein System wieder zu beruhigen und hab noch Adenurenic im Käscher und Allopurinol.



    Meine Frage: Gibt es hier User mit ähnlichen Erfahrungen bei der atypischen Gicht? Kein Zehengrundgelenk, dafür ISG und auch Rücken und große Gelenke? Erhöhte Harnsäure? Wie lange hat das senken bei Euch gedauert? Was half bei den Schmerzen was beim Magen?? Wie lange hattet Ihr Attacken während der Therapie?



    Danke für Antworten und viele Grüße


    Fliwa
     
  2. Mimir

    Mimir Neues Mitglied

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    Ja, Colchicin hilft u.a. auch bei Gicht

    ist denn auch mal ein Gelenk geschwollen - ich denke das beste wäre, das mit dem Medikamenten konsequent über wochen durchzuziehen und zu gucken, ob sich bei niedrigen Harnspiegel die Schmerzen bessern.
     
  3. atmosphere

    atmosphere Neues Mitglied

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    Bei mir sind die Harnsäurewerte auch an der Grenze (so zwischen 7 und 8) und das seit Jahrzehnten. Ich habe seit 20 Jahren einen gesicherten MB der seit 13 Jahren im Ruhezustand ist. Ich nehme keine Medis ... gar keine, hab einen BMI von 24 und ernähre mich Purinarm, trinke aber auch gelegentlich Alkohol. Meine Blutwerte sind konstant gut und auch meine Niere ist okay.
    Ich hatte 2011 beginnende Arthralgien und ganz leichte wechselnde Arthritis im rechten Fuss (Zehen, OSG uw... wechselnd) Nachdem ich mir einen entzündeten Zahn hab ziehen lassen ist das fast weg.
    Aber eben nur fast. Zumindest ist auf den MRTs kaum noch was zu sehen.Da können mir die Ärzte jetzt nicht erzählen das das von den Harnsäurewerten kam.
    Einen Gichtanfall habe ich nie gehabt. Auch mein Vater nicht, der seit 60 Jahren zu hohe Harnsäure hat.

    Mein Rheumatologe will unbedingt meine Harnsäure Werte mit Medikamenten senken. Ich bin da aber gegen solange ich weder Beschwerden noch einen Anfall hatte.
    Wenn es dich beruhigt kannst Du natürlich versuchen die Werte nach unten zu bringen. Die Medis bei Gicht sind aber auch alles andere als Lutschbonbons
     
  4. Resi Ratlos

    Resi Ratlos Aktives Mitglied

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    atmosphere, ich kann Deine Haltung sehr gut nachvollziehen. Eine Behandlung von Laborwerten ist in diesem Fall eher nicht zielführend; anders sähe die Sache nur aus, wenn Du wiederholt Gichtanfälle hättest. Das entspräche dann nämlich einer "symptomatischen Hyperurikämie", umgangssprachlich einer Gicht, und DIE würde nach dem allgemeinen Konsens dann schon behandelt.

    Dazu gibt es mehrere Leitlinien, u.a. diese hier:
    http://dgrh.de/fileadmin/media/Praxis___Klinik/Leitlinien/Gicht_LL.pdf


    P. S. Gichtanfälle OHNE Erhöhung der Harnsäure im Serum haben meistens einen anderen Hintergrund (Lebensstil, "Diätfehler") und werden nicht mit Harnsäuresenkern behandelt.


     
  5. atmosphere

    atmosphere Neues Mitglied

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    Hm,, es gibt da mittlerweile bei den Ärzten keine einheitliche Meinung mehr und man muss das sicher individuell für sich selbst entscheiden.
    Lebenslange hohe Harnsäurewerte KÖNNEN ... müssen aber nicht, innere Organe schädigen, z.B die Nieren.
    Auch ist es nach neusten Erkenntnissen wohl so, das es besser ist den ersten Gichtanfall zu verhindern.
    Aber diese Erkenntnisse werden eben z.z diskutiert und dazu müßte man auch wissen ob ich zu den 2% derjenigen gehöre die mit leichter Hyperurikämie überhaupt einen Gichtanfall bekommen werden.

    Ich bin nur für mich z:Z nicht bereit bei einem stabilen , symptomfreien sehr guten körperlichen Befinden und ohne Medikamente, jetzt wieder mit Medikamenen anzufangen die
    viele Nebenwirkungen haben können und das sozusagen als "Vorbeugung" gegen etwas was vielleicht nie eintritt.
     
  6. Resi Ratlos

    Resi Ratlos Aktives Mitglied

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    Ne, nach neueren Erkenntnissen ist es gerade NICHT so, dass der erste "Gichtanfall" mit Medikamenten verhindert werden soll - sondern mit Lebensstiländerungen.

    Das ist zwar eine Binsenweisheit, aber prinzipiell muss das wohl erst mal der behandelnde Arzt so entscheiden ;)


    Ist mir bewusst, hilft aber per se wenig weiter.....
     
  7. atmosphere

    atmosphere Neues Mitglied

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    Resi,

    ich habe nicht geschrieben das mein Rheumatologe nicht erst eine purinarme Ernährung empfohlen hat.
    Damit lassen sich meine Harnsäurewerte nicht unter 7 bringen.
    Meine Harnsäure werte sind schon genetisch bedingt erhöht. Das ist auch nicht so selten.
    Ich habe sonst keine Symptome. Also nur eine Hyperurikämie.
    Das z.B wird in der Leitlinie gar nicht berücksichtigt.

    Individuelle Krankheitsverläufe und Therapien sind keine Binsenweisheit sondern erwiesene Tatsachen.

    Mir hilft ein "könnte" gegen über einem "passiert auf den Fall" definitiv weiter wenn es um die Entscheidung geht Medikamente zu nehmen oder nicht.
    Denn es geht hier um Nutzen/Nebenwirkung etc.

    Wenn ich immer Ärzte entscheiden lassen würde und nie hinterfragen würde wäre ich sicher heute nicht Medikamente frei. Ein guter Arzt entscheidet schließlich nicht ohne die Zustimmung seines Patienten und nicht jede Entscheidung eines Arztes muss immer gleich richtig sein.
     
  8. Resi Ratlos

    Resi Ratlos Aktives Mitglied

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    Wie gut, dass Du es mir noch einmal erklärt hast....
    Ein guter Arzt entscheidet selbstverständlich nicht ohne Zustimmung des Patienten (würde auch nichts helfen, denn die Medikamente nimmt ja nicht ER!) - aber auch längst nicht jede Patientenentscheidung ist richtig ;)
     
  9. atmosphere

    atmosphere Neues Mitglied

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    Gut, dann hätten wir es ja ;)

    Jetzt zurück zu meinem eigentlichen Thema ... ich habe eine leichte Hyperurikämie, einen ruhenden MB mit PSO, keine Gichtsymptome, ernähre mich Purinarm, nehme keine Medikamente.
    Meine Nieren sind prima (Nephrologie 9/2016) und mein internistische Hausarzt und der Nephrologe sind super mit mir zufrieden während mein Rheumatologe vorbeugend meine Harnsäure mit Allopurinol behandeln will .... was ich zZ. ablehne.

    Wenn jemand damit Erfahrung hat?
     
  10. Resi Ratlos

    Resi Ratlos Aktives Mitglied

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    Was ich dazu oben geschrieben hatte, beruht auf "Erfahrung" ;)