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Arzt verweigert Blutuntersuchung

Dieses Thema im Forum "Arbeit und Allgemeines" wurde erstellt von berti, 27. Februar 2008.

  1. berti

    berti Neues Mitglied

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    Hallo,

    Mali war gestern in Düsseldorf im Krankenhaus und hat ihre erste Infusion der 2.Staffel MabThera bekommen. Die Voruntersuchungen finden unmittelbar vor dem Infusionstermin beim Rheumatologen (auch Düsseldorf) statt. Nun verlangt das KH zum 2. Termin die Daten einer frischen Blutuntersuchung. Damit wir nicht schon 4 Tage vorher nach Düsseldorf müssen (pro Fahrt 33€ und ein Tag Urlaub als Begleitung für Mali), soll der Hausarzt anstatt der Rheumatologe die Blutuntersuchung machen. Das hat bis jetzt problemlos funktioniert. Nun, seit heute morgen verweigert der Hausarzt alle Blutuntersuchungen im Rahmen ihrer rheumatischen Erkrankung und behauptet, dass sein Budget dadurch über Gebühr belastet wird. Er hat ein viertelstunde! am Telefon gejammert wie schlecht es ihm durch solche Verordnungen geht. Die fachärzte hätten doch alle ein viel höheres Budget und könnten das besser verkraften. Er habe schließlich im Januar im Rahmen der allgemeinen Vorsorgeuntersuchung schon eine Blutentname gemacht.

    Wer kennt sich mit den Abrechnungsformen aus? Ich habe mal so etwas gehört, dass bei chronisch Kranken anders abgerechnet wird, was die Erkrankung betrifft. Kann der Hausarzt die Blut-Untersuchung überhaupt ablehnen?
    Wenn das so ist, bedeutet es in Zukunft für uns hohe Kosten (Bahnfahrt, Urlaub etc.). Wer kann mir mehr dazu schreiben?

    Übrigens, die erste MabThera-Staffel hat bei Mali 12 Monate angehalten. Sie ist mit dem Medikament absolut zufrieden.

    viele Grüße,
     
  2. Uschi

    Uschi Neues Mitglied

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    Huhu,

    also mir hat mal mein HA erklärt, daß chronisch Kranke besondere Untersuchungen brauchen und er als Arzt dies bei der KK anfordert und solche Untersuchungen dann eben nicht auf das Budget angerechnet werden.

    Deine KK kann dir Auskunft darüber geben. Es ist lächerlich !

    Ich wünsche Mali alles Gute und hoffe, daß sie Linderung findet. Grüss sie von mir.

    Euch beiden toi toi toi

    Pumpkin
     
  3. Marie2

    Marie2 nobody is perfect ;)

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    hallo berti,

    hier ist ein thread, in dem das thema auch behandelt wird...
    hier vllt ist etwas dabei, was euch hilft.

    gruss marie
     
  4. berti

    berti Neues Mitglied

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    hallo ihr lieben,

    ihr habt mir schon sehr weitergeholfen. genau so hatte ich das in erinnerung. werde mir den arzt mal vornehmen oder anderenfalls wechseln.

    Mali bedankt sich für die Grüße. Ich soll Euch auch alle von ihr Grüßen.

    Die MabThera Therapie bekommt ihr sehr gut. Die letzte Infusion hat 12 Monate angehalten. Das ist sehr gut. Nun wurde, nach nachlassender Wirkung die Infusion wiederholt. Die zweite Infusion folgt in 2 Wochen. Mali hat keine Nebenwirkungen und im Krankenhaus lief diesmal alles reibungslos. (Im Gegensatz zu vorigem Jahr. Ich berichtete an anderer Stelle).
     
  5. Marie2

    Marie2 nobody is perfect ;)

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    wenn ich vielleicht noch eine frage anhängen darf zu einem
    anderen zusammenhang........
    vor läääängerer zeit hattest du mal geschrieben, dass mali
    eine hochdosierte folsäure-"kur" über einen bestimmten zeitraum
    wegen übelkeit macht. wie war denn das ergebnis?

    danke, marie
     
  6. berti

    berti Neues Mitglied

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    Hallo Marie,

    Mali hatte damals sehr mit Übelkeit nach der MTX-Spritze zu tun. Doc L hat ihr dann 10 mg Folsäure täglich verschrieben. Das heißt, am Tag vor der Spritze, am Tag der Spritze und 48 Std. nach der Spritze darf keine Folsäure eingenommen werden. Dann die restlichen 3 Tage täglich 10 mg. Dadurch wird im Körper der Folsäurespiegel erhöht. Schon kurze Zeit nach der Erhöhung ließ die Übelkeit merklich nach und war nach ein paar Wochen fast ganz verschwunden. Die Kur wiederholt sie, sobald die Nebenwirkungen wieder auftreten. Die normale Dosis Folsäure ist bei ihr 10 mg, 48h nach der MTX-Injektion. Eine Kur macht sie meistens so ca. 2 Monate und dann wieder eine Pause bis die Übelkeit wieder zunimmt.

    Die Injektion machen wir unmittelbar vor dem zu Bett gehen. Mali schwört auch darauf in den Oberarm gespritzt zu werden. Das hat mal eine Krankenschwester in Sendenhorst so gemacht. Seit dem meint sie, dass es "bekömmlicher" sei als Bauch oder Oberschenkel. So hat halt jeder so seine "Tricks".
     
  7. Marie2

    Marie2 nobody is perfect ;)

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    vielen dank für deine ausführliche antwort, berti!
    die 10 mg irritieren mich etwas, ich hatte gelesen, dass der
    körper nur 5 mg aufnehmen kann.........
    aber der bericht deckt sich mit meiner eigenen positiven erfahrung
    mit folsäure, zwar nicht hinsichtlich einer übelkeit, aber dem
    wohlbefinden unter mtx als folsäureantagonist.

    gruss auch an mali, marie

     
  8. Frank_Stuttgart

    Frank_Stuttgart Neues Mitglied

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    Es gibt einige Unruhe im Jahr 2008. Es wurden eigentlich ohne Notwendigkeit gravierende Veränderungen eingeführt.

    Richtig ist, dass es Budgetziffern gibt, die bei einer Immuntherapie die Laboruntersuchungen bei Rheumatikern aus dem Budget heraus rechnen.
    (Nicht bei Chronikern allgemein !)

    Andererseits haben auch die Kliniken Änderungen erfahren. Kliniken bekommen Pauschalen und verlegen zunehmend Leistungen in die Praxen. Dazu zählen auch Laboruntersuchungen, vor allem vor Operationen.

    Es ist schwierig zu sagen, was die Änderung in diesem Fall bewirkt hat. Möglicherweise sind es die Pauschalen und Begrenzungen, die seit 1.1.08 in den Hausarztpraxen neu eingeführt wurden.
    Das führt beispielsweise dazu, dass der Hausarzt an diesen Laboruntersuchungen praktisch nichts mehr verdient. Andererseits muss er aber die Kosten für die Materialien selbst zahlen und auch die Arbeitszeit der Angestellten. Also hat er Kosten, die niemand ersetzt.

    Auch wenn die Leistungen aus dem Budget fallen, so muss der Arzt sie dennoch erst einmal an das Labor bezahlen. Er zahlt also für Januar bis März die Laborkosten an das Labor selbst. Erst im Juli bekommt er sie zurück von den Kassen. Deshalb wird er manche Leistungen einschränken, die er vorfinanzieren muss.

    Das Budget ist also nicht das einzige Problem.

    Es gibt zunehmend die Tendenz, dass Kliniken und Fachärzte solche Vor-Leistungen den Hausärzten übertragen, weil die Leistungen keinen Umsatz bringen. Die Hausärzte wiederum wehren sich, weil sehr viel ausgegliedert wird und sie ebenso kein Honorar dafür bekommen.
    Als Patient steht man da hilflos davor, weil selbst die Fachleute die 500 Seiten Änderungen seit dem 1.1.08 nicht verstehen.

    Das ganze könnte sich zum Jahresende auflösen. Es ist geplant, das Labor ganz aus der hausärztlichen Praxis zu nehmen. Die Blutabnahme könnte wohl noch in der Hausarztpraxis erfolgen, die Abrechnung würde dann aber ganz das Labor machen. Wie es geregelt werden soll ist noch in Verhandlung.

    Es wäre sicher kein Problem, 1 oder 2 Blutabnahmen zusätzlich im Quartal zu machen. Machbar wäre es.
    Die oben genannten Gründe und die vielen Änderungen 2008 mögen dagegen stehen.

    Ich denke, dass ein klärendes Gespräch sinnvoll ist.
     
  9. berti

    berti Neues Mitglied

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    Danke Frank, das war ja mal aufschlussreich.
    Also wird alles wieder auf dem Rücken des Patienten ausgetragen. Der ist mal wieder der Dumme.
     
  10. Frank_Stuttgart

    Frank_Stuttgart Neues Mitglied

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    Berlin hat noch so manche Beschlüsse gefasst, die von Nachteil sein werden.

    Die neue Impfordnung ist so ein Beispiel. da müssen noch Korrekturen kommen, sonst gibt es Probleme.

    Die ganzen Verordnungen sind von Hauptstadtbewohnern gemacht. Für Städte mögen sie sinnvoll sein. Für die Landversorgung sind sie eine Katastrophe.

    Die neue Versichertenkarte ist auch so ein Beschluss,der durchgepeitscht wird. Dann erspart sich Schäuble die online Durchsuchung. Da liegt dann der ganze Lebenslauf offen.

    Und die Beschlüsse gehen hin und her. Siehe das Medikament Plavix. Ein hin und her, das unbegreiflich ist. Erst eingeschränkt 2007, dann wieder Einschränkung aufgehoben 2007, jetzt 2008 schon wieder eingeschränkt. Und das alles innerhalb von 6 Monaten.

    Was die Laboruntersuchung in Deinem Fall angeht:

    - Ja, der Arzt kann in diesem Fall ablehnen.
    - Ja, Deine Gründe sind plausibel und ich denke es wird machbar sein, wenn Du dies dem Arzt erklärst.

    Die Veränderungen gehen schnell in dieser Zeit und der Leidtragende ist der Patient.

    Das ist so gewollt. Berlin macht die Begrenzungen, erklären müssen es die anderen.
     
  11. berti

    berti Neues Mitglied

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    Nun will ich in diesem Thema mal weiter berichten. Gestern war Mali wieder beim Hausarzt um einen Termin für die Blutuntersuchung zu bekommen. Die Arzthelferin schaut in ihren Computer und sagt: "Da steht drinn, bei Frau .. Blutabnahme nur einmal im Quartal. Was soll denn das? Sie sind doch chronisch Krank und müssen regelmäßig ihre Blutuntersuchung haben. Da muss ich mal mit dem Arzt sprechen." Sie geht in das Behandlungszimmer und redet mit dem Arzt. Der sagt:"Das bleibt gefälligst so stehen. Einmal im Quartal. Basta. Wenn sie wegen dem Rheuma mehr haben will, soll sie gefälligst zu ihrem Rheumatologen gehen. Ich lasse mir von den so genannten Fachärzten nicht mehr vorschreiben, was ich zu tun habe.":eek:
    Das würde bedeuten, alle 4 Wochen 80 km zum Rheumatologen fahren und Blut abnehmen lassen. Alle 4 Wochen ein Tag Urlaub und 33,- EUR Bahnfahrt.:mad: Oder den Hausarzt wechseln.:D Denn dieser weiss nicht was er tut.
    Mali befindet sich momentan mal wieder in einem Schub.
     
  12. Tina_38

    Tina_38 Ich liebe Orcas

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    Hallo Berti ,

    also....mein Hausarzt hat mir gesagt ***ich halte mich aus ihrer Rheumasache raus , alles was mit ihrem Rheuma zu tun hat muss ihr Rheumatologe machen***

    Aber....er nimmt mir alle 3-4 Wochen Blut ab wegen dem MTX , da mein Rheumatologe es nur 2x im Quatal macht .

    Ich würde auch über ein Arztwechsel nachdenken.....

    LG Tina