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Arzneimittelbudgetierung

Dieses Thema im Forum "Arbeit und Allgemeines" wurde erstellt von bise, 29. März 2006.

  1. bise

    bise Neues Mitglied

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    wer weiss bescheid:

    mein doc darf mir im laufe des quartals arzneimittel für 30 € verordnen.

    ich brauche pro monat 1 arzneimittel, das rezeptfrei in der apotheke erhältlich ist, doch für mich zu lasten der ges kk verordnungsfähig ist (fällt bei meiner krankheit unter die ausnahmeregelung).

    das medi kostet im apothekenladen 30 €.
    das medi kann über internet schon zu 25 € bezogen werden.

    der doc stellt mir im quartal 3 x 1 rezept über das medi aus.
    in der apotheke muss ich für das medi jedesmal zahlen:
    5 € rezeptgebühr
    15 € an zuzahlung, da es den vereinbarten festpreis übersteigt.
    also pro monat 20 € eigenanteil für mich zu zahlen;
    d.h. pro quartal 60 € eigenanteil sind von mir aufzubringen.

    in welcher höhe wird das budget des docs wegen meines medis belastet?
    wohlgemerkt: 90 € insgesamt im quartal (3 x 30 €) würde das medi in der apotheke kosten.
    75 € würde der online-preis betragen.
    ich beziehe das medi mit kkrezept in der apotheke für 60 € (und im vergleich zum online-preis spare ich durch die rezeptausstellung des doc 15 € pro quartal ein).

    welcher betrag belastet das budget des docs?

    angenommen, der doc hat ein regressverfahren durchzustehen, welcher betrag wird geltend gemacht/kann geltend gemacht werden?

    nun mal los, schreibt mal eure vorschläge und meinungen hier auf.
    ich hoffe merre lässt diese frage auch klären.

    gruss
    die neugierige bise

    nur zur info, dies ist ein hypothetischer preis, damit es für alle leicht zu rechnen ist.
     
  2. Frank_Stuttgart

    Frank_Stuttgart Neues Mitglied

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    Du machst es zu kompliziert Bise.

    Das Budget des Docs wird zunächst mit dem normalen Apothekenverkaufspreis belastet, also 3x30 = 90 Euro

    Was Du zuzahlst ist zunächst für die Richtgrößen-Anrechnung völlig unerheblich. Da freut sich die Krankenkasse zwar über Deine Zuzahlung, diese Freude gibt sie aber nicht an den Arzt weiter.

    Das muss auch so sein. Die Erklärung hierfür würde etwas länger dauern.
    Es hängt damit zusammen, dass ja ansonsten die Richtgröße von den befreiten Patienten abhinge. Das tut sie nicht.

    Es werden also die normalen Apothekenverkaufspreise berechnet für die Richtgrößen.

    Im Falle eines Regressverfahrens kann nur der "tatsächliche Schaden" gefordert werden. Im Falle eines Regresses werden also die Zuzahlungen vom Regressbetrag abgerechnet.

    Da aber so ein Prüfungsverfahren wesentlich schlimmer ist als eine Steuerprüfung, kann sich darauf niemand einlassen.

    Das einzig komplizierte an dem Fall ist, dass es sich hier um ein rezeptfreies Medikament handelt. Bei rezeptfreien Medikamenten kann es Schwankungen im Preis geben.
     
  3. bise

    bise Neues Mitglied

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    gerade Sjögren patienten brauchen medikamente, die nicht rezeptpflichtig doch verordnungsfähig sind wie tränenersatzmittel, nasenmittel, schleimlösende mittel, bestimmte hautmittel , auch pilzmittel (wg. langjähriger corti einnahme)usw.
    es sind am ende des quartals grössere summen, die ich zu zahlen habe, ich kann daher nicht darauf verzichten, dass mir auch kkrezepte ausgestellt werden.
    die docs, sorry:budget überschritten und dabei habe ich erst 1/3 davon verbraucht wg. der von mir gezahlten eigenanteile. das kann es doch wohl nicht sein.
    gruss
    biggy
     
  4. Frank_Stuttgart

    Frank_Stuttgart Neues Mitglied

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    Tränenersatzmittel = Ausnahmegenehmigung, Schleimlöser-> ACC geht auf Rezept, als Dauermittel allerdings nicht vorgesehen.

    Nasenmittel-> keine Ausnahme, Hautmittel gelten als Pflegemittel laut Ulla Schmidt, also auch keine Ausnahme bei Pflegecremes.

    Stell Dir vor, Du hast 5 Kinder und jedes braucht 100 Euro im Monat. Und Du hast nur 300 Euro. Wie geht das ?

    Das geht eben nicht und deshalb auch die Streiks.

    Das Budget für den einzelnen ist eine rechnerische Größe. Wenn es Ende Februar erschöpft ist, dann ist der Topf leer, auch wenn der eine oder andere nur 1/3 seines rechnerischen Budgets verbraucht hat.

    Es reicht aber nicht, wenn immer nur die Ärzte protestieren und Ulla dann schreibt, es würde für alle reichen und nur am Arzt liegen. siehe oben das Beispiel mit dem Haushaltsgeld.

    Und das Budget wird mit dem Gesamtbetrag belastet (deine Zuzahlungen werden nicht abgezogen, siehe meinen obigen Beitrag.
     
  5. Frank_Stuttgart

    Frank_Stuttgart Neues Mitglied

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    Nachtrag:

    Das mit dem Abzug deiner Zuzahlung, Bise, gilt NUR, wenn es um ein Medikament geht das speziell in Regress genommen wird.

    Bei einer pauschalen Überschreitung des Budgets lässt sich nicht ermitteln, an welchen Rezepten es jetzt gelegen hat. Dann wird nur die normale Zuzahlung abgezogen. Kompliziert, ich weiss, aber ich frage mich, warum eigentlich niemand tatsächlich diejenigen beschuldigt, die sich das ausgedacht haben.
     
  6. bise

    bise Neues Mitglied

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    hautmittel doch, ich habe rosacea unter corti entwickelt, es handelt sich nicht um kosmetik oder ähnliches.
    auch bei der nase brauche ich schleimlösende mittel,
    beim zahndoc erhalte ich eine rezeptflichtige zahnpasta verschrieben, deren kosten die kk nicht zu übernehmen braucht.
    leider alles keine kosmetik oder reine pflegemittel.
    sie sollen - da medis - auf rezept verordnet werden.
    dafür gilt die ausnahmeregelung. ich übernehme vieles selber, doch alles kann ich nicht stemmen.
    tränenersatzmittel zahle ich teilweise auch vollständig aus meiner tasche.
    gruss
    bise, die chronisch krank und chronisch pleite ist.
     
  7. Frank_Stuttgart

    Frank_Stuttgart Neues Mitglied

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    Welche Hautmittel sind hierbei gemeint ?
     
  8. Colana

    Colana Musikus

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    Guten Abend allerseits,

    meine eMail haben die Merkel und die Schmidt auch bekommen, grmpf....
    Ich habe so die Nase voll, wer soll das alles bloß bezahlen... Wir gehen hier so langsam auf dem Zahnfleisch... Und ich habe Angst,

    Angst, dass ich bzw. wir alle mit unseren Schmerzen, Ängsten nicht mehr wissen, wie es weiter gehen soll.
    Angst, dass ich meinen Mann, Vater meiner Kinder und Ernährer verliere, weil wir die Medikamente nicht mehr bezahlen können. Er ist Diabetiker, Bluthochdruck, zu hohes Cholesterin trotz fettarmer Ernährung und Bewegung. Dagegen bekommt er insgesamt bis jetzt 3 Medikamente, das 4. wird wohl auch nicht mehr lange auf sich warten lassen, da die BZ-Werte mieserabel sind trotz Einhaltung der Ernährungsvorschriften.

    Angst, dass ich jetzt auch noch dazu komme mit meinem Mist und wie viele Medis es werden.

    Im Augenblick bin ich völlig down (zum Teil auch wg. einer ausstehenden Gerichtsverhandlung, wo ich aussagen muss (es geht um Mißbrauch), zum anderen weil mir vor allem die Handgelenke saumäßig weh taten und in der Blutsenkung nichts zu finden war, nehme inzwischen 3x tgl. Ibuprofen 400 und nun geht es so langsam)....

    Sorry, wenn ich nun Euch die Ohren vollgejault habe, ist normalerweise nicht so mein Ding....
    Wünsche Euch eine gute Nacht und vor allem schmerzfrei
    Liebe Grüße
    Colana
     
  9. Frank_Stuttgart

    Frank_Stuttgart Neues Mitglied

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    Du hast genau Recht mit Deiner Schilderung, Colana. Es gerät in Vergessenheit, worum es eigentlich geht: es geht um kranke Menschen.

    Und wenn ich dann höre, dass die Zuzahlungen pro Medikament auf 10 Euro erhöht werden sollen...
    Vor der Reform haben viele der patentfreien Medis nicht mal 10 Euro gekostet. Jetzt alle 8 Euro mindestens teurer.

    Aber wenn eben die Taktik von Ulla aufgeht, die Unruhe der Patienten nur auf die Ärzte abzulenken, dann kommt eben, was geplant ist: 20 Euro Praxisgebühr und 10 Euro pro Medikament + Zuzahlung über Festbetrag.

    Bei einem Hochdruckmittel macht das schon 29 Euro aus, wie die Firma mitteilte.

    Ohne Protest an der richtigen Stelle macht das Ministerium immer so weiter.
    Der Mensch ist dort nur eine Zahlengröße.
     
  10. Colana

    Colana Musikus

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    Hallo Frank,

    aber das ist doch unfähr....

    Mir wird mein Mann genommen, weil wir keine 58,00 Euro für beide Medikamente (ist gegen den Bluthochdruck) bezahlen können, dazu noch gegen das Cholesterin - ich denke auch mal 29,00 - dann bin ich schon bei 87,00 Euro - nur für ihn.... + 20,00 Euro Praxisgebühr (nur für den Hausarzt), 1x jährlich zum ZA - noch mal 20,00 Euro...
    macht insgesamt 528,00 Euro im Jahr (oder 44,00 Euro im Monat)...

    und ich werde nichts machen können, da für mich nichts mehr übrig bleibt. SUPER und DANKE Frau Gesundheitsministerin....

    Ich geb mir die Kugel....

    Wütende Grüße
    Colana
     
  11. ennos410

    ennos410 Neues Mitglied

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    Da auch ich eine bin...

    die sich verdammt große Sorgen macht, wie es weitergeht mit der "Gesundheits"...ne ich glaube dieser Name sollte geändert werden in " Nochmehrkrankmachreform". Ich habe meinen Protest in schriftlicher Form an Ulla, Angela und die Landesregierung geschickt.
    Demonstrieren kann ich leider nicht.
    Aber ich denke das die entsprechenden Vorzimmerdamen und -herren solche Briefe gar nicht erst dort hin lassen, wo sie eigentlich ankommen sollten.
    Aber schaun wir mal....
    Solle ich Antworten bekommen, auf meine Fragen, dann werde auch ich mich hier wieder melden.
    Gruß an alle im Forum,
    ennos410
     
  12. lilahausfrau

    lilahausfrau Neues Mitglied

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    hallo,

    möchte auch etwas dazu schreiben.

    Habe mir schon jetzt länger einen kleinen vorrat an medis besorgt .

    Hoffe ich komme länger damit aus und brauche zwischendurch nicht so oft hin. Muss doch auch möglich sein die medis über das ausland zu beziehen oder?

    viele grüße



    lilahausfrau
     
  13. Frank_Stuttgart

    Frank_Stuttgart Neues Mitglied

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    Die Tasache, dass Aspirin oder einge andere Medikamente im Ausland billiger sind täuscht manchmal. Die richitig guten patentgeschützten Arzneimittel sind dort eher teuer.

    Ich zitiere mal auschnittsweise einen Artikel

    Zitatanfang:

    Überdrehen Kassen die Festbetragsschraube?
    Die Konsequenzen für Unternehmen und Patienten im Arzneimittel-Billigland Deutschland
    Bislang konnten die Kassen sicher sein: Wenn sie neue Festbeträge beschlossen, senkte die Industrie ihre Preise auf Festbetragsniveau oder sogar darunter. Jetzt wollen wichtige Hersteller mit bedeutenden Produkten weitere Preissenkungen nicht mehr mitmachen - lieber riskieren sie drastische Absatzverluste auf dem deutschen Markt als in einen internationalen Preisstrudel gezogen zu werden.

    Von Helmut Laschet

    Wenn die Krankenkassen am 7. Februar die Festbeträge für eine Reihe von Arzneimitteln tatsächlich so drastisch absenken sollten wie geplant, dann stehen einigen bedeutenden Herstellern schwierige Entscheidungen bevor.

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    Die einstige Arzneimittelapotheke der Welt ist hingegen auf die unteren Plätze gerutscht. Nur noch in Spanien und Griechenland sind Arzneimittel günstiger zu haben.

    In erster Linie ist dies ein Resultat eines intensiven Preiswettbewerbs auf dem Generika-Markt. Denn nirgendwo in Industrieländern ist der Marktanteil von Nachahmerpräparaten höher als in Deutschland
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    Konkrete Beispiel: Die Kassen wollen den Festbetrag für den ACE-Hemmer Cibacen von derzeit 78 auf 32 Pfennig pro 10-mg-Tablette senken. Damit würde das Arzneimittel nur etwa halb so viel kosten wie in Spanien und Griechenland. Ebenfalls drastische Festbetragssenkungen planen die Kassen für den Calciumantagonisten Norvasc. Hier drohen dem Unternehmen Verluste in zwei- bis dreistelliger Millionenhöhe.

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    Da diesmal die Preise nicht den geplanten Festbeträgen angepaßt werden, riskieren die Kassen, daß ihre Versicherten nicht mehr wie gewohnt versorgt werden können.


    Zitatende

    Es geht mir nicht um die Bewertung des ganzen. Es bedeutet lediglich, dass die geplante Festbetragsabsenkung eine enorme finanzielle Belastung darstellen wird für die Patienten, wenn die Industrie nicht mitzieht. Und es sieht danach aus.

    Ich bin kein Preisspezialist, aber es ist ein seriöser Autor. Das heisst, dass die patentgeschützten Medis ( Herzmittel, Blutdruckmittel, Migränemittel..) im Ausland nicht billiger sind, wenn man dem Autor Glauben schenkt.