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Arava absetzen

Dieses Thema im Forum "Klassische langwirksame Antirheumatika" wurde erstellt von Gertrud, 11. Oktober 2015.

  1. Gertrud

    Gertrud Aktives Mitglied

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    Hallo!

    Schwerst genervt wegen div. Beschwerden habe ich jetzt beschlossen, das Arava abzusetzen - ich habe es nämlich in Verdacht, meine Nervenschmerzen zu verursachen (zumindest wäre es eine Möglichkeit) und meine Rheuma ist derzeit eher inaktiv, so dass ich das Absetzen von Arave riskieren will.

    Frage nun, wie mache ich das?
    Den Rheuma-Arzt möchte ich nicht dazu nicht fragen (hört sich irgendwie doof an, ich weiß!), weil ich seine Antwort schon kenne: so nach dem Motto "Machen Sie, was sie wollen, aber jammern Sie anschließend nicht rum!" ... ich möchte den Rheumatologen sowieso wechseln und habe im Januar einen Termin in einer anderen Praxis.

    Lasse ich das Arava einfach weg oder muss ich es ausschleichen ?
    Muss ich irgendwas befürchten?
    Klar, es kann zu einem neuen Rheumaschub kommen - aber dann ist es immer noch Zeit zu reagieren und einen Arzt zu fragen ... ich meine jetzt eher was dramatisches beim Absetzen?

    Danke!
     
  2. Heike68

    Heike68 Bekanntes Mitglied

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    Hallo Gertrud,

    aufgrund 2 OP´s habe ich Arava abgesetzt, von heute auf morgen. Weder ausgeschlichen, noch ausgewaschen. Dies war mit meinem Rheumatologen so besprochen. Es gab keinerlei Probs oder Auffälligkeiten. Habe jetzt nach 3 Monaten die Einnahme wieder gestartet.

    Grüßle
    Heike
     
  3. O-häsin

    O-häsin Aktives Mitglied

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    guten Morgen Gertrud,
    seit vielen Jahren nehme ich Arava. In dieser Zeit habe ich es mal 4 Monate am Stück ausgesetzt, nicht ausgewaschen, und kein "Mehr" an Problemen. Soweit ich das von Ärzten mitbekommen hab, bleibt Arava sehr lange im Körper, bis zu 2 Jahren. Auch wenn man die Basis ändert, muß es nicht unbedingt ausgewaschen werden, nur dann, wenn sich das Neue mit Arava nicht verträgt.
    LG Häsin
     
  4. Frau Meier

    Frau Meier Guest

    @Gertrud

    Arava (Leflunomid) kannst Du einfach weglassen; ein Ausschleichen ist nicht nötig, wie Heike und Osterhäsin bereits sagten ;)
     
  5. Lusella

    Lusella Mitglied

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    Hallo Gertrud,

    ich rate, aus eigener Erfahrung, zum Ausschleichen. Ich habe mehrmals probiert von 20mg auf 10 mg zu reduzieren und bekam jedes Mal starke Probleme (Schub).

    Mein Ziel ist es ganz von Leflunomid weg zu kommen. Erstens wegen meiner Leberwerte und zweitens weil ich das Gefühl habe, dass es jetzt klappen könnte. Ich habe mir nun für mich einen Plan gemacht:
    Ich reduziere alle drei Monate um einige Milligramm. Zum Beispiel habe ich von 15 mg, das gibt es mittlerweile auch als Tabletten, auf 12,85mg reduziert. Nach drei Monaten reduziere ich auf 11,4mg. Das langsame reduzieren klappt ganz gut. Allerdings muss ich nach ca. 2 Monaten für 5 Tage Diclo Retard einnehmen. Das hemmt ein Aufflackern der Entzündungen.

    Mir wurde gesagt, dass eine Reduzierung der Dosis nach 3 Monaten im Blut nachzuweisen ist, und man dann auch körperliche Symptome bemerken kann. Ich merke schon nach ca. 2 Monaten eine Reaktion. Das bekomme ich aber mit Diclo in den Griff.

    Das Ganze habe ich mit meiner Rheumatologin und meinem HA besprochen. Beide sind der Meinung, dass eine langsame Reduzierung der Dosis für den Körper besser ist. Dass man ihn sozusagen überlistet und er mehr Zeit hat sich auf die kleinere Dosis einzustellen. Ich bin bis jetzt zufrieden mit diesem Weg. Im November möchte ich wieder reduzieren und hoffe, dass es weiter so gut klappt. Bei Interesse werde ich berichten.

    Ich habe ganz am Anfang auch noch über drei Tage einen kleinen Cortisonstoß von je 20mg/Tag gemacht. Das muss ich nun nicht mehr. Es scheint also mit der langsamen Methode zu klappen *auf Holz klopf*.

    Ich wünsche Dir viel Erfolg,
    Lusella
     
  6. Frau Meier

    Frau Meier Guest




    Lusella,

    bei Gertrud geht es - wenn ich es richtig verstanden haben - nicht um eine Dosisreduzierung, bei der man den Körper manchmal "überlisten", also an weniger Zucker für den Affen Rheuma gewöhnen möchte, sondern um ein sicheres Absetzen bei subjektiv inakzeptablen Nebenwirkungen.
    Dazu braucht es kein Ausschleichen. Dass ein Schub entstehen kann, bleibt davon unabhängig natürlich richtig.
     
  7. Lusella

    Lusella Mitglied

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    Ja, liebe Frau Meier, das stimmt natürlich. Wenn man starke Nebenwirkungen hat, darf und muss man sogar sofort absetzen.

    Ich habe es wohl falsch verstanden. Ich dachte, es ginge um eine Reduzierung weil sie ausloten möchte ob sie auch ohne auskommen kann. Das ist bei mir im Moment der Fall. Deshalb möchte ich es langsam angehen.

    Liebe Grüße
    Lusella
     
  8. Frau Meier

    Frau Meier Guest


    Lusella,

    alles gut ;)
    Ich wünsche Dir, dass das bei Dir gelingt :top:
     
  9. Gertrud

    Gertrud Aktives Mitglied

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    Danke für eure Antworten!

    Es geht konkret um folgendes:
    ich komme frisch aus dem Krankenhaus (stationäre Schmerztherapie) - und da wurde ich natürlich von allen Seiten untersucht. Der Arzt sagte mir, dass ich eigentlich keinerlei Anzeichen auf eine rheumatische Erkrankung (mehr) hätte. Keine Beschwerden, keinen erhöhten Rheumafaktor usw.

    Ok, der Rheumatologe meint, es ginge mir deshalb so gut, weil ich eben das Arava nehme ... aber ich frage mich, ob ich es überhaupt noch brauche. Was wäre, wenn ich auch ohne keine Beschwerden mehr hätte!? Das wäre ja blöd, wenn ich dann quasi grundlos das Arava schlucke!? Anfang 2012 hatte ich meinen letzten richtigen Schub.

    Und nun habe ich seit 6 Monaten unerklärliche Nervenschmerzen im Genitalbereich. Eigentlich steht bei Arava so was nicht in den Nebenwirkungen ... aber naja ... man weiß ja nie!?

    Anfang 2016 habe ich einen Termin bei einem neuen Rheumatologen. Wäre ja auch aus dem Grund nicht schlecht, das Arava jetzt wegzulassen ... dann kann der ja gleich sehen, wie es mir so "mit ganz ohne" geht.

    Wäre es eine Idee, nur alle 2 Tage eine Arava zu schlucken - ich habe die 20 mg hier?

    Danke!!!
     
  10. Lusella

    Lusella Mitglied

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    Liebe Gertrud,

    dann ist es doch wie bei mir. Ich möchte ausloten ob ich es noch brauche oder ob es auch ohne geht. Wie soll man es wissen, wenn man es nicht ausprobiert.


    Nun, wenn Du alle zwei Tage eine Tablette nimmst bist Du bei 10 mg pro Tag. Das erscheint mir etwas zu drastisch. Mir hat das Probleme gemacht. Wie wäre es, Du würdest Deinen Rheumatologen anrufen und um ein Rezept für die 15mg bitten? Das wären dann 5mg weniger und nicht gleich 10.


    Oder Du nimmst an 5 Tagen 20mg. Das wären dann 100mg geteilt durch sieben (Tage) = 14,28mg/ Tag.

    Ich rechne mir das immer auf diese Art aus.
     
  11. lumpi64

    lumpi64 Mitglied

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    Ich musste leider Arava ad hoc absetzen, da meine Leberwerte einfach nicht mehr in akzeptable Höhen zu bringen waren.

    Hab nach Wirkungsverlust v. MTX Arava bekommen (20 mg). Hat ca. 4 Wochen gebraucht, dann hatte ich einen super Erfolg mit dem Zeugs. Schmerzfrei, kein Cortison oder Schmerzmittel notwendig. War topfit. Als einzige Nebenwirkung trat aber ein Hautausschlag auf, ähnlich einer Urticaria. Dann schossen die Leberwerte derartig in die Höhe, dass ich sofort absetzen musste.

    10 Tage hab ich noch v. Arava profitiert, dann kam ein dicker Schub, der nur mit einer Hochdosis Cortison und Arcoxia halbwegs beherrschbar wurde. Rheumatologe liebäugelte schon mit einem Biological, akzeptierte aber auch meine Bitte, die Arava-Dosis zu halbieren. So fing ich mit 10 mg an, fühlte mich wieder besser, wenngleich ich schon das Gefühl hatte, dass 10 mg nicht so ganz ausreichen würden. Aber auch damit war meine Leber nicht zufrieden und ich musste es wieder sofort absetzen. Trotz Cortison v. 10 mg täglich, hat der nächste Schub nicht auf sich warten lassen. Mit nem kräftigen Prednisolonstoß konnte ich dem so halbwegs Einhalt gebieten und ab nächster Woche starte ich nun mit Cimzia. Stecke grad in den Voruntersuchungen (Lunge röntgen, TBC-Test) dazu.

    Ich habe Arava in dem Sinne nie ausgeschlichen, aber der Schub kam halt immer kurze Zeit drauf. Leberwerte wieder rückläufig. Wäre dem nicht so gewesen, hätte ich mit Colestyramin (??) "auswaschen" müssen.

    Zwischendrin (als ich mich so gut gefühlt habe) kam mir auch immer der Gedanke, dass ich "gar nichts" habe. So auch jetzt....mir geht momentan mit noch 20 mg Cortison ganz gut. Nur ich weiß inzwischen, dass es mir ohne ganz sicher nicht so gehen würde.

    @Gertrud: an deiner Stelle würde ich es tatsächlich auch probieren, schließlich hast du extreme Probleme und weißt gar nicht, obs tatsächlich v. Arava kommt. Da bleibt dir nix anderes, als das rauszufinden per Ausschlussprinzip. Ich drück dir die Daumen, dass du der Linderung deiner Beschwerden ein großes Stück näher kommst.