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Ansichten ändern sich....MTX?

Dieses Thema im Forum "Entzündliche rheumatische Erkrankungen" wurde erstellt von birgit1971, 30. April 2009.

  1. birgit1971

    birgit1971 Neues Mitglied

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    Hallo,

    ich finde es ein wenig "befremdlich", was da so mit mir vorgeht....
    Seit es mir so schlecht ging und vor allem, seit ich das MTX nehme, ändern sich meine Ansichten, oder anders: es kommen mir Einsichten....kann das denn sein????

    Auf einmal sehe ich Dinge, die vorher auch schon da waren ganz anders und bin nicht bereit, es länger so stillschweigend hinzunehmen.
    Z.B. meine Partnerschaft:
    ich arbeite sehr viel, auch in der Firma meines Partners, wobei ich ein Mensch bin, der immer arbeiten "muss". Nun ist es aber so, dass ich mich unverstanden, alleingelassen mit allem und teilweise ausgenutzt und verarscht vorkomme. Es sind Dinge, die vorher auch da waren, aber mir nichts ausgemacht haben bzw ich einfach toleriert habe. Wenn heute ein Streit aufkommt, wie eigentlich jeden Tag, gebe ich gleich ordentlich Kontra. Ich möchte hier öffentlich nicht viel darüber sagen.
    Möchte eigentlich nur wissen, ob ihr so was kennt.
    Kann es dadurch kommen, dass die Krankheit/Schmerzen einem klarmachen, dass man selber wichtig ist?
    Oder machen mich die Medikamente "blöd"?????

    Ich selber fühle mich stark, wie kaum jemals zuvor. Denke, dass für mich einfach der Zeitpunkt gekommen ist, selber nach mir zusehen. Habe das Gefühl, ich vergeude meine Zeit mit einer "Phase", in der ich wirklich unglücklich bin.
    Aber: warum JETZT ?????? Bin ja auch nicht mehr sooooo jung mit 38. Oder ist das Midlifecrisis ?????

    Liebe Gruesse
    Birgit
     
  2. Tennismieze

    Tennismieze Neues Mitglied

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    @Birgit
    Du hast anscheinend bisher wie viele andere Rheumis gelebt. Alles andere war bisher wichtiger als Du selbst und Dir ist das noch nicht mal aufgefallen. Auch Dein Körper war in der Rangliste irgendwo nach den "wichtigen" Dingen eingeordnet. Nun dagegen, wo der Körper deutlich zeigt, so geht es nicht weiter, Du mußt mal was für Dich tun, merkst Du definitiv, was eigentlich vorher im Argen lag.

    Anscheinend bist Du gerade in einer Phase der Neuorientierung, was nicht ohne Konflikte im privaten und beruflichen Bereich abgeht. Schließlich sind Deine Kollegen und Angehörigen ja gewohnt, daß Du nicht nein sagst, sondern auch dieses und jenes noch mal eben schnell erledigst, obwohl Du ja eigentlich gar keine Zeit gehabt hättest. Mach Dich darauf gefasst, daß diese neue auf Dich selbst orientierte Phase gravierende Veränderungen mit sich bringt. Du wirst sogenannte Freunde verlieren, Kollegen vergrätzen. Laß Dir gesagt sein, solche Episoden haben viele von uns durchmachen müssen. Dir persönlich hilft nur die Umstellung auf eine gewisse Ich-Bezogenheit, weil Dir auch gar nichts anderes übrigbleibt. Du muß mit Deinem Körper leben und wenn der streikt, haben andere die Klappe zu halten und wohl eher mal selbst Hand anzulegen.

    Wohlgemerkt, diese Erfahrungen werden nicht durch das Medikament ausgelöst, sondern Du merkst erst, daß Du mit Deinem Körper und seinen Beschränkungen leben mußt und nicht gegen ihn.

    Ich wünsche Dir, daß möglichst viele bisherige Freunde sich als solche auch erweisen und Dir erhalten bleiben.
     
  3. birgit1971

    birgit1971 Neues Mitglied

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    Liebe Tennismieze,


    vielen, liebe Dank für deine mail !!!!!!
    Es tut so gut, das zu lesen !!!

    Du hast so sehr den Nagel auf den Kopf getroffen, glaube ich, dass ich wirklich weinen musste beim Lesen !!!!

    Es hat sich schon einiges verändert.
    Trennung.
    Mir hat hier jemand einen Satz gesagt, der so toll ist:
    "Du bist alleine geboren und musst auch alleine sterben. Alles, was dazwischen ist, dafür bist du selber (und NUR DU) verantwortlich, was du daraus machst"

    Es stimmt, ich habe immer alles für alle geregelt. War immer schon sehr stark, aber nur für alle anderen.....und jetzt bin ich mal dran


    Ganz, ganz vielen, liebe Dank für deine Antwort !!!


    Liebe Gruesse
    Birgit
     
  4. rheumi42w

    rheumi42w Neues Mitglied

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    Hallo Ihr beiden!

    Also, ich weiß mittlerweile auch genau wovon Ihr sprecht...Ich spritze ja auch seit 1 Jahr MTX und ich merke auch eine permanente Veränderung an mir. Erst dachte ich ja auch das liegt am Medikament, aber es könnte tatsächlich auch so sein, dass man, aufgrund der gesundheitlichen Angeschlagenheit, langsam anfängt alles zu hinterfragen, ob das, was man tut, wirklich einen Wert für einen hat. Ich bin auch heute oft noch so, dass ich mich immer hinten anstelle, erst den anderen diene, und wenn dann noch ewas übrig bleibt, ich den kümmerlichen Rest bekomme. Ich habe auch immer gedacht, dass, wenn man sich opfert..bekommt man irgendwann einen "Orden" dafür..., aber da ist niemand, der ihn Dir verleiht..Letzten Endes ist man wirklich alleine. Das ist MEIN Leben. Die anderen haben ihr eigenes. Und die leben sehr gut. Ich war, und bin, auch jemand, der immer nur lieb und nett zu allen war, bloß nirgendwo anecken und unangenehm auffallen. Nie sagen, dass es einem schlecht geht..immer stark sein, auch, wenn es schon gar nicht mehr geht...Disziplin rund um die Uhr..Wie gesagt, ich bin heute meist noch so...legt man nach fast 43 Jahren wohl auch nicht schlagartig ab. Erst dachte ich auch, es liegt am Alter, Krise + Medikamente...Aber ich glaube jetzt auch gemerkt zu haben, dass man mit etwas Egoismus einfach glücklicher fährt. Denn man selber ist es ganz alleine, die ihr Leben vergeudet.Man liegt ja z.B. krank und alleine im Bett, während die anderen ihr Leben genießen und ja auch das tun, was sie wollen. Die kommen schon klar! Meine Einstellung verändert sich, was mir allerdings auch Angst macht, weil es das Leben unsicher macht und man auf allen Ebenen ständig auf Konflikte stößt. Ich werde z.B. auch bald meine Arbeit kündigen und mir einfach eine Auszeit nehmen. Ein Risiko bei der heutigen Wirtschaftslage, trotzdem reicht es mir einfach! Mein Lebensgefährte ist kurz davor sich von mir abzuwenden, weil er in mir ja auch seit über 20 Jahren immer einen guten Hinzuverdienst gesehen hat. Ich weiß somit auch nicht, welche private Lawine ich damit lostrete! Ich habe auch immer noch meine Zweifel, aber ich kann und will so einfach nicht mehr weitermachen! Auch viele andere Bekannte haben sich von mir abgewandt. Richtig gut haben Sie mich nie behandelt, trotzdem war ich es, die ihnen immer wieder hinterhergelaufen ist und wieder enttäuscht wurde. Viele hatten mich sogar als wertlos betitelt und ich war immer noch lieb und nett zu ihnen...jetzt interessieren sie mich überhaupt nicht mehr! Ich melde mich nicht mehr bei ihnen und wenn sie sich melden, reagiere ich kaum. Andere melden sich von sich aus seitdem überhaupt nicht mehr..und es ist mir egal...Ihr seht..Veränderungen in jedem Bereich...Wär schön, wenn sich zu dem Thema noch andere Leute melden würden.

    LG Eure rheumi42w
     
  5. manu1111

    manu1111 Wasserfrau

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    Hallo Birgit,

    was du im Moment erlebst, habe ich - fast im selben Alter - auch erlebt. Da war ich allerdings noch nicht krank. Ich denke, dass sich gerade in diesem Alter viel tut. Man ist nicht mehr sooooo jung, aber auch noch nicht zu alt, um etwas zu ändern. Irgendetwas passiert dann (bei jedem etwas anderes) und man beginnt nachzudenken :rolleyes:. Sicherlich hat dich deine Krankheit bzw. Diagnose getroffen und du hast dich gefragt, wie es weiter geht und/oder ob das alles war. Wenn man beginnt nachzudenken, fällt einem einiges auf, das nicht stimmig ist :o und man denkt weiter nach...Mich hat das damals erst in eine große Krise befördert und dann in ein ganz neues schönes Leben, ich habe mich selten so gut gefühlt :a_smil08:. Ich glaube nicht, dass das MTX daran Schuld ist - sondern Gegebenheiten, die schon immer da waren und mit denen du - unbewusst - nie wirklich zufrieden warst. Ich weiß nicht, ob es mir gelungen ist, die richtigen Worte zu finden, um zu erklären, was vielleicht gerade passiert. Aber ich könnte es bei Bedarf ja noch mal versuchen.

    LG

    Manu
     
  6. pb1958

    pb1958 Neues Mitglied

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    Das kommt nicht von MTX

    Hallo Ihr Lieben,
    genau diese Veränderungen habe ich auch hinter mir - und jetzt gehts mir besser denn je - seit ich mich von meinem Partner getrennt habe..

    War bei mir genauso wie bei Euch, immer für alle da, aber alle nicht für mich. Wenn ich Schmerzen hatte, hat man das bestenfalls großzügig ignoriert.
    Hilfe von Anderen? Fehlanzeige...

    Ich hab immer funktioniert, das Wort NEIN kannte ich bei anderen gar nicht... tja und dann ging auf einmal gar nichts mehr, eine Krankheit jagte die andere, 22 Kilo abgenommen in 3 Monaten, mein Körper war offenbar ziemlich sauer auf mich, weil ich alles immer schön ignoriert oder mit Medikamenten unterdrückt hab.

    Als ich richtig flach lag, stellte ich fest, dass da niemand ist, der jetzt mal für mich das ist - und hab dann endlich die Notbremse gezogen, bin aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen... das hatte zwar zur Folge, dass sich der damalige Freundeskreis weitgehend aufgelöst hat, aber inzwischen habe ich wirkliche Freunde, die auch da sind, wenn mir zum heulen ist...

    Als das alles passierte, war ich 44, wußte noch gar nicht, dass am Ende mal die Diagnose cP steht, und meine diversen Gelenk- und Muskelprobleme wurden mit Diclo behandelt und mit Schmerzmitteln..

    Ich glaube, irgendwann wehrt sich der Körper einfach, wenn er ständig von seinem Bewohner ;) missachtet wird und zeigt die gelbe oder rote Karte...

    Findet Ihr es nicht auch merkwürdig, dass wir alle die gleichen "Macken" haben? Immer für andere da, können nicht nein sagen, so eine Art Helfersyndrom... schon komisch, oder? :)

    LG Petra
     
  7. manu1111

    manu1111 Wasserfrau

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    Das kommt nicht von MTX

    Hallo pb1958,

    ich bin da ganz deiner Meinung. Wir haben alle die gleiche "Macke" und schleppen die mit uns herum. Genauso, wie den Frust - weil wir immer "ja" sagen und manchmal damit unzufrieden sind. Wenn man nun bedenkt, dass Rheuma eine Autoimmunerkrankung ist und sich damit gegen den eigenen Körper wehrt - wie bei einer Allergie - muss man sich doch fragen "gegen was oder wen bin ich allergisch oder reagiere allergisch", so, dass mein Immunsystem verrückt spielt :confused:. Na, ich habe dazu mal ein gutes Buch gelesen :), war doch aufschlussreich. Aber es ist sehr schwer aus dieser "Rolle" auszubrechen. Einmal habe ich es geschafft und da ging es mir auch wirklich gut. Ich habe dabei soviel verloren wie du - aber auch etwas Neues hinzu gewonnen.........Jetzt, da ich ziemlich krank bin, scheint mir vieles wieder verloren ... manchmal...

    Viele liebe Grüße

    manu :top:
     
  8. birgit1971

    birgit1971 Neues Mitglied

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    Hallo zusammen,

    es tut irgendwie gut zu lesen, dass ich nicht alleine mit meinen "Macken" dastehe !!!!
    Ich habe an manchen Tagen die absolute Kraft (aber erst seit kurzem), das zu tun, was mir gut tut. An anderen komme ich wieder ins Wanken....

    z.B. meine Partnerschaft tut mir überhaupt nicht gut.
    Ich weiss das auch schon lange, hatte aber nie die Kraft oder die Energie dazu, mir selber das einzugestehen.
    Mein Partner trinkt recht viel, ist aber nicht aggressiv oder so ! Aber es ist ein ständiger Streitpunkt, zumal ich von vornherein eine totale Abneigung gegen Alkohol habe.
    ICH mache immer alles, weil er zu müde ist oder es am nächsten Tag tun möchte. Wir haben 1 gemeinsame Tochter (10), und ich habe einen 16 jährigen Sohn (Vater verstorben).
    Ich stehe mit meiner Meinung nicht alleine da. Es geht schon das Gerede im Ort um, dass ICH ja immer alles mache, dass ich immer arbeite, die Familie am Laufen halte usw. Das bestärkt mich in meinem Entschluss, mein Leben endlich selber in die Hand zunehmen, bzw MEIN Leben zu leben.
    Auf der anderen Seite liebe ich ihn wirklich !!! Und es tut mir in der Seele so unendlich weh zusehen zu müssen, wie er nachher nicht zurecht kommt !!!
    Und das wird so kommen !!!

    Das sind Dinge, die mir erst jetzt aufgefallen sind. Es war schon immer so. Ich habe alles gemacht und nachher wurde mir alles mögliche vorgeworfen, was ich eben NICHT gemacht habe...nur: der Tag hat halt nur 24 Stunden, oder ? ;-)

    An manchen Tagen denke ich, mein Leben ist so besch...., an anderen strotze ich vor Selbstbewusstsein.
    Ich habe keine Ahnung, wie ich das alles in die richtigen Bahnen bringen kann.


    Liebe Gruesse
    Birgit


    Ich habe auch immer Angst, dass andere schlecht von mir denken.
    Ich glaube, dass das damit zutun hat, dass ich/wir immer zu allen "ja" sagen. Eben, damit keiner schlecht von uns denkt...kann das sein ?!?!
     
  9. Sassi

    Sassi Neues Mitglied

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    Hallo zusammen!

    Dieses Verhalten kommt mir auch zu bekannt vor.
    Schon in meiner Kindheit habe ich mich sehr bemüht mich immer anzupassen, um ja keinen Ärger mit irgend jemanden zu bekommen. Ich war und bin auch heute noch sehr harmoniesüchtig, habe viel Frust und Ärger runtergeschluckt.
    Allerdings versuche ich auch seit ca. 2 Jahren einiges zu ändern.
    Zum Glück gibt es einige Menschen, die mich sehr unterstützen und für die ich mich auch heute noch so engagieren würde wie schon immer.
    Aber bei denen weiß ich auch, dass die es zu schätzen wissen und vor allem, sie auch das gleiche für mich tun würden.
    Aber von den Personen, die mich letztendlich auf meine Kosten ausnutzen, denen mein Leben und meine Gefühle im Endeffekt egal sind, habe ich mich entfernt.
    Ich habe beschlossen, dass das Leben zu kurz ist, um es mit Frust und Leid zu verbringen. Ich versuche heute viel mehr meine Meinung zu sagen und notfalls mich auch mal unbeliebt zu machen.
    Meine rA kostet mich schon genug Kraft. Man muss nicht auch noch diese Kraft mit vermeidbaren und unnützen Streitigkeiten vergeuden.
    Oft ist es nicht einfach "nein" zu sagen und die oft überraschten Blicke zu ertragen. Aber insgesamt bin ich hinterher doch froh mich durchgesetzt zu haben und die "Belohnung" ist, dass es mir gesundheitlich etwas besser geht.
    Ich glaube schon, dass Rheuma sehr mit diesem "aufopfernden" Charakterzug zu tun hat. All die negativen Empfindungen, die man immer runtergeschluckt hat, um andere nicht zu enttäuschen oder um Konflikten zu entgehen, scheinen sich gegen einen selbst zu wenden.
    Es ist wirklich nicht einfach den Weg zu finden, der einen glücklich und am besten noch gesund macht...

    Liebe Grüße
    Sassi
     
  10. Gitta

    Gitta Aktives Mitglied

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    Bärlin :-)
    ****

    Ich habe auch immer Angst, dass andere schlecht von mir denken.
    Ich glaube, dass das damit zutun hat, dass ich/wir immer zu allen "ja" sagen. Eben, damit keiner schlecht von uns denkt...kann das sein ?!?!


    Ich habe auch immer Angst, dass andere schlecht von mir denken.
    Ich glaube, dass das damit zutun hat, dass ich/wir immer zu allen "ja" sagen. Eben, damit keiner schlecht von uns denkt...kann das sein ?!?!
    hi birgit,
    da bringst du es auf den punkt.nur,wer so lebt und liebt,der kann nicht
    alles aufeineml ändern.geh in kleinen schritten.
    das mit dem alkohol,nennt man wohl co-abhänig.
    der mensch,der trinkt hört erst auf,wenn er ganz unten ist.
    das habe ich in meinem leben schon oft gesehen.
    du machst dir gedanken und bist,denke ich,auf dem richtigen weg.
    alle guten wünsche
    gitta
     
    #10 2. Mai 2009
    Zuletzt bearbeitet: 2. Mai 2009
  11. Tennismieze

    Tennismieze Neues Mitglied

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    Liebe Birgit,
    Deine Schilderung sehe ich mal ganz drastisch: Dein sogenannter Partner ist kein Partner (weil die machen ja vieles zusammen), sondern einfach ein Parasit. Er läßt Dich alles machen, weil er ja ach so müde ist und vor allem ja auch gewohnt ist, daß sein Herzilein zuhause ja alles wuppt. Was er also hat und dementsprechend wohl gesucht hat, ist ein Hausmütterchen, das sogar noch ganztägig arbeiten geht. Besser kann es für einen Faulenzer ja wohl nicht kommen. Wenn Herzilein dann mal zickig wird, holt er halt eine Portion Wehleidigkeit hervor, er käme ja ohne Dich nicht zurecht. Ja warum denn wohl? Weil da immer jemand war, der ihm den ganzen Dreck weggemacht hat zulasten des eigenen Wohlbefindens. Nur damit sich der Herr auf die faulen 4 Buchstaben hocken konnte. Wie, die Holde ist krank? Das geht doch wohl gar nicht! Soll sie doch erst mal so ein schweres Leben wie der Herr haben!

    Birgit, wenn Du eine Möglichkeit siehst, den Herrn zur Mitarbeit zu bewegen, solltest Du es unbedingt ausprobieren. Im anderen Fall schwebt Dir die Alternative ja schon vor. Laß Dich nicht von Deinen eigenen Gefühlen zu etwas treiben, was der Herr einfach nur ausnutzt. Lebe Dein eigenes Leben, Du hast nur eins!

    Zum beruflichen Aspekt: Bevor Du alles hinwirfst und quasi vom Ersparten leben willst, prüfe, ob es nicht andere Möglichkeiten gibt, eine Auszeit zu nehmen. Reha, Rente, Umschulung usw. Sprich mit Krankenkasse und Rentenversicherung. Bedenke, wenn Du Dich einfach aus allem ausklinkst, mußt Du Dich und auch Deine Kinder selbst krankenversichern.

    Zum Abschluß: Schönen Dank für die freundlichen Worte. Es ist schön, positive Rückmeldung zu erhalten.

    Viel Glück weiterhin
     
  12. manu1111

    manu1111 Wasserfrau

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    Zitat

    Zitat:
    Auf der anderen Seite liebe ich ihn wirklich !!! Und es tut mir in der Seele so unendlich weh zusehen zu müssen, wie er nachher nicht zurecht kommt !!!
    Und das wird so kommen !!!

    Hallo Birgit,

    bitte denke daran, das er ein erwachsener Mensch ist. Er ist dein Mann - nicht dein Kind - und sogar unsere Kinder müssen irgendwann ihren eigenen Weg gehen und Verantwortung für ihr Leben übernehmen :o. Du tust es ja schon wieder ..... Solange du im alle Türen auf hälst, kann er in aller Ruhe durch gehen - die Arbeit hast du. Jeder ist selbst für sein Leben verantwortlich, das gilt auch für Männer! :D

    LG

    manu :top:
     
  13. Locin32

    Locin32 Immer neugierig

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    Hallo Ihr,

    ich glaube das unsere Erkrankung auch eine Chance ist zu erkennen was schief läuft in unserem Leben.

    Es dauerte schon ziemlich lange bis ich das verstanden habe. :rolleyes:
    Auch heute noch falle ich hin und wieder auf Leute rein die mir nicht gut tun aber ich denke das musste dann auch so sein. ;)

    Diese Erkenntnis hat mich aber auch viel Kraft gekostet und mir viel Unmut von anderen eingebracht.
    Ich sammle noch immer diverse Erkrankungen, anscheinend hilft auch die Erkenntnis nicht sofort. :D

    Das auch unsere Medis Nebenwirkungen haben die uns in unserem Verhalten beeinflußen würde ich schon sagen aber ich finde eher, das es die Schmerzen sind die uns so verändern und auf das wesentliche erden.

    Liebe Grüße
    Locin32
     
  14. Mäusematz

    Mäusematz Neues Mitglied

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    Ich denke MTX ist nicht die Ursache

    Bin durch Zufall auf diese Beiträge gestoßen. In diesen Beiträgen habe ich mich stellenweise wiedergefunden.
    Ich nehme zur Zeit noch kein MTX.
    Meine Veränderung in meinem Leben fing an als ich 40 war.In Kürze werde ich 46.Also bin ich schon eine ganze Weile im Wandlungsprozeß.Irgend wann hatte ich es satt immer die Liebe und Angepasste zu sein.Auch ich kannte bis zu diesem Zeitpunkt das Wort NEIN kaum. Auch ich war immer bemüht es allen Leuten recht zu machen.
    Die entscheidene Wendung in meinem Leben war,eine heftieg Auseinanderstzung mit meinem Vater.Da habe ich ihm zum ersten Mal die Stirn geboten.Dieses konnte er nun gar nicht vertragen.Er scmiß mir dann den Satz an den Kopf:Und diesbezüglich sei ich für ihn als Tochter gestorben.Dieser Streit hatte zur Folge,daß wir ein Jahr keinen Kontakt miteinander hatten.Man wollte es immer so darstellen,daß ich die Schuldige gewesen sei bei dieser Auseinadersetzung,und daß ich da etwas falsch verstanden hätte.Ich bin aber stark geblieben.Nach einem Jahr hat sich dann mein Vater unter Tränen bei mir entschuldigt.Aber Narben hat diese ganze Geschichte bei mir hinterlassen!!
    Ja ab da hat sich mein Leben geändert.Ich war nicht mehr bereit zu allem Ja und Armen zu sagen.Ich war nicht mehr die brave Angepasste.Dieses fiel auch anderen Leuten auf.Es war jetzt ihre Aufgabe damit klar zu kommen oder auch nicht.
    Für mich war dieses aber wie ein Befreiungsschlag.
    Ich denke Veränderung hat auch viel mit unseren Lebenserfahrungen zu tun.Ja und wie schon in einem Beitrag erwähnt.Krankheit kann auch eine Chance für uns sein,weil viele dann ihr Leben aus einer anderen Sichtweise betrachten.Schreibe dieses nicht so als leere Worte daher.Mich hat das Leben schon mehrere Male herausgefordert bis an die Grenze.Aber jedesmal sind mir Leute begenet,denen ich sonst vielleicht nie in meinem Leben begnet wäre.Ja und dieses waren gute Begegnungen,die meinen Wandlungsprozeß weiter mit gefördert haben.Sie haben mir bestätigt,daß ich auf dem richtigen Weg bin.
    L.G.Mäusematz:a_smil08:;):a_smil08:;)
     
  15. manu1111

    manu1111 Wasserfrau

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    ...hat nichts mit MTX zu tun

    @ Mäusematz

    Ja, dass kann ich genauso bestätigen. Menschen treten in unser Leben - und das nie ohne Grund :). Wie gut, dass das so ist. So wachsen wir mit unseren Aufgaben und finden immer wieder neue Wege....

    LG

    manu :top:
     
  16. manu1111

    manu1111 Wasserfrau

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    Mut machen?

    Die ersten beiden Jahre waren furchtbar, mein Mann veränderte sich und wurde zu einen völlig anderen Menschen. Egoistisch und nur noch an sich denkend.


    Hallo hejoklue,
    wenn ich einen Zusammenhang mit dem hier besprochenen Thema herstelle, frage ich dich, wurde dein Mann zu einem völlig anderen Menschen - oder hat er, wie hier häufig berichtet, zu den "Ja-Sagern" gehört und dann nach der Diagnose endlich auch mal häufiger an sich gedacht? Von den Mitmenschen wird dies dann häufig als "Egoismus" interpretiert, letztlich ist aber ein Stück Selbsterhaltungstrieb. Je nachdem, wie schlimm die Krankheit sich entwickelt. Wenn man Tag und Nacht und ständig mit Schmerzen und starken Medikamenten leben muss, muss man anfangen auf sich selbst Rücksicht zu nehmen. Eine gesunde Portion Egoismusist sehr wichtig - leider erkennen viele Menschen das erst sehr spät. Hast du selbst auch Rheuma?

    Ich habe lange Gespräche mit seiner Ärztin geführt und bin zu dem Schluss gekommen. Wenn ich ein Leben mit meinem Mann weiterführen möchte, muß ich die Krankheit akzeptieren und damit leben.

    Das sehe ich nicht so. Die Krankheit muss dein Mann akzeptieren und du musst deinen Mann akzeptieren- mit seiner Krankheit und allem "Ach und Weh" das dazu gehört. Das ist sicherlich nicht immer einfach gewesen. Aber ihr habt es ja geschafft. :a_smil08:

    Wir führen ein schönes Leben, machen was uns gefällt und alle haben es mittlerweile begriffen. Leider kann mein Mann nicht selber schreiben, weil seine Hände sehr stark verformt sind.


    Wie geht es deinem Mann damit, dass seine Hände so deformiert sind? Hat er gelernt das zu akzeptieren. Ich habe auch große Probleme mit meinen Händen und davor ziemliche Angst. Wie kann man denn so ein "schönes Leben" führen. Ich finde es jetzt schon schrecklich, was mit meinen Händen passiert und gehe deshalb ungerne aus. :uhoh: Ist mir irgendwie peinlich...:(

    Vielleicht hast du diesbezüglich einen guten Vorschlag für mich.

    LG

    manu
     
  17. manu1111

    manu1111 Wasserfrau

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    Hallo hejoklue,

    ich kann mir wirklich gut vorstellen, wie schwer die Zeit bis heute für euch gewesen ist. Ich habe ja nun schon lange cP und nie viel darüber gesprochen :o - dummerweise. Als dann die erste Hand OP anstand, waren alle ganz überrascht - vor allem auf der Arbeit. Als dann im Okt. letzten Jahres die Handgelenksversteifung fällig war - haben alle nur noch "betreten" geguckt. Ich auch :uhoh:. Ich habe meine Krankheit jahrelang ignoriert, wollte immer für alle da sein und mein Bestes geben - habe ich auch, nämlich meine Gesundheit. Manche Situationen konnte ich auch nicht beeinflussen, da sie von außerhalb auferlegt wurden und um meine jetzige Vollzeitstelle habe ich jahrelang gekämpft - mit einem befristeten Arbeitsvertrag lässt man sich ja nicht "krank schreiben" :uhoh:! Jetzt sind meine Hände schon ziemlich kaputt - die Hände sind komischerweise die Körperteile, die "geben" :rolleyes:. Einige OP´s werden mir noch bevorstehen :o. Ich ignoriere meine Krankheit jetzt nicht mehr, aber akzeptieren kann ich sie immer noch nicht.....

    Viele liebe Grüße und die Einladung zum "Weiter-Schreiben" schickt dir

    manu :)