liebe frau meier, vielleicht kannst du mir mit einer auskunft behilflich sein,
da mein ganzes gegoogel mich nicht weiterbringt ;-)
der anaphylaktische schock stellt sich ja nicht immer als maximalereignis dar, sondern häufiger als eine der verschiedenen anaphylaktischen stufen. insofern ist die aussage man hätte einen a. schock gehabt recht ungenau, wenn ich das richtig verstehe?
meine frage: kann man einen a. schock maximalstufe noch bekommen, nachdem man ein medikament bereits wochen- oder monatelang genommen hat? oder ist das strittig?
falls die frage hier im thread schon irgendwie beantwortet wurde hab ich es leider überlesen ;-)
dankeschön, marie (maximalstufe nach nüssen erlebt)
Liebe Marie,
einen anaphylaktischen Schock kann prinzipiell jeder zu einem beliebigen Zeitpunkt erleiden; er stellt die maximale Variante einer Unverträglichkeitsreaktion dar und ist kaum zu übersehen. Warum? Weil es hierbei zu einem systemischen Geschehen mit Erweiterung der Gefäße (Folge: Blutdruckabfall, schneller Puls) kommt und durch vermehrte Ausschüttung von Histamin und Bradykinin (Botenstoffe) ein so genanntes Kapillarleck entsteht.
Ein Schock ist unabhängig von seiner Ursache definiert durch einen ZU niedrigen Blutdruck und reaktiv zu schnellen Puls (Ausnahmen gibt es, wenn die Reizleitung im Herzen nicht genügend "Gas" geben kann und der Puls nicht mitzieht, z. B. bei best. Rhythmusstörungen und bei Einnahme von herzschlagverlangsamenden Medikamenten) - quasi als Versuch, gegenzusteuern und den Kreislauf durch "schnelleres" Arbeiten aufrecht zu erhalten. Ein solcher Zustand ist immer bedrohlich (egal, warum er entsteht)
Du hast also Recht: ein "Schock" ist etwas Eindeutiges, der Begriff wird aber viel undifferenzierter benutzt
Übrigens (um Cailean gerecht zu werden) gibt es in der Tat Menschen, die leichter so reagieren - mit oder ohne echte Allergie, in der Konsequenz ist das ja auch für die Betroffenen wurst.
Eine echte Allergie ist möglich, wenn es vorher einen Kontakt mit dem gleichen Stoff (oder eine Kreuzreaktion, aber das führt zu weit) gegeben hat.
Dann liegen bei den Betroffenen so genannte "präformierte" Antikörper vor, die bei erneutem Kontakt zu einer Sofortreaktion (Abwehrreaktion!) führen. Typisches Beispiel: Penicillin (recht häufig). Wenn jemand sich nicht an eine vorherige Gabe erinnert, kann das u.a. daran liegen, dass wir heutzutage auch in Kontakt mit AB kommen, ohne sie zum Zwecke einer Behandlung einzunehmen (Stichwort Tiermast). Meist haben wir aber als Kinder mal Penicilline gegen eine Mandelentzündung erhalten....
Daher ist eine echte Allergie sogar typisch, nachdem ein Medikament vorher schon einmal vertragen wurde; sie entwickelt sich einfach - so wie sich irgendwann in ähnlicher Weise auch unsere Antikörper gegen nukleäre Antigene oder Borrelien oder citrullinierte cyklische Peptide entwickeln

Die meisten sind nicht angeboren.
Anderes Beispiel: Bienengiftallergie (ebenfalls nicht selten)
Es gibt aber auch Medikamente, die bei ausgewählten Menschen ohne eigentliche "Allergie" sowas verursachen können. Dazu gehören aufgrund ihrer Chemie Dinge wie ASS, Voltaren, ACE-Hemmer etc.
Dort ist aber der Mechanismus ein Anderer und muss dann künftig das auslösende Medikament natürlich ebenso gemieden werden.
Wenn es zu viel ge"schwallt" war, sag es mir bitte!
Liebe Grüße, Frau Meier