Alles psycho oder was??

Dieses Thema im Forum "Entzündliche rheumatische Erkrankungen" wurde erstellt von Lusella, 25. September 2012.

  1. Lusella

    Lusella Registrierter Benutzer

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    @Dittmarsche,

    das sind große Worte gelassen ausgesprochen.
    Du hast recht mit dem was Du sagst. Es ist so, dass ich auch gelernt habe, das was mir gut tut von dem weniger Guten zu trennen und, so weit es geht, abprallen zu lassen.
    Leider geht das nicht immer. Das Leben stellt manchmal andere Anforderungen und man kann sich nicht immer die Rosinen raus picken- leider.
    Es stimmt: Niemand zwingt mich zu einem bestimmten Arzt zu gehen.
    Oder doch?
    Denn erstens gibt es Rheumatologen nicht wie Sand am Meer.
    Und zweitens, zwingt mich das System dazu.
    Habe ich meine Überweisung abgegeben bin ich, zumindest für 3 Monate, gebunden.
    Es sei denn ich würde bei der Krankenkasse glaubhaft rüber bringen, dass es mit diesem Arzt eben gerade nicht geht.
    Aber möchte man das?

    Und die Sache "mit dem Kopf durch die Wand" sehe ich tatsächlich ganz anders.
    Ich mache das Ganze nun seit fast 5 Jahren mit. Ich habe seit dieser Zeit ununterbrochen Schmerzen.
    Ich bin in meinem Alltag mittlerweile sehr eingeschränkt. Manchmal ist sogar der banale Einkauf oder der Haushalt eine Herausforderung.
    Wenn man da aufmuckt und endlich einen Erfog sehen möchte, finde ich das nicht übertrieben und schon gar nicht "mit dem Kopf durch die Wand".
    Und ich denke auch, dass ich fair bin. Ich bin ja bereit mich auf sie einzulassen.
    Aber bitte auf Augenhöhe und nicht als wäre ich ein unmündiges Kind!
     
  2. susigo

    susigo Registrierter Benutzer

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    Lusella,

    irgendwie verstehe ich das alles nicht.Du wurdest ja sehr viel untersucht.Wenn du in den Szynti ersichtlich nachweisbare Entzündungsherde hast,kann doch kein Arzt abwinken??In diesem Fall würde ich sowieso eine 2.Meinung einholen.Wie du das alles schreibst,klingt es sehr nach PSA.In meinen Anfängen hatte ich auch top Blutwerte ohne Entzündungszeichen trotz Schmerzen.Ich würde dir empfehlen in eine Klinik zu gehen für eine Diagnosestellung.Ambulant sieht das sehr schlecht aus weiss ich aus eigener Erfahrung.Ich war auch schon vorher 2 Jahre in rheumatischer Behandlung ohne Diagnose,hatte aber ersichtliche Psoriasis.Außer Schmerzmittel passierte nichts,anfangs ging es,habe zum Schluß aber im sitzen geschlafen,das meine Hausärztin mich ins Krankenhaus einwies.Dann gings ganz schnell,Diagnose,Basistherapie und mir gings langsam viel besser.Plötzlich reagierte auch der Rheumatologe ganz anders mit den Papieren in der Hand vom Krankenhaus.Über die Jahre kommt immer mehr dazu,eben auch an Erfahrungen.Du musst trotzdem bisschen runter fahren,wie ich oben schon geschrieben habe,gerade Stress u.die psychische Verfassung lösen Schübe aus.
    Gibt es keine Rheumaklinik in deiner Nähe?Oder wie sieht es mit einer Reha aus?Stelle mal einen Antrag.Dort gibt es auch oft gute Ärzte.
    Ansonsten schalte wirklich mal ab.Selbst alle Basistherapien wirken nicht sofort,sondern meist erst nach 3 bis 6 Monaten.Warum fing deine Ärztin mit Arava an?Hat sie damit gute Erfahrungen?Meist ist MTX bei Psoriasis das 1.Mittel oder Sulfasalazin.
    Im übrigen ist die Aussage,Cortison wäre gut für die Psyche der größte Blödsinn.Ich habe es schon oft in hohen Dosen von 100mg und mehr nehmen müssen bei Iritis-Schüben,da ist nichts mehr gut.Es geht extrem auf die Nerven,ist ja eine Aufputschung.Ich war nervös ohne Ende,wurde aggressiv,von den anderen Nebenwirkungen wie Mondgesicht,Wassereinlagerungen,Gewichtzunahme ganz zu schweigen.Was ist daran gut?Das einzige,die Schmerzen verfliegen kurzzeitig,ist aber auch keine Dauerlösung.
    Und zum Amitryp. kann ich sagen,wenn du sagst,du hast keine Schlafprobleme und es war nicht notwendig,dann hast du Glück.Die meisten können vor Schmerzen nicht schlafen,wachen zig mal auf und freuen sich mal wieder eine Nacht durchzuschlafen.Und die Mengen von 20-40mg Amitryp. sind so gering,in der Psychotherpie wird es ab 100-150mg eingesetzt.Wieviel Tropfen hast du genommen,das du 5Kg zugenommen hast???Das passiert mir eher vom Cortison :-( Durch Schmerzen nimmst du auch Schonhaltungen an u.verspannst deine Muskulatur.Ich war froh,damit auch eine Muskellockerung zu erreichen und etwas runter zufahren.
     
    #22 27. September 2012
    Zuletzt bearbeitet: 27. September 2012
  3. Lusella

    Lusella Registrierter Benutzer

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    Hallo Susigo,

    Du sagst, dass ich Glück habe gut zu schlafen.
    Nun, ich schlafe gut durch das Kortison, das ich im Moment wieder nehme.
    Nehme ich es nicht kann ich auch nicht durchschlafen. Ich werde alle 2 Stunden wach weil ich nicht mehr auf der Seite liegen kann.
    Das geht schon seit 15 Jahren so. Ich konnte anfangs damit gar nichts anfangen.
    Damals hätte ich nie an Rheuma gedacht!
    Mit Schlafproblemen meine ich eher, dass ich nicht einschlafen kann, weil ich im Bett liege und Probleme wälze.
    Das habe ich nicht!
    Deshalb auch meine Abneigung gegen Antidepressiva. Wohlbemerkt - für mich! Ich sage nicht, dass sie nicht ihre Berechtigung haben. Mir hat es nichts gebracht.

    Die 5 kg habe ich in 3 Monaten zugenommen. Ich muste 12 Tropfen nehmen.
    Vom Kortison nehme ich kaum zu. Vielieicht 1-2 kg. Das habe ich dann am Bauch;-).
    Mondgesicht bekomme ich keins. Auch nicht unter den 1200 mg.
    Da habe ich sogar abgenommen, seltsamerweise. In den 5 Tagen ca. 3 kg.
    Offenbar reagiert jeder Mensch anders.
    Ich kann auch nicht sagen, dass es mich aufputscht. Eher im Gegenteil. Es nimmt mir die Schmerzen und ich werde dadurch eher ausgeglichener.

    Es gibt in meiner Nähe eine Rheumaklinik. Allerdings mit Wartezeiten von bis zu 1 Jahr.

    Weshalb sie Arava verordnet hat?
    Sie hat gemeint, dass das für die Hautprobleme gut ist. Das stimmt auch. Die Haut ist schon nach 4 Wochen sehr schön gewesen und nun, nach 6 Monaten, ist sie so schön wie lange nicht.
    Allerdings in den Gelenken hat es diese Wirkung offenbar nicht.

    Sulfasalazin darf ich wegen Sulfonamidunverträglichkeit nicht bekommen.

    Die Rheumatologin hat auch nicht gesagt, dass das Szintigramm Quatsch ist.
    Sie hat ja wieder eins machen lassen.
    Das war der erste Rheumatologe, bei dem ich vor 1 Jahr war.

    Ich habe mich vielleicht unglücklich ausgedrückt.
    Sie meint, dass sich eine Fibromyalgie zusätzlich zur PSA entwickelt hat. Und dass meine Schmerzen daher kommen. Das glaube ich aber nicht!
    Ich war unter dem Arava nur mal ca. 3 Wochen im Sommer, schmerzfrei.
    Ich denke einfach, dass es nicht das richtige Mittel für die Gelenkentzündungen ist.

    Glaube mir, ich bin ein ruhiger Mensch und auch sehr beherrscht.
    Aber irgendwann platzt auch dem geduldigsten Mensch der Kragen. Ich denke, das ist besser als alles still über sich ergehen zu lassen.
    Dann bekommt man seelische Probleme. Und genau das kann ich nicht gebrauchen.

    Ach ja, dass Kortison die Stimmung heben soll war mir auch neu...
     
    #23 28. September 2012
    Zuletzt bearbeitet: 28. September 2012
  4. susigo

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    Langsam versteh ich das.Hast du Gelenkschwellungen?Darf ich mal Fragen,welche Schmerzmittel du nimmst?Was sind deine aktuellen Medikamente?Setzt du das Cortison immer wieder ab oder bleibst du bei einer Erhaltungsdosis?Sind deine Schmerzen dauerhaft oder Schübe?Bei 1200mg Cortison,war das eine Infusion?
     
  5. Louise1203

    Louise1203 Gesperrter Benutzer

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    Hallo Lusella,

    ich kann Dich voll und ganz verstehen!!!

    Man kann ja nicht quasi mit vorgehaltener Pistole den Arzt zwingen zu zu hören aber man neigt irgendwann dazu. Die Behandlung kann m.E. auch nur Erfolg haben wenn Arzt und Patient sich vertrauen und der Arzt auch den Menschen hinter der Erkrankung sieht und vor allem die Beschwerden anhört und ernst nimmt.

    Sprüche wie: Ich (Arzt) weiss was gut für Sie ist, oder regen Sie sich nicht so auf junge Frau, lassen mich förmlich an die Decke gehen. Daher kann ich gut verstehen, dass die herablassende Art Deiner Ärztin, Dich auf die Palme bringt.

    Es wurde hier schon mal angesprochen, gib ihr nochmal eine Chance oder wenn Du dieses nicht mehr möchtest, wende Dich an Deinem HA oder Hautärztin damit sie Dir eine Überweisung in einer Rheuma-Klinik geben. Lass Dich da von Kopf bis Fuss durchchecken.........

    Wenn ich mich vor etlichen Jahren nicht vehement gewehrt hätte gegen eine Entscheidung eines Arztes, würde ich heute im Rollstuhl sitzen und Querschnittsgelähmt sein............... Und mein Rheuma wäre auch nie entdeckt worden...........

    Ich wünsche Dir viel Erfolg

    Liebe Grüsse

    Louise
     
  6. Frau Meier

    Frau Meier Guest

    @susigo

    Das gilt für die RA.
    MTX und Leflunomid (z. B. Arava) sind ungefähr gleich stark wirksam (im Vergleich zu anderen Substanzen); speziell bei der Psoriasisarthritis gibt es Daten, die eine Überlegenheit von Leflunomid gegenüber MTX zeigen.
    Somit ist die Entscheidung der Rheumatologin durchaus nachvollziehbar.

    Das natürlich völlig unabhängig von Lusellas Person ;)

    Grüße, Frau Meier
     
  7. Lusella

    Lusella Registrierter Benutzer

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    Hallo Ihr Lieben,
    danke für Eure Unterstützung :).

    Hier der Bericht des Schmerztherapeuten ( in Kürze).

    Standardisierte Testverfahren:
    PD-Q: Neuropathische Schmerzkomponente unwahrscheinlich ( < 15%)
    PD-Q-Score: 12, Dauerschmerzen mit leichten Schwankungen

    MOS sleep scale Score:
    Es liegt keine Schlafstörung vor. Es liegt keine Schläfrigkeit vor. Der Patient hat ausreichend erholsamen Schlaf. Schlafdauer: 8 Stunden

    PHQ-D:
    keine depressive Störung, keine Angst- oder Paniksyndrome. Es liegen keine depressiven Syndrome vor. Todes-/ Suizidgedanken: "überhaupt nicht!".

    Dann kommen einige Punkte über die Schmerzwahrnehmung. Das erspare ich Euch, da es meine subjektive Einschätzung ist.

    PDI: 41,1 von max. 70 möglichen Punkten zu Behinderungen treffen zu.

    Diagnosen:
    depressive Reaktion, Z.n. { F 43.2Z}
    ( Das bedeutet laut Google:
    Anpassungsstörungen (F 43.2)
    Auch nach belastenden Lebensereignissen kann es zu depressiven Reaktionen kommen. Typische Beispiele für solche depressiven Anpassungsstörungen sind depressive Verstimmungen, die sich nach der Mitteilung schwerwiegender Diagnosen (z.B. Krebs) oder nach einschneidenden Lebensveränderung (z.B.
    Tod des Partners) einstellen. )

    Chronisches Schmerzsyndrom Grad II nach Gerbershagen

    Psoriasis Arthropathie

    Allergie gegenüber Sulfonamiden

    Geplantes weiteres Vorgehen:
    1. Weiter mit Basistherapie
    2. ggf. Novaminsulfon
    3. ggf. für 1-2 Tage Steroid als Escape
    4. moderates Training ( Schwimmen, Crosstrainer )

    So, nun habe ich Euch alles offen gelegt ;-).

    Er hat es mir gleich gesagt, dass er eine Fibromyalgie ausschließt.
    Und die Rheumatologin sagt mir, nach diesem Einwand meinerseits, ich glaube es doch!
    Was soll ich dazu noch sagen??

    Dummerweise war der Termin bei dem Schmerztherapeuten genau in den 3 Wochen, in denen es mir wirklich gut ging.
    Da dachte ich schon: Gott sei Dank, es fängt an zu wirken.
     
    #27 28. September 2012
    Zuletzt bearbeitet: 28. September 2012
  8. Lusella

    Lusella Registrierter Benutzer

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    @Susigo,

    Schmerzmittel nehme ich z. Zt. gar keine. Ich bin der Meinung, dass man nicht zu viele Sachen nehmen sollte.
    Außerdem bringt mir das Novaminsulfon nicht wirklich etwas.
    NSAR kann ich wegen meines Magens keine nehmen.

    Das Kortison hatte ich bis vor Kurzem auf 0 gesetzt.
    Dann mal für 3 Tage 10 mg genommen. Danach wieder auf 0.
    Seit 10 Tagen nehme ich nun wieder 10 mg. Soll aber auf Anraten der Rheumatologin wieder runter.
    Bin aktuell bei 7,5 mg.

    @Frau Meier,

    Sollte ich das jetzt verstehen müssen??
     
  9. Frau Meier

    Frau Meier Guest

    @Lusella
    Da gibt es nichts zu verstehen. Ich hatte lediglich als Antwort auf eine Bemerkung susigos auf medizinische Ergebnisse hingewiesen, die mit deiner Person nichts zu tun haben.
     
  10. susigo

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    Ich verstehe jetzt dein Problem,du hast keinerlei Schmerzmittel bzw.Entzündungshemmer.Ich würde nie nur mit einer Basistherapie ausreichen,vor allem wirken diese oft erst nach 3-6Monaten.Normaler Weise macht es doch die Kombination oder bin ich da auf dem Holzweg?Du verträgst keine NSAR...wie sieht es dann mit COX2 Hemmer aus,z.B.Celebrex,die gehen nicht so auf den Magen?Ich nehme schon immer Schmerzmittel,hätte das Krankenhaus sonst nie verlassen können.Meine erste Therapie bestand aus MTX,Celebrex und Katadolon,ging mir damit 3 Jahre sehr gut,bis ich wegen Kinderwusnch abgesetzt habe.über die Jahre habe ich fast alle Schmerzmittel durch.Natürlich hast du vollkommen recht,das man nicht zu viel nehmen sollte und es ist gut,wenn man ohne klar kommt.Wirklich nur bei Bedarf.
    Novaminsulfon kenne ich auch,hilft bei mir gut gegen Kopfschmerzen.
    Notfalls könnte deine Ärztin auch eine Erhaltungsdosis beim Cortison ansetzten,bis sich die Entzündungen beruhigen.Das Arava scheint ja etwas zu wirken wie du schreibst.Ist aber auch nicht gut,Cortison über Jahre einzunehmen.Und Cortison verträgst du bei empfindlichen Magen?Ich nehme Magenschoner dafür.Bei mir geht es leider nicht anders,aber der Körper gewöhnt sich dran und produziert selber nicht mehr,ist nicht gut.Nehme dauerhaft Cortison.
    Und desweiteren wie sieht es mit Physikalische Therapie(Wärme;Kälte) und Krankengymnastik aus?Verschreibt dir deine Ärztin sowas?Das gehört genauso zur Therapie.Bewegung ist bei PSA sehr wichtig um nicht zu versteifen.
    Deine Schmerzen in den Zehen wie du schreibst,sind so typisch für PSA.Genauso wie die Nagelbeteiligung,irgendwo habe ich hier mal vor ein paar Jahren ein Foto von mir gepostet, weggefressene Fingernägel.
    Ich bleibe aber auf dem Standpunkt,das gerade die Phsyche dabei eine große Rolle spielt.Damit meine ich keine Kindheitstrauma oder ähnliches wie du schreibst,sondern Stress..ob beruflich oder privat.Sowas lässt Psoriasis blühen und löst Schübe aus.Möglichst nichts in sich reinfressen,kein Druck,kein Stress und ständig ärgern,Arbeit auch mal liegen lassen können,sowas muss man lernen,abschalten,etwas für sich tun.
    Deine Ärztin sollte dir aber zu hören.Sprich sie darauf an.

    Frau Meier,das mit dem Arava habe ich gelesen,viele vertragen es sehr gut.Deshalb wollte ich es damals auch probieren.Ich musste leider wegen starker Durchfälle,hoher Leberwerte und Haarausfall absetzten.Meine Erfahrungen aus vielen Gesprächen,Reha oder Krankenhausaufenthalte zeigte aber,das oft erst MTX gegeben wurde u.später Arava.Natürlich beruhte das nicht auf messbare Werte,sondern rein private Erfahrung von Freunden u.Bekannten die ich über die Jahre kennengelernt habe:)
     
    #30 28. September 2012
    Zuletzt bearbeitet: 28. September 2012
  11. Lusella

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    @Susigo,
    ich nehme zum Kortison Pantoprazol ( Magenschoner).
    Celebrex kommt für mich nicht in Betracht wegen der Sulfonamidunverträglichkeit. Dann scheidet dieses Mittel aus.

    Bewegung habe ich in Form von Gymnastik und Crosstrainer. Das mache ich schon seit 15 Jahren.
    Allerdings musste ich in den letzten 5 Jahren enorm runter schrauben wegen der Schmerzen.
    Früher habe ich auch noch 3 x die Woche ca. 7,5 km gejoggt. Das geht gar nicht mehr. Da würde ich, glaube ich, sterben vor Gelenkschmerzen.

    Ich fühle mich bei einer Kortisondosis von 4-5 mg auf Dauer zusammen mit dem Arava ganz gut.
    Das möchte aber die Ärztin nicht. Sie möchte unbedingt, dass ich komplett vom Kortison weg komme.
    Ich verstehe das nicht.
    Der Schmerztherapeut sagte, dass Kortison, in geringen Dosen, auf Dauer das kleinere Übel im Vergleich zu Schmerzmittel seien.
    Sie lehnt das ab.
    Obwohl meine Knochendichte gemessen wurde und diese, für mein Alter, sehr gut ist.

    Sie hat ihre eigenen Vorstellungen und ist sehr festgefahren darin.
    Ich bin mir nicht sicher ob ich das auf Dauer hinnehmen möchte.
    Ich stecke doch selbst in meiner Haut und merke was mir gut tut und was nicht.
     
    #31 28. September 2012
    Zuletzt bearbeitet: 28. September 2012
  12. mimi67

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    mein arzt hat mir auch für den absoluten notfall cortison verschrieben, damit ich es im haus habe, falls ich nicht mehr ein noch aus weiß. er sagte aber zu mir: "das ist ein teufelszeug" und meint, dass ich ohne auskommen sollte. ich habe ja schon alles mögliche zu psa gelesen und daher weiß ich, dass man beim absetzen von cortison u.u. ganz schlimme schübe erleiden kann. das möchte ich natürlich nicht, und ich denke, das ist auch der grund, weshalb mein arzt damit so vorsichtig ist und mich warnt.
    solltest du ebenfalls psa haben (wovon ich weiterhin ausgehe), könnte es hilfreich sein, ohne cortison auszukommen.
     
  13. Kati

    Kati Registrierter Benutzer

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    @Lusella
    Auch meine Rheumatologin möchte, dass ich kein Kortison nehme.
    Aber die Hautärztin besteht wegen der ständigen Vaskulitis darauf.
    Sie sagt mir: besser Cortison erhöhen als jeden Tag NSAR.

    Ich bin ganz Deiner Meinung: ICH muß mit meiner Krankheit leben.
    Also entscheide ich - immer. Ärzte sind für mich wie Autohändler.
    Können mir den Wagen vorführen, die Vorteile zeigen, die Nachteile
    klar machen: aber ich entscheide, was ich kaufe und womit ich fahre!

    Kati
     
  14. susigo

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    Lusella

    Ich würde sagen,deine Ärztin meint es nur gut mit dir.Cortison ist nicht nur Entzündungshemmend.Dauerhaft kann es ziemlich Schaden,ich muss regelmäßig zum Augenarzt aufgrund des Cortison,es kann zu Linsentrübung führen,erhöhter Augendruck,man ist anfälliger für Infektionen,einiger meiner Bekannten bekamen Zucker(die Anfälligkeit dafür ist höher als normal),Bauchspeicheldrüse und Magen nicht vergessen,Blutbildveränderungen,Knochen usw.Die Nebenniere produziert vielleicht nicht mehr selber u.schrumpft,bei Stress kann dein Körper nicht mehr richtig reagieren,hat was mit Hormone zu tun.In der Rheumaklinik nahmen Sie es mir auch schon 2x weg,sollte es ohne probieren,der Professor war nicht gut drauf zu sprechen.Leider ging es mir immer sehr schlecht danach,habe immer wieder anfangen müssen.
    Deshalb habe ich etwas geschluckt als du geschrieben hast, 1200mg,das gibt als Infussion oder hast du dich vertan?Stoßtherapien habe ich immer mit 40mg durchgeführt...wie schon geschrieben,die 100mg waren eine Ausnahme,da meine Iritis nicht besser wurde trotz Cortisontropfen u.ich damit in die Uni-Klinik musste,mir ging es mit 100mg nicht gut,war sehr nervös u.aggressiv zu der Zeit.
    Hier mal ein paar Richtwerte


    • Low-Dose-Therapie (7,5 oder 5 mg / Tag Prednison)
    • Niedrige Dosen bei leichtem Verlauf (10 – 15 mg / Tag Prednison).
    • Mittlere Dosen bei Beteiligung innerer Organe (0,5 mg / kg / Tag Prednison)
      - bei einem 80 kg schweren Menschen: 40 mg / Tag !
    • Hohe Dosen bei sehr schweren Fällen (1 mg / kg / Tag Prednison)
      – bei einem 80 kg schweren Menschen: 80 mg / Tag !
    • Intravenöse Stoßtherapie bei akuten Schubsituationen
    • Absenkung sollte erfolgen:
    • Tagesdosis über 30 mg: Absenkung alle paar Tage um 10 mg
    • Tagesdosis von 15 bis 30 mg: Absenkung jede Woche um 5 mg
    • Tagesdosis von 10 bis 15 mg: Absenkung alle 1 – 2 Wochen um 2,5 mg
    • Tagesdosis von 6 bis 10 mg: Absenkung alle 2 – 4 Wochen um 1 mg
    • Tagesdosis unter 6 mg: Absenkung alle 4 – 6 Wochen um 0,5 mg
     
  15. Lusella

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    Danke für Eure Anteilnahme :).
    Es wird mir langsam peinlich weil ja jeder hier im Forum genug mit sich zu tun hat.

    @Susigo,
    Du hast Dich nicht verlesen.
    Ich bekam 1200 mg Kortison als Infusion über 5 Tage.
    Das war wegen der Entzündung am Sehnerv und die Augenärztin hat auf MS getippt.
    Ich kam also in eine Klinik, die auf MS spezialisiert ist und bin die ganze Schiene zur Diagnostik durch.

    Dieses Problem hatte ich 1988 schon einmal. Auch Retrobulbärneuritis und das ganze Prozedere; Liquor, MRT, EMG.
    Beide Male, 1988 und 2008 hat sich der MS - Verdacht nicht bestätigt.

    1988 hatte ich auch schon Gelenkschmerzen. Die waren aber nicht so massiv und langanhaltend wie heute.
    Es ging immer wieder weg. Niemand, auch ich nicht, hat an Rheuma gedacht!

    2008 war das schon anders. Da ich ganz starke Gelenkschmerzen hatte, die unter dieser Kortison Dröhnung vollkommen verschwanden.
    Als sich der MS Verdacht durch die Untersuchungen nicht erhärtete wurde von einem Neurologen mal "Rheuma" ins Spiel gebracht.
    Er hat mir Katadolon gegen die Schmerzen verschrieben. Es hat mir allerdings nichts gebracht.
    Ich war nur bedröhnt und die Schmerzen waren immer noch da.
    Vielleicht wäre es anders gewesen, ich hätte eine Basistherapie gleichzeitig gehabt.

    Aber ich war, ehrlich gesagt, durch den erneuten MS Verdacht und die dazugehörenden Untersuchungen, zu der Zeit nicht mehr bereit zu irgend einem Arzt zu gehen.
    Ich hatte einfach nur die Nase voll!

    Danke für die Tabelle über die Kortisoneinnahme.
    Die hatte ich mir schon abgespeichert. Es gibt dazu einen gut geschriebenen Artikel über Kortison.
    Ich nehme an, Du kennst ihn?

    Falls sonst jemand Interesse am Artikel hat, bitte melden.
    Er ist sehr gut geschrieben und es wird genau erklärt, was Kortison ist und wie es wirkt.

    Übrigens- als Teufelszeug hat der Schmerztherapeut es nicht gesehen!
    Er sagt zwar auch, dass es keine Bonbons sind. Aber es wäre gegenüber von NSAR oder gar Morphinen immer noch das kleinere Übel.
    Wobei er sogar die Morphine, wenn sie genau abgestimmt und dosiert sind, den NSAR vorziehen würde!
    Und das Interessante an der Sache ist, dass er mir gesagt hat, dass er selbst Rheuma hat und 1 1/2 Jahre Kortison genommen hat!
    Ich nehme an, dass das schon länger her ist und es damals noch kein besseres Mittel gab.
    Heute wird er wohl auch etwas anderes nehmen.

    Sonnige Grüße an Alle,
    Lusella
     
  16. mimi67

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    hallo lusella,
    klar sind morphine vorzuziehen, denn für sich genommen sind sie die "sauberste" art der schmerzbekämpfung.
    bei den nsar gibt es aber auch solche und solche. die, die auf den magen gehen (z.b. ibu, diclo), würde ich nicht unbedingt mit cox2-hemmern in einen topf werfen. vorteil bei den nsar ist, dass sie i.d.r. schnell wirken.
     
  17. Frau Meier

    Frau Meier Guest

    @susigo

    Das mit den Problemen im Magen-Darm-Trakt ist leider ein nicht ganz so seltenes Problem bei Arava ;)
    Die Daten, von denen ich sprach, sind ja eine statistische Größe und sagen wenig über den Einzelfall.
    MTX wird auch nach meiner Erfahrung meist VOR Arava eingesetzt - es sei denn, es gibt eindeutige Kontraindikationen.
    Insofern wollte ich lediglich über die "Rationale" informieren, auch wenn die tägliche Realität noch anders aussieht :)

    Grüße, Frau Meier
     
  18. Frau Meier

    Frau Meier Guest

    @Lusella

    Ich würde das nicht so nennen wollen; es gibt gute Gründe für diese Sichtweise.
    Generell ist es wünschenswert, die Steroiddosis so gering wie möglich zu halten - und das bedeutet im Idealfall 0 mg.
    Bei der Psoriasisarthritis kommt noch etwas dazu: sofern eine Schuppenflechte an der Haut vorliegt, bedingt zwar Cortison eine rasche Besserung derselben, führt aber leider auch häufig zu einem so genannten "rebound-Phänomen".
    Das bedeutet konkret, dass die Hautprobleme nach Absetzen wieder (und oftmals verstärkt) auftreten, was eine Art "falschen Kreislauf" im Sinne einer "Gewöhnung" der Haut an die Dauerzufuhr von Cortison bedingt - mit den bekannten Folgen.....

    Daher ist systemisches Cortison bei Psoriasisarthritis umstritten, und zwar insbesondere dann, wenn die Haut betroffen ist!

    Es handelt sich also keineswegs um "Willkür" oder "Eigensinn" deiner Ärztin, sondern m. E. um eine vernünftige und zielgerichtete Überlegung.

    Selbstverständlich muss das nicht bedeuten, dass ihre Gedanken auf dich bezogen richtig sind, aber ich würde sie auch nicht in Bausch und Bogen abwerten!

    Grüße, Frau Meier
     
    #38 29. September 2012
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 29. September 2012
  19. Lusella

    Lusella Registrierter Benutzer

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    Frau Meier,

    genau so hat es mir die Rheumatologin auch erklärt.
    Nur, ist die Haut mein geringstes Problem. Ich habe eine pustulöse Form der Schuppenflechte. Also keine Plaques sondern bläschenartigen Ausschlag. Meist am Rumpf und an der Stirn. Selten auch an den Händen.
    Okay, es sieht nicht schön aus. Aber wer sieht schon meinen Bauch?
    Der Juckreiz ist auch lästig und ich sehe manchmal an den Händen aus wie in den Dornenbusch gestürzt.
    Das ist aber alles nichts gegen diese Schmerzen. Und da hilft mir das Kortison immer sehr rasch und gut.

    Ich will die Ärztin gar nicht in Bausch und Bogen verdammen. Ich glaube auch, dass sie weiß was sie tut.
    Nur ich mache diese Schmerzen nun seit 5 Jahren mit und bin mittlerweile dadurch sehr eingeschränkt.
    Es funktioniert nichts mehr richtig. Selbst ein Shopping Bummel mit der Freundin ist schon eine Herausforderung für mich.
    Das kann und will ich nicht auf Dauer hinnehmen. Irgend etwas muss es doch geben, das mir hilft und ich, zumindest annähernd, wieder meinen Alltag bewältigen kann.
    Manchmal denke ich, dass eine Oma von 80 noch flotter zu Fuß ist als ich.
     
  20. Lagune

    Lagune Registrierter Benutzer

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    Es ist aber kein Schmerzmittel, das Cortison und deshalb würde ich noch andere Wege suchen.

    Wie wäre es mal mit einer Reha, hattest du schon eine ? Dort wird was Schmerzen angeht auch ganzheitlich therapiert, das heisst aber nicht das man ohne Medikamente auskommen muss, nur kann man zusätzlich doch einiges tun um Schmerzen zu verringern.

    Einige Einschränkungen bekommt man häufig als Rheumapatient nicht mehr ganz weg, so geht es auch mir, damit muss ich mich arrangieren.
     
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