Albstein
Mitglied
Hallo, bise,
gerne respektiere ich natürlich Deine Erfahrungen mit Gerichten usw., aber meine eigenen Erfahrungen und aktuellen Eindrücke aus Gesprächen mit Betroffenen sind grundweg völlig anders.
Zwar bemühen sich Richter von Amts wegen, den Sachverhalt aufzuklären - und auch die Laienrichter bei Sozialgerichten sind durchaus engagiert, aber:
Bei Prozessen sitzt am Tisch die Gegenseite - und das sind eben Profis, die auf jedes Argument des Betroffenen teils mit Spitzfindigkeiten und juristischen Tricks reagieren. Und der Richter wird nicht in allen Fällen gleichzeitig noch "Anwalt" des Betroffenen sein.
Wenn nun der Betroffene sich auf die Richter alleine verlässt, dann ist er im Zweifel "verlassen" - sonst gäbe es nicht (aus Sicht Betroffener!) solch eine Menge Fehlurteile.
Zitat von Dir: "...ein rechtsanwalt, der keine ahnung von rheuma hat, kann auch nicht vortragen, was er nicht weiss."
Prinzipiell natürlich richtig, was Du sagst, aber es ist Aufgabe des Betroffenen, seinem Rechtsvertreter diese Einzelheiten in Vorgesprächen (und die finden immer statt) klarzumachen! Ein Rechtsanwalt muss nicht auch selbst RA o. Ä. als Krankheit haben, um einen Betroffenen sachgerecht vertreten zu können. Er muss sich aber mit seinem Mandanten identifizieren können, das ist wichtig.
Beispiel: Es ist wie bei einem Arzt; er muss auch nicht jede Krankheit selbst gehabt haben, um sie zu verstehen und therapieren zu können. Selbstverständlich ist es ein Vorteil, wenn z. B. ein Anwalt oder Arzt tatsächlich "am eigenen Leib" die Erfahrung gemacht hat, was es bedeutet, körperlich stark beeinträchtigt zu sein.
Noch viel mehr müsste man dann aber fordern, dass z. B. bei Sozialgerichten nur Richter mitwirken, die selbst "krank" oder behindert sind, damit sie die Probleme der Kläger auch nachvollziehen können. Ist natürlich eine illusorische Überlegung.
Wenngleich man manchmal schon beim Umgang mit Behörden und Gerichten denkt: "Säße der im Rollstuhl, wüßte er, wie`s mir geht und würde nicht so unwissend gefühllos daherschwätzen!"
Ich denke, wir meinen im Kern das Gleiche: Leute wehrt Euch!
Beste Grüße!
gerne respektiere ich natürlich Deine Erfahrungen mit Gerichten usw., aber meine eigenen Erfahrungen und aktuellen Eindrücke aus Gesprächen mit Betroffenen sind grundweg völlig anders.
Zwar bemühen sich Richter von Amts wegen, den Sachverhalt aufzuklären - und auch die Laienrichter bei Sozialgerichten sind durchaus engagiert, aber:
Bei Prozessen sitzt am Tisch die Gegenseite - und das sind eben Profis, die auf jedes Argument des Betroffenen teils mit Spitzfindigkeiten und juristischen Tricks reagieren. Und der Richter wird nicht in allen Fällen gleichzeitig noch "Anwalt" des Betroffenen sein.
Wenn nun der Betroffene sich auf die Richter alleine verlässt, dann ist er im Zweifel "verlassen" - sonst gäbe es nicht (aus Sicht Betroffener!) solch eine Menge Fehlurteile.
Zitat von Dir: "...ein rechtsanwalt, der keine ahnung von rheuma hat, kann auch nicht vortragen, was er nicht weiss."
Prinzipiell natürlich richtig, was Du sagst, aber es ist Aufgabe des Betroffenen, seinem Rechtsvertreter diese Einzelheiten in Vorgesprächen (und die finden immer statt) klarzumachen! Ein Rechtsanwalt muss nicht auch selbst RA o. Ä. als Krankheit haben, um einen Betroffenen sachgerecht vertreten zu können. Er muss sich aber mit seinem Mandanten identifizieren können, das ist wichtig.
Beispiel: Es ist wie bei einem Arzt; er muss auch nicht jede Krankheit selbst gehabt haben, um sie zu verstehen und therapieren zu können. Selbstverständlich ist es ein Vorteil, wenn z. B. ein Anwalt oder Arzt tatsächlich "am eigenen Leib" die Erfahrung gemacht hat, was es bedeutet, körperlich stark beeinträchtigt zu sein.
Noch viel mehr müsste man dann aber fordern, dass z. B. bei Sozialgerichten nur Richter mitwirken, die selbst "krank" oder behindert sind, damit sie die Probleme der Kläger auch nachvollziehen können. Ist natürlich eine illusorische Überlegung.
Wenngleich man manchmal schon beim Umgang mit Behörden und Gerichten denkt: "Säße der im Rollstuhl, wüßte er, wie`s mir geht und würde nicht so unwissend gefühllos daherschwätzen!"
Beste Grüße!
