Liebe Evilin,
eines solltest Du v.a. wegen Deiner Krankheit beachten: in Phasen hoher Aktivität solltest Du Deinen Körper nicht noch zusätzlich mit einer Diät strapazieren. Wenn die Krankheit aber ruhig ist, kannst Du es mit viel starkem Willen und einer fett- und kalorienreduzierten Diät schaffen.
Abnehmen kann man am leichtesten im Frühjahr und Sommer, da ist der Kalorienverbrauch von Natur aus höher als im Herbst und Winter (hier wird automatisch eine Speckschicht gebildet, um vor Kälte zu schützen). Außerdem ist das Angebot an heimischen Obstsorten größer, was die Diät abwechslungsreicher macht.
Ich selber habe im Sommer 2000 in 16 Wochen 16 Kilogramm Körpergewicht „abgespeckt“ (von Konfektionsgröße 42 kurz auf 34/36), nachdem ich in den letzten 6 Jahren 10 Kilo zugenommen hatte, z.T. durch zu viel Essen, z.T. aber auch durch Wassereinlagerung, die man eben in Kauf nehmen muß, bei hohen Kortisondosen. Vor Beginn der Diät habe ich mich in die Grundlagen der Ernährungswissenschaft eingelesen, um zu wissen, worauf ich achten muß und was mein Körper trotz nur 1.000 kcal pro Tag alles braucht. Diese 1.000 kcal sind wirklich die absolute Untergrenze, eine Diät mit 1.200 kcal/Tag ist besser für den Körper, den Stoffwechsel und den gesamten Kreislauf.
Grundsätzlich ist jede Diät, die einseitig ist – egal wessen Namen sie trägt (ob Bircher-, Brigitte-, Reis- oder Ananasdiät) -, schädlich, da dem Körper wichtige Nährstoffe nicht zugeführt werden und die Ernährung zu einseitig ist. Die Ernährung muss AUF DAUER umgestellt werden, sonst ist nach dem Ende der Diät schnell wieder mehr als das alte Gewicht drauf. Warnen möchte ich v.a. auch vor Saft-Diäten, denn die Masse an getrunkenen Fruchtsäuren greift die Schleimhäute an. Auch Rohkost in rauen Massen verträgt nicht jeder Magen/Darmtrakt.
Die Ernährung sollte trotz Diät ausgewogen sein, d.h. die Energielieferanten Kohlehydrate, Eiweiß und Fett sollten im richtigen Verhältnis zugeführt werden. Nur wenn die Kalorienzufuhr unter dem täglichen Verbrauch liegt, reduziert sich das Körpergewicht! Wichtig ist neben der Reduzierung der Kalorien aber auch die verminderte Fettzufuhr, denn ein zuviel an Fett macht fett !
Ich empfehle Dir Klevers Kompass „Kalorien & Fette“ aus dem Gräfe & Unzer Verlag, (ISBN 3-7742-4798-6), ca. DM 14,80. Mehr solltest Du für ein „Diätbuch“ nicht ausgeben. In dem genannten Kalorienkompass findest Du alle nötigen Erklärungen zur gesunden Zusammensetzung der täglichen Nahrung.
Vor Deiner Diät solltest Du Dir überlegen, was Du bisher gerne gegessen hast und nachschauen, in welchen Kalorien- und Fett“regionen“ Du Dich bewegt hast und was Du zukünftig besser weglässt oder reduzierst.
Wenn Du Dich dann kalorienreduziert ernährst, solltest Du täglich notieren, was und wie viel Du ist und dann die zu Dir genommenen Kalorien und Fette errechnen. Nachmittags kannst du schon mal eine Zwischensumme bilden, um zu sehen, wie viel Du abends noch essen darfst, um das gesetzte Limit nicht zu überschreiten. An einen knurrenden Magen gewöhnt man sich recht schnell: Dagegen helfen: viel trinken, Kaugummi kauen und zuckerfreie Bonbons lutschen. Die Zeit vom Knurren des Magens bis zur Essensaufnahme kann auf bis zu 30 oder 60 Minuten hinausgezögert werden!
Ich wünsche Dir viel Erfolg.
Renata