1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen

ab wann nehmt ihr Schmerzmittel?

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von Lächeln, 3. Oktober 2013.

  1. Lächeln

    Lächeln Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    28. Juli 2013
    Beiträge:
    1.008
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Raum Ulm
    Hab mal wieder eine "Anfängerfrage":

    Ab welcher Schmerzstärke nehmt ihr Schmerzmittel? Im Krankenhaus musste ich mal meine Schmerzstärke auf einer Skala von 1 (kaum Schmerz) bis 10 (stärkster Schmerz) einschätzen. Wie haltet ihr das?

    Mir ist klar, dass die Einschätzung der Schmerzstärke sehr subjektiv ist - und die Entscheidung auch. Aber ich versuche gerade, meinen eigenen Weg zu finden und deshalb interessiert es mich, wie ihr das handhabt.

    Ich hab Ibu 600 als Bedarfsmedikation, sonst nix und hab bisher nur selten was genommen, aber heute geht es mir nicht so besonders und da frag ich mich halt ......

    Danke schon mal für eure Antworten!
    Grüssle
    Lächeln
     
  2. Samjo

    Samjo Mitglied

    Registriert seit:
    15. Januar 2013
    Beiträge:
    314
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Augsburg
    Puh..

    Schwierige Frage. Zu der Zeit als ich ein Schmerztagebuch geschrieben habe, hatte ich Diclofenac als Dauermedikamention, kann da also keinen Schmerzwert 'rauslesen'. Inzwischen führ ich es nicht mehr, deshalb auch schwer einzuschätzen.
    Es ist auf jeden Fall von der Situation abhängig - in der Arbeit nehme ich eher Schmerzmittel um in Ruhe arbeiten zu können als daheim.
    Allgemein würde ich sagen, wenn es zu unangenehm wird. Ein leichter Schmerz ist noch akzeptierbar und dieser lenkt mich auch noch nicht von allem anderen ab, da nehme ich dann nichts. Sobald die Schmerzen ein Lvl erreichen, bei denen ich mit den Gedanken nur noch beim Schmerz bin, also sich auf was anderes konzentrieren nicht mehr drin ist, zücke ich mein Novalgin.
    Natürlich ist es auch von der Schmerzart/stelle unterschiedlich. Der Rücken ist länger tolerierbar als das Brustbein, wenn jede Drehbewegung sich wie ein Messerstich anfühlt. Außerdem weiß ich bei mir aus Erfahrung, dass wenn Handgelenk/Knie/Ellbogen wehtun, dieses maximal eine Stunde anhält, wenn überhaupt. Da nehme ich dann auch sehr selten was, das Ende ist ja in Sicht.

    Lg Samjo
     
  3. Nachtigall

    Nachtigall Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    1. März 2012
    Beiträge:
    3.886
    Zustimmungen:
    17
    Ort:
    Bayern
    @Lächeln:
    Ich nehme erst ein extra Schmerzmittel, wenn ich es nicht mehr aushalte oder wenn ich was vorhabe, wo ich so starke Schmerzen nicht brauchen kann. Auf der Skala frühestens bei 8 oder 9.
     
  4. Mni

    Mni Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    30. April 2003
    Beiträge:
    2.083
    Zustimmungen:
    12
    ich machs ähnlich wie meine Vorschreiberinnen- vor allem, wenn es schön länger geht und ich langsam aggressiv werde,
    wenns nicht mehr auszublenden ist oder wen ich nachts wegen Schmerzen aufwache oder nicht einschlafen kann.

    Kritisch wirds für mich ab Stufe 7 ungefähr.....

    Ansonsten versuche ich, mich abzulenkern und die Schmerzen auszublenden.
     
  5. mondbein

    mondbein Mitglied

    Registriert seit:
    29. Dezember 2006
    Beiträge:
    894
    Zustimmungen:
    22
    Ort:
    RLP, Westerwaldkreis
    Ich nehme dreimal täglich Tilidin-Tropfen, ich lasse die Schmerzen erst gar nicht richtig stark werden...
     
  6. Lächeln

    Lächeln Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    28. Juli 2013
    Beiträge:
    1.008
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Raum Ulm
    danke für die Antworten. Im Moment hat das Kirschkernkissen geholfen, dass es wieder erträglicher wurde. Aber vor dieser Frage werde ich in Zukunft wohl öfter stehen.
     
  7. anurju

    anurju anurju

    Registriert seit:
    13. März 2011
    Beiträge:
    3.368
    Zustimmungen:
    70
    Ort:
    Im schönen Rheinland
    Hallo,

    zum Thema "Schmerzscala": ich fand es auch immer schwer, Fragen nach dem Schmerzgrad zu beantworten - käme persönlich besser mit 5 Schmerzgraden zurecht... aber ich habe mir das mal so "erklärt":

    1= minimaler, kaum belastender Schmerz, bei dem man noch allen Tätigkeiten ohne Einschränkungen nachgehen kann
    2-3 ist schon nerviger - lässt einen manchmal innehalten und instinktiv z.B. an diese Stelle greifen
    4-5 beschreibe ich einfach mal als Schmerzen, die mich nerven, einschränken (z.B. schlechter gehen lassen), die mich aber nicht außer Gefecht setzen und die ich zwar nicht ignorieren, aber tolerieren kann
    6-7 hemmt mich in der Ausübung vieler Tätigkeiten - am ehesten zu beschreiben mit Kopfschmerzen, die einen nicht mehr lesen lassen oder mit Knieschmerzen, bei denen man kühlen muss. Ab dem Schmerzgrad nehme ich je nach Alltagsanforderung zusätzliche Schmerzmittel
    8-9 dann sind die Schmerzen so stark, dass ich nicht mehr in der Lage bin zu sitzen, dass ich mich nicht mehr auf irgendwas (Fernsehen...) konzentrieren kann und instinktiv bzw. krampfhaft versuche, die Schmerzen zu unterdrücken, weil sie jegliche Tätigkeiten unmöglich machen;
    bei spontanen Schmerzereignissen (z.B. Knie vertreten) schießen einem dann reflexartig Tränen in die Augen oder man stöhnt auf... - es wird einem teilweise schlecht vor Schmerzen und der kalte Schweiß bricht aus... man kann nicht mehr reden vor lauter Schmerzen.
    10= der Vorstellung nach wie eine OP ohne Narkose - also Schmerzen, die man nicht ertragen kann ohne zu schreien bzw. es wird einem schwarz vor Augen.

    Zum Glück habe ich solche Akutsituationen oder auch den Grad 8 oder 9 aufgrund meiner Dauermedikamentation nur noch sehr selten und wäre dann z.B. sicher nicht hier am Computer ;-).
    Ich nehme 3x täglich Tilidin retard - je nach Situation 100-150mg - diese Dauermedikamentation nimmt einen großen Teil der Schmerzen, die aufgrund bleibender Schäden nicht mehr zu beheben sind.

    Als Akutmedikamente habe ich zusätzlich Ibuprofen, Novalgin oder Indometacin sowie Tilidin-Tropfen (nicht retardiert, daher ein bisschen riskanter was eine Suchtgefahr angeht). Die 3 Notfallmittel wirken auf jeweils andere Strukturen und da darf ich weitgehend selber entscheiden, was ich wann nehme.

    Ich kann allen Schmerzpatienten nur dringend empfehlen, sich wirklich kompetente Hilfe zu holen, wenn es um Schmerzmedikamente geht. Schmerztherapeuten kennen sich damit am allerbesten aus.
    Wer dazu mehr lesen will: http://www.rheuma-online.de/forum/threads/48990-Schmerztherapie-Wege-aus-dem-Schmerz

    Liebe Grüße und möglichst wenige Schmerzen wünscht anurju :).
     
    #7 3. Oktober 2013
    Zuletzt bearbeitet: 3. Oktober 2013
  8. Soschn

    Soschn Dr. Hinkebein

    Registriert seit:
    22. August 2010
    Beiträge:
    394
    Zustimmungen:
    1
    Ort:
    eine kleine Kreisstadt an einem mittelgroßem Fluß
    Liebe Mitstreiter,

    mal wieder ein Thema, welches mich interessiert.
    Wie messt ihr eure Schmerzstärke, mit einem Schieberegler, wo man dann auf der Rückseite die Skalen abliesst oder mit nem Lineal, via Onlinehelfer oder einfach als gedankliche Einschätzung.
    Mit der Skala nach Zahlen- man nennt dies Numerische Rating Skala kurz NRS komme ich zwar soweit klar, aber ich neige immer dazu, den Wert nach unten zu revidieren.
    Eher verwende ich, wenn mich beispielsweise mein Lebensgef. fragt, Bezeichnunugen, wie leicht, mittel, stark ,sehr stark, abartig“ – er weiß irgendwie das auch, was der Hahn kräht, da er mich beobachtet.

    Ganz kurz muss ich aber hier was zu mir sagen –da wir hier alle krank sind, scheue ich mich nicht, diagnostische Dinge preiszugeben: ich bin seit 2003 nicht mehr einen Tag vollkommen ohne Schmerzen. Allerdings hab ich in den ersten Jahren die Schmerztherapie meines Arztes oft schleifen lassen, wenns mir halbwegs gut ging. Nun, der Schmerz ist an sich als chronifiziert anzusehen. Selber schuld, aber ich dachte immer, es geht noch und es geht noch und arbeitete weiter wie vorher – ich war das, was man neudeutsch einen Workaholic nennt, ich hörte auch nicht auf meine damaligen Freunde.


    Medizinisch werde ich betreut vom Hausarzt (bei ihm laufen alle Berichte ein, er ist sozusagen der Kapitän der alten Fregatte namens SOSCH und einem leider nur noch auf privat arbeitenden Anästhesisten vom örtlichen Hospizverein. Der Rheumatologe interessiert sich nur für die Schmerzstärke, Qualität, Dauer etc, dies entnimmt er meinen geführten Protokollen.

    Ich habe cP, Polymyalgie, Polyneuropathie, Verdacht auf Mischkollagenose, Sjögren Syndrom, diverse kleine Veränderungen an den Wirbeln und im Bereich der LWS zwischen LWK 3,4,5, Protusionen, eine Schulter mit angerissenen Sehnen und vor einem Jahr Riss in der Rotatorenmanschette, dauerhafte Entzündungen in den ISG, immer wieder im Bereich der Schultern und der Oberarme Entzündungen an den Sehnen und deren Ansätzen, etc. Fachlich spricht man hier von einem gemischten Schmerz, auf neudeutschenglisch :

    mixed pain syndrome.

    Somit sind die Schmerzen, die ich habe unterschiedlicher Ursache und unterschiedlicher Ausprägungsform und unterschiedlicher Empfindung des Schmerzes und dessen Dauer.

    Nachdem Expertenstandard für Schmerztherapie in der Pflege heißt es, dass man ab Stärke 3 NRS eingreifen sollte. Nur das Wie ist eine Sache. Ich beziehe mal jetzt auf meine Person, das wird zwar länger, aber hoffentlich erklärbar. Es ist natürlich auch viel dran, dass ich selber Pflegefachkraft für Schmerztherapie bin, die Ausbildung hab ich mit dem Hintergedanken gemacht, um Patienten einen Krankheitsweg wie mir zu ersparen und einfach alle Möglichkeiten nutzen um das Leben angenehmer, sprich mit weniger oder he Schmerz zu gestalten.

    Ich versuch es jetzt mal zu unterteilen:
    Bei Knochen – Gelenkschmerz, der dumpf, bohrend, pulsierend ist, nehme ich, wenn es ab ca. 4-4,5, also Mittelstark ist, meistens Novalgin oder ein NSAR. Hier hat sich auch die Kombination aus einem NSAR und Novalgin bewährt. Das sollte ich zwar nicht, nach den Leitlinien, da ich bereits eine Dauertherapie mit einem NSAR habe – 1000 mg Nacproxen/die aber es bewährte sich bei mir – ich hab das Einverständnis von meinem Hausarzt. Meistens nehme ich da 75-150 mg Diclofenac als „One shot“.

    Es kann auch sein, das die Gelenkschmerzen auf einmal da sind bzw. sich in rasend schneller Zeit aufbauen. Dann hilft nur noch eine Injektion von Diclofenac gemischt mit Dexamethason – auch mittlerweile in den Lehrausbildungen las obsolet verschrieb und das Wissen verbreitet, dispersible Dicloformen (Voltaren dispers Trinktabletten) würden genauso gut helfen und auch so schnell wirken – aber magentechnisch mir nicht Augen – da ist die Spritze schneller, vor allem, wegen Umgehung des First pass Effektes. Und es geht nicht so schnell auf den Magen, auch wenn hier wieder die Lehrbücher anderes behaupten.

    Allgemeine Muskelschmerzen im Oberkörper oder auch Schmerzen in den Beinen, die irgendwie gemischt diffus sind, versuche ich ab Stufe 4 schon zu bremsen, da hier extrem reißende, quälende und abartige Schmerzen entstehen können.
    Vor Stufe 4 versuche ich oft Einreibungen mit Arnika, Beinwell, gemischten Franzbrannwein und Tigerbalm.
    Ab Stufe NRS 3-4, je nach Art des Schmerzes und der Lokalisation nehme ich dann 1000 mg Novalgin in einer Einzeldosis. Zwischen den Novalgindosen muss ich aber 4 Stunden warten, also wenn dies nichts bringt und der Schmerz immer noch über Stufe 3 ist, dann nehme ich die Bedarfsmedikation von 10 Tropfen L-Polamidon, was 2,5 mg Levomethadon entspricht. Diese Medikation darf ich bis 6x tgl. nehmen.

    Und dann gibt es noch die schlimmen Tage, wenn ein Nervenschmerz – hell, stechend, krampfartig-elektrisierend, extrem reissendStromschlag ähnlicher Schmerz in die Unterschenkel auftritt und sich dann in den Knöcheln noch mit normalen Schmerz vermischt. Diese Schmerzform baut sich innerhalb weniger Minuten auf. Dieser Schmerz kann, von unten nach oben, bis in den unteren Rücken ausstrahlen. Der Schmerz bewegt sich dann immer zwischen 8,5-10 NRS. Dann hilft nur noch Morphin 20 mg als intramuskuläre/subkutane Injektion und eine 2 Kapseln Lyrica 75. Je nachdem,, wie dieser Schmerz dann ist, wie er reagiert wie ich mich fühle (bin dann teilweise extrem unruhig und habe Bewegungszwang) soll ich dann noch 10 mg Valium nehmen, was meist auch der Fall ist.
    Die Injektion nach 4 Stunden noch einmal wieerholen, also max. 2x in 24 Stunden darf gespritzt werden.
    Ich habe aber, Gott sei Dank noch nie mehr als eine Injektion+ Begleitmedikamente am Tag gebraucht

    Seit ich auf das L-Polamidon dauerhaft eingestellt bin (2x 25 gtt am Tag) ist mein Grundschmerz in der Regel so bei 2,5-3.. Schmerzspitzen treten zwar noch auf, je nach Wetterlage und Belastung und Rheumaaktivität, sind aber nie stärker gewesen in den letzten 8 Wochen wie einmal bei NRS 6.

    Mein Tagesbedarf ist zur Zeit 2-3x das Novalgin und ca. 0-2x. den Polamidonbedarf.
    Aller 2-3 Tage brauche ich zusätzlich ein NSAR. Damit sind die Spitzen abfangbar. Ich habe seit 5 Wochen keine Morphininjektion + orale Ergänzung gebraucht.
    Schmerzfrei werde ich nie wieder sein. Aber wenn ich es so unter Kontrolle habe, ist es gut so. Mehr braucht es dann auch nicht.

    Alles Liebe,
    Sosch
     
  9. Kati

    Kati Bekanntes Mitglied

    Registriert seit:
    1. Januar 2009
    Beiträge:
    2.136
    Zustimmungen:
    138
    Wie schon von anderen geschrieben, nehme ich etwas, wenn ich meine Tätigkeiten nicht mehr ausüben kann, weil der Schmerz im Vordergrund steht. In der Nacht nehme ich selten etwas, und erst, wenn ich durch den Schmerz immer wieder wach werde.

    Ich wechsle die Medis, auch wenn ich Ibu bevorzuge. Ich dosiere auch stark. D.h. ich nehme je nach Schmerzstärke mehr oder weniger. Bei Ibu finde ich toll, dass ich das gut dosieren kann. Manchmal nehme ich z.b. 300mg und dann nach einer, oder eineinhalb Stunden die zweite Hälfte. Aber oft ist das gar nicht mehr nötig.

    Kati
     
  10. sisu-natascha

    sisu-natascha Was würde die Liebe tun?

    Registriert seit:
    26. Juli 2007
    Beiträge:
    758
    Zustimmungen:
    7
    Ort:
    Ulm
    Was ist besser: ständig oder nur bei Bedarf?

    Ich führe auch ein Schmerztagebuch, wenn auch nicht täglich. Kritisch wird es bei mir, wenn ich mich vor lauter Schmerzen auf nichts mehr konzentrieren kann und aggressiv werde. Es hängt allerdings stark davon ab, welches Gelenk mir weh tut, bevor ich zu Medikamenten greife. Eine schmerzende Hand kann ich schienen, meine Halswirbelsäule nicht. Wenn es mir nicht mal im Liegen besser geht oder das nicht möglich ist, weil ich bei der Arbeit bin, nehme ich starke Mittel, die schnell helfen (z.B. Valoron). Wenn es etwas weniger schlimm ist, reichen 2-3 Naproxen.

    Momentan nehme ich Schmerzmittel nur nach Bedarf, trage mich aber mit dem Gedanken, wie "früher" täglich etwas zu nehmen, damit der Schmerz gar nicht so stark werden kann. Allerdings sorge ich mich um meinen Magen (klar gibt's Magenschutz, aber trotzdem...) und den Gewöhnungseffekt. Was denkt ihr darüber?
     
  11. Soschn

    Soschn Dr. Hinkebein

    Registriert seit:
    22. August 2010
    Beiträge:
    394
    Zustimmungen:
    1
    Ort:
    eine kleine Kreisstadt an einem mittelgroßem Fluß
    Fr. Vegan, tut mir leid, ich muss das jetzt mit einem Augenzwinkern so abkürzen, sei nicht böse.

    es kommt drauf an, was nimmst für Schmerzmedikamente. Generell ist es so, dsas der Schmerz weitrestgehend "unten" gehalten soll. Wenn du den ganzen Tag über Schmerzen hast, ist eine regelmäßige Einnnahme "nach der Uhr" sinnvoll, damit sich das Schmerzgedächtnis sich gar nicht an einen Dauerreiz gewöhnt.

    Generell muss ich auch sagen, dass ich sehr nachdenklich werde, wenn jemand keine Grundschmerztherapie, also eine sog. Basis/Basalmedikation hat und dann"auf Bedarf" Tramaldol- oder Tilidintropfen nimmt. Hier besteht dann schon eine gewisse Gewöhnungsgefahr, weil die Wirkung schnell anflutet und sich oft mit einem euphorischen Verhalten und handeln zeigt.

    Wenn man jeden Tag Schmerzmittel nimmt, so sollte die Durchnittsdosis via Retardtabletten auf den Tag verteilt werdemn, so dass ein gleichmäßiger Blutspiegel bsteht - auch da kann man schmerzarme oder gar Schmerzfreie Phasen nutzen und Lebensqualität erfahren.

    Unretardierte Schmerzmittel, die schnell anfluten -ch rede hier aber schon von der WHO Stufe 2 und 3, sollten bei einer Basistherapie immer mit verordnet werden - hier als Bedarf für Schmerzspitzen. Nach den Leitlinien ist es so, dass man 1/6 oder 16 % der Grunddosis als bedarf anordnet. Schmerzspitzen müssen abgefangen werden, damit sich auch der Organismus nicht auch noch an die Schmerzspitzen/Schmerzreize anpasst. Wenn man Schmerzspitzen hat, dann einfach den jeweiligen Arzt nerven, die Medikation um ein "Rescue/Bedarfsmed erweitert. Ich denke, dass diese Argumentation hier auch wirken wird ;)


    Ich hoffe ein wenig geholfen zu haben
    viele Grüße
    Sosch
     
  12. Lächeln

    Lächeln Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    28. Juli 2013
    Beiträge:
    1.008
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Raum Ulm
    oh, ich sehe schon, da gibt es noch eine Menge zu lernen für mich was die Behandlung von Schmerzen angeht. Vielen Dank für eure Antworten, ich denke, die sind nicht nur für mich hilfreich.

    Was ich feststelle ist, wie sehr sich die Behandlung von Schmerzen in den letzten Jahren verändert hat. Ich hatte vor ca. 15 Jahren über lange Zeit starke Schmerzen und hab kaum brauchbare Hilfe bekommen.
     
  13. sisu-natascha

    sisu-natascha Was würde die Liebe tun?

    Registriert seit:
    26. Juli 2007
    Beiträge:
    758
    Zustimmungen:
    7
    Ort:
    Ulm
    ;) Wo denkst du hin? Kein Thema.

    Danke für deine Ausführungen. Bei mir ist es eben so, dass ich seit der SprunggelenksOP von vor 3,5 Jahren so gut wie keine Schmerzmittel gebraucht habe, davor hatte ich die von dir angesprochene Basis(schmerz)medikation. Tja, und nun gibt es die nächste "Baustelle", und ich trage mich eben mit dem Gedanken, ob ich das, was sich damals bewährt hat, wieder aufnehmen sollte. Wärme, Massagen und Sport sind schön und gut - aber wenn man nachts vor Schmerzen aufwacht? Irgendwann ist eine Grenze erreicht.

    Genug von mir aber, an dieser Stelle. Einen ruhigen Abend wünscht euch
    Natascha
     
  14. anurju

    anurju anurju

    Registriert seit:
    13. März 2011
    Beiträge:
    3.368
    Zustimmungen:
    70
    Ort:
    Im schönen Rheinland
    Hallo Vegan (ich machs mir da auch mal leicht),

    ich kann dich nur bestärken, lieber nicht zu lange Schmerzen auszuhalten - schon garnicht, wenn sie dir bereits den Schlaf rauben.
    Man weiß ja heute, dass sich Schmerzen leider sehr schnell chronifizieren und dann zu einem eigenständigen Problem werden.
    Insofern ist zeitnahe und passende Schmerztherapie wirklich wichtig.

    Ganz gut wird das hier erklärt - Kurzzusammenfassung eines tollen Buches ("Schmerzen verstehen"):
    http://www.physiotherapieschule-lichtenau.de/images/NeuigkeitenbriefNo.6.pdf

    Liebe Grüße von anurju :)
     
  15. caliban

    caliban Gesperrter Benutzer

    Registriert seit:
    5. Oktober 2013
    Beiträge:
    307
    Zustimmungen:
    0
    Ich pendele seit einigen Tagen irgendwo zwischen 7 und 9 auf der Scala und habe nicht den Eindruck, dass die Mittel die ich nehme von Nutzen sind. Die Nebenfolgen empfinde ich als recht unangenehm. Mein Problem ist, dass ich nicht die "normale" Therapie mitmachen kann. Ich habe ein von der AS völlig unabhängiges und weitaus riskanteres Problem und die dafür notwendigen Medikamente vertragen sich nicht mit den meisten Schmerzmitteln und absolut nicht mit Entzündungshemmern. Meine Erfahrungen mit Schmerzmitteln sind daher geringer, als meine Erfahrungen mit Schmerzen. Ich glaube nicht, dass ich in Bezug auf die AS in meiner Gegend gut aufgehoben bin.
     
  16. sisu-natascha

    sisu-natascha Was würde die Liebe tun?

    Registriert seit:
    26. Juli 2007
    Beiträge:
    758
    Zustimmungen:
    7
    Ort:
    Ulm