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100 prozentig Rheuma ???

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von suchender, 27. Juni 2008.

  1. suchender

    suchender Neues Mitglied

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    Hallo...

    ...ich hätte da mal eine Frage...

    Meine Tochter (4) bekam vor ca. 2 Jahren ein dickes Kniegelenk, nach zahreichen Arztodysseen riet man uns, es mit einem Rheumatologen zu probieren, nach einem längeren Krankenhausaufenthalt und etlichen Tests kam man zu dem Ergebnis, dass sie "rheumatisch Veranlagt" wäre.

    Das Knie wurde punktiert und eine Prednisolon-Kur verabreicht.

    Diese Kur endete vorigen Jahres im April, seitdem war nichts mehr.

    Am vergangenen Wochenende wurde das Knie wieder dick und wir gingen wieder zum Arzt, dieser fertigte ein Blutbild an und quasselte auch bissl rum, dass es sich um Rheuma handelt, aber wenn der Nurufen-Saft anschöägt ists ertmal okay (Kurzform), aber so richtig verstanden hab ich es nicht (oder vllt. wollte ich es auch nicht verstehen)

    Auf jeden Fall wurden mir auf dem Befunbericht folgende Werte angekreuzt:

    Leukozyten +17,4 (Normbereich 6,0-17,0)
    Thrombozyten +561 (286-509)
    Neutr. Gran. +75,7 (20-70)
    Abs. Neut. Granulozyten +13,1 ( 1,8-8,0)
    Lymphozyten -17,20 (20-70)
    ---------------------------
    Antinukläere AK, quant. + 1:160 (negativ bis 1:80)




    ...da ich erst nächste Woche wieder zum Arzt gehe, bzw. die Chance hab mir ne zweite ärztl. Meinung einzuholen, wollte ich mal Fragen, ob mir hier schonmal jemand helfen kann...

    Danke...
     
  2. sabsi

    sabsi Neues Mitglied

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    Hallo Suchender

    Schön daß du hierher gefunden hast,das ist ja schon mal was:).
    Wenn ich das so lese.stellen sich meine Nackenhaare auf...
    Rheumatisch veranlangt... und das war es dann:eek: Woher kommt ihr denn und wo seid ihr bisher in Behandlung gewesen?Deine Tochter gehört so schnell wie möglich in die Hände eines Kinderrheumatologen,Rheuma bei Kindern ist kein Spaß(auch bei Erwachsenen nicht).Meine siebenjährige tochter hat auch Rheuma,ich weiß also wovon ich rede.:(
    Zu den Blutwerten kann ich dir nichts sagen,vielleicht liest es ja noch ein Experte.;)
     
  3. jana94

    jana94 Gesperrter Benutzer

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    Wie waren denn die Entzündungsparameter (BSG,CRP).
    Hatte deine Tochter schonmal einen Zeckenbiss?
    Hast du Auffälligkeiten an der Haut bemerkt?

    LG,
    Jana
     
  4. suchender

    suchender Neues Mitglied

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    hallo,

    wir waren beim Kinderarzt, dann beim Rheumatologen (zum Zeitpunkt der Kur) und jetzt wo´s wieder aufgetaucht ist zunächst beim Kinderarzt, da der Rheuma-Doc erst Anfang Juli wieder im Dienst ist...

    Namen und Orte möchte ich aus Gründen der Diskretion nicht nennen...
     
  5. suchender

    suchender Neues Mitglied

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    @jana

    CRP 2.0 (Norm bis 10.0)


    Zeckenbiss zu 99,999999 % ausgeschlossen, da ich sie jeden Tag abdusche, Haare föne etc... also das wäre mir aufgefallen...
     
  6. jana94

    jana94 Gesperrter Benutzer

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    Ausschlag hat sie keinen?
     
  7. suchender

    suchender Neues Mitglied

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    nein, nur zum Zeitpunkt des ersten Auftretens Scharlach (und den Ausschlag dazu)...
     
  8. jana94

    jana94 Gesperrter Benutzer

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    In dem Zusammenhang würde ich an eine reaktive Arthritis denken. Nach einer Streptokokkeninfektion (Scharlach, Streptokokkenangina) findet man dies zwar selten,es wäre aber durchaus möglich
     
  9. suchender

    suchender Neues Mitglied

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    das ist ja die Schiene in die ich auch denken will, da ich mich mit der Rheuma-Geschichte noch nicht anfreunden kann/will, wenn Du verstehst, was ich meine...
     
  10. jana94

    jana94 Gesperrter Benutzer

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    Naja, auch eine reaktive Arthritis hat im grunde etwas mit der "Rheuma-Schiene" zu tun.
    Denn die Behandlung mit Antibiotika ist hier umstritten und meistens auch wenig erfolgreich.
    Meist hilft nur eine entsprechende Basistherapie..
     
  11. suchender

    suchender Neues Mitglied

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    ...und Basistherapie heisst ?
     
  12. jana94

    jana94 Gesperrter Benutzer

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    Es stehen hierfür verschiedene Medikamente zur Verfügung, wie z. B. MTX, Sulfasalazin, Quensyl usw.
    Allen ist gemeinsam, dass sie (wenn auch auf unterschiedliche Weise) die Überaktivität des Immunsystems mindern sollen.
    Oftmals sind diese Medikamente sehr wirksam, können aber auch zu erheblichen Nebenwirkungen führen.
     
  13. suchender

    suchender Neues Mitglied

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    aha, und wie könnten diese Nebenwirkungen bemerkbar machen ?
     
  14. jana94

    jana94 Gesperrter Benutzer

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    Alle aufzuzählen würde den Rahmen hier sprengen.
    Die meisten Nebenwirkungen sind nicht lebensgefährlich,sondern eher unangenehm. Bei regelmäßiger Kontrolle kann man zudem schnell eingreifen, wenn sich Auffälligkeiten zeigen.
    Eine gute Basistherapie ist auf jeden Fall unerlässliche bei einer chronischen Arthritis!
     
  15. suchender

    suchender Neues Mitglied

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    ...und demzufolge auch bei einer Rheuma-Erkrankung, schätz ich mal ?
     
  16. jana94

    jana94 Gesperrter Benutzer

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    Bei einer rheumatischen Erkrankung auf jeden Fall!
     
  17. suchender

    suchender Neues Mitglied

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    ich danke Dir erstmal...
     
  18. Witty

    Witty Neues Mitglied

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    Hallo Suchender,

    die ANA sind leicht erhöht. Bitte den Arzt darum, dass er auch diese Werte nochmals kontrolliert und auch nach den ENA sucht. Deshalb hat der Arzt
    wohl auch so komisch rumgequasselt, dass es sich um Rheuma handelt.
    Viell. hilft der Saft vorerst mal, aber lasse dir alles genau erklären.
     
  19. waschbär

    waschbär Neues Mitglied

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    Hallo suchender,

    es hört sich schon so an, als habe Deine Tochter eine rheumatische Erkrankung.
    Das Blutbild ist soweit in Ordnung. Der CRP-Wert auch.
    Diese müssen bei einem Kind mit Rheuma nicht unbedingt auffällig sein.
    Du solltest Deine Tochter möglichst rasch einem Kinderrheumatologen vorstellen.

    Schon möglich, dass die Scharlacherkrankung beim ersten Auftreten des "dicken Kniegelenkes" an der Entstehung desselben beteiligt war im Sinne einer reaktiven Arthritis.
    Beim erstmaligen Auftreten einer Gelenkschwellung bei einem Kind weiß man oft noch nicht "in welche Richtung es geht" (ob nochmal Gelenkschwellungen auftreten werden oder ob es eine einmalige Schwellung war).

    Die Therapie damals - das Kniegelenk zu punktieren und kurzzeitig mit Cortison zu behandeln - war richtig und sinnvoll, wenn nur dieses eine Gelenk geschwollen war.


    Der Nachweis von ANA (Antinukleären Antikörper) und das erneute Anschwellen des Kniegelenkes sprechen dafür, dass Deine Tochter eine sogenannte ANA-positive Oligo-Arthritis "Kleinmädchenform" hat.

    Die Gabe von Nurofen ist erstmal o.K.
    Sinnvoll wäre auch das Kniegelenk mit Eis zu kühlen. (Kann ich auf Anfrage näher erklären).

    Stelle Deine Tochter schnell einem Kinderrheumatologen vor:
    er wird entscheiden, ob das Kniegelenk nochmal punktiert werden muss, ob eventuell noch andere Gelenke betroffen sind (manchmal fällt das bei Kindern nicht so auf, und ein nicht in der Untersuchung von kindlichen Gelenken versierter "übersieht" auch leicht mal eine nur geringe Schwellung).
    Der Kinderrheumatologe wird dann auch entscheiden, ob und ab wann eine sogenannte Basistherapie notwendig ist.

    Ist damals der Borrelientiter (Antikörper gegen Borrelien) bestimmt worden (wie Jana schon fragte?). Ich gehe mal davon aus, wenn ihr damals im Krankenhaus wart.
    Dieser sollte eventuell nochmal bestimmt werden.
    Sehr viele Zeckenstiche werden nicht bemerkt, da die sogenannten Nymphen (Babyzecken) sehr klein und hell sind und die Zecke eventuell nach einem Biss wieder abfallen kann.

    Aufgrund der positiven ANA in Verbindung mit dem geschwollenen Kniegelenk gibt es ein nicht unerhebliches Risiko, dass Deine Tochter eine Iridocyclitis (Regenbogenhautentzündung) entwickelt.
    Diese ist meist symptomlos (das Kind spürt nichts davon und man sieht keine Rötung oder ähnliches). ´
    Deshalb sollte Deine Tochter einem Augenarzt vorgestellt werden, der in der Untersuchung rheumakranker Kinder erfahren ist (wenn ihr zu einem Kinderrehumatologen geht- diese arbeiten oft mit einem oder 2 bestimmten Augenärzten zusammen).

    Aber ich möchte Dir ein wenig die Angst nehmen:

    Rheuma ist bei Kindern - wenn sie von einem Fachmann betreut werden - gut zu behandeln.
    Wichtig ist, dass Kinder rasch und ausreichend behandelt werden, damit das Gelenk/die Gelenke keinen Schaden nehmen.

    Viele Kinder, die adäquat behandelt werden, haben als Erwachsene kein Rheuma mehr und benötigen auch keine Medikamente mehr.


    liebe Grüße waschbär
     
    #19 27. Juni 2008
    Zuletzt bearbeitet: 28. Juni 2008
  20. suchender

    suchender Neues Mitglied

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    ...alles klar, vielsen Dank nochmal...an alle...