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10 "Gebote"für Gesunde im Umgang mit Rheumakranken

Dieses Thema im Forum "Austausch für und mit Angehörigen" wurde erstellt von Vadder, 13. November 2006.

  1. Vadder

    Vadder albert

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    aus " Rheuma- Mobil"
    von Dipl.-Psych.F. Schuchmann Bayreuth.

    1 Betrachte meine Erkrankung nicht als etwas"Peinliches".Es
    ist eine Tatsache - ich muß damit leben,und Du kannst
    Dich so verhalten ,Daß es mir leichter fällt.

    2 Benimm Dich mir gegenüber so normal wie möglich.Ich bin
    auch mit der Erkrankung ein vollwertiger Mensch.

    3 Bemitleide mich nicht!Es mag gut gemeint sein, aber es
    ist keine Hilfe.

    4 Glaube nicht, daß Du immer sofort etwas tun mußt,wenn
    Ich nicht weiterweiß. Ich will und muß lernen,
    schwierige Situationen durchzustehen.

    5 Nimm mir nicht Dinge aus der Hand, die ich noch selbst
    tun kann.Ich brauche meine Erfolgserlebnisse, um
    mich aufzubauen.

    6 Denke daran, daß ich manche Dinge langsamer oder
    umständlicher tun muß als Du.Ich kann nur in meinem
    eigenen Tempo vorankommen - laß Du Dich nicht aus
    der Ruhe bringen.

    7 Zeige mir eindeutig, wenn Du für mich "da bist". Ich
    werde oft Deine Hilfe und Dein Verständnis brauchen -
    aber ich will auch lernen, einmal zu warten.

    8 Rede mit mir nicht ständig über die Krankheit - wir
    haben auch anderen Gesprächsstoff.

    9 Versuche mich so zu akzeptieren wie ich bin, auch wenn
    Du mich nicht immer verstehen kannst.

    10 Hab die Gelassenheit, Dinge anzunehmen, die Du nicht
    ändern kannst.
    Hab den Mut, Dinge anzupacken, die Du ändern kannst,
    und gewinne die Weisheit,das eine vom anderen zu
    unterscheiden.


    Anm. Ich schätze diese Zeilen sind bestimmt 20 Jahre alt ?
    und treffen immer noch zu!?

    mit freundlichem gruß vadder



     
  2. Marie2

    Marie2 nobody is perfect ;)

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    gut! :D vadder!

    lg marie
     
  3. ysa

    ysa Neues Mitglied

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    Wirklich gut - danke für den Text...:)

    Obwohl... bei Punkt 8 würde ich noch hinzufügen:

    Aber wenn ich darüber reden will, dann hör mir zu und wundere Dich nicht über viele gegensätzliche Gefühle diesbezüglich!!!!:rolleyes:

    Liebe Grüße!

    ysa
     
  4. herzblatt

    herzblatt Neues Mitglied

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    Sehr guter Text :)

    Punkt 10 ist übrigens eine Abwandlung von Dietrich Bonhoeffer. Er schrieb den Text in der Gefangenschaft im Dritten Reich. Dem ging es damals bestimmt nicht gut.
    Gott gebe mir die Gelassenheit,
    Dinge hinzunehmen,
    die ich nicht ändern kann;
    den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann;
    und die Weisheit, das eine vom anderen
    zu unterscheiden.
     
  5. kukana

    kukana Moderatorin

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  6. herzblatt

    herzblatt Neues Mitglied

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    Danke Kuki für den Link. Sehr interessant.
    Gruß herzblatt
     
  7. rose40

    rose40 Leben und leben lassen

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    danke

    Dankeschön denke das ist in jedem Tag gerade im Alltag für Uns wichtig!!!;)
     
  8. rose

    rose Neues Mitglied

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    Hallo

    Gebot 10

    Der Spruch hängt auch in Uerdingen im St. Josef Krankenhaus.
    Hat mir da schon sehr gefallen

    rose
     
  9. Guten Morgen
    Ich hab mir die 10 Gebote mindestens 20 mal durchgelesen. Also weiss ich jetzt wie ich damit umgehen sollte. Anders herum würde mir ebenfalls so einiges einfallen.
    Ich hab mir ja so einen Austausch für Angehörige gewünscht, bekam viele PN´s von Angehörigen. Jetzt, wo Alex es uns möglich machte, läuft es hier sehr schleppend. Ich hab 1000 Gedanken im Kopf. Da ich mit einigen Dingen sicher "anecken" würde, unterlasse ich es lieber, meine Ansichten zu äussern.
    Wenn jemand von den Angehörigen ähnlich denkt wie ich und das hier nicht öffentlich besprechen möchte, dann bin ich auch in Zukunft gern bereit, mich per PN auszutauschen.
    Ein schönes 1. Advent- Wochenende wünscht euch allen Sylke
     
  10. Gitta

    Gitta Aktives Mitglied

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    Bärlin :-)
    ??

    10 Gebote,
    das hört sich für mich ziemlich seltsam an.Ich bitte meine Familie.Auch erwarte ich in meiner Ungesundheit, ganz einfach einen normel Respekt.
    Wir sind 2 Schmerzpatienten und ich muß sagen, wie soll ich das angehen?Wer soll von uns Gebote einhalten?
    Egal um welche Ungesundheit es sich handelt.Niemals kann ich in der Richtung etwas gebieten, ich für mich kann nur, an den gesunden Menschenverstand appelieren.
    Alzheimer, das hatten wir auch,mein Schwiegervater hatte es, er währe mir nie peinlich gewesen, egal, was er gesagt hat.Leider, kann nicht jeder mit Ungesundheiten umgehen, egal um welche es sich handelt.
    Ich wünsche allen eine schöne Adventszeit,eine liebe Famlie und alles, was sich jeder für sich selber wünscht.
    Biba
    Gitta
     
  11. Gebot Nr. 3 macht mich persönlich traurig. Man soll in der Partnerschaft reden, man soll sich und den anderen verstehen, aber bemittleiden darf ich nicht? Aber doch "mit leiden"!!! Ach ja, das Mitleid bekommt man dann hier im Forum, oder wie sollte ich das verstehen? Also mit diesem Punkt fühle ich mich schlichtweg ausgeschlossen!!!
    Wie ich schon geschrieben habe, wünschte ich mir einen Austausch für Angehörige von chronisch Kranken. Jeder der sich hier dann vielleicht auch mal "ausjammern" wollte, kann ja nun lesen, was zu tun ist...oder doch nicht?
    Die 10 Gebote helfen mir nicht. Ich weiss nur, ich sollte mich zurückhalten, aber doch da sein. Ach könnt ich doch hellsehen!!!
    Schönen Abend wünscht Sylke

    @Gitta....schön mal wieder von dir zu lesen, hab dich schon vermisst!!!;)
     
    #11 5. Dezember 2006
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 5. Dezember 2006
  12. Gitta

    Gitta Aktives Mitglied

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    mitleid?

    es gibt für mich unterschiedliche mitleid. echtes und geheucheltes.
    wir, mein großer grauer und ich, wir wechseln uns im mitleid ab.
    was möchte ich eigentlich sagen.jede/r ist wie sie/er ist und geht mit dem leben auf ganz eigene Art um.
    Biba
    Gitta
     
  13. Conny37

    Conny37 Guest

    Ich tu mich selbst manchmal schwer, mit mir umgehen zu können. Wie sollen das dann meine Angehörigen tun?
    Meine Tochter (14) gab sich erst die Schuld daran, dass ich die RA bekommen hab. Das habe ich ihr nun mittlerweile mehr oder weniger erfolgreich ausgeredet. Wenn ich jetzt nen Schub hab oder Schmerzen hab, kommt von ihr sofort die Frage "Mama bin ich daran schuld?"
    Mir kommt es so vor, als wenn es für Betroffene und Angehörige gleichermaßen und doch jeweils anders schwer ist, mit dem Gegenüber richtig umzugehen.

    Liebe Grüße Conny
     
  14. Danke Conny, der letzte Satz macht dich mir sehr sympatisch;)
    Leider sieht das nicht jeder so.
    LG von Sylke
     
  15. Conny37

    Conny37 Guest

    Liebe Sylke,
    danke schön. Ein nettes Wort zur rechten Zeit, das hat mir gut getan.;)

    Liebe Grüße Conny
     
  16. Muckel1986

    Muckel1986 Neues Mitglied

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    Da stimm ich dir voll und ganz zu - machmal braucht man einfach jemanden zum reden.

    Gruß Muckel|Tobias
     
  17. Salvina

    Salvina Registrierter Benutzer

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    Mitleid?

    GutenMorgen,

    hmmmm, Mitleid ist halt so'no Sache, ist es rtwünscht oder nicht, ist es echt oder geheuchelt,... außerdem hat es so nen Touch von mitleiden, was ja davon abgeleitet wird.
    Mitgefühl ist meiner Meinung nach besser, hier zeigt man seinem Gegenüber, dass man mit ihm fühlt, für ihn da ist...und gibt einem gleichzeitig die Möglichkeit, sich etwas abzugrenzen, bildlich gesprochen, denn was bringt es dem Angehörigen, sich selbst in die Krankheit hineinzusteigern, da verliert er doch sein eigenes Ich.
    Natürlich ist man davon betroffen, davon kann ich ein Lied singen, mein Partner leidet auch unter MB, aber man sollte sich selbst nicht aufopfern, das bringt weder dem anderen, noch sich selbst etwas.

    lg, Salvina
     
  18. Sabinerin

    Sabinerin Aktives Mitglied

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    Hallo zusammen,

    ich finde die Zeilen gut, aber.... ;)
    Mit dem was sie "fordern", setzen sie voraus, daß der erkrankte Mensch eine gesunde Haltung zu sich und seine Erkrankung hat.

    Gibt es auch Zeilen für die Angehörigen von erkrankten Menschen? Schließlich sind sie auch "betroffen".

    Eine chronische (Schmerz)Erkrankung betrifft nicht nur den erkrankten Menschen, sondern seine gesamte Familie, also den Partner, die Kinder, die Eltern etc.

    Am Anfang ist es für alle Beteiligten schwierig, damit umzugehen und die Erkrankung wird schnell zum Mittelpunkt des Geschehens. Wenn alle Beteiligten offen sind, dann wird über die Erkrankung offen gesprochen, wie jeder Einzelne sich fühlt und dann haben alle eine Chance, daß die Erkrankung zum "normalen Alltag" gehört.

    Diese Offenheit wird leider nicht in allen Familien praktiziert, somit bleiben erkrankte Menschen wie auch die Angehörigen mit ihren Ängsten und Sorgen alleine bzw. unverstanden.


    Auch für die Angehörigen ist es nicht einfach mit einem Menschen zusammenzuleben, der krank ist, der stetig Schmerzen hat, der sehr eingeschränkt ist. Damit wird auch sein Leben verändert, obwohl er nicht "selbst betroffen" ist.


    Das ist die andere Seite und die wird leider etwas vernachlässigt.


    Das setzt aber voraus, daß der erkrankte Mensch seine Erkrankung selbst akzeptiert. Wie sonst kann er von anderen verlangen sie zu akzeptieren, wenn er es selbst nicht tut? ;)

    Gleiches gilt für das "peinlich sein", für das eigene Ansehen, ein "vollwertiger Mensch" zu sein, selbst schnell ungeduldig werden etc.

    LG
    Sabinerin
     
    #18 13. Dezember 2006
    Zuletzt bearbeitet: 13. Dezember 2006
  19. Sabinerin

    Sabinerin Aktives Mitglied

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    Hallo zusammen,

    mir fällt noch ein weiterer wichtiger Punkt ein:

    Viele erkrankte Menschen erwarten, daß der Partner anpackt, wo sie Hilfe brauchen, viel Verständnis zeigt und körperliche wie seelische Unterstützung bietet. Das sollte grundsätzlich in jeder Partnerschaft so sein!

    Aber Hand auf´s Herz: Wie viele erkrankte Menschen unterstützen ihre "gesunden" (oder relativ gesunden) Partner ein Leben frei von Einschränkungen zu leben, ein Leben ohne Erkrankung, die die Partner nicht haben? Evt. gemeinsam ein Urlaub zu planen, den der Partner alleine macht oder ihn in einem Hobby unterstützen, welches sie selbst nicht ausüben können oder ihn motivieren alleine wegzugehen etc ?

    Auch das gehört zu einer Partnerschaft.

    LG
    Sabinerin
     
  20. Salvina

    Salvina Registrierter Benutzer

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    ein wahres Wort!!!

    Es ist nicht immer selbstverständlich, dass man sein Leben nach der Krankheit seines Partners einrichtet, obwohl man dies tut... es wird aber leider als selbstverständlich angesehen

    Ich komme aus einer nicht besonders glücklichen Ehe, bin also geschieden und habe mein Glück in meinem jetzigen Partner wieder gefunden. Das Glück währte nicht lange und nach einem halben Jahr begann seine Krankheit ihn mehr oder weniger niederzustrecken. Es ging immer mehr bergab und damit wurde auch unser Leben sehr eingeschränkt. Kein Weggehen abends mehr, aber es gibt auch kein Verständnis, wenn ich mal abends weggehen möchte, sei es alleine (ich akzeptiere es, dass er nicht will/kann, aber bitte er kann doch nicht von mir verlangen, dass ich auch immer nur zu Hause herumhocke), keine Ausflüge (wir feierten zB vorige Woche unseren 3. Jahrestag und zu diesem Anlass habe ich ihm eine Übernächtigung in einem schönen Hotel geschenkt, mit Dinner for two... abgesehen davon, dass er auf den Jahrestag vergessen hat, sind wir am Sonntag gleich wieder nach Hause gefahren, weil es ihm wieder schlecht ging - ich war und bin noch immer frustriert)

    Lange Rede, kurzer Sinn
    Es wäre wirklich schön, wenn sich der Erkrankte auch ab und zu mal in die Lage der Angehörigen versetzen würde, und nicht immer nur verlangen würde, dass er verstanden wird. Sätze wie "Du kannst Dir das ja nicht vorstellen,..." sind überflüssig, denn man ist ja schließlich nicht blind und leidet auch mit.

    Ehrliche und vielleicht auch harte Worte.

    Liebe Grüße, Salvina