Hallo ihr Lieben, nach langer Zeit melde ich mich mal wieder und habe gleich eine Frage: Mich hat vor ca. 6 Wochen ein heftiger Herpes Zoster erwischt und ich bin jetzt gerade mal soweit, dass die Hautläsionen heilen. Seit ich gelesen habe, dass man den gleich noch einmal bekommen kann, überlege ich, wann ich das Olumiant wieder nehme. Ich habe es in diesen Wochen abgesetzt, jetzt jedoch meldet sich die RA wieder ordentlich zurück... Hat Jemand von euch Erfahrungen damit? Und noch eine Frage: Gibt es hier Jemanden, der sich nach überstandener Gürtelrose (Herpes Zoster) dagegen impfen lassen hat? Für Erfahrungen bin ich sehr dankbar! Ich bin echt so bedient! Allerdings scheine ich ja durchaus nicht die Einzige hier zu sein, wie ich in älteren Threads gelesen habe. Neue Erfahrungen nehme ich gern entgegen, denn der Impfstoff wurde scheinbar angepasst... Herzliche Grüße tilia
Hallo @tilia Ich hatte unter Leflunomid am 17.Februar 2021 Gürtelrose im Gesicht und Kopfbereich. Erst am 10.März durft ich Leflunomid wieder nehmen. In der Zwischenzeit bekam ich Kortison...wenn ich mich richtig erinnere. Irgendwann danach bin ich auch gegen Gürtelrose geimpft worden...ich meine es war, bevor ich auch Olumiant gewechselt bin. Die erste Impfung habe ich ohne Probleme überstanden. Nach der zweiten Impfung lag ich 2 Tage mit Fieber flach. Aber alles in allem war es nicht schlimm - ich würde es wieder machen. Falls du noch was dazu wissen willst, melde dich bitte. Bin gerade so wirr...kann mcih schlecht konzentrieren. LG Snoopie
Hallo tilia, Ich hatte schon zweimal die Gürtelrose. Und hab mich dagegen impfen lassen, mit Shingrix. Allerdings habe ich die beiden Impfungen schlecht vertragen, war ziemlich angeschlagen danach. Aber lieber so, als noch mal die Gürtelrose in vollem Ausmaß zu bekommen. Weiterhin gute Besserung für dich!
Hallo @Snoopie2000 , lieben Dank für deine Erfahrungen! Die Impfung scheint ja heftig zu sein... Aber wenn man danach wirklich die Chance hat, verschont zu bleiben, denke ich darüber nach. Hast du nach der Impfung keine Gürtelrose mehr bekommen? Liebe Grüße tilia
Hallo @Mona-Lisa , herzlichen Dank für deine Erfahrungen! Wie lange ist deine Impfung her? Also: Wie lange danach wirst du schon von der Gürtelrose verschont? Liebe Grüße tilia
Hallo tilia,mein Lima hatte eine Gürtelrose und hat sein Humira in der Zeit 1x pausiert ( er hat damals alle 14 Tage gespritzt). Als man sich dann impfen lassen durfte waren wir schnell dabei,beide Impfungen haben uns 3-7 Tage krank beschert,wir würden uns beide trotzdem wieder impfen lassen. Liebe Grüße von Katjes
Liebe @Katjes , @Snoopie2000 , @Mona-Lisa , habt herzlichen Dank für eure Rückmeldungen! Anscheinend lohnt es sich, die Impfung zu ertragen... Gleichzeitig habe ich im Internet eine Studie des Paul-Ehrlicher-Institutes gefunden, die sich zu Verdachtsfällen äußert, der Impfstoff rufe in einigen Fällen die Gürtelrose erst hervor: https://www.pei.de/DE/newsroom/hp-meldungen/2024/240411-shingrix-studie.html Nunja, aber bei euch ist es gut gegangen, wenn man von den heftigen Nebenwirkungen danach absieht. Liebe Grüße tilia
Hallo, mit Ende 20 und rheumatoider Arthritis hatte ich die erste Gürtelrose, mit Anfang 50 die zweite und dann noch zweimal mit Ende 50 / Anfang 60. Also habe ich mich impfen lassen ( ohne Komplikationen ) und hoffe, dass nichts mehr auftritt. Allen Betroffenen wünsche ich das Allerbeste!
@tilia Ein paar Tage Fieber zählt für mcih nicht zu heftigen Nebenwirkungen! Da gibt es wirklich schlimmeres. Ich würde mich jederzeit wieder impfen lassen.
Viermal Gürtelrose ist wirklich hart... wie schön, dass du jetzt davon befreit bit! Herzliche Grüße + Danke! tilia
Mein Mann und ich haben beide die (doppelte) Shingrix-Impfung dankbar erhalten, jeweils ohne jegliche Nebenwirkungen. Ich bereits (schätzungsweise) 2018, obwohl ich da noch keine 60 war, mein Mann dieses Jahr, da ist er 60 geworden. Ich kann jeden nur zur Impfung ermuntern, die Gürtelrose ist wahrhaftig kein Spaß...
Danke, mondbein, für diesen Beitrag. Es ist schön, nicht immer nur die "Hiobsbotschaften" zu lesen. Ich habe zu dem Thema eine differenzierte (und manchmal auch differente...) Haltung. Bezüglich der Zosterimpfung möchte ich nur sagen: ich verstehe, dass jemand besorgt ist, wenn er nach einer Impfung Fieber bekommt (die nach Impfung unmittelbar aufgetretene Zostererkrankung dürfte ein ganz anderes Thema sein und kommt nicht durch die Impfung, sondern aufgrund vorbestehender Schwächung des Immunsystems durch Stress, Erkrankungen etc.) Deshalb möchte ich das zu erklären versuchen: es ist keine "Komplikation" der Impfung, wenn nach der Gabe des Impfstoffs für ein, zwei Tage (individuell vielleicht auch drei oder vier, aber eher ausnahmsweise) Fieber auftritt, sondern eine bekannte und nicht seltene Nebenwirkung, die mich nicht sonderlich wundert und eben bei einem guten Teil der Impflinge auftritt. Wie mondbein schon richtig sagte, kenne ich eine erkleckliche Zahl an Menschen, die davor grundlos (das weiß man natürlich erst später....) Angst hatten. Andere reagieren heftig. Auch wenn das jetzt nicht wissenschaftlich ist, sondern eher pragmatisch-erklärend, erkläre ich das Betroffenen mit Sorge vor schlimmen Nebenwirkungen häufiger so: Das Virus, das den Herpes Zoster auslöst (und zwar durch Reaktivierung, nicht - mit eher seltenen Ausnahmen - durch eine Neuinfektion!), ist das Varizella-Zoster-Virus, sprich, das Windpockenvirus. Wer Kinder hat oder mit ihnen zu tun, weiß, dass diese mit Windpocken auch oft ziemlich krank sind, oft mit Fieber, sich davon aber relativ rasch erholen. Das Virus gehört weiterhin zu den Herpesviren, die allesamt ziemlich aggressiv (virulent, ansteckend) sind und das Immunsystem kräftig beschäftigen. Wenn man sich nun vor Augen führt, dass mit einer Impfung biologisch nichts Anderes passiert, als dass quasi zur Motivation des Immunsystems zur Bildung von Antikörpern die zu verhindernde Krankheit "imitiert" wird*, leuchtet einem ein, dass die Impfung auch etwas belastender sein kann als z. B. die gegen Röteln, die ja auch als Krankheit meist unbemerkt (!) verlaufen. Gegen das Fieber hilft die Einnahme eines fiebersenkenden Medikaments für kurze Zeit und nur bei Bedarf (welches, darf jede/r die Ärzt.innen ihres/seines Vertrauens fragen oder ihn und den Apotheker erschlagen - nö, da bin ich jetzt irgendwie auch falsch abgebogen ). Ich hoffe, die Erklärung hilft ein wenig, die Angst zu nehmen. Fieber ist prinzipiell bei JEDER Impfung möglich und eigentlich lediglich ein "hallo" des Immunsystems, das eine Entzündung - die ja durch die Impfung angefeuert wird! - "meldet", aber in der Regel nicht per se gefährlich. *Dass dies mit abgeschwächten oder abgetöteten Anteilen der jeweiligen Viren (Antigenen) erfolgt, ist dafür deshalb gut geeignet, weil die Antikörperbildung spezifisch ist - das Wesen einer Impfung! Bei Lebendimpfungen sind die abgeschwächten (attenuierten) Viren noch am Leben, aber beim funktionierenden Immunsystem nicht krankheitserregend, sondern "nur" immunogen, das heißt, sie wirken abwehrbildend. Liebe Grüße!
Lieben Dank @mondbein und @Schleiereule für eure Beiträge! Gut zu lesen, dass die Impfung auch gut vertragen werden kann. Wobei das Fieber jetzt nicht der Hauptfaktor für mich wäre, der Impfung vorsichtig gegenüber zu stehen... Was ich tatsächlich nicht verstehe, trotz med. Ausbildung, ist, weshalb die Impfung vor einer weiteren Erkrankung schützt, ein Ausbruch des Herpes Zoster dagegen das Immunsystem anscheinend nicht ausreichend aktiviert, beispielsweise ausreichend T-Killerzellen anzuhäufen um weitere Ausbrüche möglichst abzuwehren. Kann man den Unterschied feststellen, erläutern? Nach meiner Information bleibt das Virus (Varizellen) lebenslänglich erhalten und treibt sein Unwesen, wenn das Immunsystem aus unterschiedlichen Gründen schlapp macht... Ich verstehe nicht, wieso eine Impfung das Virus stoppen kann, wenn die Erkrankung, wie hier im Forum glaubhaft beschrieben, vorher schon mehrmals ausgebrochen ist. Ich würde es gern verstehen. Vielleicht gibt es hier Jemanden, der mir das erläutern kann, es interessiert mich wirklich. Liebe Grüße tilia
Hallo tilia, ich kann dir nicht sagen, ob es dazu wirklich sauber heraus gearbeitete Begründungen gibt. Soviel kann ich aber sagen: Du hast Recht, das Virus persistiert lebenslang im Organismus, und zwar in den Ganglien des Rückenmarkes, von wo aus es auch bei einer Reaktivierung "gürtelförmig" auswandert und den zugehörigen Rückenmarksnerv entzündet (Herpes zoster ist die Entzündung eines Nerven entlang seines Verlaufes, der eben segmentweise wie eine Art "Seitenast" aus seiner Heimat im Rückenmark austritt und in die Peripherie verläuft, was zumindest entlang der Rippen gürtelförmig der Fall ist - namensgebend! Am Auge oder im Gesicht erinnert der Befall ja nicht an einen Gürtel). Das ist insbesondere dann gerne der Fall, wenn das Immunsystem aus irgendeinem Grund kompromittiert ist. Das wiederum hat zahlreiche Ursachen (Vorerkrankungen, Medikamente zur Immunmodulation/-suppression, Stress, Untergewicht und und und - und vor Allem das zunehmende Alter. Das Stichwort lautet Immunoseneszenz, was nichts Anderes bedeutet als Alterung des Immunsystems*) *Zum Vergleich: Es verhält sich mit dem Immunsystem vergleichsweise wie bei einem alten Auto - das fährt auch noch, aber es ist nicht mehr vollständig leistungsfähig, zeigt Verschleiß- und Ermüdungserscheinungen, hat hin und wieder ein paar Macken/Schwächen und ist eben nicht mehr ganz neu; das ist auch der Grund, warum zahlreiche Infektionen u.a. bei Älteren kritischer sind als bei Jüngeren und daher die Schutzimpfungen in Folge dringlicher empfohlen werden (Grippe, Zoster, RSV, Pneumokokken etc. p.p.). Oft sind ja auch die Impfstoffe für Ältere (z. B. Efluelda gegen Grippe ab 60 Jahren) gezielt und beabsichtigt wirkverstärkt, also immunogener, um einen vergleichbaren Effekt zu erzielen wie bei Jüngeren. Zur Zosterimpfung selbst: meine Erklärung ist die, dass die erneute konkrete Konfrontation mit dem Erreger bzw. Antigen eine Art "Boost" (man spricht ja auch bei Auffrischimpfungen davon) für das Immunsystem ist, um den im Grunde ja latent vorhandenen Schutz aufzuhübschen. Im Gegensatz zur Reaktivierung ist das ja ein geplanter Zeitpunkt bei guten Grundvoraussetzungen und daher ein besseres "Training" mit Plan, also dann, wenn dein Immunsystem nicht gerade darniederliegt und ohnehin bereits schwächelt. Was definitiv nachgewiesen werden konnte: Sowohl die Anzahl der Zosterfälle als auch der Komplikationen, hier sei vor Allem die sehr lästige, oft jahrelang anhaltende Postzosterneuralgie (das ist wirklich kein Spaß!!) genannt, konnten durch die Schutzimpfung deutlich reduziert werden. Im jahrelangen Verlauf zeigte sich ein leichter Rückgang des Schutzlevels (wieder Stichwort Immunoseneszenz), aber bei Weitem nicht auf das Niveau ohne Impfung. Man kann also die Impfung als eine Art "Neuschulung" oder Überholung des Immunsystems betrachten, das - wie alle Systeme im Organismus - irgendwann eben nicht mehr ganz up to date ist...... Was übrigens interessant ist: auch das Risiko für Demenzen scheint signifikant reduziert werden zu können gegenüber Ungeimpften! Das ist aus meiner Sicht eine erfreuliche Botschaft, nehmen doch die Demenzfälle meiner Erfahrung nach massiv zu (oder werden häufiger und früher bemerkt?) Auch interessant: die Impfung gegen Herpes zoster bei Risikopatienten wird auch dann ausdrücklich empfohlen, wenn 1. schon ein oder mehrere Male eine Gürtelrose aufgetreten ist und 2. auch dann, wenn (was in unseren Generationen noch nicht serienmäßig der Fall war) zuvor irgendwann im Leben gegen Varizellen (Windpocken, gleiches Virus!) geimpft wurde. Ich hoffe, ich konnte ein wenig Licht ins Dunkel bringen. Selbst (ich gebe es gerne zu) bin ich noch nicht gegen Zoster geimpft, habe aber auch eine gute erworbene Resilienz sowohl physisch als auch psychisch, was erheblich dazu beiträgt, dass ich sehr wenige Infekte habe. Trotzdem steht die Impfung nach einem anderen Intermezzo (mehrere dringlichere Impfungen zur Vorbereitung einer Reise im letzten 3/4 Jahr, daher vertagt) auf meiner to-do-Liste. Angst (oft konkret, aber irrational) ist kein sonderlich guter Ratgeber - weder vor Impfungen noch vor Erkrankungen, Vorsicht hingegen immer! Die "Standard"impfungen habe ich alle schon längst gemacht (u.a. Pneumokokken, die sehr unschöne Erkrankungen verursachen) Beste Grüße!
Hallo liebe @Schleiereule , Hab vielen Dank für deinen engagierten Beitrag ! Dann wünsche ich dir ein "gutes Händchen " bei deinen Impfentscheidungen, auch was den Zeitpunkt betrifft! Liebe Grüße tilia