Hallo ihr Lieben, ich war schon länger nicht im Forum unterwegs, habe jetzt aber eine Frage. Ich habe eine Mischkollagenose und habe nun zusätzlich einen Bluthochdruck entwickelt. Bekomme Candesartan und HCT. Nun sagte man mir in der Apotheke dass ich keine NSAID’s mehr nehmen darf (Diclofenac etc.) weil dadurch die Nieren geschädigt werden… Ich nehme Novaminsulfon ungerne tagsüber weil ich davon müde werde und Tramadol kann ich nicht ab (unstillbares Erbrechen). Hat jemand ein ähnliches Problem? Habe erst in einem Monat einen Termin beim Rheumatologen.
Liebe Grüße, Mischa
Mischa,
es ist in der Tat so, dass NSAR in Kombination mit ACE-Hemmer oder Sartan ein etwas erhöhtes Risiko für die Nieren mit sich bringen. Das ist bedingt durch den Wirkmechanismus der NSAR und der Sartane/ACE-Hemmer an den Gefäßen der Nierenkörperchen und betrifft im Wesentlichen die regelmäßige Einnahme, und da vor Allem bei Menschen mit Nierenvorschädigungen.
Ich an Deiner Stelle würde das explizit mit dem verordnenden Arzt absprechen.
Ich finde es - um es wiederholt zu erwähnen - immer wieder charmant, wie Apotheker (so nützlich das manchmal sein mag) ohne jeglichen Skrupel in die Behandlung von Menschen hineingrätschen, ohne notwendige Details zu kennen.
Hätte der Apotheker das Vorgehen oder seine vermutetete (zumindest relative....) Kontraindikation vorab mit dem Arzt besprochen, statt den Patienten zu verunsichern, wäre für mich ein Schuh daraus geworden.......
Meine Haltung dazu:
1. Sicher muss man aufpassen, wenn jemand ohnehin zu Blutdruckspitzen neigt (s. Beitrag von Katjes, bei der, wenn ich es richtig verstanden habe, die Dinge besprochen wurden!). Zu beurteilen, was dabei zusammengeht oder nicht, ist Sache des behandelnden Arztes im Konsens mit dem Patienten (und NICHT des Apothekers).
2. Wechselwirkungen sind beileibe nicht immer ein Grund für den Verzicht auf wirksame Substanzen und auch nicht auf NSAR.
3. Ein behandlungsbedürftiger Bluthochdruck wird sehr häufig auch getriggert von Schmerzen - es ist also ein Abwägen der verschiedenen Faktoren, und dazu müssen die individuellen Bedingungen einigermaßen klar sein.
4. Es gibt oft Gründe, warum ein ACE-Hemmer (oder ersatzweise ein Sartan) das Mittel der Wahl zur Blutdrucksenkung sind. Unbenommen davon gibt es (s. Kati) eigentlich immer auch Alternativen, die allerdings nicht immer gleichwertig sind.
Ich persönlich finde es nicht in Ordnung, wenn Apotheken (wer auch immer dort sich dazu berufen fühlt....) Patienten imperativ davon zu überzeugen versuchen, dass sie bestimmte Medikamente nicht "nehmen dürfen".
Ihnen fehlt dazu die Einsicht in die spezifische Krankengeschichte, und sie sind dafür definitiv nicht zuständig oder gar autorisiert!