Ja, es ist alles schrecklich, wenn man in das Weltgeschehen blickt, wenn man sich schon bekriegen muss, dass man nicht wenigstens die Unschuldigen raushält.
Wobei irgendwie die meisten unschuldig sind. Sind es nicht die Machthaber, die keine Friedensabkommen wollen? Warum hat es dann mit Jordanien geklappt, dass Frieden herrschen kann? Die Machthaber sollten an die Front und selber kämpfen, dann würden sie schon sehen, wohin das Ganze führt. Aber die sitzen bequem in ihren Sesseln und kommandieren nur, um ihre Gier nach Macht, Geld, Land usw. auszuleben. Diejenigen, die sie als Werkzeuge benutzen, werden aufgestachelt; sie fühlen sich dann als Märtyrer, wenn sie ihr Leben lassen müssen. Ihnen ist es egal, ob eine Mutter ihren Soldaten-Sohn oder ihr unschuldiges Kleinkind beweint.
Bei meiner Israel-Reise letztes Jahr war es deutlich zu spüren, als die israelischen Soldaten mit geladenen Maschinengewehren unseren Bus stürmten, wo junge Burschen, fast noch Kinder, als Wachposten aufgestellt waren. Wer in der Weltpolitik konnte was ausrichten, als die Mauer um Bethlehem gebaut wurde, um die Palästinenser einzukesseln? Man will alle palästinensischen Regionen mit Stacheldraht einzäunen, um Ghettos draus zu machen. Man will ihnen sogar das Trinkwasser absperren. Unser jüdischer Reiseführer gab den Palästinensern die Schuld; der palästinensische Reiseführer gab den Juden die Schuld.
Ich glaube nicht, dass es wirklich um Rasse, Hautfarbe und Glaubensrichtungen geht, diese Dinge werden nur vorgeschoben. Nicht die Religionen sind dran schuld, denn diese wurden immer wieder verfälscht, so lange es sie gibt. Der gute alte Abraham kann nichts dafür, auch andere Religionsstifter nicht, denn Grausamkeiten sind in keinen Religionen vorgesehen. In Wirklichkeit herrschen in so vielen Menschen Hass und Gier, diese können in sich selber keinen Frieden finden, solche können sich dann nicht für den Weltfrieden einsetzen. Der Mensch, vom Bösen aufgestachelt, sucht immer wieder neue, grausamere Wege, um seinen Hass zu sättingen.
Das sehe ich auch so beim Antisemitismus. Was würde es dem Weltfrieden helfen, wenn wir jetzt gegen den Judenhass in Deutschland demonstrieren? Klar ist es wichtig, Stellung zu beziehen, aber global gesehen würde es nichts helfen.
Die Welt wird immer rastloser, zielloser, glaubensloser. Aber wer ist die Welt?
Wir sind die Welt, wir alle hier gehören dazu. Wenn wir uns in unserem Umfeld umschauen, sehen wir, dass die meisten Menschen in sich schon keinen wahren Frieden verspüren. Es gibt Egoismus, Eifersucht, Neid, Hass, Gier, Bosheit, Lüge usw. um uns herum, in uns selber. Es gibt Zank und Streit in den Familien, die auseinanderbrechen. Wo soll denn der Weltfriede herkommen, wenn wir Einzelpersonen es schon nicht schaffen, Frieden zu halten? Und dann sind sowieso immer die anderen schuld, so ist die Meinung vieler.
Was können wir also tun? Wir können für den Frieden in den einzelnen Menschen und für den Weltfrieden beten (wer das will oder kann), aber hilft es etwas? Es hilft bisweilen bei Einzelpersonen, aber für den Weltfrieden anscheinend nicht. Wie heißt es so schön in einem Lied: "Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt." Also die Einzelnen, die um Frieden bemüht sind, sind wohl in der Minderzahl, sie haben einen schweren Stand.
Jeder Einzelne müsste sich an die Nase fassen und seinen Teil zum Frieden beitragen. Nur so könnte es gelingen, dass der Friede immer größere Kreise zieht und irgendwann Wirklichkeit wird.
Ansonsten bin ich ratlos.