https://forum.rheuma-online.de/threads/respekt.71202/reply?quote=1091391
Hallihallo an alle,
da schaue ich mal einen Tag nicht rein und dann habt ihr so spannende Themen aufgemacht

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Schade, dass nicht im o.g. Link weiter geschrieben werden konnte, denn da wurden so wichtige Dinge gesagt. Besonders StrayCats Beitrag hat mich da sehr berührt....
Auch ich bin der Meinung, dass einige Faktoren zusammen kommen müssen, um diese Erkrankungen auszulösen. Eine genetische Disposition kann ich in meiner Familie, soweit bekannt, nicht erkennen.
Ich mache für mich folgende Faktoren aus:
- jahrelanger, hochemotionaler Stress auf der persönlichen Ebene mit tiefgreifenden persönlichen Enttäuschungen, schließlich eine kräftezehrende, schlimme Scheidung (toxische Beziehung)
- zwei Mal Gebärmutterhalskrebs mit nachgewiesenen Papillomaviren und Entfernung der Gebärmutter
- Hormone : Wechseljahre und Schilddrüsenentfernung aufgrund warme Knotenbildung/Überfunktion
- chronische Parodontose, die trotz mehrfacher unangenehmer Parodontosebehandlungen und sorgfältiger Mundhygiene (z. Bsp. Ultraschallzahnbürste usw.) nie ausheilte
- starker Stress auf der Arbeit durch permanente Unterbesetzung; im direkten Kundenkontakt ganztags keine Rückzugsmöglichkeiten/ Ruhemöglichkeit; Job mit hoher Belastungsgrenze, manchmal auch emotional
Dazu sicher, wie es auch Stray ausdrückte, eine gewisse Persönlichkeitsstruktur...die Pflichtbewussten, Verantwortungsvollen, Leistungsträger, vielleicht auch in Richtung Perfektionisten.
Kündigen oder Aufsteigen. Ich habe mich fürs Aufsteigen entschieden. Das hat auch wunderbar funktioniert. Wirklich, ich war nach der langen Zeit mal richtig zufrieden. Die neue Aufgabe in der Firma ist meinen Talenten richtig entgegengekommen. Also alles super.
Und nach knapp einem halben Jahr fing meine Krankheit an.
Diese Aussage hat mich sehr erstaunt, denn genau zu dem Zeitpunkt, als ich in die Personalentwicklung (Beförderung) kommen sollte, brach die Krankheit bei mir aus....So als wollte mein Körper mal endlich sagen "Es reicht jetzt". Denn rückblickend habe ich festgestellt, dass ich nicht gut für mich gesorgt habe. Auf der psychischen Ebene habe ich ganz viel verdrängt und mir z. Bsp. nie Zeit zum Trauern genommen, mich um alles und jeden gekümmert, aber mich da einfach irgendwie vergessen. Es musste immer alles laufen, 3 Kinder hatten ihre Bedürfnisse und Probleme, Haus und Riesengrundstück mussten in Schuss gehalten werden, Tiere versorgt, Arbeit musste perfekt laufen.....Zeit für mich gab es da eigentlich nicht und das mit einem sehr narzisstischen Mann an meiner Seite. Das war über viele Jahre ein perfektes Funktionieren. Selbst nach OPs musste es schnellstmöglich wieder perfekt weiter laufen.
Als ich mal so einiges mit meinem Psychologen besprochen habe (und das ja völlig normal fand), sagte er so: "Und da wundern Sie sich, dass Sie nun diese Erkrankung haben ?" Und tatsächlich merkte ich, dass ich lange gebraucht habe, mal wieder runter zu kommen.
Ich stelle mir das also so vor, dass ich eigentlich ein ganz tolles Immunsystem habe, das echt lange am Limit funktionieren musste. Sei es durch die Erkrankungen und den permanenten Stress (ich war jahrelang überhaupt nicht krankgeschrieben). Wenn der Stresspegel permanent hochgefahren ist, ist der Körper sozusagen in ständiger Alarmbereitschaft, Hormone werden ständig ausgeschüttet usw.....Irgendwann hat mein Immunsystem dann die Waffen gestreckt , ist übergelaufen, kann nicht mehr runterfahren. Das was ich nun tun kann, ist Dinge aufzuarbeiten, zu entspannen, achtsam mit mir umzugehen. Insofern begreife ich die Erkrankung auch als eine ernste Warnung für einen Wandel.
Ich merke wirklich , dass ich sehr viel relaxter geworden bin, sei es in mitmenschlichen Beziehungen, oder Arbeit oder mit mir selbst. Und das tut mir gut.
Übrigens bin ich auf niemanden wütend oder hasse jemanden oder bin verbittert, denn negative Gefühle belasten uns immer nur selbst und sind kontraproduktiv. Und schließlich war ich ja in allem dabei und habe mitgespielt, jeder hat die Wahl, ob man Opfer sein möchte oder eben nicht.
Eine lebensbejahende, optimistische und humorvolle Lebenshaltung finde ich enorm wichtig.....
Liebe Grüße