Im Eingangsbeitrag von r-o wird angekündigt, dass 8 Krankenkassen Zusatzbeiträge erheben.
http://www.rheuma-online.de/news/artikel/ab-1-februar-zusatzbeitraege-bei-8.html
In der NDR Sendung vom 26.01.2010 wurde mitgeteilt, dass in Deutschland die höchsten Preise für Biologicals gezahlt werden. Da in den USA die Biologicals wesentlich günstiger sind werden ca. 18% der Patienten mit Biologicals behandelt und in Deutschland gerade 3% der Patienten. Hier das Zitat:
„Doch nur etwa drei Prozent der Betroffenen werden hierzulande mit Biologicals behandelt. Denn die Therapie mit einem TNF-α-Blocker kostet in Deutschland bis zu 30.000 Euro im Jahr. Da es sich bei dem Medikament um einen hoch spezifischen Wirkstoff handelt, zu dem keine Alternativen zur Verfügung stehen, können die Hersteller in Deutschland hohe Preise verlangen. Bislang fehlen in Deutschland neutrale Institutionen, die Preisempfehlungen für Medikamente erarbeiten und Höchstgrenzen festlegen“
http://www1.ndr.de/ratgeber/gesundheit/rheuma100.html
Das Problem sei, meint Dr. Rainer Hess, Vorsitzender des Gemeinsamen Bundesausschusses, "dass Deutschland als einziges Land Europas sich den Luxus letztlich erlaubt, dass mit der Zulassung eines Arzneimittels dieses Arzneimittel zu dem Preis, den der Hersteller selbst festsetzt, zu Lasten der Solidargemeinschaft bezahlt wird."
"Nicht das Gesundheitssystem, sondern ausschließlich der Hersteller bestimmt, wo man bestimmte Produkte zulassen sollte", sagt Prof. Gerd Glaeske vom Sachverständigenrat Gesundheitswesen. "Wenn dann noch ausschließlich der Hersteller - anders als in allen anderen europäischen Ländern - den Preis ohne jede Verhandlung vorweg bestimmt, dann hat man Kapitalismus pur. Es wird aus der Krankenversicherung herausgepresst, was möglich erscheint."
http://www.3sat.de/dynamic/sitegen/bin/sitegen.php?tab=2&source=/nano/astuecke/108685/index.html
Dies wird auch am Beispiel von Lucentis versus Avastin deutlich:
"Mit der Zulassung von Lucentis steht ein zugelassenes Medikament zur Verfügung mit der Folge, dass die Krankenkassen nach der bisherigen Rechtsprechung Avastin gar nicht mehr bezahlen dürfen", fürchtete Preißler. Die Behandlung mit Lucentis kostet 18.000 Euro im Jahr, bei Avastin waren es 400. Novartis bezeichnete 2007 den Preis als "gerechtfertigt".
http://www.3sat.de/dynamic/sitegen/bin/sitegen.php?tab=2&source=/nano/astuecke/108685/index.html
Unten im Forum gibt es einen Beitrag, dass Humira in Deutschland doppelt so teuer ist, wie in den Niederlanden.
„Über den Preisunterschied habe ich auch mächtig gestaunt. In den Niederlanden kam so ein Humira Pen 570€ und die angeblich billigste Variante in Deutschland kostet ca 920€ (4er Packung) - da stimmt doch was nicht!!!“
http://www.rheuma-online.de/phorum/showthread.php?t=40699
Dies ist natürlich z.T. darauf zurückzuführen, dass dort die Mehrwertsteuer auf Medikamente viel geringer ist als in Deutschland. Aber auch wenn man die Mehrwertsteuer herausrechnet, ist Humira in den Niederlanden um ein Viertel günstiger als in Deutschland.
Solange sich niemand dafür verantwortlich fühlt, dass die Preise für Medikamente in Deutschland frei festgesetzt werden können, steigen die Kosten für die Krankenversicherung und wir bekommen trotzdem nicht die Biologicals. Daneben darf man nicht vergessen, dass Vater Staat mit 19 % Mehrwertsteuer kräftig mitverdient. (19 % von 30.000€ sind natürlich auch besser als 7% von vielleicht 20000 €).
Außerdem ist es doch merkwürdig, dass festgestellt wird, dass Deutsche 18 x pro Jahr zum Arzt gehen. Wenn ich eine cP habe muss ich mindestens einmal im Quartal zum Hausarzt (4x) um mir eine Überweisung zum Rheumatologen geben zu lasen (4x). Wenn dann noch alle 4 – 8 Wochen Blutabnahmen hinzukommen (6x bis 12x pro Jahr) zzgl. der Besprechung der Blutwerte (6x bis 12x pro Jahr), bei Frauen kommt dann die gynäkologische Untersuchung hinzu, bei Verschreibung der Pille mindestens 2x (ggf. 4x pro Jahr). Dann kommt noch 2x pro Jahr der Zahnarzt (nur Vorsorge) hinzu. Bei diesen Untersuchungen komme ich schon auf mindestens 24 Arztkontakte pro Jahr oder gar 38 Arztkontakte pro Jahr. Hinzu kommen noch ggf. Augenarzt, Radiologe usw.
Diese Termine muss man als Patient wahrnehmen, um den Behandlungserfolg nicht zu gefährden. Dass dies als nicht billig ist, kann sich jeder vorstellen.
Mich würde interessieren, was ihr davon haltet?
Uli

, diese Drohung zieht immer.
Da wird Sparpotenzial nicht genutzt.