Zur Diskussion: Das Jenke Experiment

Dieses Thema im Forum "Kaffeeklatsch" wurde erstellt von Stine, 10. Dezember 2019.

  1. Stine

    Stine Moderatorin

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    Hat jemand am Montag auf RTL das Jenke Experiment geschaut? Es ging um das Thema Pflege. Mich würde eure Meinung dazu interessieren. Wie würdet ihr gerne einmal gepflegt werden, was passiert mit euren Eltern/Schwiegereltern? Habt ihr bereits selbst die Erfahrung mit Pfleger/Schwestern in der Pflege gemacht? Gutes Heim, schlechtes Heim? Weitere Fragen /Infos? Ich bin gespannt...
     
  2. Clödi

    Clödi Registrierter Benutzer

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    Leider mache ich gerade die Erfahrung mit der Pflege in einem Heim.
    Meine Mutter war zuerst in der Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege, da mein Vater schwer erkrankt ist. Er hatte sie bisher komplett alleine gepflegt. Sie hat Pflegegrad 3 mit Demenz und ist ständig auf Hilfe angewiesen.

    Dann kam sie nach Hause und wurde bereits am nächsten Tag wieder ins Krankenhaus eingeliefert. Direkt zu Anfang hat man uns gesagt, dass wir uns um eine dauerhafte Unterbringung in einem Pflegeheim kümmern sollen, da es zu Hause nicht mehr gehen wird.

    Ich habe noch versucht, eine ambulante Pflege zu organisieren. Keine Chance, da die Pflegedienste alle am Rande ihrer Möglichkeiten arbeiten mit Überstunden noch und nöcher. So kurzfristig war da nichts zu machen und hätte in dieser ganz speziellen Situation auch nicht ausgereicht.

    Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, die Pfleger machen einen tollen Job und sie sind sehr bemüht. Aber es sind einfach zu wenige und das macht sich natürlich bemerkbar!
    Mein Mann und ich haben letztens beschlossen, dass wir rechtzeitig in ein betreutes Wohnen umziehen wollen, damit es bei uns einmal anders läuft. Nur wann ist rechtzeitig?? Was, wenn einer von uns dement wird? Es gibt so Vieles, was man berücksichtigen muss. Ein sehr schwieriges Thema, das mich aktuell sehr beschäftigt und auch persönlich belastet.
     
  3. teamplayer

    teamplayer Registrierter Benutzer

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    Ja, ich habe es gesehen und war erstmals einverstanden mit diesem Format. Es wurde gut transportiert, worauf es ankommt in der Pflege.

    Ich möchte zu Hause bleiben, solange es möglich ist. Für mich gibt es immer noch Grenzen in der Pflege am Körper, die ich bisher nicht überwinden konnte. Nicht nur mein Hintern gehört mir, ich lasse mich nur ungern anfassen und nur von ausgesuchten Menschen. Für mich ist und bleibt Pflege am Körper ein intimes Geschehen, egal, wie viel Routine eingekehrt ist. So möchte ich auch gepflegt werden, mit viel Ruhe und Vertrautheit.

    Pflege ist für mich etwas ganz anderes, als wenn ich wegen einer akuten Sache angefasst werde, wo auch immer.

    Mehr zum Thema Pfleger später mal, Heimerfahrung habe ich nicht.
     
  4. BlueCrush

    BlueCrush Mitglied

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    Ich habe zum Thema Pflege schon einiges hier geschrieben. Kurzfassung für heute: Man bekommt nur Steine von irgendwelchen Behörden und Ämtern in den Weg gelegt. Pflege zu Hause ist ein 24/7 Hardcore Job, Heimplätze kaum vorhanden... zumindest bei uns hier nicht. Hat man einen ergattert, kostet der ein Vermögen.
    Mehr dazu gerne morgen Abend... ;)
     
  5. saurier

    saurier Registrierter Benutzer

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    @ich hab das gesehen-hut ab! da gehört schon was dazu.
    ich kenne eigentlich alle seiten der pflege. ambulante, später pflege meiner s-ma im heim und meines vaters zu haus. selbst im krh, heim und im ambulanten bereich gearbeitet.
    allein durch meine x op's und der arbeit in den bereichen, hab ich eher keine hemmungen, was die pflege in den intimsten regionen bei ein selbst angeht. ich seh das wohl pragmatisch-wenn ich nicht mehr kann-hab ich wohl keine wahl. solang mein göga da ist, würde wohl häusliche pflege anstehen. wäre ich allein- bleibt keine grosse überlegung, denn ich möchte nicht das meine kinder sich kaputt machen um mich zu versorgen. sie haben anrecht auf ihr eigenes leben. wenn sie es aber möchten und die möglichkeiten da wären, würde ich es annehmen, dass sie mich pflegen, aber nur dann.
    ja-sicher weiss ich aus dem ff wie man ein gutes heim erkennt! aber-benötigt man ein platz-gibt es kaum auswahl, oft mit langen wartelisten. plätze werden immer rarer, denn wir werden älter und somit die zahl der zu pflegenden immer mehr. nur kann ich es mir leisten? ja und nein. aus erfahrung weiss ich, es bleibt u.u.nur das taschengeld von ca 120€ im monat, der rest aus anderen töpfen. was den zu zahlenden anteil meiner kinder in diesem fall angeht, hab ich keine sorge, denn sie müssen auch von etwas leben. bis sie zahlen müssen bräuchten sie eine durchschnittlich sehr hohes einkommen, das wird kaum passieren.
    von daher werde ich also versorgt werden. nur wählen wird u.u.nicht gehen. so mancher bewohner in meinem heim (wo ich gearbeitet habe)hat sein zu hause nach dem krh nicht mehr betreten und wurde sofort ins heim verbracht. keine wahlmöglichkeit. das ist schon hart. viele dachten es sei nur vorüber gehend und so manche angehörige haben wir nie wieder zusehen bekommen. hauptsache der zu pflegende war unter gebracht.
    egal ob ambulant,stationär oder andere pflegemöglichkeit-die ma verrichten ein harten job und das wird viel zu wenig geachtet. auch die angehörigen die zu haus oder zum teil im heim mit betreuen, verrichten ein knochenjob und das oftmals für viele jahre. für wesentlich weniger geld als eine pflegekraft und das über 24 std. tagtäglich-sie sind immer da rund um die uhr.
    das ich mir zwar einiges für diese zeit wünsche ist normal. nur leider ist oft der zufall schneller. ein schlaganfall, herzinfarkt oder schwere erkrankung bringen jegliche planung durchein- ander. auch wenn man einiges planen kann so kann in meinem wunschheim kein platz frei sein und ich muss woanders hin... was ich mir wünsche, dass ich ordentlich gepflegt werde, wie es sich gehört und durch die ATL' mit einbezogen werde so gut es geht. dass ich nicht auf irgendein flur stumpf vor mich hin sinnierend den tag verbringe.
    das es in meinem zimmer sauber "schnuffelt" und nicht jeder aus diesem grund ein bogen um mich rum macht , weil man 10 meilen gegen den wind die inkontinenz riecht. das ich genug esse und trinke, falls ich es allein nicht mehr so hinbekomme. was ich nicht möchte-irgendwo an maschienen angeschlossen nichts mehr mitzubekommen.
    sauri
     
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  6. BlueCrush

    BlueCrush Mitglied

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    Das ist eine sehr löbliche Einstellung. Meine Mutter sagt immer nur: "Ja was soll ich denn sonst machen, da MUSS ich durch!". Es ist sicher Kopfsache von ihr, teils aber auch der Problematik aus dem nächsten Absatz geschuldet.
    Wir machen uns und unser Leben kaputt, damit mein Vater zu Hsuse sein kann und er torpediert noch alles...


    Wir hatten nach Heimplätzen geschaut. Neben seinem Pflegegeld wollte man von uns noch min. 3600€ pro Monat haben. Eben weil er alle 5-10 Min. abgesaugt werden muss und es ein immenser Aufwand ist. Wie wid dieses Geld auftreiben ist denen egal. Das war abrr damals bei meiner Oma und meinem Opa schon so. Ich meine, da musste meine Mutter jeweils um die 2000€ drauflegen und somit an ihre spärlichen Ersparnisse gehen.
    Ich habe die Rechtmäßigkeit noch nicht prüfen lassen, denn ich verdiene unter dem Freibetrag von glaube 1800€ im Monat. Wir waren erst mal geschockt, weil es hieß, wir haben ja Haus und mein Auto, was zu Geld gemacht werden könnte. Sicher auch nicht rechtens, aber alleine ein Brief mit einem solchen Wortlsut schockt erst mal. Meine Mutter sieht sowas als rechtmäßig an, kommt ja schließlich von einer Behörde und die wird schon wissen, was richtig ist?!
    Ich wiederum denke, die werden es nur versuchen und beim Wink mit dem Anwalt klein beigeben müssen. Nur Leute wie meine Mutter würden diesen Schritt nie in Erwägung ziehen.
    Das ist eines der vielen Psycho-Spielchen, die man so mit macht. Zumindest bei uns hier heißt Pflege zu Hause seit einem Jahr Kampf und Krampf ohne Ende. Die MFA's bei meinem Hausarzt schütteln auch nur mit dem Kopf, mit welchen Schikanen wir uns rum ärgern müssen... und auch im Auftrage der Kassen den Arzt belästigen. Sie sagen, ist aber bei fast allen gesetzlich versicherten derzeit so. Sie selbst kämpfen auch massiv an allen Fronten mit diversen Kassen.

    Sorry schon mal wegen evtl. vorhandener Rechtschreibfehler... habs nur schnell per Handy getippt ;)
     
  7. Banditensocke

    Banditensocke Aktives Mitglied

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    Ein schwieriges Thema. Die Sendung habe ich nicht gesehen, aber vielleicht ist sie ja über die Mediathek abrufbar.

    Mein Vater war an M. Alzheimer erkrankt und wurde zuletzt gepflegt. Das Heim hat sich redlich bemüht, aber wie schon andere berichteten - es fehlt einfach an ausreichend Personal. Meine Mutter war jeden Tag bei ihm, hat ihn oft gefüttert, gewaschen und andere Dinge erledigt. Vor allem aber war sie DA - und das war für meinen Vater mit Sicherheit das Wichtigste überhaupt, denn er konnte darauf bauen, eben nicht allein zu sein, sondern hatte jeden Tag einen lieben Menschen an seiner Seite. Finanziell reichte es bei meinen Eltern nicht für die Gesamtkosten, daher wurden meine und die Einkünfte meines Bruders überprüft, um fest stellen zu können, ob wir Zahlungen leisten müssten.

    Unsere Erfahrung: Bescheide, die man erhält, sind mitnichten grundsätzlich als in Ordnung und eine Form von Gesetz zu betrachten! Man sollte sie immer überprüfen lassen und ggf. auch Widerspruch einlegen! Gleiches gilt für Einstufungen und Bewilligungen.

    Wir würden gern Pflege für uns, falls notwendig, häuslich organisieren oder in ein entsprechendes Wohnprojekt ziehen, wenn die Zeit gekommen ist. Wir haben aber tatsächlich auch schon darüber nachgedacht, dort, wo das möglich ist, selbstbestimmt abzutreten, wenn wir das Gefühl haben, dass es richtig ist.
     
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  8. saurier

    saurier Registrierter Benutzer

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    @einiges zu kosten und finanzierugen
    ja es gibt regelungen was vom vermögen eingesetzt werden muss um die kosten u.a. miete, unterkunft, verpflegung und teile der pflegekosten,ob ambulant oder sstationär, zu finanzieren.
    grundregelung ist: 200 € je lebensalter verbleiben beim zu pflegenden als guthaben. dass das weh tut, ein lebenlang gespart zu haben, um was im alter zu haben, um es für die pflege zu nutzen, ist zu verstehen.
    da habe ich auch schon mit meiner mama drüber gesprochen. sie hat angst uns nichts vererben zu können. es ist ihr geld und das möge sie auch für sich einsetzen!
    was das eigene vermögen angeht, wie zbsp.ein haus was z bsp.vom ehepartner oder den kindern, bewohnt wird, kann nicht eingesetzt werden, d.h.niemand landet wegen zu zahlender pflege auf der strasse.
    bei angehörigen verbleibt ein selbstbehalt, nach abzug aller kosten. dazu zählt u.a.alles- wie z.bsp. ausbildungskosten der kinder, kredite usw.
    es gibt pflegestützpunkte wo man sich zur pflege ausführlich beraten lassen kann. viele wissen nicht um verschiedene möglichkeiten der pflege und auf was man anrecht an hilfsmittel, umbauten u .dgl. hat.
    erhält man ein bescheid z.bsp.vom sozial- oder bezirksamt, und wird zur zahlung aufgefordert, so sollte man das immer prüfen lassen, egal ob zu pflegende oder angehörige.

    hinweis: was ich hier genannt habe, ist nicht vollständig und sollte immer den jeweiligen vorhandenen voraussetzungen entsprechend geklärt werden.
    sauri
     
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