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(Zu)zahlung bei KG als KKpatient

Dieses Thema im Forum "Arbeit und Allgemeines" wurde erstellt von bise, 24. Mai 2007.

  1. bise

    bise Neues Mitglied

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    wollte nun endgültig meine physios wechseln. sie waren mir zu teuer geworden.
    ging zu einer mir bisher fremden kg praxis.
    bekam erst nach 2 wochen einen termin. okay.
    was sagte mir nun der physio : sie sei nur an patienten interessiert, die mitarbeiten würden - okay -, die zunächst 3 x die woche kämen für verschiedene behandlungen okay - dann später 2 x die woche - da würde er "haus"aufgaben verteilen - okay -, um sie dann immer wieder kontrollieren zu können. das gelenk könne und müsse aufgebaut werden.
    auf meine bitte, doch mir jetzt schon einige kräftigungsübungen für daheim zu zeigen, ging sie nicht ein; sie befundete nur, überprüfte das gelenk, so dass ich vor schmerzen schrie, um dann festzustellen, es sei total ruiniert. was ich ihr bereits schon vorher sagte, doch physios müssen ja alles überprüfen. -hoffentlich hat sie dabei nix kaputtgemacht!
    das war alles für den ersten termin. - mir schien es zu wenig
    ich wandte ein, 6er oder 10er rezept pro quartal nur zu bekommen.
    und jetzt kommt es:
    sei kein problem, es reiche eine einmalige verordnung des doc pro quartal bereits aus. dann könne und dürfe behandelt werden.
    was das denn kosten würde, sei ges. versichert.
    antwort , wird privat berechnet. pro 30 minuten kg sind mind. 34 € wahrscheinlich aber noch etwas mehr fällig. ich war erstaunt, viel geld für mich. sie wies dann daraufhin, dass dieser preis nur minimal über den beihilfesätzen liege und knapp kalkuliert sei.
    für mich also 34 € - 3 x die woche , das mal 4 . das kann ich nicht leisten. folglich wahrscheinlich ablehnung als patient?

    was sind das für zeiten.
    wisst ihr nen tipp für mich.
    was würdet ihr an meiner stelle machen.

    gruss
    bise

    ich vergass zu erwähnen, dass mir auf dem kk rezept immer nur 1 x pro woche kg verordnet wird - budgetgründe - notwendig sind natürlich 3 x die woche. der doc schiebt mir deswegen immer die "grünen" oder privat rezepte zu.
     
    #1 24. Mai 2007
    Zuletzt bearbeitet: 24. Mai 2007
  2. Frank_Stuttgart

    Frank_Stuttgart Neues Mitglied

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    Dass beim ersten Mal nur befundet wird ist nichts ungewöhnliches. Das ist durchaus bei manchen üblich.

    Die Handhabung mit dem 3x die Woche zielt darauf ab, die Kassenverordnung schnell zu verschleissen. Es ist ihr auch klar, dass Du nicht immer soviel verordnet bekommst.

    Im Grunde will Sie aus einer Kassenpatientin eine Privatpatientin machen. Einmal Rezept (als Beleg, dass Du ja krank bist) und dann als Privatpatientin, weil des wesentlich mehr bringt.

    Es ist aber Deine Entscheidung, ob Du es zahlen willst.

    Rechtlich (ohne Rezept) ist dieses Vorgehen zweifelhaft, weil die Behandlung ohne Rezept nur in Westfalen-Lippe durch Richterspruch erlaubt ist. Ist etwas Grauzone. Mit einem grünen Rezept ist es möglich, aber eben teuer. Bekommst Du also grüne Folgerezepte, darf sie weiterbehandeln.

    Kassenzulassung, aber die Kassenpatienten zu Privatsätzen behandeln.
    Der Wunschtraum vieler. Aber es steht im Widerspruch zur Kassenzulassung, wenn es von dem Therapeuten ausgeht.

    Bei Deinem Doc würdest Du das wohl nicht akzeptieren (1 Quartal auf Chipkarte und die Folgequartale nur als Privatpatient).

    Das 2,3 fache des Ersatzkassenpreises ( ca 14 Euro) wären 32 Euro; mit dem Satz von 34 Euro liegt man so in etwa im Rahmen bei 30 Minuten.
    Etwas darüber, aber nicht viel.

    Die Privaten Krankenkassen akzeptieren in letzter Zeit nur den Beihilfesatz.

    Der Beihilfesatz für 30 Min KG ist ca 19,50 Euro (Angabe 2006)
    Angabe ohne Gewähr
     
    #2 24. Mai 2007
    Zuletzt bearbeitet: 24. Mai 2007
  3. Kira73

    Kira73 Uveitispapst

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    Hallo,

    wenn dien Gesundheitszustand es notwendig macht weitere und längere KG zu bekommne, bekommst du vom HA keine Verordnung ausserhalb des Regelfalls? Früher nannten die sich wohl Langzeitverordnungen.

    Ich bekomme diese gehe drei / Woche im Quartal und bekomme dann ein Folgerezept. Oder gilt das wieder nur für die Bechtis, Frank?

    Viele Grüße
    Kira
     
  4. bise

    bise Neues Mitglied

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    der witz liegt darin.
    ich wohne im umkreis (3km raum) der praxis, kenne natürlich auch das umfeld. mischgebiet: viele arbeitslose, sozialhilfeempfänger, rentner, kaum wohlhabende leute. (die wohnen woanders - nicht im sozial bau). die wenigen beamte, die es hier gibt, müssen sparen. sie können sich gewiss keine mehrbelastung bei beihilfesätzen leisten. wer soll diese preise dann bezahlen? wer bezahlt sie?
    ich habe mich beim finanzamt erkundigt: ohne ärztl. verordnung werden physio-behandlungen bei der steuer nicht anerkannt. auch die priv. kken übernehmen keine physiorechnungen, wenn keine ärztl. verordnung vorliegt.

    alles andere gilt als wellness und das wird nicht berücksichtigt.

    ich bin leider auf kg angewiesen. was soll ich machen?

    gruss
    bise
     
  5. Frank_Stuttgart

    Frank_Stuttgart Neues Mitglied

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    @Kira

    Es gibt 2 Begrenzungen für die Heilmittel

    1. Heilmittelrichtlinien
    Danach wäre es durchaus möglich, dass mehrere Verordnungen pro Quartal ausgestellt werden. Das ist ja bei einigen hier der Fall. Dabei ist kein Unterschied ob Bechterew oder andere chronisch entzündliche Erkrankungen.

    2. Richtgrößen/Budget
    Das ist nun bei jedem Arzt anders. In Ba-Wue ist das ungefähr 10 Euro für Mitglieder und 25 Euro pro Rentner im Quartal.
    Macht durchschnittlich so 8000 Euro aus, was ein Arzt verordnen darf insgesamt an Heilmitteln, pro Quartal wohlgemerkt.
    Die Kosten sind unterschiedlich. Logo und Ergotherapie sind teurer. Da kostet ein Patient pro Quartal ca 800 Euro. Das hieße ganze 10 Patienten könnten nach Schlaganfall zum Beispiel versorgt werden.

    Es ist also so, dass jede Mehr-Verordnung einem anderen etwas wegnimmt.
    Für einen einzigen Schlaganfallpatienten benötigt der Arzt ca 80 andere Patienten, die nichts benötigen (und das nur für die Ergotherapie)

    ---
    Langzeitverordnungen sind möglich,ausserhalb des Regelfalles. Da ist die Verordnung auch nicht auf 6 oder 10x begrenzt. Die Kassen haben angekündigt Langzeitverordnungen auf Regress zu prüfen.

    Zusammenfassung:
    Es kommt darauf an, wieviele Rentner der Arzt hat (höheres Budget) und wieviele andere chronische Erkrankungen vorliegen bei den Patienten.

    Mehr als 2-3 Schlaganfallpatienten und mehr als 2-3 Rheumatiker kann sich kaum eine normale Praxis leisten. Es gibt daneben ja noch operierte Patienten und Unfallpatienten, die Verordnungen benötigen.

    Ulla sagt, jeder bekommt was er braucht. Nachsatz: solange es nicht mehr als 10 Euro pro Patient im Quartal kostet.

    Das Budget wird abgeschafft hat Ulla gesagt im TV. Sie hat es einfach umbenannt in Richtgrößen. So einfach ist Politik.

    Aus den genannten Gründen bekommen einige hier eben viele Folgerezepte und die anderen nicht. Es ist ein Verteilungsproblem.
     
  6. Colana

    Colana Musikus

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    Guten Morgen Frank,

    ich weiß ja, dass es in eine 2 bzw. sogar 3 Klassengesellschaft geht... Das haben wir ja nun oft genug gehört...

    Aber wenn es so weiter geht, fängt doch sicher auch wieder die Schalatanerie vermehrt an... für die ganz Armen unter uns, die sich ein KG-Rezept gar nicht leisten können... Die Gefahr sehe ich noch viel mehr und in den letzten Wochen auch verstärkt...

    Wir liegen knapp unter der statistischen Armutsgrenze. Bei mir kommt es öfter mal vor, dass ein Rezept liegen bleiben muss, weil ich die 5,00 Euro mir nicht leisten kann oder
    ich benötige dringend Einlagen: aber die kosten ca. 26,00 - geht nicht, wird sich abgeschminkt....
    Da hat erst ein Mal mein Mann als der Haupternährer Vorrang, der selbst auch Chroniker ist und div Medikamente für Blutzucker, Bluthochdruck und nicht runterzukriegenen Blutfettwert (trotz fettarmer gesunder Ernährung).

    So wie mir geht es doch zig anderen... oder nicht? Wird das angestrebt? Dann ist mir auch erklärbar, dass sooooo viele Patienten auf die Psychoschiene geschickt werden, weil die Ärzte keine Diagnose 8 obwohl z. B. das Cortison definitiv wirkt) finden und sie nicht über ihr Budget rübergehen...

    In diesem Sinne
    Viele Grüße
    Colana
     
  7. Kira73

    Kira73 Uveitispapst

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    @ Frank

    Frank, danke für deine Erklärungen, die sind immer sehr aufschlussreich und sachlich, damit man mal durchblickt.

    :) Danke sagt Kira,

    die Gott sei's gedankt wohl noch mitten im Verteilerzentrum sitzt. *puh*
     
  8. Frank_Stuttgart

    Frank_Stuttgart Neues Mitglied

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    @Colana

    Das mit den Zuzahlungen und der Praxisgebühr hat zwar Ulla zu verantworten. Aber sie ist nicht an allem Schuld.

    Wie man an einem Beitrag von Bise gesehen hat, neigen die Physios dazu, die Patienten als Privatpatienten weiter zu behandeln, zu Privatgebühren natürlich.

    Ärzte verkaufen gerne IGel Leistungen.

    Und die orthop. Schuhmacher verlangen einen Wirtschaftlichkeitsaufschlag für Einlagen. Die Zuzahlung für Einlagen ist auf 10 Euro begrenzt.

    http://www.hr-online.de/website/fernsehen/sendungen/index.jsp?rubrik=2654&key=standard_document_20043768&seite=1

    Aber es wird einfach mehr genommen. Unter dem Deckmantel der Zuzahlung wird einfach mehr verlangt, in die eigene Tasche.
     
  9. Colana

    Colana Musikus

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    Hi Frank,

    in einem Umkreis von 20 km um meinen Wohnort liegt kein Orthopädischer Schuhmacher, der ohne Wirtschaftlichkeitsaufschlag arbeitet - das soviel dazu...

    Liebe Grüße
    Colana