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Zeltfeten im Norden - Tipps nicht nur für Männer

Dieses Thema im Forum "Kaffeeklatsch" wurde erstellt von Nixe, 8. Februar 2005.

  1. Nixe

    Nixe Neues Mitglied

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    :D

    falls jemand nicht aus norddeutschland kommen sollte.... :)

    > > 1. Nur ein Bier bestellen geht gar nich. Damit sagt man,
    > dass man ne knickrige Sau is, keine Freunde hat oder
    > Antialkoholiker ist, quasi das Allerletzte.
    > >
    > > 2. Also immer mindestens zehn Stück, einen Meter oder ein
    > ganzes Tablett. Nie vorher abzählen wieviel Leute um einen
    > herumstehen und dann genau die Anzahl bestellen. Am besten
    > irgendeine Zahl über die Theke grölen und ab dafür.
    > >
    > > 3. Ganz falsch: Die Umstehenden fragen, ob sie überhaupt
    > noch ein Bier haben wollen. Wichtige Regel: gefragt wird
    > nich. Saufen ist schließlich kein Spaß.
    > >
    > > 4. Wenn der Stoff da is, nich blöd rumgucken und überlegen,
    > wem man denn eins in die Hand drücken soll. Am besten die
    > Gläser wild in der Umgebung verteilen, denn nur so zeigt man
    > seine Großzügigkeit. Nur der kleinkarierte Pisser stellt sich da an.
    > >
    > > 5. Wer zahlt wann welche Runde? In der Regel kommt jeder
    > der Reihe nach dran. Ganz miese Wichser saufen die ersten
    > neun Runden an der Theke mit und wenn sie an der Reihe wären,
    > müssen sie plötzlich pissen. Der erste Besteller bestimmt
    > meist die Dauer des Projekts: Wenn er zwölf Bier bestellt,
    > müssen alle solange warten bis zwölf Runden durch sind.
    > Wichtig ist, dass der Strom nie abreißt. Also wenn alle noch
    > die Hälfte im Glas haben, sofort die nächste Runde ordern und
    > das neue Glas in die Hand drücken. Was voll peinlich ist: Mit
    > zwei Gläsern in der Hand an der Theke stehen, deshalb is
    > Tempo angesagt beim reinschütten, is schließlich kein
    > Kindergeburtstag.
    > >
    > > 6. Richtig fiese Schweine bestellen zwischendurch noch ne
    > Runde Korn oder die absolute Hölle "Meyers Bitter", eine Art
    > grünes Schlangengift, dass mit dem Eiter von toten Fröschen
    > verfeinert wurde. Hier wirds ernst. Sollte sich sowas
    > andeuten, kann man bloß noch die Flucht ergreifen. Merke:
    > Biersaufen aufm Zeltfest kann man mit etwas Planung und Glück
    > überleben; nach Meyers Bitter weigert sich sogar der Notarzt,
    > diese Schweinerei wiederzubeleben.
    > >
    > > 7. Konsequent durchgezogen, bist Du normalerweise aufm Zelt
    > um halb Neun stramm wie die Kesselflicker. Geht natürlich
    > nich, weil Du kannst ja noch nich Hause, wegen Verdacht auf
    > Weichei. Was also dann? Pausen machen! Dafür sind in der
    > Regel zwei Sachen vorgesehen: Bratwurstfressen und Tanzen.
    > >
    > > Erstens: Bratwurstfressen
    > > Vorteil: an der Bude gibts kein Meyers Bitter, da bist Du
    > also ne zeitlang sicher vor der Alkoholvergiftung durch
    > andere. Nu sind die Bratwurststände auf Zeltfesten immer so
    > konzipiert, dass die Nachfrage immer größer ist als das
    > Angebot. In der Bude arbeiten auch meistens Fachkräfte, denen
    > man beim Grillen die Schuhe besohlen kann. Einzige
    > Qualifikation: sie können mit einem Sauerstoffanteil in der
    > Luft von unter 1% überleben, deswegen wirken sie auch so
    > scheintot. Nu sagt der Laie: watn Scheiß, das könnte man doch
    > viel besser organisieren: zackzack kämen die Riemen übern
    > Tresen. Falsch: die mickrigen Bratwurstbuden mit den Untoten
    > am Grill stehen da nich aus Versehen, sondern absichtlich.
    > Hier kann man Asyl beantragen von der Sauferei und je länger
    > man auf den verkohlten Prengel warten muss, desto größer die
    > Überlebenschance.
    > >
    > > Zweitens: Tanzen
    > > Im Vergleich zu Bratwurstfressen natürlich die schlechtere
    > Wahl, weil anstrengend und mit Frauen. Aber irgendwann geht
    > halt kein Riemen mehr rein in den Pansen und Du musst in den
    > sauren Apfel beißen. Also zack, einen Rochen von den Bänken
    > gerissen und irgendwie bescheuerte Bewegungen machen. Wenn Du
    > Glück hast, spielt die Kapelle mehr als zwei Stücke und Du
    > kannst Dir ein paar Bier ausse Rippen schwitzen. Hast Du
    > Pech, kommt sofort nachm ersten Stück der Thekenmarsch und Du
    > stehst wieder da, von wo Du gerade geflohen bist.
    > >
    > > Drittens: Sektbar
    > > Eine richtig gruselige Bude, quasi die Abferkelbox im
    > Festzelt. Hier isses so voll und eng, hier bleibst Du auch
    > noch stehen, wenns eigentlich nich mehr geht. Es soll schon
    > Kriegsverletzte gegeben haben, > denen hat man in der Sektbar
    > beide Beinprothesen geklaut und sie habens nich gemerkt. Doch
    > der Preis, den Du für die Stehhilfe zahlst is hoch: Du musst
    > Sekt saufen aus so mickrigen Blumenvasen, die man von der
    > Spermaprobe beim Urologen kennt. Ziemlich eklig alles. Wenns
    > keine Sektbar gibt, gibst meist ne Cocktailbar: Cocktail
    > heißt im Zelt aber nich Caipirinha oder Margerita sondern
    > Fanta/Korn oder Korn mit Fanta. Also vorsichtig. Hier kanns
    > ganz schnell zuende gehen. Eine Alternative für den ganzen
    > schnellen Weg ins Nirwana is noch der hannoversche
    > Zaubertrank: Lüttje Lage. Vom Preis-Leistungs-Verhältnis her
    > immer noch ne reelle Sache: So besäuft sich der kritische
    > Verbraucher und hat es ruckzuck geschafft. Doch bevor Du nach
    > Hause darfst, kommt noch ein ganz wichtiger Punkt, nämlich...
    > >
    > > Viertens: Kotzen
    > > Klingt scheiße, Du wirst aber dankbar sein, wenn Dein
    > Körper, Dir dieses Geschenk bereitet. Du hast Platz für neue
    > Bratwürste und vielleicht sogar Glück, dass Du die letzten
    > zwanzig Bier noch erwischt, bevor sie Dein Gehirn erreicht
    > haben. Der Profi jedenfalls kotzt oft und gern.
    > >
    > > So jetzt wären wir auch schon bald beim Nachhause gehen.
    > Haha. Wenn Du aber den Zeitpunkt verpasst hast, und Du kommst
    > vom Pissen oder Bratwurstkotzen wieder ins Zelt und es sind
    > bloß noch zwanzig Mann übrig. Ätsch: Arschkarte gezogen. Denn
    > jetzt heißt es:
    > >
    > > Fünftens: Die Letzten
    > > Ab jetzt geht es um so spannende Sachen wie Fassaussaufen -
    > es is immer mehr drin, als Du denkst, oder Absacker trinken,
    > wenns ein Meyers Bitter ist, kannst Du Dir gleich den Umweg
    > über den Notarzt sparen und den Bestatter anrufen. Jeder
    > passt jetzt auf, dass keiner heimlich abhaut. Die ersten
    > sacken einfach so vor der Theke zusammen, damit sie
    > jedenfalls nich noch mehr saufen müssen. Vorteil dieser Phase
    > des Zeltfestes: Du musst nich mehr extra nach draußen
    > latschen für Pissen und Kotzen: geht jetzt alles vor Ort.
    > >
    > > Sechstens: Nach Hause
    > > Fällt aus. Mach Dir keine Illusionen: alleine schaffst Dus
    > nich mehr, Taxis gibst nich aufm Land, und wenn, würden sie
    > Dich nich mitnehmen. Deine Frau kommt nich, um Dich zu holen,
    > die is froh, dass dieses Wrack nich inner Wohnung liegt und
    > der Gestank in die Möbel zieht. Was bleibt ist..
    > >
    > > Siebtens: Der Morgen danach
    > > Die ersten Sonnenstrahlen brechen durch die Ritzen in der
    > Zeltfestplane...
    > > Du wirst wach von einem Zungenkuss, wie Du ihn noch nie in
    > Deinem Leben gekriegt hast. Leidenschaftlich küsst Du zurück.
    > Dann machst Du Deine verklebten Augen auf und blickst in das
    > fröhliche Gesicht des zottigen Köters von dem
    > Karusselfritzen. Und mit einem eigenen Beitrag zum Thema
    > Würfelhusten fängt der Tag wieder an. Dein Kopf fühlt sich an
    > wie nach einem Steckschuss. Jetzt hilft nur noch: Stützbier
    > bis die Maschine wieder halbwegs normal läuft.


    :cool: :cool: :cool: :cool: :cool: :cool: :cool: :cool: :cool: :cool:
     
  2. Nixe

    Nixe Neues Mitglied

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    Lütje Lage

    Wer professionell die "Lütje Lage" trinken möchte, sollte sich auf eine längere Übungszeit einrichten und nicht das beste Hemd anziehen. Diese hannoversche Spezialität geht so: In einem größeren Schnapsglas befindet sich Bier. Es wird mit einem kleineren Schnapsglas, in dem klarer Korn lauert, zwischen die Finger der rechten Hand geklemmt. Dann schüttet der Kundige beides gleichzeitig hinter die vorgestülpte Unterlippe in seinen Schlund. Das wird beim ersten Mal nicht klappen, weshalb das Gelächter groß sein wird.
    :D