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Windpocken bei entzündlichem Rheuma, muss ich mir Sorgen machen?

Dieses Thema im Forum "Entzündliche rheumatische Erkrankungen" wurde erstellt von Quietschie, 22. September 2014.

  1. Quietschie

    Quietschie Mitglied

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    Hallo ihr Lieben,
    habe heute auf der Arbeit erfahren, dass die Windpocken bei uns umgehen. Eine schwangere Kollegin hat heute daher Arbeitsverbot für die nächsten Wochen bekommen.
    Jetzt bin ich verunsichert. Hab ich durch die immunsuppresiven Basismedikamente, ein höheres Ansteckungsrisiko? Oder bin ich aus dem sprichwörtlichen Schneider, weil ich als Kind schon mal Windpocken hatte? Bin zwar vermutlich nicht schwanger, aber was wenn doch? Stecken gerade in der Kinderwunschphase.

    Würde mich über Rat freuen!
    Lg
    Quietschie
     
  2. Ducky

    Ducky Aktives Mitglied

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    Hallo Quitschie,
    ZweitInfektionen sind möglich.
    In wie weit du mit deiner Basis gefährdet bist,weiß ich nicht.
    Ich würde den Rheumadoc anrufen und fragen wie du dich verhalten sollst.
    Da du zur Not ja ei etwas vom Arzt brauchst, um nicht in Firma zu müssen,wäre das ein Abwasch und du bist auf der sicheren Seite
     
  3. Sherafina86

    Sherafina86 Neues Mitglied

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    Hallo du,
    ich würde Aufjedenfall aufpassen, ich habe mir nach meiner zweiten Mabthera Infusion eine Gürtelrose geholt. Man ist jedenfalls wesentlich anfälliger. Und im Ernstfall muss es direkt Virustatisch behandelt werden. Ich darf nämlich jetzt die höchstdosierten Tabletten fressen aufgrund der immunsupprimierung. Der Körper hat wohl wesentlich weniger Chancen die Infektion selbst wieder los zu werden. Windpocken sind ja vom selben Erregertyp. Alles in allem ist es war kein Drama, aber man braucht es auch nicht unbedingt. Also Pass auf! Gürtelrose ist übrigens meistens die Sekundärinfektion von Windpocken
     
  4. Clödi

    Clödi Bekanntes Mitglied

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    Hallo Quietschi!

    Wenn du als Kind die Windpocken hattest, bist du eine zeitlang immun dagegen. Wie lange kann man wohl nicht genau sagen. Aber der Erreger schlummert ein Leben lang im Körper und kann bei Zweitkontakt, wenn dein Immunsystem gerade schwächelt oder eben durch Medis unterdrückt wird, zu einer Gürtelrose führen. Bei mir war das schön Anfang 20 der Fall, ohne Rheuma. Und das war schlimmer als die Windpocken!

    Also ich würde auch Kontakt zum Arzt aufnehmen in deinem Fall.

    Lg Clödi
     
  5. Frau Meier

    Frau Meier Guest

    @Sherafina

    Das stimmt so nicht ganz; Gürtelrose kann in wenigen Fällen auch mal direkt bei Primärinfektion auftreten, ist aber in der Regel eine so genannte "Reaktivierung" einer lebenslang persistierenden (Primär-)Infektion mit Windpocken und keine Sekundärinfektion.
    clödi hatte das schon richtig gesagt

    Es handelt sich dabei übrigens nicht nur um den gleichen Erregertyp, sondern sogar den selben (meist seit Langem im Körper befindlichen) Erreger, den jemand mit seinen Windpocken hatte - dieser Virenclan "überlebt" sozusagen schlafend in den Nervenknoten, die den Ursprung der aus dem Rückenmark in die Peripherie austretenden Nerven bilden (den Spinalganglien mit in jedem Wirbelsäulenabschnitt zwischen zwei Wirbeln je zwei austretenden Nerven, einem davon rechts und einem links), und kann dort auch wieder "aktiv werden". Das führt dann zur Entzündung entlang des betroffenen Nerven (meist einseitig, meist nur ein Nerv) - die äußert sich in Schmerzen und Hauterscheinungen, die man Gürtelrose* nennt, weil sie gruppierte gerötete Bläschen zeigt.



    *Der "Gürtel" kommt von der gürtelähnlichen Anordnung der Hauterscheinungen - analog zum Verlauf der jeweiligen Nerven
    Der Wortanteil "rose" ist auf den Gebrauch des Wortes "Wundrose" zurückzuführen - eine entzündliche Rötung, die auch in anderen Formen meist an den Beinen (seltener auch an Armen und im Gesicht) auftreten kann.

    Wir hatten das Thema schon einmal im Zusammenhang mit Impfungen.
    Das Risiko einer Neuinfektion mit Windpocken ist eher unwahrscheinlich - insbesondere dann, wenn jemand diese schon hatte.
    Eine Gürtelrose bekommt nur eine Minderheit der zahlreichen windpockendurchseuchten Menschen.
    Es schadet aber sicher nicht, den direkten Kontakt mit Erkrankten schon aus Gründen der "Schonung" des chronisch gestressten Immunsystems zu meiden, vor Allem, wenn Angst im Spiel ist, denn Angst und Stress sind immer gut für (nicht gegen) Viren - das gilt auch bei Gesunden.
    In der Schwangerschaft geht man immer gerne auf Nummer sicher.
     
  6. anurju

    anurju anurju

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    DANKE liebe Frau Meier

    für die wie immer sachkundige Information!!!

    Ich hatte auch mal etwas "Bammel" vor einer Windpocken-Infektion - allerdings war ich da auch in sehr nahem Kontakt mit der erkrankten Person.
    Ist aber nichts passiert....

    Heikel war mal der direkte Kontakt mit einer an offener TBC-Erkankten -aber auch das ist trotz Immunsuppression gut gegangen.

    Ich muss sagen, dass ich seit den Tnf-Alpha-Blockern deutlich weniger krank bin als früher - mit MTX ist das je nach Dosis schon anders gewesen (häufige Angina und Schleimhautentzündungen) - aber anscheinend tut die Ruhe im Immunsystem auch bezüglich der Infektanfälligkeit durchaus gut.
    Was natürlich nicht heißt, dass man übermäßige Risiken eingeht.

    Vielleicht generell interessant - wenn auch nicht spezifisch für Windpocken - könnte die folgende Information sein - die hatte mein Hausarzt mir mal in ausgedruckter Form gegeben als das mit dem TBC im Raum stand - da hatte er sich nämlich wohl selber schlau gemacht:
    http://www.ihph.de/hygienetipps-immunsupprimiert.pdf
    Allerdings glaube ich, dass diese Tipp sich an viel stärker Immunsupprimierte (z.B. Transplantierte) wenden - was ich mir aber davon angewöhnt habe: ich wasche mir wirklich nachdem ich nach Hause gekommen bin immer die Hände und wenn ich den ganzen Tag unterwegs bin nehme ich manchmal so ein Sagrotan-Handgel (wenn Leute um mich augenscheinlich krank sind z.B. enorm husten, ich aber stundenlang mit denen in engen Räumen bin).
    Bin da aber nicht übertrieben vorsichtig, denn manche Dinge kann man sowieso nicht vermeiden.

    Liebe Grüße von anurju :)
     
    #6 22. September 2014
    Zuletzt bearbeitet: 22. September 2014
  7. Clödi

    Clödi Bekanntes Mitglied

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    Noch eine Ergänzung zu den Primärinfektionen von Gürtelrose, die Frau Meier ansprach:

    Sie werden wohl leider häufiger in den letzten Jahren! Man führt das darauf zurück, dass seit 2004 die Impfung gegen die Windpocken von der STIKO empfohlen und auch auch bei vielen Kindern durchgeführt wird. Leider hält die Immunisierung nach Impfung wohl nicht so lange an wie erwartet und dann erkranken diese Kinder/Jugendlichen bei Kontakt mit dem Virus direkt an Gürtelrose. Das Alter bei Erkrankung mit GR sinkt seither auch deutlich ab. Deshalb soll schon bald eine dritte Impfung von der STIKO empfohlen werden.
    In den USA ist diese Entwicklung wohl noch schlimmer. Da wird schon seit 1995 gegen Windpocken geimpft.
    Bin kein Experte. Aber bei der Frage, ob ich meinen Sohn mit 12 noch impfen lasse, auf diverse Berichte gestoßen. Bin sonst wirklich pro Impfung, aber da kommt man schon ins Grübeln. Vielleicht ist das ja in diesem Zusammenhang für den ein oder anderen interessant...
     
  8. Quietschie

    Quietschie Mitglied

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    Wow, ich hätte nicht mit so vielen Antworten gerechnet. Vielen Dank dafür!
    Ok, also Gürtelrose ist der Selbe Erreger wie bei Windpocken. Was bedeutet dass für eine ev. schwangere Rheumapatientin? Was würde im Fall passieren, dass ich mich anstecke, bzw. der alte Virus wieder ausbricht?

    LG Quietschie
     
  9. Lagune

    Lagune Bekanntes Mitglied

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    Ich kenne es so, das für eine schwangere Frau eine Erkrankung mit Röteln gefährlich sein kann, bzw. für das ungeborene Kind. Ob es mit Windpocken auch gefährlich ist in dem Ausmaß, davon habe ich noch nicht gehört.

    Ich habe mich dann als junge Frau gegen Röteln impfen lassen, weil ich die in der Kindheit nicht hatte und ich bzw. wir einen Kinderwunsch hatten.
     
  10. Clödi

    Clödi Bekanntes Mitglied

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    Quietschtie,

    bei dir kommt doch nur Gürtelrose in Frage. Da kommt ein Zeugs auf die Haut gegen Juckreiz und Schmerzen. Manchmal bekommt man auch ein Medi, um den Virus in Schach zu halten z.B. bei schweren Verläufen. Ich meine es heißt Virustatikum.

    Die schwangere Rheumapatientin mit Windpocken-Kontakt dürfte so selten sein, dass da ein Arzt was raten muss. Aber Basismedis wird diese ja wohl auch nicht nehmen in der Schwangerschaft. Und bei Kinderwunsch setzt man doch die Basis auch vorher ab oder liege ich da falsch?
     
  11. roco

    roco Guest

    windpocken können für ungeborene ziemlich heftige folgen haben, je nach schwangerschaftsmonat.

    netdoktor.at

    ich würde mich auch an den rheuma-doc wenden ... oder an den frauenarzt (wegen der kinderwunschphase)

    lg
     
  12. Ina69

    Ina69 Neues Mitglied

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    Guten Morgen

    ich bekam in der 34. Schwangerschaftswoche die Windpocken. Es war die Hölle!! Die Ärzte sagten, dass in dieser Phase es nicht gefährlich fürs Baby sei. "Nur" in den ersten 3 Monaten und unter der Geburt, da es ja im Geburtskanal direkt angesteckt wird und noch keinerlei Antikörper habe.

    Gefährlich war es also nicht aber Probleme gab's nach der Geburt dennoch, die im Nachhinein auf die Erkrankung zurückgeführt werden konnten.

    Mir ging es währenddessen so schlecht, dass ich dachte, ich müsse sterben. Ich frage mich heute, warum mich eigentlich niemand ins Krankenhaus gebracht hat. Medikamente habe ich keinerlei genommen. Mein Sohn hat sich eine Woche in meinem Bauch gar nicht bewegt aber ich hatte keine Kraft mir darüber Gedanken zu machen. Ich vermute, dass es ihm einfach auch nicht so gut ging.
    Er ist mit Atemgeräuschen zur Welt gekommen, die nach 2 Monaten zur Bronchitis wurden und der Zahnschmelz seiner Milchzähne war sehr porös. Was bei Drogenmissbrauch und schweren Infektionskrankheiten der Mutter in der Schwangerschaft entsteht. Als er 2 war und in seiner Kita Windpocken ausbrachen hat er nur 5 Bläschen bekomnen. Er hat wohl doch Antikörper gebildet.

    Das ganze ist über 14 Jahre her und er ist gesund und munter :)
     
  13. Quietschie

    Quietschie Mitglied

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    Hallo ihr Lieben,
    mittlerweile sehe ich es auch entspannter. Zum Einen, da ich mal ne Nacht drüber geschlafen habe, zum anderen weil ich ja gar nicht weiß ob ich schon schwanger bin und zum dritten weil die Kollegin jetzt doch kein "vorläufiges Arbeitsverbot" hat, sondern eben nur versucht wird den direkten Kontakt mit eventuell Erkrankten zu unterbinden. (Hoffe für Sie einfach mal das das klappt.)
    Werde aber doch mal beim Arzt anrufen.
    Und ja man kann Basismedis in der Schwangerschaft nehmen, es gibt welche die dafür geeignet sind. Mein Immunsystem ist also durch die Medikamente geschwächt, aber natürlich nicht komplett wie bei einer Transplantation, oder einer Chemo.
    Danke auch für das Pdf, war wie angekündigt interessant, aber eben nur zum Teil für Rheumapatienten mit immunsuppresiven Medis interessant.
    Viele Grüße
    Quietschie
     
  14. Ducky

    Ducky Aktives Mitglied

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    :eek: da ist mir ja das wichtigste entfallen.
    ich habe nirgndwo gelesen, dass du schwanger bist oder werden möchtest.
    hatte das nur im zusammenhang mit der kollegin gesehen und gedacht, du meinst wegen immunsupr. wärest du evtl auch gefährdet:vb_cool:

    @clödi,
    es gibt auch, laut netz, direkt windpocken zweitinfektionen-die sich nicht als gürtelrose äußern

    eine verwirrte ente :(