Muckel1986
Mitglied
Guten Abend zusammen,
nach einer etwas längeren Zeit habe ich nun doch mal wieder ein Anliegen an euch - und zwar interessiert mich, wie ihr aktuell lebt bzw. wohnt, wie ihr gernen leben / wohnen wollt und wie ihr es könnt.
Zum Hintergrund dieser Frage sei erwähnt, dass ich zurzeit eine Ausbildung absolviere, die hoffentlich im Juni zu Ende geht. Meine Gesundheitliche Situation hat sich seit Beginn der Ausbildung massiv verschlechtert. Zwei neue Diagnosen kamen hinzu und der Körper als solches hat massiv abgebaut. Es ist im Moment so, dass ich während der Ausbildung in dem Berufsbildungswerk untergebracht bin, in dem auch die Ausbildung stattfindet. Wenn wir Pflichtheimfahrten haben (=Ferien, Urlaub), dann wohne/lebe ich wie bis her bei meinen Eltern.
Aktuell stellt sich für mich die Frage, wie es nach der Ausbildung weiter geht. Durch die schlechte körperliche Verfassung ist es leider so, dass ich nicht in ein Berufsleben einsteigen kann. Den entsprechenden Rentenantrag habe ich diese Woche gestellt und Beratungstermine mit der Bundesagentur für Arbeit und dem Grundsicherungsamt vereinbard. Doch für die zukünftige Lebens- / Wohnsituation werde ich dort wohl kaum antworten bekommen.
Es gibt nun verschiedene Varianten, wie meine zukünftige Wohn- / Lebenssituation ausschauen könnte:
Was ich bräuchte wäre eben eine Möglichkeit, dass ich schon in meinen "eigenen Wänden" leben kann, aber eben "auf Bedarf" die Hilfe bekomme, die ich brauche. Das könnte sein, dass zB mal durchgewischt werden müsste, wenn mich ein Schub zu lange ans Bett fesselt oder das mir zum Beispiel bei'm Einkauf geholfen wird, wenn ich die Wohnung/Zimmer nicht verlassen kann oder die Kraft fehlt.
Im Moment sieht es so aus, dass ich wohl nur eine Wohnung/Zimmer beziehen kann, ab dem Zeitpunkt, wenn meine Eltern nicht mehr Unterhaltspflichtig sind. Doch selbst dann bleibt noch die Frage, wie man sich die Hilfe organisieren kann, die man eben nicht immer benötigt. Eine Möglichkeit ist das "Sozialenetzwerk", also Eltern, Schwester, Freunde - doch das kann ja keine Dauerhafte lösung sein. Die zweite Überlegung ist, dass man sich Hilfe evtl. durch das Persönliche Budget finanzieren kann. Doch so weit ich weiß, muss jene schon mehr oder weniger regelmäßig sein (wöchentlich, alle 2, 3 Wochen, monatlich, ...).
Mir persönlich ist es halt sehr wichtig, dass ich so lang wie irgendwie Möglich selbstständig und selbstbestimmt bleiben kann. Aus diesem Grund möchte ich eben nur Hilfe, wenn ich sie auch wirklich brauche. Denn so lange es geht, versuche ich alles selbst zu machen.
Mich würde nun interessieren, wie es bei euch ausschaut. Einige werden dazu sich nicht so 'ne Gedanken gemacht haben, befürchte ich, da sie vielleicht noch nicht so massive eingeschränkt sind. Andere wiederum haben das "Rheuma" erst im "Alter" bekommen und haben daher schon ihr festes Lebensumfeld (Haus/Wohnung, Frau/Mann, Kinder, Freunde, Bekannte), welches sie evtl. auch unterstützt. Wiederum wird es hier einige geben, die das Problem auch nicht so haben, da sie vlt. schon Pflege benötigen und sich daher andere Gegebenheiten ergeben.
Doch vielleicht gibt es ja hier jemanden, die/der in einer ähnlichen Situation steckt und daher etwas berichten kann. Denn weitere Gedanken, Sichtweisen können nur dazu führen, dass sich vielleicht doch noch ein Weg auftut.
Denkbar wäre für mich zum Beispiel, dass es eine Art einrichtung geben würde, in der jede/jeder sein eigenes "Reich" hat, wo aber für alle eine angestellte Person da ist, die dann dort helfen kann, wo es nötig ist. Aber wie bereits geschrieben, etwas passendes habe ich leider nicht gefunden. Doch sollte es (wieder erwartend) genügend Personen geben, die sich sowas vorstellen könnten, so wäre es denkbar, dass man zB einen e.V. gründet, der dann wiederum ein Objekt anmietet, in dem man dann seine kleine Wohnung/Zimmer hat und wo der eV auch dafür sorgt, das jemand da ist der Hilft. Sollte dies mit der Finanzierung klappen, könnte man dann vielleicht sogar eine Physiotherapeutin / Physiotherapeut und/oder Ergotherapeutin / Ergotherapeut beschäftigen, die einem dann ja auch noch was gutes tun würden. Aber ich befürchte, dass dies wohl ein Wunsch bleibt.
Würde mich freuen, ein wenig von euch zu lesen.
Liebe Grüße und vielen Dank
Muckel / Tobias
P.S. Wer wissen möchte, wie meine Situation der ZEit ist, kann zum Beispiel einen Blick in mein Blog wagen. Interessant dürften diese Artikel sein:
nach einer etwas längeren Zeit habe ich nun doch mal wieder ein Anliegen an euch - und zwar interessiert mich, wie ihr aktuell lebt bzw. wohnt, wie ihr gernen leben / wohnen wollt und wie ihr es könnt.
Zum Hintergrund dieser Frage sei erwähnt, dass ich zurzeit eine Ausbildung absolviere, die hoffentlich im Juni zu Ende geht. Meine Gesundheitliche Situation hat sich seit Beginn der Ausbildung massiv verschlechtert. Zwei neue Diagnosen kamen hinzu und der Körper als solches hat massiv abgebaut. Es ist im Moment so, dass ich während der Ausbildung in dem Berufsbildungswerk untergebracht bin, in dem auch die Ausbildung stattfindet. Wenn wir Pflichtheimfahrten haben (=Ferien, Urlaub), dann wohne/lebe ich wie bis her bei meinen Eltern.
Aktuell stellt sich für mich die Frage, wie es nach der Ausbildung weiter geht. Durch die schlechte körperliche Verfassung ist es leider so, dass ich nicht in ein Berufsleben einsteigen kann. Den entsprechenden Rentenantrag habe ich diese Woche gestellt und Beratungstermine mit der Bundesagentur für Arbeit und dem Grundsicherungsamt vereinbard. Doch für die zukünftige Lebens- / Wohnsituation werde ich dort wohl kaum antworten bekommen.
Es gibt nun verschiedene Varianten, wie meine zukünftige Wohn- / Lebenssituation ausschauen könnte:
- Einzug bei den Eltern, da sie evtl. noch komplett Unterhaltspflichtig sind. Vorteil wäre dabei, dass ich Hilfe in erreichbarer nähe hätte.
- Einzug in eine eigene Wohnung / Zimmer. Gut wäre dabei, dass ich wirklich "meine" Räumlichkeiten hätte, wo ich richtig zu Ruhe kommen kann. Positiv wäre daran auch, dass ich Selbstbestimmt und Selbstständig leben könnte. Doch wie kann man sich notwendige Hilfe organisieren, wenn man zB einen langen Schub hat oder weil man zum Beispiel einfach keine Getränke mehr einkaufen kann
- Wohnen / Leben in einem art Projekt:
- leben / wohnen in privaten Projekten (wo eben kein "Leistungserbringer" dahinter steht)
- in einer (normalen) Wohngemeinschaft, wo man sein eigenes Zimmer hat, aber trotzdem nicht komplett alleine ist. Nachteil ist, dass die meisten normalen WGen nur für eine absehbare Zeit bestimmt sind (zB während des Studiums). Hilfe hätte man dann vilt. auch durch die Leute in der WG. Doch es ist verdammt schwieig eine WG zu finden, die sich auf einen Kranken einlässt.
- in einem Mehr-Generationen-Projekt. Der Gedanke gefällt mir, das sich bei diesen Projekten gegenseitig geholfen wird. Doch was kann ich für eine solche Gemeinschaft beitragen? Kinderbetreuung, Einkauf tätigen, Gartenarbeit oder ähnliches kann ich nicht anbieten.
- in einer Kommune (Lebensgemeinschaft). Dabei sehe ich die gleichen Schwierigkeiten wie bei dem Mehr-Generationen-Projekten.
- Leben mit Hilfe von Organisationen, Vereinen, Einrichtungen (wo alles von einem "Leistungserbringer" geregelt ist). Hierzu habe ich leider kein passenden Projekt gefunden. Denn die Projekte die es gibt, sind entweder darauf ausgelegt, dass Menschen tägliche körperliche Pflege benötigen, was auf mich nicht zu trifft. Die anderen Projekte sind darauf ausgelegt, dass die Menschen "kontrolle" benötigen, da sie zB Geistige oder Psychische Probleme haben, was eben auch nciht auf mich zutrifft, da ich mein eigenes Leben schon selbst regeln und organisieren kann. Dann gibt es noch Hospitze, die eigentlich passen würden, doch deren Ziel (oder besser gesagt Aufgabe) ist es eben, die Menschen in ihren letzten Monaten, Wochen zubegleiten.
- Pflegeeinrichtungen
- Betreutes Wohnen
- Wohngruppen mit Pflege oder Betreuung
- leben / wohnen in privaten Projekten (wo eben kein "Leistungserbringer" dahinter steht)
Was ich bräuchte wäre eben eine Möglichkeit, dass ich schon in meinen "eigenen Wänden" leben kann, aber eben "auf Bedarf" die Hilfe bekomme, die ich brauche. Das könnte sein, dass zB mal durchgewischt werden müsste, wenn mich ein Schub zu lange ans Bett fesselt oder das mir zum Beispiel bei'm Einkauf geholfen wird, wenn ich die Wohnung/Zimmer nicht verlassen kann oder die Kraft fehlt.
Im Moment sieht es so aus, dass ich wohl nur eine Wohnung/Zimmer beziehen kann, ab dem Zeitpunkt, wenn meine Eltern nicht mehr Unterhaltspflichtig sind. Doch selbst dann bleibt noch die Frage, wie man sich die Hilfe organisieren kann, die man eben nicht immer benötigt. Eine Möglichkeit ist das "Sozialenetzwerk", also Eltern, Schwester, Freunde - doch das kann ja keine Dauerhafte lösung sein. Die zweite Überlegung ist, dass man sich Hilfe evtl. durch das Persönliche Budget finanzieren kann. Doch so weit ich weiß, muss jene schon mehr oder weniger regelmäßig sein (wöchentlich, alle 2, 3 Wochen, monatlich, ...).
Mir persönlich ist es halt sehr wichtig, dass ich so lang wie irgendwie Möglich selbstständig und selbstbestimmt bleiben kann. Aus diesem Grund möchte ich eben nur Hilfe, wenn ich sie auch wirklich brauche. Denn so lange es geht, versuche ich alles selbst zu machen.
Mich würde nun interessieren, wie es bei euch ausschaut. Einige werden dazu sich nicht so 'ne Gedanken gemacht haben, befürchte ich, da sie vielleicht noch nicht so massive eingeschränkt sind. Andere wiederum haben das "Rheuma" erst im "Alter" bekommen und haben daher schon ihr festes Lebensumfeld (Haus/Wohnung, Frau/Mann, Kinder, Freunde, Bekannte), welches sie evtl. auch unterstützt. Wiederum wird es hier einige geben, die das Problem auch nicht so haben, da sie vlt. schon Pflege benötigen und sich daher andere Gegebenheiten ergeben.
Doch vielleicht gibt es ja hier jemanden, die/der in einer ähnlichen Situation steckt und daher etwas berichten kann. Denn weitere Gedanken, Sichtweisen können nur dazu führen, dass sich vielleicht doch noch ein Weg auftut.
Denkbar wäre für mich zum Beispiel, dass es eine Art einrichtung geben würde, in der jede/jeder sein eigenes "Reich" hat, wo aber für alle eine angestellte Person da ist, die dann dort helfen kann, wo es nötig ist. Aber wie bereits geschrieben, etwas passendes habe ich leider nicht gefunden. Doch sollte es (wieder erwartend) genügend Personen geben, die sich sowas vorstellen könnten, so wäre es denkbar, dass man zB einen e.V. gründet, der dann wiederum ein Objekt anmietet, in dem man dann seine kleine Wohnung/Zimmer hat und wo der eV auch dafür sorgt, das jemand da ist der Hilft. Sollte dies mit der Finanzierung klappen, könnte man dann vielleicht sogar eine Physiotherapeutin / Physiotherapeut und/oder Ergotherapeutin / Ergotherapeut beschäftigen, die einem dann ja auch noch was gutes tun würden. Aber ich befürchte, dass dies wohl ein Wunsch bleibt.
Würde mich freuen, ein wenig von euch zu lesen.
Liebe Grüße und vielen Dank
Muckel / Tobias
P.S. Wer wissen möchte, wie meine Situation der ZEit ist, kann zum Beispiel einen Blick in mein Blog wagen. Interessant dürften diese Artikel sein:
- Probleme mit der Atmung
- Beschreibungen zur aktuellen Situation
- Gedanken zur Situation, zu meinem Leben
- Auflistung der Einschränkungen
- Überlegungen zur zukünftigen Lebens- / Wohnsituation
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