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Wie kann ich meine Freundin am besten unterstützen?

Dieses Thema im Forum "Austausch für und mit Angehörigen" wurde erstellt von DonCitrone, 9. April 2010.

  1. DonCitrone

    DonCitrone Neues Mitglied

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    hallihallo alle zusammen. ich bin auf euer forum gestoßen als ich nach humira gegoogelt habe, meine freundin kriegt heute die erste spritze und wir freuen uns beide (sie noch etwas verhalten, ich bin nach den gelesenen erfahrungsberichten etwas euphorischer :a_smil08: )

    warum ich allerdings hier poste ist folgendes: meine süße hat seit 20 jahren rheuma. (mit 5 jahren wurde juvenile oligoarthritis diagnostiziert, mittlerweile ist es polyarthritis) und kommt offenbar ganz gut zurecht. ich habe zumindest bisher keine auswirkungen auf die psyche festgestellt, verliebt hab ich mich wegen ihres lachens das nicht wegzukriegen ist. :)

    vor kurzem hat sie die möglichkeit gehabt in einer kantine anzufangen, was ihr auch richtig viel spass gemacht hat. leider musste sie den job nach 4 wochen hinschmeißen, weil es die knochen einfach nicht mitgemacht haben. (7 stunden stehen, spülen, schwere körperliche arbeit) abends konnte sie sich kaum noch bewegen, aber sie hat sich immer auf den nächsten tag gefreut.

    da hat sie zum ersten mal festgestellt, dass die krankheit sie in ihren möglichkeiten einschränkt und schien mir etwas niedergeschlagen. ich wusste einfach nicht, was ich sagen sollte und hab sie einfach nur gedrückt. aber irgendwie lässt mich das doch nicht los. als sie mir vom rheuma das erste mal erzählt hat, hab ich zwar gesagt "wer ist das überhaupt, dieser "rheuma"?" aber mir war klar, dass es irgendwann ein leben zu dritt sein würde. und jetzt ist es soweit.

    ich gehe mal davon aus, dass es allen betroffenen irgendwann so geht und mich würde interessieren, wie ihr damit umgeht oder umgegangen seid. ich würde meine süße einfach so gut wie möglich unterstützen weil ich ihr lachen noch sehr sehr lange in unserer wohnung hören will.

    bis dahin, schöne frühlingsgrüße an alle.
     
  2. enidane

    enidane Neues Mitglied

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    Hallo DonCitrone!

    Erstmal ein doppeltes :top: an dich! Ich finde es klasse, dass du dich so um deine Freundin sorgst und auch erkennst, dass es ein Leben zu dritt sein wird mit dem Rheuma.
    Ich bin selbst betroffen und kann von Glück sagen, dass mein Freund mir zur Seite steht und mich unterstützt soweit er kann. Meist ist ein -in den Arm nehmen- schon ausreichend. Wirklich aktiv kann ein Außenstehender nicht werden, wenn der nächste Schub kommt oder man morgens nicht aus dem Bett kommt. Mir hilft es dann aber wenn mein Freund dann ohne Worte den Haushalt schmeisst und alles soweit es geht von mir fernhält.
    Traurig macht es mich manchmal, wenn wir freizeit-technisch etwas geplant hatten und es dann wegen extremer Müdigkeit oder Schmerzen meinerseits abgesagt werden muss. Aber auch da findet mein Freund einen Weg damit umzugehen (manchmal frage ich mich echt wie er das alles bewerkstelligt...).
    Einen wirklichen Tipp kann ich dir also nicht geben wie du deine Freundin unterstützen kannst. Ich denke aber du bist auf dem richtigen Weg und instinktiv machst du vielleicht auch schon alles richtig :top: (soweit man von richtig machen sprechen kann).

    Bring deine Süße weiterhin zum lachen- das lenkt von den Schmerzen ab!!

    Liebe Grüße schickt dir enidane
     
  3. Katharinaw

    Katharinaw Neues Mitglied

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    Ich finde auch, dass du es ganz richtig machst. Sei einfach für sie da. Auch ich habe einen Schatz, der mich immer unterstützt. Er ist da, wenn ich ihn brauche, aber er behandelt mich auch ganz normal und nicht wie eine Kranke. Das macht meine Familie nämlich immer und das macht mich krank. Ich hab seit meiner Kindheit Rheuma und wurde von ihnen immer in Watte gepackt. Ich darf denen gar nicht sagen, was ich trotz des Rheumas alles mache. Nach einer durchtanzten Nacht in der Disco macht mein Freund mir keine Vorwürfe, wie unvernünftig das war, sondern hält die Eisbeutel bereit. Ich würde einfach mal fragen, was deine Freundin braucht. Wenn ich z.B. Schmerzen habe und mich das alles ankotzt, dann brauch meine Ruhe um mich zu vergraben. Vergiss dich aber bitte nicht selbst in deiner Sorge um sie. Geh deinen Hobbys nach und mach in deiner Freizeit auch mal das was du willst, auch wenn deine Freundin nicht immer mitmachen kann. Nichts ist schlimmer, als das Gefühl zu haben, dass dein Freund dir zu Liebe alles aufgibt.

    LG Katharina
     
  4. poldi

    poldi Aktives Mitglied

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    Hallo DonCitrone
    Das ist eine schwierige Frage. Wir wissen es oft ja selber nicht. Denn was einen Tag gut ist, will man am nächsten selber machen. Frau will ja auch noch etwas können. Schön ist es in den Arm nehmen. Einem das Gefühl geben, er ist für mich da. Ich kann mich auf ihn verlassen. Nicht mal die Krankheit kann uns trennen.
    Wenn Du dieses Gefühl ihr vermitteln kannst, dann hast Du das Wichtigste für sie getan.
    Ich wünsche euch viel Glück.
    Ihr schafft das !
    Poldi
     
  5. Katjes

    Katjes Bekanntes Mitglied

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    hallo doncitrone,

    wir leben zu fünft :D mein gölege ist auch chronisch krank und dann haben wir noch was felliges.ist alles nicht immer leicht aber es geht seid 15 jahren schon sehr sehr gut !!!:top:
    ganz wichtig ist das miteinander reden ,sei ehrlich ,sprich auch darüber wie es dir geht(zb.das du dich hilflos fühlst wenn sie schmerzen hat etc.) und frag ob und wie du helfen kannst(aber nimm ihr nicht alles ab,es sei denn sie bittet dich drum,weil gerade nix geht)!!!
    und habt weiterhin ganz viel spaß miteinander!!! ein lachen macht so manchen schmerz erträglicher:a_smil08:
    das sind meiner meinung nach ganz wichtige punkte im umgang miteinander,egal ob krank oder nicht.:)


    liebe grüße
    katjes

     
  6. Arlene

    Arlene stilles Wasser

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    Hallo DonCitrone,
    ich bin auch hier reingekommen, weil mein Göga (Garfield) betroffen ist.
    Wie einige ja schon geschrieben haben, ist es wichtig, viel miteinander zu reden. Wenn Deine Freundin nicht sagt, was sie braucht, ist es schwer, ihr zu helfen! Das ist für beide gewöhnungsbedürftig, denn wer bittet schon gerne um Hilfe?! Wenn Du merkst, dass ihr etwas schwerfällt, kannst Du es ihr natürlich auch ohne große Worte abnehmen, aber auf Dauer kannst Du natürlich nicht zum Gedankenleser werden. Außerdem wird das leicht zur Gratwanderung... denn vielleicht will sie etwas trotz Schwierigkeiten partout selber machen. Klare Aussagen sind da einfach am besten.
    Wenn es ihr schlecht geht, sie aber nicht drüber reden will, lass sie am besten in Ruhe. Ich habe anfangs totale Schwierigkeiten gehabt, das nicht persönlich zu nehmen (neige dazu, zu glauben, dass ICH etwas falsch gemacht habe). Diskussionen á la "Hast du was?" "Nein." "Aber ich merk doch, dass du was hast." "Ich hab nichts." etc etc sind für beide Seiten gleich ermüdend und fruchtlos. Signalisiere einfach, dass Du da bist und bereit, zuzuhören, wenn sie reden möchte.
    Versucht, euch Optimismus, Humor und Lebensqualität zu bewahren. Es kann sein, dass sich irgendwann "Freunde" abwenden ("mit euch ist ja nichts mehr los!") und Hobbies, z.B. Sport auf der Strecke bleiben. Das geht den meisten so und grämt natürlich. ABER: man kann auch neue Freunde und neue Interessen finden (zum Beispiel bei RO!!!). Und vielleicht findet ihr Freundschaft auch da, wo ihr nicht damit gerechnet habt.
    Kümmere Dich auch um Dich selber - Du kannst nicht nur für Deine Freundin und ihr Rheuma da sein. In jeder Beziehung sollte jeder auch Raum udn Zeit für eigene Ideen und Interessen haben.
    EIn offenes Wort zum Schluss: lassen wir die Erotik nicht beiseite. Auch die kann sich natürlich verändern (und zeiweise Winterschlaf halten:uhoh:). Auch hier helfen Sensibilität, Offenheit und Reden, reden, reden!
    Ich wünsche euch beiden alles Gute und würde mich freuen mal wieder was zu lesen.
    Die Arlene
     
  7. DonCitrone

    DonCitrone Neues Mitglied

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    vielen dank an alle für die tipps, vielleicht kann ich auch was davon umsetzen. :)

    und vielleicht schaff ich es auch dass meine süße hier mal vorbeischaut und aus erster hand berichtet. das humira scheint ganz gut anzuschlagen, heute morgen hab ich sie kaum wiedererkannt. mal abwarten, wie sich das entwickelt. *daumen drück*

    bis bald und nen schönen tag euch allen.