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werdet Ihr ernst genommen?

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von Happyday, 23. Juni 2008.

  1. Happyday

    Happyday Neues Mitglied

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    Hallo zusammen,

    kennt Ihr das, dass man Euch nicht für voll nimmt?

    Ich habe gerade heute (vielleicht liegt es am Mond?) zwei tolle Antworten bekommen - eine zum Thema warum ich nicht mit in die "Disko" komme:

    "Ach, Du kommst trotzdem mit, hier wird nicht gejammert :)
    Wenn Du erstmal da bist, was trinkst und die tolle Stimmung spürst, tut Dir gar nichts mehr weh"

    und eine andere Bekannte, die mir einreden möchte, dass es psychisch ist schrieb mir dieses völlig überzeugende :uhoh: Beispiel:

    "bei uns sind viele in der gruppe, die früher auch nicht geglaubt hätten,
    dass z.b. ihr schulterbruch durchs ausrutschen auf glatteis letztendlich durch ihre psyche passiert ist.
    das unterbewusstsein läßt herzlich grüßen! :) aber gut...muss jeder selbst herausfinden."

    Ehrlich gesagt kann ich darauf nicht mal antworten, ich fühle mich nicht ernst genommen, und es ärgert mich maßlos.
    Bei meinem Mann kann ich eigentlich auch nicht mehr drüber reden, bzw. habe ich aufgehört ihm etwas zu erzählen, seit er meinte, daß ich "sehr gerne" darüber rede.

    Wer tut das nicht, wenn ihn ein Problem drückt? Und man gerade mit dieser Diagnose konfrontiert wird?

    Frustrierte Grüße
    Happyday
     
  2. Uschi

    Uschi Neues Mitglied

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    Hilfe gibt es

    Hi,

    das kennen viele von uns. Klar, wollen wir anfangs darüber reden und dann fangen auch die Probleme an.

    Ich bin recht fix zu einem geschulten Therapeuten gegangen und habe eine Gesprächstherapie gehabt, durch die ich gelernt habe, daß es wirklich Schöneres und Wichtigeres im Leben nach wie vor gibt, als die Krankheit.

    Mein Umfeld konnte es nicht mehr hören...................... nach der Zeit wunderten sich alle, daß ich nicht mehr über mich reden wollte ! Damit ging es mir aber auch stetig selbst besser und ich konnte wieder meinen normalen Tageslauf aufnehmen.

    Reden kann helfen, aber selten hört dir einer zu.

    Liebe Grüsse

    Pumpkin
     
  3. Juliane

    Juliane Neues Mitglied

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    Hallo,

    Oh, Happyday....
    das ist so eine Sache.
    Zu Punkt 1 möchte ich sagen: Oftmals ist das die richtige Motivation, kenn ich aus eigener Erfahrung. Ein gepflegter "Schubs" zur rechten Zeit, grad dann wenn man Null- Bock hat weil´s einem schlecht geht, wirkt so manches Mal Wunder. Beispiel: ich hab einen Durchhänger, alles tut weh, und mein Mann "nötigt" mich ins Thermalbad. Und es geht mir anschließend wirklich besser. Oder ein dann doch gemachter netter Abend mit Freunden. Wenn´s nichts ist, kann man immer noch nach Hause gehen. Aber einen Versuch ist es wert!
    Zu Punkt 2: Da ist was dran. Beispiel 1: meine Schwester hat MS und operierte Vorfälle HWS. Wenn man alles zum Xten mal hört, nervt es sogar mich, obwohl ich auch krank bin. Jeder Anteil nehmende Satz ist schon mal gesagt worden (gilt natürlich nicht für akute Angelegenheiten!)
    Beispiel 2: mein Vater, über 80, hat Diabetes und muß spritzen. Das ist solch ein Einschnitt in seinem Leben, das er jede Gelegenheit ergreift, sich kund zu tun. Nur- wenn man 3x mal am Tag BZ mißt, alles per Computer einträgt und die Ausdrucke dann mitbringt kann das schon überfordern.
    Laß Deinem Mann Zeit. Auch für ihn ist es schwierig, eine ganz neue Situation. Und Ehe/-Lege-Männer sind auch nur Menschen. Ich habe mir in der Phase ein Schmerz/ Befindlichkeitstagebuch gemacht. So wurde ich es "los", und nach einer Weile kam mein Mann von ganz allein. Nun höre ich : Na, heute ist nich so prall, was? Und er nimmt mir unauffällig so manches ab. Oder er schickt mich ins Bett, damit ich Ruhe habe.
    Du siehst: das ist ein Lernprozess, zwei Schritt vor und einen zurück. Aber es geht voran!
    Also Kopf hoch und Nase in den Wind. Wir hier sind (auch nachts mal) für Dich da. :top: LG von Elke.
     
  4. Rosenbeet

    Rosenbeet Neues Mitglied

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    ohne

    Hallo,
    ja ich kenne das und ich rede auch kaum noch darüberEs tut aber auch wirklich gut, nicht über Krankheiten zu reden, sondern nur zu tratschen...oder so. Seit ich mich mit meiner Krankheit abgefunden habe, sind zwar die Schmerzen nicht weniger, aber ich kann anders damit umgehen.
    Ich weiss jetzt nicht, welche Ekrankung du hast, aber man darf die Psyche wirklich nicht unterschätzen. Manchmal hilft das ja auch mit der Krankheit umzugehen.
    Und ich weiss bei mir, dass das Rheuma zur Autoimmunerkrankung gehört und da spielt die Psyche eine große Rolle. Deshalb ist man ja nicht weniger krank.
    Liebe Grüße
     
  5. Happyday

    Happyday Neues Mitglied

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    Hallo Elke,

    bei Deinen Beispielen musste ich echt grinsen.
    Eigentlich hab ich aufgehört, so mitteilungsbedürftig zu sein. Die zwei "Freundinnen" haben mich ja heute gefragt, die eine fing sehr charmant an "Wieso ist das so, biste krank oder wirste alt" - und dann hab ich es ihr erklärt - so kamen wir drauf, und dann fing sie an, daß ich vielleicht einen therapeuten brauche, weil es kann ja nur psychisch sein, bzw. müsste ich zum Heilpraktiker, der mit mir eine basistherapie macht, weil ich sicher "nur" übersäuert bin.
    Dass da der Rheumatologe noch nicht draufgekommen ist? *wunder*

    Du hast schon recht, daß man sich nicht verkriechen soll. Mach ich ja auch nach Möglichkeit nicht, erst gestern war ich mit meinem Mann mit dem Fahrrad beim Baggersee, und anschließend Tischtennis spielen und dann haben wir noch gegrillt. Das geht dann schon, mit der Bewegung selber wird es besser. Aber zur Zeit gehts mir so schlecht, daß ein Abend in der Disko (langes herumstehen, Alkohol...) für mich nicht erstrebenswert ist. Lieber bin ich dann eben daheim, und dann jammer ich auch nicht.

    Es ging mir eigentlich auch eher darum, dass ich das Gefühl habe, man will mir einreden, daß ich eigentlich gar nichts habe, sondern mir das einbilde.

    Vielen Dank für Deine lieben Worte.
    LG Happyday
     
  6. Juliane

    Juliane Neues Mitglied

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    Nochmal Hallo,

    Also mal vorweg: Jammern tut gut!
    Das brauchen wir hier alle mal! Und das kriegen wir hier auch!
    Und 5 Minuten Selbstmitleid zum Frustabbau - jederzeit.
    Nur nicht 5 Stunden.
    Und Ernst genommen wirst Du immer werden, auch von Deinem Mann. Deine Freundinnen wollen sicher nur helfen (im positiven Sinne), und bieten Dir sozusagen an, was sie wissen. Daher der Unterschied: Leute mit Rheuma- erfahrung und Leute ohne diese.
    Das mit der Psyche- stimmt auch. Für die Mitwelt ist es ein Lernprozess zu hören: Ne du, heute nicht, mir geht´s nicht so gut. Das wird schon werden. Und ein gutes Argument ist immer: Wartet mal ab, ihr kommt auch noch dahin. Werdet erst mal 40 (oder so). KEIN Spruch, auch die Überflieger bekommen ihr Päckchen. Und mit der Zeit grenzen sich die Leute mit den dummen Sprüchen selber aus, Beispiel: eine "Freundin" sagte mal bei einem Geburtstag zu einer anderen: Na, Gabi, erzähl uns mal von Deinen Krankheiten, von denen keiner was wissen will! Für die blöde "Freundin" war der Abend gelaufen, die hätte sich am liebsten ins nächste Mauseloch verkrochen.
    Als Erkrankter muß man einige Stadien durchlaufen: dazu gehört auch Akzeptieren und Arrangieren mit Rheuma. Dann wird´s etwas leichter.
    Was sagte Bugs Bunny: Und immer hübsch fröhlich bleiben!
    In diesem Sinne, LG von Elke.
    PS: hab grade Deine heutige Vorstellung gelesen. Ich würde nicht 3 Wochen warten, sondern als Schmerzpatient morgens hingehen. Halt das nicht aus.
     
    #6 23. Juni 2008
    Zuletzt bearbeitet: 23. Juni 2008
  7. Steffi.B

    Steffi.B Stehaufmännchen

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    Hallo alle zusammen,
    da ich immer aus der Position des "Nicht Betroffenen" reden kann, ist es für mich sehr interessant von Euch die Probleme zu hören, die mein Männe nicht aussprechen kann.
    Er hat nun schon 13 Jahre lang bechterev und diverse andere nette Ktrankheiten, und für mich gibt es im Gespräch darüber immer ein Verstehen und ein nicht Verstehen.
    Er redet selten über sein Rheuma und viele Freunde und Bekannte wissen garnicht, wie schlecht es ihm manche Tage in Wirklichkeit geht. Gerade weil er darüber nicht redet, nimmt ihn manchmal keiner für voll.das ist für ihn teilweise eine schlimme Erfahrung, aber woher sollen denn nicht Betroffene auch wissen, was wirklich zum Rheuma gehört. Viele verbinden diese Krankheit doch noch mit "steifen Fingern von Oma....." und das ist doch wohl nun wirklich nicht schlimm, Oma hat schließlich auch nicht gejammert.
    Er hat jetzt auch gerade wieder einen herben Rückschlag hinnehmen müssen und hat selbst mit mir nicht darüber gesprochen. Darüber war ich schockiert und wußte im ersten Moment nicht warum er das getan hat.
    Ich glaube, ab und zu braucht er mal das Jammern (ist jetzt nicht böse gemeint), einfach um sich fallen zu lassen aber anders herum will er auch stark sein und redet dann eben nicht.
    Es ist eben für Aussenstehende nicht einfach und ich glaube viele meinen es wirklich nicht böse, wenn sie einen auffordern die ......backen zusammen zu kneifen und vorwärts zu laufen.
    Denn was die Psyche mit einem anstellt, das habe ich im laufe "unserer Erkrankung" mitbekommen (ich sage mit Absicht unserer, denn wir leben beide damit)
    Also, seit alle ganz lieb geknuddelt und getröstet und ab und zu tut jedem ein bischen weinen und hängenlassen gut.
    Lieben Gruß
    Steffi.B
     
  8. Marimo

    Marimo in memoriam † 28.8.2008

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    Hallo,
    nun kann ich meinen "Senf" auch noch dazugeben. Ja es stimmt, mal so richtig jammern tut gut, die Seele wird freier und ich fühle mich leichter und wohler. Allerdings kann ich das nur bei ganz wenigen Personen oder hier auf dieser Seite. Denn den sogenannten "Freunden" gegenüber bin ich sehr zurückhaltend, sie fragen: wie geht es Dir, aber sie wollen es gar nicht wissen, eigentlich warten sie nur auf die Frage: Und Dir - wie geht es Dir? und dann kommt die Tirade, die ich mir aber nicht anhören möchte. Also wenn die Frage nach meinem Wohlbefinden kommt, weiß ich genau, wer fragt und bei bestimmten Leuten mache ich meine Ohren zu und reagiere nicht so wie es gern möchten. Damit bin ich sehr gut bislang gefahren und ich werde auch in Zukunft nur meinen wirklich lieben Freunden und Mitmenschen etwas "vorjammern", und natürlich hier, denn bei euch kommen keine dummen Sprüche, nur bei euch fühle ich mich gut aufgehoben und aufgefangen. Ich bin froh, dass ich euch gefunden habe, und heute geht es mir nicht so gut, denn ich leide bei diesen Temperaturen unter extremer Luftnot.

    Aber nichts destotrotz schicke ich euch ganz viele
    .
     
  9. ClaudiaC

    ClaudiaC Neues Mitglied

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    Hallo Happyday,

    ich denke mal, von den meisten, meinem Mann ausgenommen, werde ich nicht ernst genommen.

    Was wohl daran liegt, das kein "Gesunder" wirklich nachvollziehen kann, wie es ist, fast ständig Schmerzen zu haben, oder sich Müde und schlapp zu fühlen, usw.

    Ganz ehrlich, früher habe ich auch oft mit Unverständnis reagiert, wenn mir jemand die Ohren "vollgejammert" hat. Wofür ich mich jetzt nachträglich schäme.


    Allerdings ärgere ich mich genauso wie Du über diverse Äußerungen. Mein Bruder z.B. selbst schwer Herzkrank, meint immer ich soll doch Sport treiben.
    Habe jeden Tag Fieber.
    Das erzählt er mindesten bei jedem dritten Telefonat, da könnte ich jedes Mal.....und er erhält auch die entsprechende Antwort.


    Eine Freundin meinte neuelich, sie bekommt gerade Chemo, nun erst könne sie wirklich nachvollziehen, wie das wohl bei mir ist, wo sie selbst gerade fix und fertig von der Behandlung ist und sich zu allem aufraffen muß.


    Auf der anderen Seite ärgert es mich genauso, wenn Familie oder Freunde nicht fragen, wie es mir geht.
    Ich vermute mal, das es daran liegt, das sie nicht wissen, was sie antworten sollen, also fragt man erst gar nicht.

    Man könnte ja darüber reden.........

    Ich selektiere inzwischen. Je nachdem, wer fragt, geht es mir ganz gut oder ich sage die Wahrheit.

    Gejammert habe ich bislang noch nicht, aber ich habe mir angewöhnt, meinem Mann, zu sagen, wenn es mir so richtig schlecht geht, damit er weiß, warum ich wieder einmal zickig bin.

    Früher habe ich lieber die Zähne zusammengebissen, also etwas zu sagen und es hat mich einige Überwindung gekostet, mittzuteilen, wenn es mir schlecht geht.


    Einige sogenannte "Freunde" sind, seitdem ich krank bin, auch verschwunden......

    Also, lass dir nichts einreden, Du weißt selbst am besten wie es Dir geht.

    Dann mußt Du Dir ggf. einmal die Frage stellen, wie wichtig sind Dir diese "Bekannten". Ich wäre verletzt bei solchen Äußerungen.
    Lohnt sich die Mühe, sich mit ihnen auseinanderzusetzen?

    Lg Claudia
     
  10. Cindy

    Cindy Neues Mitglied

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    "Verurteile niemanden für etwas, wenn Du nicht selbst in seiner Situation warst..!"

    Leider verstehen viele nicht was es heißt Rheuma zu haben. Klar, als erstes sieht es nach "Oma-Krankheit" aus und beschäftigt man sich nicht damit, wird sich das Blickfeld auch nicht ändern.
    Ich muss sagen das ich auch ein sehr tolerantes Umfeld habe.
    Nach meiner Diagnose wurde ich auch ziemlich schräg angeschaut, zumal ich ja "erst" 22 bin..
    Ich denke das wir uns sowas immer wieder anhören dürfen.. Deshalb finde ich es wirklich gut sich in diesem Forum zu beteiligen, man merkt man ist nicht allein und wird auch hier ein Stück weit aufgefangen.
    Trotzdem sollte man auch privat ein Netz haben in das man sich fallen lassen kann..

    In diesem Sinne.. Kopf hoch und durch!

    Grüßle
    Cindy

     
  11. Steffi.B

    Steffi.B Stehaufmännchen

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    Hallo
    Ich muß Marimo absolut Recht geben. Die meisten wollen garnicht wirklich wissen, wie es einem geht. Ich glaube, deshalb sagt mein Göttergatte auch nichts mehr.
    Genau das ist der Punkt, der ihn immer am meisten ärgert. Blöde Frage:wie geht es dir, wenn er gerade nicht alleine aus dem Stuhl aufstehen kann, das rechte Bein hinterher zieht und Probleme beim Luftholen hat, na wie geht es ihm dann wohl.....
    Wir haben in unserem Freundeskreis auch nur ein paar ganz wenige ausgesuchte wirklich gute Freunde, bei denen man sofort weiß, dass die Frage ernst gemeit ist.
    Viele bemerken nicht einmal oder besser wollen garnicht merken, dass er krank ist und lassen blöde Sprüche los. Ich muß dazu sagen, dass seine Wirbelsäulenverkrümmung schon so weit ist, dass er 12 cm kleiner ist als früher und der Rücken bereits komplett eingesteift ist....is ja auch garnicht zu sehen.
    Inzwischen hat er sich einen Eispanzer angeschafft und kommt bei vielen sehr schroff rüber.Ich bin es auch leid, eine Erklärung dafür abzugeben. Wir wissen, wer unsere richtigen Freunde sind und die wissen auch ganz genau mit seinem Sarkassmus umzugehen.
    Zwischen uns reicht manchmal in solchen Situationen ein stiller Blick,m anchmal auch ein schmunzelnder :)top:dem hast es jetzt aber zurück gegeben)
    Lieben Gruß
    Steffi.B
     
  12. kitty0609

    kitty0609 Schnucki macht Picknick!

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    Ernstgenommen schon, aber von superschlauen Personen, bei denen auch mal die Schultern und und und weh tun, kommt manchesmal diese bescheuerte Frage....
    Was, das musst du alles nehmen und spritzen auch noch? Langsam muss das doch weg sein.....(weg, im Sinne von geheilt!)
    Diese Leute kriegste auch nicht still...aber ich schei.. da drauf und besser geht`s mir. Mir doch egal, was die denken. Nur so im Geheimen wünsche ich denen mal so ne Zeit, wo man nur noch den Seilen hängt. Pah, das wäre super.....:D:top::D
     
  13. Steffi.B

    Steffi.B Stehaufmännchen

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    Hallo Kitty,
    muß gerade mal herzhft lachen...genau diese Gedanken hatte ich früher auch immer...und! man sieht sich immer zwei mal im Leben.:D
    Als mein Göga seine Diagnose bekam und auch sofort Eu-Rentner wurde, da habe ich mitgelitten wie ein Hund.Ich war sein Seelsorger, sein Arzt, seine "Mama", seine Frau und was weiß ich nicht noch alles. Wenn ein Mann mitten im Leben steht, jeden Tag 12 Stunden arbeitet (und er hat gerne gearbeitet) und dann von 100 auf null, dann ist für eine ganze Weile die Welt zu Ende.
    In dieser Zeit bin ich dann irgendwann zusammengeklappt.
    Ich habe also in aller Schärfe und Härte von meinem Umfeld abbekommen, was Ihr hier schildert. Is ja äußerlich nichts zu sehen, "nu hab Dich mal nicht so"
    Und dann wurde der Mann meiner Kollegin krank.......
    ich wünsche keinem etwas böses, ich hätte ihr auch gerne diese Erfahrung erspart, aber ein gaaaaaaaaaaaaaaaanz klitze kleines bischen Schadenfreude war da..........manchmal auch ein bischen mehr, weil alte Erinnerungen hoch kamen..und Wut über die alte Zeit.
    Steffi.B
     
  14. Happyday

    Happyday Neues Mitglied

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    Liebe Claudia -

    bei der einen ja, bei der andern nein.
    Durch die Kommentare hier, bin ich nochmal in mich gegangen, und habe zu der einen gesagt, daß ich ja weiß, daß sie mich nur aufmuntern will, und genau das hat sie mir dann auch bestätigt. Eigentlich ist sie auch eine ganz liebe.

    bei der anderen, sie kenne ich schon seit einer halben Ewigkeit, aber der Richtung, in die sie sich entwickelt hat, kann ich beim besten Willen nicht mehr folgen. Ich bin schon jemand, der auch gerne die Psyche analysiert und fest daran glaube, dass bestimmte Krankheiten durch die Psyche auch beeinflusst oder gar ausgelöst werden. Aber - hey, mir geht es gut, ich hab nen tollen Job, eine Traumfamilie, bin frisch verliebt und verheiratet, habe eine tolle Wohnung, zwei liebe Katzen, ... WO bitte soll mein Problem liegen, dass ich derart Schmerzen bekomme? Dat is doch lächerlich.

    An manchen Tagen nervt es halt, und - ihr habt recht, es ist besser, NICHT darüber zu reden, weil die Leute es im Grunde gar nicht hören wollen. Und der positive Nebeneffekt ist, dass man selbst nicht ständig dran denkt.

    Ich wünsche niemandem eine Krankheit, aber manchmal habe ich den Wunsch, daß die Leute, die es nicht nachvollziehen können, wenigstens 1 Minute lang in meiner Haut stecken. Leider ist das nicht möglich :D sonst hätten schon viele gelitten.

    LG Happyday
     
  15. eva59

    eva59 Neues Mitglied

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    Liebe Happyday,
    wie viele vor mir kann ich Dir nur sagen: ja, auch ich kenn das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden sehr gut. Vor einem halben Jahr wurde ich mit der Diagnose Rheuma (cP) konfrontiert. Seither habe viele Arten von Reaktionen kennengelernt, die meisten frustieren mich nach wie vor. Da ist zB meine sonst wegen jedem Schnupfen hysterisch besorgte Mutter, die mich NIE fragt, wie es mir geht; der Chef, der immer dreinschaut, als würde ich mich vor der Arbeit drücken wollen, wenn ich einen Arztermin habe; da ist der Kollege, mit dem ich jahrelang (so schien es mir) gut befreundet war, der -als ich eine gemeinsame gewerkschaftliche Aktion nicht geschafft habe und ihm gesagt habe, warum - gemeint hat, dann müsse er die Zusammenarbeit in Hinkunft wohl mit wem anderen suchen, wenn ich überfordert bin; da ist die wohlmeinende Freundin, die jedesmal sagt, wenn sie die Schienen an meinen Händen sieht "also das gibts doch nicht, kannst du da nicht etwas dagegen tun?". usw. Auch mein Mann will es glaube ich, nicht mehr hören, aber er gibt sich viel Mühe, mir abzunehmen, was ich nicht kann.
    Vielleicht lerne ich es noch, darauf nicht frustriert zu reagieren. In jedem Fall tut es mit aber gut, hier festzustellen, dass es nicht nur mir so geht.
    Ich wünsche DIr mehr Gelassenheit bei dem Thema als ich momentan habe,
    lg
    Eva
     
  16. Happyday

    Happyday Neues Mitglied

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    Wenn ich mit meinem Mann unterwegs bin und meine Schienen trage, und es spricht mich jemand drauf an, ist es mir schon unangenehm drauf zu antworten, da ich fürchte, mein Mann denkt "hat sie es wieder geschafft, die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken" - ich habe manchmal schon das Gefühl, dass er in die Richtung denkt. Ich spiele es dann immer runter und sage schnell "Sehnenscheidenentzündung" :(

    Mir tut es auch gut, daß ich nicht die einzige bin, auch wenn das nicht schön ist. Ich wünsche Dir auch mehr Gelassenheit. Ich denke inzwischen, daß man im Grunde sowieso allein ist mit sich und seinen Leiden, die Reaktion der anderen müsste einem ohnehin egal sein. ... MÜSSTE.

    LG Anne
     
  17. ClaudiaC

    ClaudiaC Neues Mitglied

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    Hallo Anne,

    dann hast Du ja zumindest eine, die sich in Deine Situtaion hineinfühlen kann und versucht Dich aufzumuntern. Das ist schon viel wert.

    Vermutlich würden diese "Sprüche" erheblich weniger werden, wenn sich von denjenigen jemand die Mühe machen würde, sich einmal mit der Thematik zu beschäftigen.

    Als eine Freundin im Januar die Diagnose Brustkrebs bekam, habe ich mich erst einmal im Internet und TV informiert. Insofern, wußte ich in etwa was sie zu erwarten hat und konnte auch zielgerecht fragen. Das hat ihr vermutlich mehr geholfen als irgendein platter Spruch.....

    Zukünftig werde ich den "Dummschwätzern" erst einmal diverse Internetadressen geben, damit sie sich schlau machen. Vielleicht hilft das ja bei dem einen oder anderen.

    Ansonsten müssen wir wohl lernen, derartige Aussprüche zu ignorieren und sie nicht mehr so an uns heranzulassen.

    Aber warum sollen wir immer diejenigen sein, die sich anpassen???

    Vielleicht lohnt ja bei dem einen oder anderen die Mühe, Verständnis zu erwecken.

    Wir lassen uns nicht KLEIN machen!

    Claudia