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Wer nimmt zusätzlich zum Basismedikament+Kortison Amitriptylin ?

Dieses Thema im Forum "Entzündliche rheumatische Erkrankungen" wurde erstellt von netti66, 28. Juli 2010.

  1. netti66

    netti66 Neues Mitglied

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    Hallo zusammen,

    ich habe die Diagnose seronegative Spondyloarthritis mit peripherer Gelenkbeteiligung und nehme seit 09/2009 MTX (erst 10mg, jetzt 15mg) und die meiste Zeit 15mg Kortison.

    Nach einem erneuten Versuch das Kortison zu reduzieren- ich war auf 7,5mg- der gescheitert ist, sprich ich habe wieder heftige Nachtschmerzen, meine Schmerzen und Schwellungen treten wieder in den Vordergrund, konsultierte ich meinen Rheumatologen.
    Dieser legt mir dringend nahe, ich solle zu den ganzen anderen Medi´s,
    ich nehme noch Targin und gelegentlich, wenn ich es aufgrund von Kopfschmerzen nicht mehr aushalte, Aspirin+C, oder Ibuprofen.
    Dazu noch die "Pille" und L-Thyroxin, also noch Amitriptylin nehmen.:(
    (mit Seitenblick auf die Leber)

    Dazu muss ich sagen, ich kämpfe seit Jahren dagegen.
    Auch mein Schmerztherapeutischer Arzt hat mir dies schon hin und wieder geraten.(Er Anfangs auch das Ami, später sprach er aber auch von Fluoxetin, wegen der angeblichen Leistungssteigerung)

    In meinem Hirn steht aber: ich bin schon körperlich eingeschränkt, ich will auf keinen Fall noch dazu in meiner geistigen Ebene eingeschränkt werden.

    ES handelt sich nun mal um Psychopharmaca. (Punkt)

    Der Rheumadoc meinte z.B. auch, dass sich die ewige Erschöpfung, unter der ich, als von Natur aus aktiver Mensch, schon sehr leide, mit der Einnahme von dem Ami, sehr verbessern würde.:confused:

    Nun hätte ich gern 2 Dinge von euch erfahren.
    1. Berichte über eure Erfahrungen damit und die Begründung der Indikation und
    2. wenn sich einer so gut damit auskennt, dass er mir die Wirkweise auseinandersetzen kann.:top:

    Ich hoffe sehr auf eure Hilfe, manchmal kommt mir das ganze schon sehr mühsam und wenig hoffnungsvoll vor.:sniff:

    liebe Grüße
    netti66
     
  2. Ducky

    Ducky Guest

    ami, wirkt sich in niedriger dosierung positiv auf das schmerzzentrum aus..so dass du evtl geringere schmerzen hast
    ami wirkt glaube ich, zusätzlich noch schlaffördernd, so dass du auch schon durch das medi allein, besser schlafen könntest ( evtl)
    weniger schmerzen, mehr schlaf, bessere leistungsfähigkeit

    ich bekomme cymbalta..wirkt /soll sich auch auf die schmerzen auswirken..allerdings nehme ich es in erster linie gegen depression, also auch die volle dosis
    ich merke leider nichts von der schmerzstillenden wirkung aber es gibt andere hier die ami nehmen oder auch cymabalta, die einen positiven effekt haben


    versuch macht klug ;)
     
  3. löwe4509

    löwe4509 Mitglied

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    Halo Netti,

    ich war im Februar 4 Wochen zur Schmerztherapie in der Klinik und hab dort Trimipramin verordnet bekommen (ist wie Ami ein Antidepressivum). Wir hatten dort viel Medikamentenkunde und es wurden die Vorteile (bei ganz niedriger Dosierung - bei mir z.B. 25mg statt bis zu 400mg bei Depris) dargelegt: (Ein-)Schlaffördernd und Nachtschmerzlindernd.

    Nachdem das Zeugs langsam eingeschlichen wurde sind die Nebenwirkungen (wie z.B. Tagesmüdigkeit) sehr schnell wieder verschwunden. Sonstige Nebenwirkungen hab ich keine und meine Leber ist trotz Corti, MTX und Simponi in Ordnung, aber ich schlafe endlich wieder mindestens 4 Stunden am Stück.
     
  4. Chaquinto

    Chaquinto Neues Mitglied

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    Ami

    Hallo zusammen,

    ich habe am Anfang meiner Erkrankung auch Ami bekommen.Leider war das einzige was sich verändert hat, mein Gewicht.Von Schmerzstillung keine Spur.Ich war aber nicht depressiv.Mein neuer Neurologe der seinerzeit das Rentengutachten erstellt hatte, sagte es gäbe mittlerweile bessere Medikamente.Ich bin vor drei Jahren mit Cymbalta 60 mg pro Tag angefangen.Es ist auch ein Antidepressivum aber ich merke es nicht, wie die Müdigkeit oder Gewichtszunahme. Es ist tatsächlich schmerzstillend, ich bin nachts praktisch schmerzfrei.Jetzt bekomme ich 30 mg täglich und ich muss sagen ich fühle mich gut, und wenn ich nachts mal nicht schlafen kann, nehme ich 10 Melperon Tropfen, und es klappt.Cymbalta ist ein sehr teures Medikament, aber die Kasse zahlt. Es gibt sie in 98 er Grösse, so dass man lange hinkommt.Ich habe alle 3 Monate einen Termin beim Neurologen, dem ich sehr dankbar bin, dass er mich wirklich ernst nimmt,
    und das Medikament verordnet, welches wirklich wirkt. Euch allen einen
    schönen Tag ohne Schmerzen Chaquinto
     
  5. netti66

    netti66 Neues Mitglied

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    Hallo miteinander,

    @ ducky,
    :top:,
    ja, du sagst es, aber es ist nicht SO einfach sich selbst zu überzeugen.
    Das Argument mit dem schlafen leuchtet mir ein.
    Auf der anderen Seite berichten viele, die das nehmen, dass sie gar nicht mehr aus der Müdigkeit heraus kommen.

    @Löwe,
    Das ist ja interessant!
    Ich habe noch nie gehört, dass es "Medikamentenkunde" für Patienten gibt!:top: Das ist Klasse.
    Werden denn dort auch die Wirkmechanismen in vereinfachter Form dargelegt und auch Nachteile aufgeführt???

    @Chaquinto,
    Verstehe ich richtig, dass du durch das Ami-niedrig dosiert-IN WELCHER DOSIERUNG HAST DU ES GENOMMEN?- zugenommen hast und (noch) mehr müde warst:confused::eek:
    Ich habe nun schon durch die relativ hohe Kortisonmenge knapp 10kg zugenommen.:sniff:
    Der Rheumatologe sagte, in "SO" niedriger Dosierung würde es keine solchen Nebenwirkungen machen.

    Auf alle Fälle danke ich euch herzlich für eure Antworten!

    Und falls mir jemand den Wirkmechanismus eines Try... Antidepressivums in sehr vereinfachter Form erklären könnte, "ich tät mich freuen".
    Ich müßte verstehen, wie und worauf dies wirkt, um bereit zu sein, es auszuprobieren.
    Ich lese dann den Beipackzettel und schmeiß es in die hinterste Ecke.

    liebe Grüße
    netti
     
  6. Siggy

    Siggy Siggy

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    Hallo,

    ich habe über 2 J. MTX 15mg, Corti 7,5 mg und Ami 40 mg genommen.
    Allerdings habe ich vom Ami auch heftig zugenommen,das geht anscheinend vielen so.
    Als dann Cymbalta 60 mg auf den Markt kam, hat mich meine Ärztin umgestellt - eine super Idee, ich bin meiner Ärztin noch heute so dankbar
    dafür.
    Ich habe wieder abgenommen und das Cymbalta vertrage ich sehr gut.
    Einzige NW am Anfang war Mundtrockenheit.
    Meine Leberwerte waren immer völlig in Ordnung,da gabs nie ein Problem,obwohl ich auch einige andere Medis nehmen muss (Betablocker,
    Antidiabetika, Insulin....).

    Ich würde es an Deiner Stelle einfach mal ausprobieren oder den Arzt fragen, ob Du nicht evtl. Cymbalta nehmen kannst.
    Meine Begeisterung für Psychopharmaca hält sich auch in Grenzen, ich hatte immer Vorbehalte. Aber mit dem Cymbalta wurde ich eines besseren belehrt,ich schlafe besser und bin ingesamt nicht mehr so hibbelig wie früher.

    Alles Gute,
    Sieglinde
     
  7. löwe4509

    löwe4509 Mitglied

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    Hallo Netti,

    ja, das nannte sich Edukation und fand in den 4 Wochen Therapie jede Woche 1 1/2 Stunden statt. Es wurden zuerst alle möglichen Schmerzmedis mit den gängigen Nebenwirkungen vorgestellt und dann nahezu alle Wirkweisen ausführlich erklärt. Nachdem ja auch Psychologen anwesend waren haben die dann auch noch die ganzen Antidepris in der Schmerztherapie erklärt.

    Kann die ganze Therapie nur empfehlen.
     
  8. Chaquinto

    Chaquinto Neues Mitglied

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    Ami

    Hallo Netti,

    ich hab mit 20 mg Ami angefangen, und muss sagen, dass die Kilos schon im ersten Monat zugelegt hatten.Ich hatte bei Ami immer das Gefühl neben mir zu stehen. Die Ärztin die es mir verordnet hatte, war Kollegin von mir, wir haben in der gleichen Klinik gearbeitet, sie hat dann Gott sei Dank eingesehen, dass ich es nicht mehr wollte.
    Meine Freundin, sie hat Brustkrebs bekommt Ami als Schlaftropfen, und braucht abends 15 Tropfen, ist aber morgens auch gerädert.Du musst für Dich abwiegen, was sinnvoll ist. Aber wie gesagt, es gibt schon bessere Medikamente, die nicht so in den Körper eingreifen, aber gleichzeitig die Depression bekämpfen und auch den Nachtschmerz stillen.

    Alleen einen schönen Tag. Chaquinto
     
  9. Candela

    Candela Mitglied

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    ich auch....

    Hallo,

    ich nehm auch Cortison (20 mg), Quensyl (400 mg), MTX (15 mg) und Ami (25 mg).
    Das Ami hab ich auch über einen Schmerztherapeuten bekommen. Auch unter dem Aspekt, daß es schlaffördernd bzw. schmerzlindernd sein soll. In weit aus höheren Dosen wird es bei Depressionen "eingesetzt" (hat er gesagt).
    Ich hab keine Probleme mit "neben mir stehen" oder "Müdigkeit" oder "gerädert sein". Allerdings kamen die Kilos auch recht schnell ! :rolleyes:
    Aber noch überwiegen die Vorteile der Schmerzlinderung und der Schlafverbesserung.
    Denke auch, daß jeder anders reagiert. Vielleicht probierst Dus einfach. Man muß Ami auch nicht ausschleichen oder so, sondern kann es (zumindestens in den niedrigen Dosen) einfach absetzen. Und bei mir hat es auch recht schnell gewirkt.

    VG Candela
     
  10. landliebe

    landliebe Registrierter Benutzer

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    Ich nehme seit Mai 2010 abendlich 10mg Ami, dazu noch sulfasalazin und derzeit 7mg Cortison wegen meiner RA und neuerdings bekannter Fibro.

    Das vorsichtige einsteigen mit Ami riet mir der Rheumatologe im Hinblick auf die evtl. auftretende morgendliche Restmüdigkeit, am esten am Wochenende probieren...

    Ich war erst skeptisch, weil es ja ein antidepressivum ist. Aber meine HA meinte auch, dass AMI ein erstklassiges Medikament wäre, um den Schlaf zu fördern, die Schmerzempfindung und die Morgenschmerzen zu lindern.

    KLASSE, die Morgensteife war echt gut auszuhalten. Leider wurde ich erst gute 2 Std. nach meiner regulären Aufstehzeit wach - trotz mehrerer Wecker :)

    Wenigstens ist mein Mann selbständig und ich greif ihm nur ab und an im Rahmen meiner Möglichkeiten unter die Arme - in den ersten Tagen musste er aber leider komplett auf mich verzichten, wäre im Kuhstall im Stehen eingeschlafen...

    ans Autofahren war in den ersten Tagen morgens nicht zu denken - also kein kind zu Kiga gebracht.
    Inzwischen geht es, so dass ich um diese Zeit dann wenigstens das Gefühl habe, ein klar sehender Mensh zu sein.

    Dafür habe ich in den ersten 2,5 Wochen täglich mind. eine ganze Tafel Schokolade "gebraucht". Das war wie ne Sucht, kenne das aber aus einer Depressiven Phase eines Bekannten, der brauchte auch tägl. seine Schoggi, um überleben zu können.

    Gewichtsmässig hat es gottlob nix hinterlassen, auch das Cortison nicht. Dafür "danke" ich meinem Darn, der permanent mit Durchfällen rebelliert. DAS war dann wohl der Grund, dass ich auch nicht zugenommen habe, wäre auch nicht so dolle, da ich so wieso ein xxl Format habe.

    Jedenfalls bin ich froh, dass ich dem AMi zugestimmt habe und es mir doch ein wenig wohler ist, morgens mit den Beschwerden.

    LG Landliebe
     
  11. pueppi983

    pueppi983 Neues Mitglied

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    Hallo, ich (26 Jahre) habe die Diagnose Morbus Bechterew und nehme neben Simponi noch eine ganz geringe Dosis Amitriptyllin und ich muss sagen, es bekommt mir sehr gut. Dieses Medikament zwar offiziell ein Antidepressiva, aber wird schon lange für rheumatologische Erkrankungen benutzt. Habe auch keine Nebenwirkungen. Das Medikament ist super. Man muss es sich nur vom Doc richtig dosieren lassen. Bin eigentlich auch ein Mensch, der ungern Medi`s nimmt. Aber mit dem Medi macht man nix verkehrt.


     
  12. enya

    enya Mitglied

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    Hallo Netti66,
    ich nehme wegen Kollagenose und Fibro Basismedis und zusätzlich 10mg Amitriptylin, und mir hilft es in dieser geringen Dosis. Mit so niedriger Dosis wirkt das Ami nur auf das Schmerzzentrum, die Schmerzgrenze wird herauf gesetzt, so dass ich schwächere Schmerzen nicht ganz so empfindlich wahrnehme. Dadurch speichert das Schmerzgedächtnis auch weniger Schmerzen ab, und als Folge kommt es insgesamt zu weniger Schmerzen.
    Erst in hochdosierter Dosis wirkt das Ami auf die Psyche. Und das möchte ich auch nicht.
    Meine Erschöpfung ist durch das Ami allerdings nicht weniger geworden, denn das Rheuma kämpft ja trotzdem in mir, auch wenn ich weniger davon spüre.
    Aber ich kann nachts besser und tiefer schlafen. Und dadurch, dass ich das Ami nehme, habe ich lange keinen schlimmen Schub gehabt.
    Dennoch muss ich sagen, das Ami wirkt nur bei 30% aller Patienten.
    Probiere es ruhig aus und versuche genau zu spüren, ob es sich wirklich auf dein Rheuma pos. auswirkt, oder ob du einfach nur besser damit schlafen kannst. Denn als Schlafmittel sollte es nicht missbraucht werden.
    Als Nebenwirkung kann ich dir noch Unkonzentriertheit melden, ich fühl mich manchmal ziemlich vergesslich. Darüber klagen viele hier.
    Ich habe hier mal was gefunden zum Thema Schmerztherapie:

    http://www.szbo.de/dieterle_psychopharmaka_in_der_schmerztherapie.pdf

    http://medikamente.onmeda.de/Medikament/Amitriptylin-neuraxpharm+75|-100/med_wirk-medikament-10.html


    Liebe Grüße
    Enrike