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Wer ist nach Arbeitslosigkeit wieder arbeiten gegangen (mit Fibro) ? (sehr lang...)

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von tigge1979, 31. August 2005.

  1. tigge1979

    tigge1979 Guest

    Hallo ihr Lieben,

    ich muß (mal wieder) etwas weiter ausholen - nicht umsonst nennt man mich die "Romanschreiberin" *:D *:

    Ich bin 26 Jahre alt und war bis zu der Geburt meiner Tochter vor 3 1/2 Jahren als Kundenbetreuerin berufstätig.

    In meine alte Firma kann ich nicht zurückgehen, da wir nach der Geburt in eine andere Stadt gezogen sind.

    Während meiner Zeit zu Hause bekam ich einen großen und einen kleinen Bandscheibenvorfall; der große ist in der LWS, der kleinere in der Mitte des Rückens.

    Im Winter des letzten Jahres brach die Fibro voll aus. Ich habe folgende Einschränkungen:

    - ich kann nicht länger wie 30 Minuten laufen
    <-- Folge: übelste Rückenschmerzen

    - ich kann nicht länger wie 20 Minuten am Stück sitzen
    <-- Folge: s. o.

    - meine Finger sind schlecht durchblutet und sind - besonders morgen - ausgeprägt steif; schlecht fürs Tippen und Schreiben von Hand

    - ich habe Depressionen und eine Essstörung
    <-- beides von meiner Psychologin festgestellt - werde dementsprechend therapiert

    - ich nehme sehr viel Schmerzmittel, um durch den Tag zu kommen; ohne kann ich nicht

    - um beweglich zu bleiben, mach ich
    KG 1 x die Woche, gehe
    3 x die Woche schwimmen,
    zu Hause progressive Muskelentspannung 2 x täglich und
    1 x die Woche gehe ich zur Verhaltenstherapie

    - Müdigkeits"anfälle" habe ich mehrmals am Tag, so schlimm, dass ich manchmal postwendend im Bett verschwinden muß

    Meine Ärzte (HA und Rheumatologe) sagen folgendes:

    - ausgeprägtes Beschwerdebild der Fibro
    - nervöser Magen, deswegen und aufgrund meiner Essstörung nehme ich u.a. derzeit soviel ab (-11 kg seit April)
    - ich soll mich so oft hinlegen, wie ich kann und schonen, schonen, schonen
    - HA rät mir für dieses Jahr noch dringend von der Arbeit ab
    - Rheumatologe meint, ich soll die Arbeit hintenan stellen, bis die Therapie gute Erfolge zeigt

    Alles in allem drängt mich niemand, arbeiten zu gehen. Aber mir fehlt die Perspektive.

    Wegen meiner Essstörung und den Depressionen war ich bis vor vier Jahren 4 Jahre in Therapie. Beides war gut therapiert worden - bedingt durch die Trennung meines Ex-Mannes vor 2 Jahren und durch den Ausbruch der Fibro letzten Winter bin ich wieder schwer essgestört und befinde mich am Rande einer Depression - Tendenz: fallend.

    Teilerwerbs- oder Berufsunfähigkeitsrente kann ich nicht beantragen, weil ich in den letzten drei Jahren nichts eingezahlt habe.

    Also bin ich zu Hause, ohne Geld und vor allem ohne Sinn.

    Sicherlich haben die Ärzte recht - ich kann nicht versuchen zu arbeiten, wenn es mir körperlich und seelisch so schlecht geht wie jetzt. Wenn ich mir eine Arbeit suche, dann setze ich mich unter Druck, diese zu erfüllen - auch wenn es mir schlecht geht.

    Meine Psychologin erklärt das durch ein Verhaltensmuster. Ich leide unter einem Kontrollzwang über mich selbst, muß Leistung erbringen, um Anerkennung zu bekommen. (nur ein kleiner Ausschnitt) :rolleyes:

    Nun schlägt mein HA vor, dass ich stationär in die Therapie gehe oder eine Kur in einer Fibro-spezialisierten Einrichtung mache. Hier gibt es jedoch nichts in der Nähe. Ich komme aus Kiel und soweit ich weiß, wird Bad Bramstedt gerade umgebaut. Ich kann auch nicht wer weiß wie weit fahren, weil ich dann Ängste bekomme, soweit weg von meiner vertrauten Umgebung zu sein.

    Und dann gibt es noch meine Tochter, die bei mir und meinem Lebensgefährten wohnt. Unser Verhältnis ist momentan etwas problematisch - die Kleine hat ebenfalls Verlustängste durch die Trennung. Ich darf sie kaum allein lassen.

    Ein erster großer Schritt war der Kindergarteneintritt vor drei Wochen. Aber woanders übernachten ? Das geht nur, wenn sie aber definitiv am nächsten Tag wieder nach Hause kommen kann. Sie ist sonst totunglücklich und will zu mir.

    Eine Mutter-und-Kind-Kur bzw. eine Kur für mich, in der ich meine Tochter mitnehmen kann, bedeutet für mich seelisch echt Streß, weil ich mein Kind in fremde Hände geben muß und mich die erste Woche nur fragen würde, ob sie zurecht kommt oder mich so sehr vermißt, dass sie nur weint.

    Ich habe momentan keine Perspektive, besonders nicht, in beruflicher Hinsicht. Ich würde mich so freuen, wenn ich wieder arbeiten gehen und Geld verdienen könnte, da ich eine berufliche Anerkennung brauche, zusätzlich zu dem Extra-Geld.

    Finanziell kann es sich mein Freund leisten, dass ich nicht arbeiten gehen muß (wie das klingt.....). Aber ich trage NULL bei, habe ich das Gefühl. Ich lasse mich - überspitzt gesagt - von ihm aushalten. Dabei KANN ich körperlich noch nicht wieder los.

    Meine Therapeutin, mein Rheumadoc und mein HA sind sich einig, dass ich jede Berechtigung habe, zu Hause zu sein. Aber ich kann das nicht akzeptieren.

    Nun wurde mir geraten, einen Behindertenausweis zu beantragen. Das werde ich nun als Erstes angehen.

    Wer kann mir helfen, raten, von sich erzählen ? Ist jemand von euch nach Arbeitslosigkeit mit der Diagnose Fibro wieder arbeiten gegangen und kann mir von seinen Erfahrungen berichten ?

    Ich bin überzeugt davon, wenn ich arbeiten gehen kann und Anerkennung bekomme, dann bin ich auch wieder zufrieden mit mir. Das würde sicherlich auch dazu beitragen, dass ich die Fibro nicht so verdamme.

    Es tut mir leid, wenn der Beitrag wirr geschrieben ist - er spiegelt nur meine Gedanken wider und die fahren gerade Achterbahn.

    Ich freue mich wie immer auf eure Antworten und wünsche euch einen möglichst schönen Tag.

    Liebe Grüße



    Manuela
     
  2. Lilly

    Lilly offline

    Registriert seit:
    30. April 2003
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    hallo manuela,

    frage, - welchen job willst du mit diesen einschränkungen zu 100% zufriedenheit ausüben????
    ich kann dich sehr gut verstehen, denn mir ging es genau so wie dir! ich habe viele arbeitsversuche hinter mir, und ich sage dir, das ist nicht lustig! im job musst du zu 100% funktionieren. es nimmt keiner rücksicht auf dich (wenn es dir nicht gut geht, dann bleib zu hause. aber wenn du hier bist, kann keiner für dich mitarbeiten.....) ich hatte sogar amtsärztliche einschränkungen in meinem arbeitsprofil. aber viele meine kollegen konnten oder wollten es nicht verstehen, dass ich nicht mehr voll einsatzfähig war (die arbeitet WAS sie will, viel weniger wie wir, und bekommt das selbe gehalt....) ich wurde gemoppt (ich war schon über 13 jahre auf diese station, und hatte bis zu meiner erkrankung immer nur sehr gute dienstbeschreibungen und wie ich dachte, gute- nette kollegen :rolleyes: )
    ich bin wie du, sehr pflichtbewusst, und habe versucht, alles zu geben. trotz meiner erkrankung, oder gerade desswegen, mehr leistung zu bringen, als ich es durfte. fazit: schlimmer krankheitsschub wegen körperl überlastung. schlimme depressionen weil ich nicht so konnte, wie ich es gerne hätte.
    ich bin vom job nach hause gekommen, und konnte mir nichtmal alleine meine schuhe ausziehen, vor schmerzen. dann gleich ins bett. so verlief mein arbeitsleben, dass ich heute, wenn ich so darüber nachdenke, nicht als *leben* bezeichnen würde. und da war auch noch meine familie, die mich brauchte...
    mein neurologe und rheumatologe haben mich überredet, wieder zu hause zu bleiben. sie sagten : sie sind sehr krank, und lassen sie sich von keinen einreden, dass das nicht stimmt. sie brauchen ihre kraft für sich selber, damit sie den tag halbwegs überstehen können...und finden sie sich endlich damit ab, dass sie nicht mehr arbeiten können....

    überdenke mal, welcher zusätzliche stress da auf dich zukommen würde.

    anerkennung bekommst du nur, wenn du dich ganz für deinen job einsetzten kannst, ohne rücksicht auf verluste. keiner kann, oder will es nachvollziehen, welche mühe und kraft dich das alles kostet. wer schwächelt, wird abgesägt .....
     
    #2 31. August 2005
    Zuletzt bearbeitet: 31. August 2005
  3. tigge1979

    tigge1979 Guest

    Liebe Lilly,


    wie so oft verstehst Du mich....

    Es ist traurig, was Du erleben musstest.... und genau davor graut mir.

    Besonders Dein letztes Satz ist doch bezeichnend, wie unsere Gesellschaft nun mal leider ist und vielleicht auch sein muß.

    Wir sind halt ein Randgrüppchen.

    Machen wir das Beste draus, hm ?


    Ich drück Dich und sage Danke für Deine Anregungen zum Nachdenken



    Manuela
     
  4. Lilly

    Lilly offline

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    hallo manuela,

    ich suche mir meine *anerkennung* (eigendlich brauche ich sie nicht mehr :D , meine fam. zeigt mir tägl. wie sehr sie mich liebt, das reicht mir vollauf!), indem ich versuchen, anderen, denen es noch schlechter geht wie mir, zu helfen.
    zb. dein *dankeschön* ist für lob genug..... ;)
     
  5. Valanessa

    Valanessa Guest

    Hallo Manuela

    ich kann gut nachvollziehen wie du dich fühlst.Du solltest es vielleicht langsam an gehen lassen.Wie wär es,wenn du es zuerst mal mit Ehrenamtlicher Tätigkeit versuchst?Das hilft mir schon ein klein wenig weiter.Denk mal in aller Ruhe darüber nach,was du schon immer mal gern gemacht hättest.Dann kannst du dich an verschiedenste Organisationen wenden und deine Mitarbeit anbieten.Klar gibts da keine Kohle - aber der erste Schritt ist getan.Vor allem aber nicht den Kopf in den Sand stecken!!

    viele liebe Grüße
    Karin
     
  6. Sabinerin

    Sabinerin Aktives Mitglied

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    @Tigge

    Hallöchen Tigge,

    ich habe keine Fibro, möchte aber zu einigen Deiner Aussagen etwas schreiben.

    Auf jeden Fall finde ich es gut, daß Du in therapeutischer Behandlung bist. Es ist gut und wichtig, daß ein Aussenstehender, also ein nicht-familiär-betroffener Mensch, mit Dir die Probleme bespricht.

    Anerkennung...nun, wer will sie nicht. Problematisch wird es dann, wenn man um jeden Preis Anerkennung haben möchte, dann gerät man in einen bösen Teufelskreis.
    Wer Dich motiviert, kann Dich auch demotivieren.
    Wenn Du also eine Arbeit finden würdest und dann meinst glücklich und zufrieden zu sein, weil Du einen Job hast, dann braucht Dir nur der Chef oder jemand anderes zwei/dreimal hintereinander etwas Negatives sagen und schon bist Du demotiviert ;)

    Ich weiß nicht, ob man wirklich komplett unabhängig von anderen Menschen leben kann, aber zumindest solltest Du schauen, irgendwann (das geht nicht in zwei/drei Wochen/Monaten) möglichst frei von der Anerkennung anderer Menschen zu werden.

    Ferner ist das Annehmen der Anerkennung nicht einfach. Selbst wenn Dir 5 Leute sagen, daß Du SO TOLL gearbeitet hast und Du es Dir selbst nicht zugestehst und sagst, so wird auch die Anerkennung von aussen Dein Herz nicht erreichen.

    Somit ist es wichtig - und das ist ein sehr schwerer Weg - daß Du DIR SELBST die Anerkennung zugestehst.
    Schau mal was Du alles in Deinem Leben geschafft hast:
    - Ausbildung und Job
    - Mutter einer Tochter
    - Essstörung mit Therapie angegangen
    - Der Wille etwas zu ändern
    etc.

    Ist das alles NICHTS??

    WANN hast Du genug erreicht? WANN hast Du genug geleistet? WANN bist Du gut genug??

    Selbst wenn Du gesund wärst, vermute ich, würdest Du immer schneller rennen wollen, weil Du denkst, es würde eh nicht reichen, oder? ;)

    Du hast einen ganz großen Vorteil: Du MUSST jetzt nicht arbeiten!!!
    Das mag für Dich jetzt unverständlich klingen, aber Manuela überlege mal: Du hast ausreichend Zeit (und durch Deinen Freund die Unterstützung) seelisch zu gesunden und körperlich auf die Beine zu kommen.
    Das ist in der heutigen Zeit ein Geschenk ;)

    Nimm Dir die Zeit...schreibe Dir mal auf, was Du gerne machst, sei es Hobby, Basteln, sprachen lernen, Beschäftigung, bewegung etc.
    Schreibe auf, wozu Du Lust hast.
    Dann vergleiche was Du JETZT verwirklichen kannst.

    Da Du nicht zwingend "Geld erarbeiten musst", könntest Du überlegen, ob Du ehrenamtlich tätig bist. So hättest Du eine zeitlich begrenzte Tätigkeit, sagen wir mal 3 Stunden in der Woche, und könntest langsam versuchen eine "regelmäßige Arbeit" aufzunehmen.
    Wenn es nicht klappt, dann hörst Du auf.

    Du kannst beginnen eine Sprache zu lernen und einen Kurs an der VHS belegen.

    Du kannst ...tausend andere Dinge machen.

    Dabei achte immer auf Dich, auf Deine Grenzen, auf das, was Dir guttut.


    Sieht das Dein Freund genauso? ;)

    Wenn Du Dir das oft genug selbst erzählst, glaubst Du auch irgendwann dran *lächel*
    Mit solchen "selbstbeschimpfungen" änderst Du nichts an der Situation, ABER Du untergräbst damit selbst Deine Fähigkeiten, Fertigkeit, Deine Kraft und Energie.
    Dein Unterbewusstsein nimmt all das dankbar auf und das dauert keine Wochen bist Du der Meinung bist, daß Du ein NICHTS bist.

    Manuela, wenn Du Dir mal Deine Situation nüchtern und objektiv vor Augen hälst, was siehst Du dann?

    Eine junge Frau die zufällig krank ist und eine Tochter und einen Lebensgefährten hat.
    Dein Leben IST keine Erkrankung, Du HAST eine Erkrankung und noch viele viele andere Dinge, die Dich ausmachen...oder hättest Du sonst einen Lebensgefährten? ;)


    Zum Thema Job möchte ich noch ergänzen:
    Ich kenne so manchen in diesem Forum, der einen Job als "Allheilmittel" sieht. Nach dem Motto:"Wenn ich einen Job hätte, dann wäre ich zufriedener, glücklicher, ausgeglichener, dann wäre ich jemand Wichtiges etc."

    Wenn das wirklich so ist, warum gibt es so viele unglückliche Arbeitnehmer? Warum gibt es so viele, die gemobbt werden und ein Burn-out-Syndrom haben?
    Warum sind so viele unzufrieden und machen "Dienst nach Vorschrift"?

    Wenn Arbeit wirklich DIE Lösung wäre, müssten wir (keine Ahnung ist jetzt fiktive Zahl) 70 Millionen zufriedene und glückliche Menschen zu 5 Millionen unglücklichen Menschen haben ;)

    Arbeit ist wichtig, das will ich garnicht klein reden. Ich würde ja auch arbeiten, wenn ich denn könnte.

    Arbeit ist aber m.E. keine ausschließliche Lösung dafür, um nach Anerkennung zu streben.
    Ich kann mich noch dunkel daran erinnern, daß ich in der letzten Abteilung ca. 3 Jahre gearbeitet habe und dreimal vom Chef gelobt wurde und Anerkennung bekam....und glaube mir, das dreimalige Lob wurde sofort untergraben, weil das nächste böse Wort keine 3 Sekunden auf sich warten ließ *zwinker*


    Viele Grüße und *kopfhoch Du hast die Kraft*
    Sabinerin
     
  7. kate

    kate Guest

    liebe manuela,

    überleg dir doch mal, bo du nicht eine mutter-kind-kur machen willst!
    das würde dir sicher gut tun, es muss ja nicht so weit weg sein von daheim, dass dein freund dich nicht besuchen kommen könnte. ich weiß nicht, wie stark deine ängste, deine vertraute umgebung zu verlassen sind, aber ich denke auch deiner tochter würde das gut tun. mit 3 einhalb ist sie ja kein baby mehr und du bist dort ja ständig in ihrer nähe!
    viell. würde die umgebung dir gut tun, dich mal zu entspannen und kraft zu tanken?
    ich kann leider nur von mir ausgehen-und ich bin keine mutter- aber mir hat eine kur (war 2mal bisher) immer sehr gut getan und auch meine freundinnen mt kindern haben nur positives zu berichten!
    lg kate
     
  8. KerstinB.

    KerstinB. Mitglied

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    Liebe Manuela!

    Ich kann mich Kate nur anschließen. Mach eine Mutter-Kind-Kur. Ich habe letztes Jahr eine mit meiner Tochter gemacht. Es war echt gut!!!
    Chiara ist dort in den Kindergarten gegangen und hat viele neue Freunde gefunden. Nach anfänglichen Schwierigkeiten (aber nur weil Chiara in eine Gruppe mit ganz kleinen Kindergartenunerfahrenen Kindern gesteckt wurde) und wechsel in eine Gruppe älterer Kinder ist es echt gut gewesen. Chiara war letztes Jahr 2 und wurde halt in die Gruppe 1 - 3 Jährige gesteckt. Eigentlich ja richtig, aber Chiara geht seit dem sie 10 Monate alt ist den Kindergarten und war natürlich völlig unterfordert in dieser Gruppe.
    Ansonsten war die Kur echt schön. Ich habe verschiedenen Anwendungen bekommen, abends gab es die Möglichkeit bei Veranstaltungen, dass immer wieder Jemand nach den Kinder geschaut hat. Chiara hat aufgrund ihrer Krankheiten auch diverse Anwendungen bekommen, was ihr teilweise sehr gut gefallen hat.
    Besuchen konnte mich mein Mann leider nicht. Ich war in Norddeich (bei Norden) und er hier in Berlin. DA wir kein AUto haben ging es leider nicht. Aber es war auch ok. Chiara hat jeden Abend mit Oli telefoniert (ich natürlich auch).
    Ich kann Dir wirklich nur zusprechen, so eine Kur zu machen.
    Ach ja, vergessen habe ich noch, dass ich dort die Möglichkeit hatte mit einem Psychologen zu sprechen. Ich hatte immer Angst davor, dass ich Oli und Chiara alleine lasse. Dieser Mann, der dort war, hat mir jegliche Angst dovor genommen. Er hat vorher selbst mit krebskranken Kindern gearbeitet, so dass er sich teilweise in meine Situation hineinversetzen kann.
    Seit dem geht es mir echt besser. Ich habe seit Tips umgesetzt und Chiara mit allem, was es mit meiner Krankheit auf sich hat, mit einbezogen. Sie zwar erst 3 3/4 aber sie versteht schon richtig viel.
    Versuch es einfach. Es kann Dir wirklich was bringen, sofern Du Dich darauf einlässt.
    Liebe Grüße
    Kerstin
    PS: Zum Thema Arbeit kann ich leider nichts sagen.
     
  9. Biglia

    Biglia Nachtkatze

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    Hallo Manuela,

    ich habe seit März 2002 die Fibro. Ausbruch durch Überanstrengung, tägl. Überstunden, keine KG / Massagen, keine Arztbesuche (alles über ca. 3 Monate hinweg). Ich kündigte dann selbst dort (nach Anfragen beim AA, dass ich das aus gesundheitl. Gründen machen muss und ich dann eben auch die Zustimmung bekommen habe, dass ich trotzdem Arbeitslosengeld bekam).

    Schon kurz darauf (Ende Mai) fing ich beim AA selbst an - 38,5 Std. die Woche -, aber frage lieber nicht wie oft ich da krank war.

    Dann Januar - Anfang September 2003 wieder alo.

    September dann 30-Std.-Woche bei einer Zeitarbeitsfirma für 9 Monate (Juni 2004). Arbeitsbereich war nur intern und inoffiziell auch bedeutend weniger als 30-Std.-Woche, was mir pers. sehr gut tat!

    Seit Ende April diesen Jahres bin ich in einer ABM-Maßnahme. Ich muss um 5.30 Uhr aufstehen, 6.30 Uhr mit dem Bus zur Arbeit und um 7.00 Uhr dann anfangen, bis 16 Uhr. Sollte ich keine Schule haben danach bin ich meist schon fix und alle, obwohl ich jetzt schon versuche die Mittagspause mit ein wenig Dösen zu nutzen. Sollte ich Schule danach noch haben: fix nach Hause (alles mit dem Bus!), Mikrowelle an, Kaninchen füttern, selbst essen, Schultasche schnappen und zur Schule, welche 17.15 anfängt. Dann folgen 4-6 Doppelstunden (Englisch, Deutsch oder Mathe) an 3 Wochentagen (bisher Montag, Dienstag und Donnerstag) bis 20.20 oder gar 22.00 Uhr. Zuhause bin ich dann 21.50 oder 22.30 Uhr. Danach noch ein wenig schmusen mit meinem Kleinen und dann totmüde ins Bett fallen um dann um 5.30 Uhr wieder aufzustehen.

    Warum ich mir die Schule (mit Ziel Abitur - 3,5 Jahre insgesamt) zusätzlich noch antue? Ist eigentlich eine etwas längere Geschichte, aber ... wenn ich sie nicht mache, dann dreh ich durch. Wenn ich alleine zuhause bin (habe keinen Lebensgefährten), dann denke ich zuviel nach und werde depressiv, weine auch sehr viel und oft. Die Schule ist für mich ein Versuch ... 1. um mir einen Kindheitswunsch zu erfüllen ... 2. aus dem Teufelskreis zu brechen, dass ich ein Ziel habe (vorerst nur das 1. Halbjahr zu schaffen, also kleine Schritte vornehmen) ... 3. nicht mehr nachdenken zu müssen, weil ich zuhause dann viel zu müde dazu bin.

    Ich weiß nicht, ob ich wirklich ein gutes Beispiel bin, aber ich kann dir eines sagen: mach es nicht nach, viel zu stressig und schlafraubend ;) Klar bin ich hundemüde auf der Arbeit, aber .. hmmm ... hier sind SEHR humane Anforderungen, sodass ich es mir mehr oder weniger leisten kann, ansonsten könnte ich die Schule gar nicht machen. Mir macht die Fibro sehr zu schaffen und je mehr Zeit vergeht, desto weniger komme ich mit ihr klar (ich weiß, sollte eigentlich umgekehrt sein :eek: ). Ich strebe ebenfalls eine Verhaltenstherapie an und hoffe gleichzeitig, dass es sich auch mit der Schule vereinbaren lässt - zeitlich. Freitag Mittag nutze ich für Massage, die Termine für die KG musste ich alle streichen, weil es unter der Woche nicht mehr geht :( Vielleicht fällt mir dafür noch eine Lösung ein, übermorgen 'mal mit den Leuten da reden wie wir das machen könnten (Doppeltherapie am Freitag?).

    Ohje, ist das lang geworden :eek:

    Eines noch zum Abschluss: Ich kann mich meinen beiden Vorschreiberinnen nur anschließen. Mach diese Mutter-Kind-Kur, sie kann dir eigentlich nur helfen! Gleichzeitig solltest du aufhören alles schlecht zu sehen. Sei froh, dass du einen so lieben Lebensgefährten hast, der dich zu verstehen scheint; sei froh, dass du nicht wirklich arbeiten musst, sodass du immer wieder Pausen einlegen und dich ggf. hinlegen kannst; wenn du unbedingt arbeiten möchtest, dann versuch es doch zuerst mit ehrenamtlicher Tätigkeit.

    Nun hör ich aber auf, möchte dir ja nicht den Titel streitig machen :p

    Bis dann
    Biglia
     
  10. Marie2

    Marie2 nobody is perfect ;)

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    entenhausen
    hi manuela,

    ich möchte mich auch anschliessen, eine mutter-kind-kur wär
    vielleicht nicht das schlechteste für dich! lass dich doch einfach
    mal beraten und dir die häuser in prospekten zeigen, das programm
    usw.

    wenn du so sehr unter der situation leidest kein geld einzubringen,
    dann würde mir in deiner situation nur sozialhilfe einfallen, oder du
    meldest dich arbeitssuchend mit mindestens 3 stunden.
    bei den von dir geschilderten beschwerden würde mir so auf anhieb
    ein telefon-job einfallen. du kannst aufstehen und im stehen telefonieren,
    wenn du nicht mehr sitzen kannst, und diese jobs werden auch stunden-
    weise vergeben. wäre das eine idee?

    ansonsten, konzentriere dich darauf gesünder zu werden mit positiven
    gedanken! weiss ich, sagt sich leicht :) , nimm dir zeit für dich selber,
    und organisiere dein leben erst um, wenn du sicher bist, dass du es
    auch jetzt kannst!

    alles gute marie