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Wer besitzt eine Patientenverfügung?

Dieses Thema im Forum "Krankenkassen und Pflegeversicherung" wurde erstellt von kukana, 28. September 2004.

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Habt ihr eine Patientenverfügung?

  1. Ja ich habe Vorsorge getroffen und eine Patientenverfügung

    18 Stimme(n)
    28,6%
  2. Nein, ich habe keinerlei Verfügungen erlassen.

    37 Stimme(n)
    58,7%
  3. Ich weiss gar nicht was das ist?

    1 Stimme(n)
    1,6%
  4. Wo bekomme ich so eine Patientenverfügung?

    14 Stimme(n)
    22,2%
  5. Trotz Verfügung wurde ein Angehöriger an Maschinen gehängt.

    1 Stimme(n)
    1,6%
  6. ich überlasse das meinen Angehörigen.

    6 Stimme(n)
    9,5%
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  1. kukana

    kukana Moderatorin

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    es kommt immer wieder vor, dass angehörige für ihre erkrankten familienmitglieder entscheiden müssen, ob lebensrettende massnahmen ergriffen werden sollen oder nicht. ärzte akzeptieren eine patientenverfügung oft nicht, obwohl sie vorgelegt wird.
    wie haltet ihr das, habt ihr eine, hattet ihr schon so einen fall ?

    gruss kuki
     
  2. liebelein

    liebelein Carpe Diem.....

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    also ich habe bereits viele...

    unterlagen und bin dabei eine für mich (wie auch meine familie) zu erstellen.(deshalb keine abstimmung...weiß nicht,wann ich damit fertig bin...ist sehr umfangreich).

    es ist jedoch alles nicht ganz so einfach... es muß soviel dabei berücksichtigt werden etc.! war bei einem 2stunden-kreis von der diakonie, dort hat ein "betreuer" so einiges mal angeschnitten.er selber ist bereits seit mehr als einem jahr dabei eine für sich zu erarbeiten (mit familie,reunden ärzten etc.)

    hatte dazu schonmal eine zusammenfassung gemacht.-was wichtig,beachtet werden kann etc.-..vielleicht interessiert es ja den ein oder anderen (mit links zu patientenverfügungen wie auch vorsorgevollmachten...).

    http://rheuma-online.de/phorum/showthread.php?t=12598&highlight=vorsorgevollmacht

    (in der darin enthaltenen verlinkung gibt es auch schon einige erfahrungsberichte...)


    unterhalte mich mit meinen näheren dunstkreis auch darüber und da gibt es sehr kontroverse meinungen.

    bin gespannt, wie eure meinung zu diesem thema sein wird.

    alles gute und hoffentlich werden wir diese verfügungen nie brauchen.

    liebelein
     
  3. campinosallo

    campinosallo wissbegierig

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    Ich beschäftige mich auch gerade verstärkt mit dem Thema und stoße auch auf unterschiedliche Meinungen. Meine Familie z.B. will hinsichtlich unserer Oma nix davon wissen, die lassen alles auf sich zukommen und entscheiden dann. Als vor vielen Jahren mein Opa gestorben ist, haben sie "alles versucht", das bedeutete auch Apparatemedizin und hin und wieder einen Zeh amputieren. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ihm das recht gewesen wäre.

    Das also soll mir nicht passieren - allerdings sind die Möglichkeiten eher unübersichtlich und bisweilen rechtlich nicht abgesichert.

    Meine Schwiegermutter in spe hat die Tage gerade die Broschüre "Betreuungsrecht" vom Bundesministerium der Justiz gebracht - da muss man sich auch erstmal einlesen! Gar nicht so einfach zu verstehen; na ja, die Rechtsverdreher ;) !

    www.bmj.bund.de

    Beziehen kann man die Broschüre über bmj@gvp-bonn.de

    Liebe Grüße von c.
     
  4. Uschi

    Uschi Neues Mitglied

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    Hilfe zum Sterben

    Hi,

    durch die Sache mit meinem Vater ist mal eines klar geworden: es ist auch eine Frage des Alters der betreffenden Person, der Krankheit und der Ärzte.

    Als ich an dem betreffenden Sonntag der Ärztin nach dem Gespräch und der Darstellung des Zustandes von meinem Vater sagte, dass er keine lebensverlängernden Massnahmen wünschen würde, war denen das dahingehend recht, weil man bei einem Menschen mit fast 90 keinerlei Aktivitäten unternehmen möchte - also von wegen OP oder so.

    Der gesundheitliche Zustand durch den massiven Schlaganfall war ja so, daß von Anfang an für meinen Vater keine Chance auf Besserung bestand und diese Verfügung mündlicher Art daher angenommen wurde.

    Meine Mutter hat nun schriftlich notariell und ärztlich unterzeichnet festgehalten, daß ich im Falle ihres nicht mehr selbst zu bestimmenden Zustandes angehalten bin, dafür zu sorgen, daß ebenfalls keine lebensverlängernden Maßnahmen ergriffen werden, wenn die Möglichkeit der Besserung nicht besteht.

    Für mich hatte ich bereits vor meiner Hüft-OP so eine Verfügung erstellt und mir von den Ärzten bislang auch bei der Bauch-OP diese Verfügung in Kopie unterzeichnen lassen - als Anerkennung dieser Verfügung. Es ist allerdings klar dargestellt, was nicht getan werden darf und wann es nicht getan werden darf.

    Ärzte müssen lebenserhaltende Maßnahmen immer durchführen; lebensverlängernde Maßnahmen aber nicht. Dazu gehört z.B. Wiederbelebungsaktionen, künstl. Ernährung, Bauchsonden, Herz-Lungen-Maschine etc. Es ist auf jeden Fall eine Altersbindung, denn bei einem jüngeren Menschen wird immer versucht, ihn irgendwie zu retten - dies zu unterbinden ist auch mit einer Patientenverfügung oft nur mit gerichtlichem Beschluss absolut durchsetzbar.

    Demokratie ist eine selbstbestimmende Verwaltung !! Sollte man doch meinen.

    In diesem Sinne,

    packt es an, informiert euch und dann haltet es fest.

    Pumpkin

    P.S. ich habe es anwaltlich durchgesetzt, dass auf der Verfügung angemerkt ist, daß bei Überschreitung der Verfügungsgewalt seitens der Ärzte diese mit einer Klage wegen Körperverletzung zu rechnen haben.
     
  5. Jula

    Jula Der Solling ist groß

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    Am schönen Solling
    Hallo,

    haben anfang letzten Jahres auch beim Notar unser Testament gemacht und gleichzeitig auch eine individuelle Patientenverfügung(so wie wir das mal haben wollen).Auch die Kinder wurden mit einbezogen,so ist genau festgelegt,welches Kind für uns sprechen kann,falls uns beiden was passiert.Das Ganze ist auch noch beim Amtsgericht hinterlegt.War zwar ne teure angelegenheit,aber ich denke,das somit alles (fast) abgesichert ist.
    Lieben Gruß Jula
     
  6. Angelita

    Angelita Guest

    ja, ich hab das schon seit vielen Jahren. Alle paar Jahre schau ich mir das ganze Dosier durch u. überlege was zu ändern ist. Nebst der Verfügung hab ich auch meine Todesanzeige aufgesetzt - muss nur noch die Todesursache u. das Datum rein - Adressliste f. Leidzirkular, testamentarische Verfügung usw. Ich will auf keinen Fall am Leben erhalten werden, wenn es keine Aussicht auf Besserung gibt. Ein Herauszögern des Todes ist für mich nicht vorstellbar.

    Es gibt dennoch viel zu tun für die Hinterbliebenen - ich hab schon einige Todesfälle in der Familie gehabt u. weiss was es heisst, wenn man alles im Nachhinein ordnen muss
    :eek:
     
  7. Marie2

    Marie2 nobody is perfect ;)

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    entenhausen
    hallo zusammen!

    ich wollte eine umfrage zum thema patientenverfügung machen, und
    erinnerte mich dann an diese von kukana. ich mach also einfach
    hier weiter, denn 2 brauchen wir nicht. ich hoffe kukana ist es recht!


    Terri Schiavo ist tot.
    ich möchte nicht beurteilen, ob das gut oder schlecht ist,
    aber es ist unendlich traurig, dass ein leben so tragisch verläuft.

    hat sich eure einstellung zur patientenverfügung aufgrund dieser
    geschichte geändert? wollt ihr jetzt doch (endlich) dieses in angriff
    nehmen, damit ihr nicht - der himmel behüte - auch eines tages
    euch und/oder eure familie in solche schwierigkeiten bringt, wie wir
    es bei Terri erleben? ich selber habe mich noch nicht darum gekümmert,
    werde es aber jetzt in angriff nehmen. auch das schwammige gerede
    unserer frau zypries (?) dass so etwas bei uns
    nicht möglich wäre......aber....

    marie

     
  8. mauselinus

    mauselinus Guest

    guten abend zusammen,
    zum thema patientenverfügung,bin seit jahren in der dghs,weil ich es nicht gut finde was man mit einem menschen so macht.da werden schnell mal ein paar neue gesetze erlassen (usa) und schon muß man weiter leiden.ne danke.kein tier läßt man so leiden.weiß nicht ob ich die aktive sterbehilfe in holland gut finden soll,vielleicht?wenn man noch selbst in lage ist das erlösende mittel zu nehmen,nur wer ist das schon.
    trotzdem noch einen schönen und vor allem schmerzfreien abend.
    gruß mauselinus
     
  9. klaraklarissa

    klaraklarissa Neues Mitglied

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    hallo marie2,

    schön, das du das thema wieder hochgeholt hast, denn es ist ja nun wieder sehr aktuell geworden.
    an dieser umfrage habe ich schon damals teilgenommen, aber meine angelegenheiten dementsprechend noch nicht geordnet. dies sollte aber nun endlich eines der nächsten vorhaben sein, das ich in angriff nehme, ein testament haben wir schon seit etlichen jahren, da sollte die patientenverfügung nicht fehlen. dnakeschön für den erneuten denkanstoß
     
  10. sarasvati

    sarasvati Neues Mitglied

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    tipps zur Patientenverfügung

    Hallo...

    da ich seit einigen Jahren in der Hospizszene tätig bin und Vorträge und Beratungen zum Thema Patientenverfügung mache, möchte ich hier gern ein paar Tipps geben.

    Wer eine PV schreibt, sollte möglichst auf die vorgefertigten Formulare verzichten, sondern so viel wie möglich selbst formulieren. Aus der PV sollte deutlich die Lebenseinstellung und die eigenen Wertvorstellungen hervorgehen.
    Es nützt nichts, wenn die PV beim Testament liegt, denn das kommt ja erst zum Tragen, wenn man gestorben ist. Besser ist, die PV einer vertrauenswürdigen Person zu geben, die die PV aus der Schublade holt, wenn der Fall eingetreten ist. Gut ist auch eine Hinweiskarte (ähnlich dem Organspenderausweis), die in der Brieftasche mitgeführt wird, die darauf hinweist, dass eine PV vorhanden ist und wer benachrichtigt werden soll.

    Die PV allein nützt nicht viel, es muss auch eine Person da sein, die die Interessen des Patienten durchsetzen kann. Das ist nicht der Ehepartner (wie viele immer glauben).
    Zur PV sollte auch eine Gesundheitsvollmacht ausgestellt werden. Darin wird eine Person bevollmächtigt, Entscheidungen über die Gesundheitssorge zu treffen, wenn der Patient dies nicht mehr selbst kann.

    Wenn man niemanden hat, dem man soweit vertraut, kann man auch eine Betreuungsverfügung ausstellen. Darin benennt man eine Person, die vom Gericht als Betreuer(in) eingesetzt wird, wenn eine Betreuung notwendig werden sollte. So kann man vermeiden, dass eine fremde Person oder jemand den man nicht als Betreuer haben möchte, als Betreuer eingesetzt wird.

    Das waren nur auf die Schnelle, die Punkte zum Thema PV, die mir gerade eingefallen sind.

    Eines fällt mir noch ein, eine PV ist nicht das Allheilmittel. Obwohl viele Ärzte das Vorhandensein einer PV absolut begrüßen, gibt es auch in der Ärzteschaft nach wie vor Kritiker. Und kein Arzt stellt aufgrund einer PV die lebenserhaltenden Maßnahmen ein. Die PV kann für den behandelnden Arzt immer nur eine Entscheidungshilfe sein.

    Herzliche Grüße
    Sarasvati
     
  11. liebelein

    liebelein Carpe Diem.....

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    hallo saravasati,

    oben ist ein link angegeben den ich mal erstellt habe....bitte sei doch so gut und setze diese information dort auch hinein.
    einiges davon steht dort schon...aber vielleicht fallen anderen dann ja auch noch tipps ein....

    danke
    liebi
    (wollte deinen beitrag nicht einfach kopieren.....)
    schönes sonniges wochenende an alle....