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Wenn der Alltag zum Berg wird

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von Estelle, 23. April 2006.

  1. Estelle

    Estelle Neues Mitglied

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    Hallo Leute

    Ich will jetzt gar nicht in die Details gehen, weil mich dieses ewige Wiederkäuen der Probleme an sich nicht vowärtsbringt und nur meinen Atem unnötig beschwert.

    Nur ein paar Stichworte dazu: Muskelrheuma, Kopfschmerzen, psychosomatische Beschwerden, Konzentrationsprobleme, Blockaden bei anstauender Arbeit, etc.

    Ich hab einige Selbstmanagement-Bücher gelesen, um meinen Alltag besser organisieren zu können. Es ist nur so, dass mich alles so schnell erschöpft. Ob das alles vom Muskelrheuma herrührt?

    Ich kenne einige, denen es ganz ähnlich ergeht, aber irgendwie doch noch das Hauptsächliche hinkriegen und noch nicht so sehr wie ich aus dem Takt geraten sind oder dann gleich ganz aufgegeben haben.

    Doch ich will nicht aufgeben und suche deshalb auch alltäglichen Austausch. In Alltags-Foren erhält man jedoch nicht so viel Verständnis für meinen Alltagskampf. Vielleicht ist es hier anders.

    Im Moment bin ich wieder so weit, dass ich kaum anderen helfen kann.

    Danke fürs Zuhören.

    Liebe Grüsse, Estelle
     
  2. Pimboli

    Pimboli Neues Mitglied

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    Ich kann dich gut verstehen. Auch ich habe Fibro und schon die kleinste Arbeit macht mich platt. So viele Ruhepausen zwischen den Arbeiten habe ich im Leben noch nicht gebraucht. Die kleinste Anstrengung und nichts geht mehr.

    Und das Schlimmste ist, man sieht es mir nicht an und keiner nimmt mich für voll. Früher habe ich geackert wie ein Pferd und jeder glaubt, daß das fröhlich munter so weiter geht. Und ich bin am Verzweifeln.:(
     
  3. Sabinerin

    Sabinerin Aktives Mitglied

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    @Estelle

    Hallo Estelle,

    zuerst einmal ein Herzliches Willkommen bei RO :)

    Es tut mir leid, daß es Dir derzeit so schlecht geht.

    Woher die Erschöpfung kommt, kann ich Dir nicht sagen. Es wäre gut, wenn Du darüber mit Deinem Arzt sprechen würdest.

    Eins der wichtigsten Dinge ist in der Tat, daß man seinen Alltag überdenken und neuregeln muß. Es ist wichtig Prioritäten zu setzen (was ist wirklich wichtig, was muß nicht getan werde, was kann man einer anderen Person übertragen), es ist wichtig das "Nein-Sagen" zu lernen und vor allem sich selbst nicht mehr anzutreiben und davon auszugehen, daß man selbst alles erledigen muß...vor allem natürlich super gut ;)

    Bei chronischen Erkrankung ist es leider normal, daß jeder Tag, jede Woche, jeder Monat anders läuft.
    Mal geht man wie ein Krebs 5 Schritte vor, 2 zurück, 4 vor und 1 zurück und dann kommt die Zeit vor man 2 Schritte nach vorne geht und 4 zurück, dann nur einen Schritt vor und 5 Schritte zurück....so ist das Leben, aber eben nicht nur mit Erkrankung, sondern auch ohne.

    Es ist auch normal wenn man zwischendurch verzagt, Angst hat und nicht nach vorne schauen kann. Dann braucht man einen, zwei Menschen, mit denen man reden kann. Irgendwann wird es besser und dann kann man wieder seines Weges weitergehen...halt bis zum nächsten Problem. ;)


    Liebe Estelle, setze Dich nicht unter Druck. Es ist nun wirklich nicht einfach mit einer chronischen Erkrankung zu leben. Der eine Mensch hat mehr Schmerzen, der andere empfindet eine große Erschöpfung, der nächste hat beides.

    Aber es gibt immer wieder Zeiten, wo es besser wird...aber nicht so "wie früher".
    "Früher" ist vorbei, eine Erkrankung verändert das Leben. Trotzdem kann das Leben mit einer Erkrankung schön sein, es ist aber anders.


    Nun, es ist ja auch nicht der ursächliche Sinn des Lebens anderen Menschen zu helfen ;)
    Wie willst Du helfen, wenn Du derzeit kaum Kraft hast und häufig erschöpft bist? Mit den Gedanken, daß Du nicht hilfst, setzt Du Dich zusätzlich noch unter Druck.
    DU brauchst jetzt Hilfe und Unterstützung...Du wirst sie hier bekommen...und dann nimm sie :)

    Irgendwann wird es etwas besser, dann nutze die Zeit trotzdem für Dich.
    Und wenn Du Dich in einigen Wochen oder Monaten stärker fühlst, dann kannst Du auch anderen Menschen helfen....

    Viele Grüße und gute Besserung
    Sabinerin
     
  4. ClaudiaC

    ClaudiaC Neues Mitglied

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    Hallo Estelle,

    Dein Problem ist hier sicher ganz vielen vertraut.

    Anfangs als ich krank wurde ging es mir ganz genauso. Die erste Zeit als ich Krankgeschrieben war, suchte ich mir ständig Aufgaben. Ich mußte ja was tun, konnte nicht "nur" krank sein.

    Wie Dir sieht man mir auch die Krankheit nicht an. Erst letzte Woche sagte die Friseurin: Was Sie sind krankgeschrieben, das sieht man Ihnen gar nicht an.

    Ich habe bestimmt ein dreiviertel Jahr benötigt, bis ich akzeptieren konnte, das es eben nicht mehr so läuft. Inzwischen habe ich meinen Tagesablauf angepasst, mache viele Pausen und plane entsprechend, so dass die Erschöpfung nicht überhand nimmt. Das bekommt auch meiner Psyche, ich bin zufriedener und ausgeglichener.

    Die Frust- und Heultage, die ich Anfangs hatte sind verschwunden.

    Ich kann mich Sabinerin nur anschliessen, setz Dich nicht unter Druck, nimm nicht andere als "Vorbild". Versuche Deinen eigenen Rhytmus zu finden.
    Auch wenn Du Dir das jetzt nicht vorstellen kannst, es wird besser, aber es braucht halt seine Zeit.

    Schön das Du Dich hier zu Wort meldest und Herzlich Willkommen.

    Dir alles Gute

    Liebe Grüße Claudia
     
  5. Colana

    Colana Musikus

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    Hallo Estelle,

    das ´mit dem unter Druck stehen kenne ich auch, ist auch mein derzeitiges Problem...

    Vorher funktionierte ich und jetzt...? Ich bin gerade gestern "abgestürzt", habe Angst vor dem Versagen... dass ich nichts mehr gepackt bekomme, meinen Haushalt nicht mehr in den Griff bekomme, meine beiden kleinen Jungs (4 Jahre alt und fast 8 Monate) nicht mehr versorgen kann... Wie soll es weitergehen, da wir uns finanziell keine Haushaltshilfe leisten können... und und und...

    So langsam fange ich mich wieder, aber es wird wohl noch dauern, vor allem wenn ich dann endlich die endgültige Diagnose dann habe und die bekomme ich erst Ende Mai... Wat solls... ändern können wir es eh nicht, also müssen wir unsere Erkrankung annehmen und das beste draus machen.

    Hier bist Du gut aufgehoben... Du bekommst gute Ratschläge, da wir alle in einem Boot sitzen...

    Ich wünsche Dir eine schmerzfreie Woche...
    Viele Grüße
    colana
     
  6. Estelle

    Estelle Neues Mitglied

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    Hi zusammen

    Danke für eure einfühlsamen aufmunternden Antworten. :)

    Ich wusste nicht, dass mein Muskelrheuma mit der Erschöpftheit und den Konzentrationsproblemen zusammenhängt. Hab jetzt darüber gegooglet...und ich dachte, ich sei ganz einfach nur "nicht gut genug", nicht so fit wie andere, undiszipliniert, aus dem Takt geraten, eine Versagerin...

    Wenn ich mein Muskelrheuma in den Griff kriegen würde, sollte ich also auch fiter und leistungsfähiger werden...

    Welche Tricks habt ihr denn so, um euch zu motivieren und belastende Pflichten besser angehen zu können?
     
  7. Colana

    Colana Musikus

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    Hallo Estelle,

    mich hält meine Musik aufrecht, damit lade ich mir meine Batterien wieder auf. Ich spiele Bariton-Saxophon und seit einiger Zeit die Bass-Klarinette, da ich diese auf dem Boden abstellen kann. Ist besser für meine Schultern :D
    Ansonsten lese ich für mein Leben gern, vor allem mystische Dinge wie die Serie von Avalon oder auch Sakrileg, Illuminati von Dan Brown. Ich höre wahnsinnig gern Juliane Werding, manches Mal habe ich die Musik sehr laut, sogar mein 4jähriger Sohn kann die Texte mitsingen

    und ich versuche immer wieder zu basteln.... - komme aber sehr selten dazu, weil mir einfach die Zeit fehlt. Meist schaffe ich den Haushalt eher in den späten Nachmittagsstunden oder abends..., warum, kann ich Dir auch nicht sagen....:o ist jedoch so... tagsüber bin ich oft müde, kaputt und ausgelaugt oder mit tun doch ein paar Gelenke mehr weh als ich zu geben will. Aber mein Zeitziel, dass ich bis 19.25 fertig bin, halte ich bis auf wenige Ausnahmen ein.

    Wünsche einen schönen Abend
    Colana
     
  8. KatzeS

    KatzeS Neues Mitglied

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    Hallo Estelle,

    mir geht es auch oft so. Ich bin abends immer total müde und nicht mehr zu etwas produktivem in der Lage. Zur Zeit habe ich wieder eine Phase, in der die Müdigkeit sich den ganzen Tag durchzieht und mich einschränkt.
    Ich leide insgesamt sehr darunter, nicht mehr so leistungsfähig zu sein. Ich muss immer sehen, dass ich das Nötigste schaffe und das ist bei eigenem HAushalt, Studium und Nebenjob nicht immer einfach. Da kommen die weniger wichtigen Dinge und auch leider oft die angenehmeren Dinge oft zu kurz.
    Das muss sich bei mir ändern, ich bin erst Mitte 20. Das kann ja nicht ewig so weitergehen.
    Aber wenn es für diese Probleme eine einfache Lösung für alle gäbe, dann bräuchten wir uns hier ja gar nicht erst zu unterhalten ;)

    Lg, KatzeS
     
  9. charlyM

    charlyM Neues Mitglied

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    Hallo, habe eure Zeilen mit einem gewissen Schmunzeln gelesen, weil mir ein Text einfiel, den ich vor Jahren schonmal geschrieben habe - total gefrustet wegen der dummen Sprüche mancher Bek. - ist zwar ziemlich lang,doch ich häng ihn mal hinten dran....Denn, d a m i t müssen Betroffene leider auch noch fertig werden...... Wer den Schaden hat, bekommt die dummen Sprüche gratis dazu....
    oder, ...Hab ich`s wirklich sooo guuut - wie Ihr`s immer behauptet???

    Tja, auf den ersten Blick, jedoch nur einen sehr flüchtigen..."Seitenblick", erscheint es vielleicht so. Mein Mann, ein sog. "Alleinverdiener", ich "mache" nur den Haushalt und gehöre damit ansich ja schon zu einer fast ausgestorbenen Spezies. Wenn man dann noch bedenkt, daß wir keine Kinder haben , die versorgt werden müssen - und dies scheint in unserem Land die einzige " Entschuldigung" für`s "zu Hause bleiben" zu sein...- führe ich, in Euren Augen, ein reines Luxusleben. Wohl deshalb habe ich mir schon so oft anhören müssen, ich hätte es doch sooo guuut....Ich bräuchte keinen Wecker zu hören, nicht zur Arbeit, hätte den ganzen Tag Zeit.....
    Nun, wenn diese Behauptung von völlig Fremden aufgestellt würde, hätte ich ja noch Verständnis dafür - doch bei Bekannten, Nachbarn und Familie?? Da kommen diese Äußerungen schon eher dem bekannten Tritt ins Hinterteil gleich und tun verdammt weh....Und, bei einigen klingt dann noch so ein leiser Unterton von, "ach, wie beneidenswert"...mit. Nun, Leute, eigentlich müßtet Ihr wissen, daß auch ich nicht der Typ "Hausfrau" bin, meine Erfüllung nicht darin sehe, für Wäsche und Küche verantwortlich zu sein...Und selbst dabei muß ich ja noch "bremsen" um nicht, am nächsten Tag, noch stärkere Beschwerden zu haben...und wieder einen ganzen Tag auf der Nase zu liegen. Außerdem kommt aber, seltsamerweise, dann oft noch ein - " den ganzen Tag zu Hause.. d a s hielt ICH nicht aus.." hinterher....ja, Leute, WAS denn nun.....ich hab`s sooo gut... und ihr hieltet es nicht aus ??? –
    Motto - mal Hüh, mal Hott ??? ....
    Man wird leider, manchmal im Leben, nicht nach seinem Willen gefragt und muß sich arrangieren...ob man nun will oder nicht..
    Euer, DU hast es doch guuut.. ist da völlig fehl am Platze. Ich möchte, und auch dies müßtet Ihr wissen, nicht bedauert und verhätschelt werden - doch diese "Tritte", und genau sooo!! empfinde ich Eure Äußerungen, verkneift Euch bitte. Daran erkennt man nur, wie oberflächlich Ihr hinseht und ich find`s echt schade, daß man nicht mal für ne kurze Zeit nur tauschen kann... Denn eins könnt Ihr mir glauben, ich würde gern tauschen!! - würde gern wieder morgens um 6 aufstehen und zur Arbeit fahren, wenn Ihr dafür, an meiner Stelle, die Nacht über dem Trichter hängen und Euch die Seele aus dem Leib göbeln würdet, stundenlang...wohlgemerkt. Gern würd` ich zum shopping nach x oder y fahren, wenn Ihr mir dafür diese grausigen Gleichgewichtsstörungen abnehmen würdet und schon froh und glücklich sein könntet, es - o h n e Schwanken wie bei Windstärke 10 - bis zum Gartenzaun zu schaffen.. Von den grausigen Muskelschmerzen ganz zu schweigen,.. wenn der Pulli, den man anziehen möchte, leider auf dem obersten Einlegeboden liegt und man den Arm nicht hoch bekommt, oder der Schwindel wieder zuschlägt.....Doch, was soll`s....ich hab`s ja sooo gut,.....
    Demnächst, wenn Ihr wieder auf große Fahrt geht - ich gönne es Euch von Herzen - ..doch warum ist das, für Euch, ein Grund zu klagen.?? Okay, okay...die Koffer müssen gepackt werden, diese schrecklichen Staus auf der Autobahn...Und dann, wieder zu Hause, geht`s weiter...die Stories über die Besichtigungen... der schrecklich volle Strand.. da kommt bestimmt wieder dieses - DU hast es doch guuut....-- genau wie letztes Jahr. Doch, diese Frage sei mir erlaubt, w e r zwingt Euch denn, wegzufahren... wenn man`s hier, zu Hause !!! doch sooo guuut hat ??? -
    Mein Gott, keiner von Euch weiß, wie der Alltag bei uns abläuft....deshalb, laßt es sein ! - verkneift Euch dieses - DU hast es doch guuut..
    Wißt Ihr, man nimmt die Gegebenheiten hin - auch wenn`s noch so schwer fällt - doch
    d a s , was von außen an einen herangetragen wird, ist oft nicht zu ertragen.
    Hat man`s, in der heutigen Zeit, automatisch " guuut", nur weil man n i c h t berufstätig ist ?? Allerdings..sorry, hab ich leider vergessen - Ihr hieltet es ja zu Hause nicht aus ...
    Ihr könntet doch all die herrlchen Dinge tun, die Ihr bei mir vermutet... rumgammeln, ins Städtchen geh`n, Kaffeekränzchen abhalten....Wer hindert Euch daran, zu kündigen und Euer Leben zu geniessen, genau sooo, wie ich`s, in Euren Augen, seit Jahren mache....
    Okay, dann müßtet Ihr auf das zweite Gehalt verzichten, müßtet Euch einschränken.... vielleicht Urlaub oder dauerndes Essengehen abschreiben und nach der neuesten Mode kleiden, wär dann eben auch nicht drin...aber was soll`s,....Wenn Ihr`s dafür auch sooo gut hättet wie ich, würde es sich doch lohnen.....oder??
    Apropos, Klamotten. Ihr geht, - mal eben... - in die Stadt, seht was Schickes, evtl sogar noch im Preis reduziert...natürlich Markenware !!, ist klar - bei uns heißt es, "was Otto oder Quelle nicht hat, haben wir auch nicht" - Pech gehabt....Und so könnt ich noch etliche Beispiele anführen, doch ich glaube, es reicht ..verstehen werdet Ihr`s sowieso nicht....
    so, ich wünsch Euch alles Gute und eine möglichst beschwerdefreie Zeit - charlyM
     
  10. Rosarot

    Rosarot trägt keine Brille ... ;)

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    Hallo liebe Estelle,

    auch von mir ein herzliches Willkommen ... [​IMG]

    Kaum kann man sich einen "schlauen" Kommentar erlauben, wenn man nur wenige Zeilen von jemandem gelesen hat ... Dennoch ein paar Gedanken mal so dahingetippt.

    Es nicht nur (d)eine Krankheit wie Rheuma, die zugegebenermaßen unglaublich schlaucht - nicht nur körperlich, sondern vor allem seelisch. Diese ständigen Schmerzen, den ganzen Medi-Kram, der Ärztemarathon ... die Umwelt, bis zur dämlichen Flasche Wasser, die nicht aufgeht, weil die Hände schmerzen oder der süße Pulli im oberen Schrankteil (danke Charly!) an den nicht ranzukommen ist usw. Und nicht zu vergessen, diese klitzekleine Hoffnung, dies alles noch mal los zu werden und nicht bis ans Ende des Lebens damit zu tun zu haben, verbraucht eine Menge Lebensenergie.

    Es ist auch schlicht und ergreifend auch das ganz normale "Alter", dass unsere Leistungsfähigkeit auf die Probe stellt ... Nicht nur der Körper, der ja schon in realtiv frühen Jahren abbaut, und um die 40 rum ernsthaft offensichtlich damit beginnt ... Es ist der Alltag, das Wissen (die Einsicht?) um dies und das ... Dass die Dinge nicht so laufen, wie wir uns das vorstellen - ganz und gar nicht. Weil sie einfach nicht so sind wie im Film, weil das Leben eher unfair ist und man keinen Anspruch auf Glück hat.

    Das ist das Leben. Akzeptiere wir es, akzeptieren wir uns und unsere Möglichkeiten und suchen keine Entschuldigung, wenns nicht gut läuft - nicht bei uns, nicht bei einer Krankheit, nicht sonstwo. Und wir dürfen auch mal schwach sein, müde sein, keine Lust mehr haben. Dann geht es halt eben erst am nächsten Tag weiter. Und so lange muss eben alles warten.

    Viele Weisheiten stecken in den Antworten meiner Vorschreiber. Es ist alleine an dir zu ermitteln, was dich froh macht, was dir gut gut, wieviel Schlaf du brauchst, gibt deine Ernährung deinem Körper gnügend Kraft?, wer sind deine Freunde ... usw. Eben "einfach" einen "neuen" Plan machen, der den Gegebenheiten angepasst ist und sich die Sachen rauspickt die gut sind. Einige Dinge überdenken, einfach über Bord werfen. Ein neues Ziel vielleicht? Und evtl. sollte ein anderer Arzt mal einen Blick auf dich werfen, wenn du das Gefühl hast, da ist was nicht okay.

    Es ist zu schaffen - das Leben.
    Und war die Sonne heute nicht wunderbar?
    Ist die Natur nicht der absolute Wahnsinn, wenn sich alles streckt und reckt und grünt und blüht?
    Ein Wunder ...

    Einen schöööööönen Abend!
    Rosarot

    P.S.:
    So oft es geht, mache ich einen Nachmittagsschlaf. Ein Stündchen reicht mir, um am Abend fit zu sein und am Morgen den Tag freiwillig (ich brauche seit Jahren keinen Wecker mehr) frühzeitig, nach 5-7 Stunden Schlaf zu beginnen, damit auch alles "reinpasst", was ich machen will ... Ohne diese kleinen Schlaf-Oasen wäre ich absolut kein Mensch.
     
    #10 23. April 2006
    Zuletzt bearbeitet: 23. April 2006
  11. Ruth

    Ruth Bekanntes Mitglied

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    württemberg
    hallo, estelle!

    als "trick" kann ich auch den regelmässigen mittagsschlaf anführen - wenn man in der glücklichen lage ist, sich den zu ermöglichen. dann mache ich, wie die meisten hier, sehr sehr viele pausen. wichtig finde ich auch, mir sachen zu suchen, die mir freude machen und die dann ganz bewusst zu geniessen. das kann ein fernsehfilm sein, ein buch, eine illustrierte, ein schönes essen, auch ein spaziergang oder einfach unter leute kommen.
    aber das ist manchmal auch nur "graue theorie", und auch ich falle in ein stimmungstief. wichtig ist, dass man sich selber anreize schafft, wieder da rauszukommen. und da kommen bei mir die oben genannten "angenehmen" und schönen dinge oder vorhaben ins spiel.
    viele grüsse von ruth
     
  12. Gitta

    Gitta Aktives Mitglied

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    @Estelle

    Manchmal denken wir, es geht nicht weiter. Aber es geht, das sage ich aus eigener Erfahrug. Wir haben eine Muskelerkrankung, viele haben andere Diagnosen. Überall, egal welche Ungseundheit wir haben, es geht immer weiter. Auch wenn wir es nicht immer glauben können/möchten.
    Halt durch und die Ohren steif.
    Liebe Grüße Gitta
     
  13. Estelle

    Estelle Neues Mitglied

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    Hallo ihr Lieben

    Man merkt, wie sehr Ihr in derselben Problematik steckt. Ich teile meinen Schlaf auch notgedrungen auf, weil ich sonst nicht den ganzen Tag durchhalte.

    Ich bin Single, lebe mit meiner Ma, meiner Schwester und ihrem Söhnchen zusammen. Es ist alles ein bisschen kompliziert und belastend zu erzählen.

    Es fing bei mir schon in der Kindheit an. Ich konnte oft nicht normal aufstehen, sondern musste mich aus dem Bett auf den Boden rollend fallen lassen.

    Ich fragte meine Ma oft, warum ich so schnell erschöpft sei, obwohl ich mich zu der Zeit noch genug bewegte, auch immer einen langen Schulweg zu bewältigen hatte. Nach Freizeitlagern z.B. hatte ich immer eine Woche lang enorme Kopfschmerzen. Sonst nicht. Meine Ärztin verbot mir von da an die Ferienlager.

    In der Schule war ich an sich genug leistungsfähig. Ich brauchte nur viel mehr Zeit zum Lernen, weil ich mich nicht so lange darauf konzentrieren konnte. Komisch war, dass ich ansonsten sehr viel lesen konnte, auch stundenlang. Oft kam ich sonntags nicht aus dem Bett und verschlang zwei Romane nacheinander, auch viele Sachbücher. Nunja, erschöpft war ich danach schon auch.

    Der grosse Einbruch kam, als meine Schwester depressiv wurde und mehrere Suizidversuche folgten. Da war ich 12. Auch wenn ich an vieles gewöhnt war, an meinen jähzornigen Vater, meine drogensüchtigen Brüder etc. Meine ein Jahr jüngere Schwester wurde zu einer unglaublichen Belastung für mich und meine Ma, welche nicht klarkam mit ihr. Nur ich konnte meine Schwester aus ihren Tiefs herausholen. Der Preis jedoch war meine Gesundheit.

    Jahrelang machte ich die Schulaufgaben in der Schule, nahm den letzten Bus, denn zuhause erwartete mich immer dasselbe Bild: meine Ma vor der verschlossenen Tür meiner Schwester. Am Liebsten wäre ich weit weggezogen, in ein Heim wie mein Bruder, nur meine liebe Ma liess mich jeden Tag diesen Weg nach Hause machen.

    Das Untergymnasium schaffte ich noch gut. Doch in der Abiklasse bröckelte es immer mehr. Die schulische Belastung wurde grösser und meine Schwester rutschte von einer Depression in die andere. Und ich musste das Boot steuern. Ich kam zwar im ersten Jahr durch, doch konnte ich mich kaum mehr auf die Schule konzentrieren, obwohl ich Stunden dafür investierte, in den Stunden, bevor der letzte Bus fuhr, oder nachts, wenn meine Schwester endlich wieder einigermassen okay war.

    Ich brach die Schule ab und wollte das Abi als Fernstudium zuhause machen, um so "meinen eigenen Rhythmus" zu finden. Das war ein Fehler. So geriet ich aus dem Takt. Meine Schwester konnte sich nun nächtelang bei mir ausheulen. Irgendwie verlor ich immer mehr die Kraft.

    Und dann wurde meine Schwester schwanger. Da sie und ihr Freund nicht klarkamen und ich ihrem Baby den Alptraum meines Lebens ersparen wollte, nahm ich den Kleinen unter meine Fittiche und zog ihn zusammen mit meiner Ma auf. Da meine Schwester auch sehr jähzornig ist, floh der Junge immer mehr zu mir, während meine Ma meine Schwester umsorgte und beruhigte.

    Der Kleine hat sich unter meiner Hand prächtig entwickelt. Das sage ich bewusst deshalb, weil er mein Erfolg ist. Wenigstens das hab ich gut gemacht, auch wenn der Rest meines Lebens den Bach runterlief. Ein zweiter bitterer Teilerfolg ist, meine Schwester durch all die Jahre getragen zu haben.

    Ja, getragen, genau das ist das richtige Wort dafür, auf meinem Rücken... Ich trage sie immer noch, aber hauptsächlich meinen kleinen süssen Neffen, der mich besonders schulisch noch sehr braucht. Er soll nicht wie ich aus der Kurve gleiten. Deshalb helfe ich ihm, damit er das Untergymnasium schafft und eine Zukunft hat. Es soll ihm nicht dasselbe wie mir passieren!

    Meine mittlerweile 71-jährige Ma ist auch nicht mehr so fit, sie macht den Haushalt, während ich alle schriftlichen Pflichten von ihr, meiner Schwester und der Familie erledige und meinen Neffen ab cira 16 h und am Wochenende betreue und ihm helfe, sich auf die Prüfungen vorzubereiten. Gleichzeitig versuche ich, wieder fit zu werden, abzunehmen und mein eigenes selbständiges (berufliches) Leben aufzubauen.

    Ich bin sicher kein schwerer Rheuma-Fall, hab mich zu einem hohen Grad an meine Schmerzen gewöhnt und kann sie teilweise sogar verdrängen. Die Begleitsymptomatik - dieses schnelle Erschöpftsein - ist aber schon sehr bremsend.

    Als mein Neffe noch ein Baby war und ich ihn oft heben musste, hatte ich sehr starke Schmerzen. Im Moment sind die Schmerzen vor allem im Winter sehr präsent.

    Die von mir geforderten Tabu-Tage entlasten mich fühlbar, obwohl ich diese Zeit für meine anderen Pflichten brauche und nie schaffe, was ich eigentlich leisten müsste.

    In den letzten zwei Wochen war ich aber täglich da für meinen Neffen. Vielleicht hab ich deshalb viel stärkere Kopf- und Muskelschmerzen. Es ist wirklich schön mit meinem Neffen, er ist sehr lieb, trotzdem braucht er stets meine volle Aufmerksamkeit. Manchmal kommt meine Schwester dazu und jammert wie eh und je. Das alles erschöpft mich unglaublich, vor allem, wenn meine Schwester wieder mal durchdreht und mich abens um 21.10 h nicht gehen lassen will. Dann muss ich gleich eine Runde schlafen, so erschöpft bin ich um diese Zeit immer.

    Wenn ich an die "normalen" Leute denke, wie viel sie an einem Tag bewältigen können, fühle ich mich total als Versagerin. Da muss doch etwas zu machen sein! Ich kann es mir einfach nicht leisten, so wenig fit zu sein! Ich will mich unbedingt aufbauen, mache täglich leichten Sport (mehr Walking als Jogging), Gymnastikübungen, mache eine Diät, denn mein Gewicht ist eine zusätzliche Belastung, und versuche, durch Selbstmanagement-Bücher zu lernen, wie ich meine Blockaden überwinden kann.

    Jetzt z.B. sollte ich unbedingt einen Übungstest für meinen Neffen schreiben, worin ich die schwierige Latein-Grammatik verarbeite. Das ist sinnvoll, weil es mich auf lange Sicht entlastet, ich meinem Neffen nur den Test geben und nicht ständig reden muss. Und er kann diese Übungs-Tests immer wieder machen, bis der Stoff sitzt. Er wurde dadurch innert kurzer Zeit besser in Latein. Aber es strengt mich unglaublich an, diese Tests zu schreiben, weil der Stoff so straff und komplex ist und es so viel auf einmal zu überlegen gibt. Da merke ich, wie gut ich in meiner Schulzeit noch dran war, dass es seither noch mehr bergab ging mit mir...

    So, jetzt muss ich ran, auch wenn's schwer fällt und mein Nacken so weh tut.

    Danke für euer Dasein! :)

    Komisch, das erste Mal hatte ich weniger Atembeschwerden beim Erzählen. Vielleicht liegt es daran, dass ich mich hier wirklich verstanden fühle...

    ...aber zu viel will ich doch nicht von meiner Schwester erzählen, ich will möglichst wenig an sie denken. Es reicht schon, wenn sie da ist. Sie soll nicht auch noch den Rest meiner Zeit haben.
     
    #13 24. April 2006
    Zuletzt bearbeitet: 24. April 2006
  14. Pimboli

    Pimboli Neues Mitglied

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    Wow, da hast du ja ein ordentliches Paket zu tragen. Das ist ja für einen gesunden Menschen schon fast zu viel. Also bei dem, was du täglich so verarbeiten mußt, bist du mit Sicherheit alles mögliche nur kein Versager.

    Ich habe die allergrößte Hochachtung vor dir.

    An sich hättest du ja mir dir alleine schon mehr als genug zu tragen.

    Überlege dir, wo du Abstriche machen kannst, sonst gehst du auf Dauer vor die Hunde. Das hält ja kein Mensch aus.

    Ich wünsche dir viel Kraft und wenig Schmerzen.:)
     
  15. Rosarot

    Rosarot trägt keine Brille ... ;)

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    Saarland in der Landeshauptstadt
    Hallo liebe Estelle,

    für meine Begriffe bist du inzwischen mit Recht absolut überfordert und erwartest von dir selbst viel zu viel - das packt kein Mensch! Dein Körper gibt dir eindeutige Signale und du erhörst sie nicht ... Viele Krankheiten sind ein Hilfeschrei der Seele - bei dir schreit deine Seele "Ich kanns nicht mehr tragen!"

    Ich weiß, es ist leichter gesagt, als getan sich zu befreien von "Last", wenn man sich verantwortlich fühlt. Doch sind diese drei Menschen wirklich nicht in der Lage, sich selbst oder sich gegenseitig mehr zu helfen? Nimmst du ihnen nicht so viel ab, dass es für alle schon eine Gewohnheit ist, die in diesem Ausmaß wirklich nicht nötig wäre? Denk mal darüber nach ... Rüttle mal dein Schwesterherz. Nicht nur sie hats schwer - du auch!

    Du musst was ändern - sonst kippst du um. Dein Neffe, deine Schwester und deine Ma dürfen dir nicht deinen ganzen Arm nehmen, sondern höchstens drei Finger ... Finger 4 ist für Notfälle und Finger 5 und die Hand samt Arm brauchst du für dich selbst ...

    Ich hoffe, du bekommst das irgendwie gebacken und schreib hier weiter auf, was dich bedrückt und beschäftigt - das hilft sich selbst klarer zu werden über manche Dinge. Und wir hören dir zu und fühlen mit dir.

    Liebe Grüße
    Rosarot
     
  16. Estelle

    Estelle Neues Mitglied

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    Hallo ihr Lieben [​IMG]

    Ich bin total gerührt, weil ihr so lieb zu mir seid. Trotz meinen privaten Erfolgserlebnissen (mein Neffe) , beruflich hab ich vollkommen versagt. Wenn ein Aussenstehender fragt, was ich arbeite, kann ich mich kaum verständlich machen.

    Ich meine, am meisten macht mir meine Zukunft Sorgen. Ich habe keine eigene Existenzgrundlage, bin total von meiner Ma abhängig. Ich könnte nicht einmal arbeiten gehen, weil ich dann keine Kraft mehr hätte für meinen Neffen. Es wäre mir körperlich einfach zu viel.

    Ich will mir zwar beruflich ein Standbein aufbauen, aber ich komme ja zeitlich und kräftemässig kaum dazu, wirklich dranzubleiben. Ich hab mein Leben immer wieder verschoben, auch eine womögliche Beziehung zu einem Mann. Daran dachte ich erst, als ich über meinen Ex gestolpert bin. Seither wünsche ich mir einen liebevollen Partner und eine eigene Existenz neben meiner Familie.

    Ich versuche nun, mich körperlich durch leichten Sport aufzubauen, auch wenn ich dadurch mehr Schmerzen habe, und abzunehmen, damit ich im Notfall doch einen einfachen Job annehmen könnte. Meine Ma ist ja auch schon 71.

    Ich wüsste nicht, wie ich meine Pflichten in der Familie verringern könnte. Meine Ma ist auch überfordert. Sie hilft, wo sie kann, mehr geht bei ihr nicht. Sie hat auch Schmerzen. Mein Neffe ist noch so kindlich und die Schule ist echt hart für ihn. Er braucht mich noch dringend, aber er wird ja älter und ich erziehe ihn bestmöglichst zur Selbständigkeit.

    Meine Schwester ist zum Glück mit ihrem Freund beschäftigt, da hat sich eine Besserung ergeben. Wenn sie ein weiteres Kind bekommen würde, könnte ich ihr jedoch nicht mehr helfen. Dieses Kind müsste ohne mich aufwachsen, denn mehr als jetzt kann ich nicht tragen. Das habe ich ihr auch unmissverständlich und eindringlich gesagt. Ihr gegenüber bin ich nun distanzierter, ich mache nicht mehr jede Leidensphase innerlich mit, weil es mich körperlich zu sehr mitnimmt und mir jegliche Kraft entzieht. Seither kann ich ihr fast besser helfen. Ich erziehe sie auch zum Selberdenken und will die Abnabelung von ihr, denn sie klammert sich unglaublich an mich. Als ich zu meinem Ex ziehen wollte, bekam sie einen Riesenschrecken. [​IMG]

    Die wissenschaftlich fundierte Tiefenentspannungs-CD von Dr.med. Hans Grünn/Einfach zuhören und die innere Heilkraft wecken tröstet mich oft. Die Hintergrundmusik ist besonders schön. Ich hab auch Grünns CD Einfach zuhören und Schmerzen lösen. Da erkannte ich meine autosuggestive Schmerzbekämpfungsmethode wieder, geht sonst gut bei mir, doch jetzt sind die Schmerzen zu akut, sie lassen sich nicht immer dämpfen. Aber die CD's sind wirklich klassisch nach der wissenschaftlichen Suggestionsmethode aufgebaut, hab eine Menge darüber gelesen, sehr empfehlenswert, angenehme ruhige männliche Stimme, gibt auch jeweils eine Subliminal-CD dazu.

    Ich hab geträumt, ich müsste stundenlang über das Matterhorn laufen, so komme ich mir vor... und dann träumte ich, ich wäre stark wie eine Zigeunerin, kraftvoll, das wünsche ich mir so sehr, diese Energie...

    Und ich hab ein so grosses Bedürfnis nach einem übersichtlich geordneten Leben, alles an seinem Platz, einfach und gut zu bewältigen, eine harmonische Ordnung, die alles erleichtert und mir Halt gibt. Ich würde jetzt am liebsten weiter aufräumen und orden, doch gibt es viel Dringlicheres zu tun und ausserdem schmerzt mich der Nacken im Moment zu sehr. Der tut nach der Massage fast noch mehr weh, schon merkwürdig.

    Mein Chiropraktiker (mit 25 Jahren Erfahrung) erklärte, mein Rücken sei so hart wie Beton, noch nie hätte er einen so harten Rücken behandelt. Die erste Behandlung schlug gut an, aber danach verkaterte meine Muskulatur nur noch mehr. Mein Arzt bestätigte meine Vermutung, die chiroprakischen Massnahmen können selbst zum Auslöser werden, wenn man sie wiederholt.

    Was mir hilft, ist, wenn jemand aus meiner Familie sich auf meinen Rücken setzt, 90 Kilos, mein Atem fast weg, aber es hilft, wenn ich es nicht oft mache, werd heute meine Ma darum bitten. [​IMG]

    Ist doch merkwürdig, je mehr ich mich bemühe, desto stärker die Verkrampfung im Nacken, hat sicher einen psychosomatischen Hintergrund bei mir, so mein Eindruck. [​IMG]

    Nunja, irgendwie wird es gehen müssen. Jammern hat keinen Sinn, darum geht es mir nicht. Ich hoffe nur immer wieder, irgendwie eine zündende Idee zu bekommen, einen guten Rat, der mir weiterhilft. Und ja, Verständnis, weil ich immer wieder gegen dieses Versagensgefühl ankämpfen muss. Ich "funkioniere" nicht, dabei würde ich es so gerne.

    Und hier hab ich schon wieder ein schlechtes Gewissen, über meine Lappalien zu reden, weil ihr Schmerzmittel nehmen müsst, so schlecht geht es euch. Und ich schaffe es nicht einmal so, mann o mann. Ich umarme euch ganz lieb. [​IMG]
     
    #16 25. April 2006
    Zuletzt bearbeitet: 25. April 2006
  17. Rosarot

    Rosarot trägt keine Brille ... ;)

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    Oh liebe Estelle, da haben wir (und wohl die Mehrzahl aller Menschen) was gemeinsam! Ich kann dir nur sagen, dass mich dieses Sicherheitsbedürfnis - immer zu wissen (oder wenigstens einschätzen zu können) was morgen kommt - viele Jahre total zermürbt hat. Heute versuche ich gelassener zu sein; man hat ja nicht wirklich Einfluss auf viele Dinge und von heute auf morgen kann sowieso wieder alles ganz anders sein als heute ...

    Werd lockerer - anders kann ich es nicht ausdrücken. Such dir einen Engel, dem du dich anvertraust, der dir Kraft gibt. Genieße die kleinen Wunder, statt dich über den Berg von Misslichkeiten zu grämen ...

    In meiner Familie gab/gibt es viele Fälle von Schwermütigkeit (heute heißt das "Depression"), die auch vor dem letzten Schritt nicht halt machten ... Dagegen kämpfe ich für mich an - und manchmal ist es die pure Sturheit meinerseits, das "Ungemach" einfach nicht zur Kenntnis zu nehmen. Da koch ich mir lieber was Leckeres und schaue mir einen Film an ... schlage der schlechten Stimmung und der Angst einfach ein Schnäppchen ...

    Schööönen Tag!
    Rosarot
     
  18. JMCL

    JMCL Neues Mitglied

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    Hallo Estelle,
    ich finde es wirklich großartig, wie Du Dich um Deinen Neffen kümmerst, es ist ein Geschenk fürs Leben -
    aber, was hältst Du denn einmal von einer Kurmaßnahme? Hört sich leichter an, als es vielleicht für Dich sein wird aus unterschiedlichen Gründen, trotzdem, einmal Abstand von Deiner häuslichen Situation könnte Dir die Möglichkeit geben, für Dich einiges gedanklich und kräftemäßiges auf die Reihe zu bringen.
    Bei mir wurde vor knapp 2 Jahren cP festgestellt, wenn ich anfangs noch dachte, "da werf ich mir eben ein paar Tabletten 'rein und das ist es dann, damit kann ich doch gut leben genauer gesagt genau so leben wie sonst" so hatte ich mich natürlich so ziemlich getäuscht. Trotz der Medikamente bin ich an meine Grenzen gestossen und war dadurch gezwungen, meine Erkrankung richtig wahrzunehmen, anzunehmen und versuchen, damit so gut wie möglich umzugehen. Ich wollte nicht, dass diese Krankheit mein Leben bestimmt und kämpfe immer noch darum. Aber - ich kämpfe allein. Wenn ich geglaubt habe, ich bekomme Unterstützung durch meine Familie (Mann und 4 Kinder, davon sind 2 bereits nicht mehr zuhaus), dann sah ich mich oft getäuscht. Natürlich helfen sie, wo es nur geht, Wäsche bügeln, schwere Sachen tragen etc., aber in den Bereichen, die für mich genauso wichtig sind, nämlich mal "nein" sagen zu können, um psychischen Stress zu mindern, zu lernen, ein neues "Ich" zu werden, da bekam und bekomme ich keine Hilfe sondern nur Unverständnis.
    Mir ist sehr schmerzhaft klargeworden, dass nur ich allein etwas für mich ändern kann und vor allem, dass es auch nicht ohne Verwirrung, Schmerz, Unverständnis bei meiner Familie passiert (da gerate ich phasenweise mächtig unter Druck).
    Nur Du selbst kannst Deine Situation verändern, Estelle, nur Du kannst dafür sorgen, dass Deine Wünsche wahrwerden. Nabel Dich von Deiner jetzigen Situation mal ein paar Wochen ab (s.o. Kur), damit Du durch den Abstand durchatmen und neue Kraft schöpfen kannst, für Dich und Veränderungen, ich wünsche Dir von ganzem Herzen, dass Du es schaffen wirst,
    JMCL

    PS. Hoffentlich hab ich Dich mit meinem Beitrag nicht heruntergezogen, ich hab ihn einfach so geschrieben, wie es mir in den Sinn kam , nachdem ich Deine Beiträge gelesen hatte
     
  19. Lexa

    Lexa Neues Mitglied

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    Hallöchen,
    ich bekomme meinen Alltag auch nur in den Griff,wenn ich meine Hausarbeiten über den Tag verteile und viele,viele Pausen mache.
    Ich war immer ein sehr aktiver Mensch,bin viel gelaufen und war immer unterwegs.Heute schafft mich schon ein Spaziergang von einer Stunde.Ein Stadtbummel wird für mich zur Qual.
    Das mit dem Gefühl zu versagen habe ich auch.Man weiss zwar das das unsinn ist,aber wenn man die anderen Menschen sieht,wie sie ihren Alltag mit arbeit und haushalt bewältigen,dann frustriert einen die eigene situation.

    Estelle,ich wünsche dir viel Kraft.Fühl dich mal gedrückt

    Grüße von lexa
     
  20. Estelle

    Estelle Neues Mitglied

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    Hallo

    Ihr seid immer so lieb, danke! [​IMG]

    Ich hab mittlerweile noch mehr über das Muskelrheuma gelesen und hier unter Fibro einen Abschnitt gefunden, der auf mich zutreffen könnte.
    http://www.rheuma-online.de/a-z/f/fibromyalgie.html

    Es könnte also bei mir eine psychosomatische Sache sein, denn meine Ma und auch mein kleiner grosser Neffe haben ähnliche Symptome, sobald meine Schwester durchdreht.

    Dass Muskelrheuma so genau abgeklärt werden kann, wusste ich nicht. Mein Arzt hat es dann wohl vermutet, war sich auch nicht sicher.

    Ich werd das jedoch im Moment nicht abklären lassen können, da ich hier zuhause immer da sein muss (ich darf nie krank sein!) und ausserdem zu wenig Geld habe, um die Grundgebühren (in der Schweiz Franchise) zu bezahlen. Ich arbeite ja nicht, also ist das Geld sehr knapp. Um noch mehr Geld zu sparen, hab ich die Jahresfranchise auf 1'500.- Fr. erhöht, ist einfach zu viel dieses Jahr. Ich geh nur im äussersten Notfall zum Arzt und zwischendurch mal ein allgemeiner Check. Und wenn ich das Geld hätte, würde ich zuerst zum Zahnarzt gehen, da wird überhaupt nichts von der Krankenkasse mitbezahlt.

    Ich umarme euch [​IMG]