1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen

Welche Aussage ist richtig?

Dieses Thema im Forum "Entzündliche rheumatische Erkrankungen" wurde erstellt von Nachtigall, 26. September 2012.

  1. Nachtigall

    Nachtigall Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    1. März 2012
    Beiträge:
    3.886
    Zustimmungen:
    17
    Ort:
    Bayern
    Hallo an alle!
    Ich habe seit ca. 10 Jahren Spondylarthritis mit peripherer Gelenkbeteiligung. Leider sind inzwischen schon teilweise meine Finger geschädigt (Schwanenhals usw.). Die Ergotherapeutin erklärte mir, dass durch die rheumatische Entzündung die Sehnen geschädigt werden, die sich dann spalten, und dann rutscht das Gelenk durch.
    Nun versuchte meine Physiotherapeutin (nicht die, die ich sonst habe, sondern die Chefin der Praxis, bei der ich nur ab und zu bin), mir zu erklären, dass diese Schädigungen nicht von der Entzündung kämen, man würde das nur immer meinen, sondern vom Kortison (ich nehme seit einigen Jahren 5 mg Prednisolon). Das Kortison verändert das Bindegewebe und macht es dünner, deshalb können die Sehnen leicht kaputt gehen.
    Also nicht die Entzündung sei für die Schädigung verantwortlich, sondern das Kortison.
    Meine Frage an Betroffene und an User, die vom Fach sind: Was stimmt denn da nun oder wie hat man das euch erklärt?
     
    #1 26. September 2012
    Zuletzt bearbeitet: 26. September 2012
  2. Frau Meier

    Frau Meier Guest

    Hallo Nachtigall,

    beide haben ein bisschen Recht: es ist schon so, dass Cortison die Bindegewebe etwas "brüchiger" macht; das ist auch einer der Gründe, warum unter Cortison die Blutgefäße verletzlicher sind und es leichter zu blauen Flecken kommt.
    Selbstverständlich sind dann auch Sehnen und Bänder nicht mehr so stabil, und wie du sicher weißt, ist ja auch die Muskulatur bei Langzeiteinnahme von Cortison und in Abhängigkeit von der Dosis abbaugefährdeter.

    Dennoch tut auch die Erkrankung das Gleiche, und die Deformitäten sind nicht primär Folge des Cortisons, sondern der entzündlichen (Mit-)Schädigung der Sehnen und sonstigen Bindegewebe (gilt u.a. auch für RA und Kollagenkrankheiten)
    Frag doch die zweite, schlaue Dame mal, wie sie sich Schwanenhals- oder Knopflochdeformitäten erklärt bei Menschen, die in ihrem Leben noch NIE Cortison bekommen haben - sie wird sich damit vermutlich etwas schwer tun ;)

    Liebe Grüße, Frau Meier
     
  3. Nachtigall

    Nachtigall Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    1. März 2012
    Beiträge:
    3.886
    Zustimmungen:
    17
    Ort:
    Bayern
    Hallo Frau Meier!
    Hab vorhin mit der Ergotherapeutin über diese Frage gesprochen, sie ist die Kollegin von der, die mir das damals erklärt hat.
    Sie meinte, das mit dem Kortison sei nur dahingehend richtig, dass es in höheren Dosierungen zu solchen Schäden kommt. Da ich aber nur 5 mg einnehme und weder Haut- noch Gefäßschäden und auch keine sonstigen Nebenwirkungen (außer der Gewichtszunahme) habe, hält sie das für ausgeschlossen. Sie kennt meine Rheumatologin persönlich und hält sie für umsichtig genug, darauf zu achten, dass das Kortison, das in meinem Fall bisher wichtig war, nicht zu solchen Schäden führt.

    Also wenn solche Schwanenhals-und Knopflochdeformitäten, so wie ich sie habe, auch bei Patienten ohne Kortisoneinnahme vorkommen, dann kann ich davon ausgehen, dass die Aussage, sowas würde nicht von der Entzündung kommen, falsch ist.

    Vielen Dank für die Auskunft! ;)
     
  4. Frau Meier

    Frau Meier Guest

    @Nachtigall



    Du kannst davon ausgehen :cool:
    Und 5 mg Cortison macht keine schweren degenerativen Veränderungen an Sehnen und Bändern - ich hatte mich auf höhere Dosen (ohne sie extra zu erwähnen) und längerfristige Einnahme bezogen ;)

    Gruß, Frau Meier