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Was wird aus der beruflichen Zukunft?

Dieses Thema im Forum "Entzündliche rheumatische Erkrankungen" wurde erstellt von Abendstern22, 24. August 2010.

  1. Abendstern22

    Abendstern22 Neues Mitglied

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    Hallo an euch alle,
    bin zur Zeit wieder sehr verzweifelt. Kaum komme ich aus dem Urlaub zurück, werde ich vom Arbeitgeber gefragt, ob es nicht sinnvoll sei, mit den Stunden herunterzugehen, da ja offensichtlich keine Besserung eintritt.Nur kann ich mir es finanziell überhaupt nicht leisten!
    Leider sind wir häufig schlecht im Betrieb besetzt und da kann ich den Arbeitgeber auch verstehen, dass er sich Gedanken macht. Immerhin bin ich eine Vollzeitkraft. Meine Arbeit mache ich weiterhin gut, dennoch quäle ich mich häufig regelrecht zur Arbeit. Wurde desöfteren krankgeschrieben, da ich schlimme Gelenkschmerzen hatte und immerhin unter einer Muskelschwäche leide. Hinzukommt, dass ich eine stehende Tätigkeit verrichte. Der Artz fragt sich langsam auch, wie es bei mir mit Reha aussieht, nur dann falle ich ja wieder wochenlang aus. Einen Schwerbehindertenantrag soll ich auch stellen. Was ist wenn mir dann auch noch gekündigt wird? Wer nimmt mich denn mit solch einer Erkrankung?Wurde euch gekündigt?Von was lebt ihr? Habt ihr eine Umschulung machen müssen? Wie geht man bei einem Rehaantrag vor?
    Bin ziemlich ratlos und ohnmächtig zur Zeit, da die Medikamente nicht greifen und ich tägllich Schmerzen und eine schlimme Muskelschwäche habe.
    Ich würde mich über eure Beiträge sehr freuen!
    Liebe Grüße,
    der Stern
     
  2. Aquarell

    Aquarell Sharpie

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    Hallo Abendstern,

    wichtig ist erstmal, daß du deine Krankheit in den Griff bekommst bzw. die Schmerzen loswirst oder sie zumindest erträglich werden.
    Natürlich ist Beruf/Geldverdienen wichtig aber du wirst auf Dauer nicht durchhalten, wenn du dich jetzt schon zur Arbeit schleppen mußt.
    Sprich mit deinem Chef, schildere ihm deine Situation, auch daß du in eine Reha gehen sollst und du dir dadurch auch eine Besserung deiner Gesundheitssituation erhoffst.
    Auf jeden Fall würde ich einen Gleichstellungsantrag (Schwerbehinderung) stellen. In dem Moment, wo du ihn stellst bist du schon mal einem Schwerbehinderten gleichgestellt und was am Ende für ein GdB rauskommt kannst du dann in Ruhe abwarten. (Im Internet kann man sich die Anträge auch runterladen)

    Den Rehaantrag müßte eigentlich dein Arzt stellen :confused: und bei dem Schwerbehindertenantrag wird er eh von der zuständigen Stelle angeschrieben.

    Mach dich erstmal nicht verrückt (umärmel) und nimm einen Schritt nach dem anderen. Stress ist nicht gut für unsere Krankheit!
    Wichtig ist erstmal, daß du Medis bekommst die dir helfen und du einen Antrag auf Schwerbehinderung / Gleichstellung stellst.
     
  3. Aquarell

    Aquarell Sharpie

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    ups ... hab vergessen zu fragen, ob ihr ein großer Betrieb seid und evt. eine Schwerbehindertenvertretung habt? Die würden dir dann beim Antragstellen helfen und auch mit evtl. Widersprüchen.
     
  4. luke

    luke HYLO-VFKQHJJHULVFK

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    hallo Abendstern22,

    ich kenne dieses problem. ich habe eine ausbildung zum industriemechaniker gemacht und in der berufschule fingen plötzlich die schmerzen an. ich habe bechterew und habe die ausbildung durchgezogen und später sogar noch als geselle gearbeitet. danach hat die firma leute entlassen und ich war dabei, aber die wußten von meiner erkrankung nichts, natürlich sah man mir an das ich mich nicht richtig bewegen konnte. habe dann umgeschult zum mathematisch technischen asisstenten und zusätzlich die fachhochschulreife gemacht. danach habe ich allgemeine informatik studiert und vor kurzem meine diplomarbeit abgegeben (ob ich bestehe steht noch in den sternen). ich sage immer ich bin die karriereleiter duch die erkrankung hochgefallen. wenn du die möglichkeit hast umzuschulen dann tu es.

    ich kann dir vielleicht nicht wirklich weiterhelfen aber ich kann dir sagen das sich immer eine neue perspektive eröffnet an die man nie gedacht hätte.

    ich wünsche dir auf jedenfall das du deinen weg findest mit dem du zufrieden und glücklich bist.

    liebe grüße

    luke
     
  5. petsie

    petsie Mitglied

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    Hallo Abendstern,

    bin in der gleichen Situation. Arbeite jedoch nur halbtags. Auch das wird für mich zum Problem. Nehme seit einem halben Jahr MTX und seit einem Jahr Cortison. Es tut sich jedoch nichts. Ich habe weiterhin alle paar Wochen Schübe. Wenn ich mich morgens für die Arbeit fertig mache, könnte ich vor der Abfahrt schon wieder ein 2.Mal duschen gehen.

    Ich habe kürzlich meinen 30%-igen GdB bekommen, hilft mir aber nicht wirklich weiter.

    Habe jetzt auch schon meine 2. AU in 8 Wochen.

    Stelle nach 6 Monaten einen Verschlimmerungsantrag.

    Du bist nicht allein.:)

    Du mußt auf jeden Fall aufpassen, daß Du nicht unter 20 Wochenstunden kommst, fall´s Du irgendwann eine Erwerbsminderungsrente beantragen willst.

    Ich würde Dir auch raten, es mal mit einer Reha zu versuchen.

    Lg
    petsie
     
  6. Aquarell

    Aquarell Sharpie

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    Ein GdB von 30% kann schon hilfreich sein!
     
  7. blauermatiz

    blauermatiz Neues Mitglied

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    Warum nicht unter 20 Stunden?:confused:
    Lg
     
  8. blauermatiz

    blauermatiz Neues Mitglied

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    @Abendstern:
    Den Rehaantrag habe ich selbst gestellt.
    Entweder Formulare aus dem Internet ausdrucken oder bei der Rentenversicherung anrufen. Hat bei mir immer geklappt.
     
  9. Kristina cux.

    Kristina cux. Küstenkind

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    Aber ein Arzt muss dort etwas ausfüllen beim Rehaantrag... Man kann sich ihn selbst ausdrucken, man kann ich auch von der Krankenkasse anfordern oder eben bei der Rentenversicherung.
     
  10. Estelle

    Estelle Neues Mitglied

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    Klingt nach meinen Problemen ...

    In der Schweiz ist es nochmal schwieriger.
     
  11. Abendstern22

    Abendstern22 Neues Mitglied

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    Hey Leute!
    Vielen Dank für eure Antworten, das allein hat mir schon geholfen.
    Nächste Woche hab ich wieder einen Rheumatologentermin, endlich wieder nach 13 Wochen. Ich erhoffe mir durch den Termin viele aufgekommene Fragen zu klären. Leider hab ich bisher keine große Besserung durch das Medikament verspürt, eher eine Verschlechterung, da jetzt auch zwischenzeitlich die Gelenke weh tun. Auf der Arbeit kann ich mich nur schwer konzentrieren. Zum Glück bewältige ich die Arbeit weiterhin zur Zufriedenheit meiner Chefin, aber wenn der Tag "überstanden" ist, fall ich eigentlich todmüde ins Bett und schlafe bis am nächsten Tag wieder der Wecker klingelt. Und wenn man eben eine Vollzeitkraft ist, so wie ich, hat man leider nur einen halben Tag frei, der Zeitraum wird aber gleich wieder genutzt um zum nächsten Arzt zu rennen.
    Gestern war ich beim Hautarzt, habe wieder ein erneutes Cortison gegen meinen fürchterlichen Haarausfall bekommen.
    Bestehe zur Zeit nur aus Cortison und Schmerzmittel, eigentlich so wie ihr auch alle.
    Dennoch ist es toll zu wissen, dass ich nicht allein bin!
    Trotzdem zieht es mich runter, am Wochenende nicht mehr großartig bis in die Nacht hinein feiern zu können, schließlich bin ich ein junger Mensch. Häufig müssen meine Freunde ohne mich los, das frustriert.
    @ Aquarell: Nein, wir sind leider ein ganz kleiner Betrieb mit nur 7 Leuten.
     
  12. Waldmensch

    Waldmensch Sozialkämpfer

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    Oh Mann, da fühle ich mich nicht mehr so allein. Auch wenn es für andere keinen Trost gibt. Selbst bin ich seit 10/2009 krank und habe mich bis 01/2010 hingequält. Seit dem bin ich nun krank. Und wenn ich dann noch sehe wie die Herren und Frauen Doktoren sich schwer tun, einem zu helfen das man wenigstens einigermaßen fit ist ... Auch die Terminvergaben da 3 Wochen und dann hier 6 Wochen und die Zeit rinnt einem weg. Warum ist es nicht möglich auch eine klinische Diagnostik voranzutreiben? Ne da legen sie lieber die nette Omi "zur Beobachtung" ins Bettchen. Da hat man ja auch nicht die Verantwortung dafür, als wenn man eine Diagnose stellt.
    Ich muss nun auch mal sehen wie es bei mir weiter geht. Gesundheitlich bin ich aber immer noch nicht fähig etwas zu leisten. Das macht mich kirre im Kopf und massiv depri!
    Nun ich muss es eben nehmen wie es kommt. Und eventuell mal mein Zitat vom "... einen Schritt zurück ..." mir mehr zu Herzen nehmen!

    LG
    Waldmensch
     
  13. enya

    enya Mitglied

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    Hallo Abendstern,
    hast du schon mal an eine Erwerbsminderungsrente gedacht? Oder geht es dir nach der Meinung des Staates nicht schlecht genug, dass du durch das soziale Netz fällst? So ist es bei mir: "Gdb 30%, laut Blutergebnisse nicht so dramatisch und Schmerzen seien psychisch bedingt - also kann die Frau noch Vollzeit arbeiten." Da mein Mann mich unterstützt, kann ich es mir leisten, nach meiner Krankheitsphase (leichter Burnout) nur noch teilzeit zu arbeiten, ein Glück.
    Aber ich fühle mit dir und kann mir deine Verzweiflung gut vorstellen. Spreche die Erwerbsminderungsrente mal bei deinem Rheuma-Doc an oder hole dir Hilfe beim Amt (Integrationsamt, Amt für Familie, Jugend und Soziales, Rentenversicherung,Behindertenbeauftragte der Stadt,...)

    Liebe Grüße
    Enrike
     
  14. blauermatiz

    blauermatiz Neues Mitglied

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    Nö, wo denn?:confused:

    Ich hab immer das Formular G100 und G110 ausgefüllt und abgeschickt.
    2mal innerhalb von 2 Jahren und ohne Probleme bekommen.
     
  15. Estelle

    Estelle Neues Mitglied

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    In der Schweiz gibt es verschiedene Formulare. Wenn jemand Hilfsmittel beantragt, dann braucht es die Unterschrift des Arztes. Bei der Anmeldung müssen die behandelnden Ärzte angegeben werden ohne deren Unterschrift, die werden dann kontaktiert durch die Behörden.
     
  16. blauermatiz

    blauermatiz Neues Mitglied

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    Wie es in der Schweiz ist weiss ich nicht.
    Aber in Deutschland funktioniert es so wie ich es geschrieben hatte.
    Natürlich musste ich auch meine Ärzte angeben, aber das ist doch kein Problem, oder?
     
  17. Estelle

    Estelle Neues Mitglied

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    Ich sehe das Problem auch nicht wirklich. Heute muss alles belegt werden, eigentlich logisch.

    In der Schweiz gehen übrigens neuerdings Fibromyalgie-Patienten komplett leer aus und werden dann schlimmstenfalls zu Sozialfällen, wenn die Ärzte nicht durch eine genauere Abklärung zu einer anderen Diagnose kommen.
     
  18. Abendstern22

    Abendstern22 Neues Mitglied

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    Hey Leute,
    eure Antworten helfen mir echt weiter. Ich find es so toll, dass es dieses Forum gibt! Ich weiß, ich bin nicht allein und bekomme von euch viele, hilfreiche Informationen.
    Was ich ziemlich traurig finde, ist, dass man nur einmal im Quartal einen Arzttermin beim Rheumatologen bekommt und am Telefon überhaupt nicht mal richtig von der Sprechstundenhilfe für vollgenommen wird! Man soll doch bitte warten und Geduld haben, die Medikmante (Bei mir MTX) müssten doch erstmal zur vollen Wirkung kommen, als 12 Wochen Wirkzeit absolut akzeptabel. Haha? Ich muss 40 Stunden pro Wochen arbeiten? Habe eine Muskelschwäche und nun fangen auch an die Gelenke zu schmerzen? Bekomme ich jetzt noch was anderes dazu? Zudem hauen die Medikamente wohl alle ganz schön stark auf die Leber. Ich bin momentan ziemlich verunsichert- was soll ich eigentlich noch beim Arzt? Nur um dort aufzukreuzen um mich krankschreiben zu lassen, wenn es nicht mehr geht? Standard sind doch eh diclo, cortison und MTX. Also was solls? Jetzt hab ich auch noch eine schlimme Erkältung dazubekommen, was soll ich denn noch alles an Medikamenten schlucken? Von meinen Haaren aber ich nur noch 1/3! Und ich denke, das MTX wird es verursachen.
    Es zieht sich einfach alles so dermaßen hin, um alles muss man sich selbstkümmern. Wenn man keine Zähne zeigt und richtig um einen Termin kämpft (nicht bettelt), dann hat man doch schon verloren oder? Und so ne Depression bekommt man auch eben nebenbei ganz schnell, ungewöhnlich wenn auch nicht! Zur Zeit bin ich einfach nur sauer, wie mit uns häufig umgegangen wird. Die sollen sich einfach mal alle in unserer Situation befinden.
    Dennoch herzlichen Dank für eure vielen Antworten, ich freue mich sehr darüber, mit euch zu schreiben. Wenn ich dieses Forum nicht entdeckt hätte, wäre ich wahrscheinlich noch sehr ahnungslos. Gut ist, wenn man sich überall informiert.
     
  19. PuhBär

    PuhBär flauschig und gelb :)

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    --> vllh versteh ich ja jetzt wieder was falsches... also ich darf mehr als ein Mal im Quartal zum Rheumatologen.... :eek:

    Ist das jetzt eine Ausnahme weil wir noch die ganzen Tests machen? oder habe ich so viel Glück mit dem Arzt :eek:
     
  20. Mitchel

    Mitchel Neues Mitglied

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    Wenn deine Diagnose steht Puhbär beschränken sich die Besuche beim Rheumatologen eigentlich auf das Quartal.

    Der Rheumatologe arbeitet in der Regel eng mit dem HA zusammen um dich komplett gut zu betreuen.