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Was stimmt denn nicht mit mir? Hashimoto, aber was noch…?

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von LOU.Ellie, 13. März 2015.

  1. LOU.Ellie

    LOU.Ellie Neues Mitglied

    Registriert seit:
    13. März 2015
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    Hallo,

    ich weiß gerade echt nicht mehr weiter und muss mir das gerade einfach von der Seele schreiben. Vielleicht hat ja jemand von euch einen Rat für mich.

    Ich bin weiblich und 24 Jahre alt, seit 12 Jahren Vegetarierin (nicht Veganerin), nehme die Pille Maxim. Eisen und Vitamin B 12 - Werte waren bisher immer ok. Vor etwa 5 Jahren ging ich zu einer Ärztin, weil ich u.a. immer unter starker Müdigkeit und Erschöpfung litt. Seit ich denken kann, habe ich außerdem Kopfschmerzen. Vor einigen Jahren waren diese über lange Zeit regelmäßig so stark, dass ich mich über Stunden immer wieder übergeben musste. Damals wurde ein CT gemacht, war ohne Befund. Noch ohne die Blutergebnisse abzuwarten, quetschte mich besagte Ärztin über meine Familie aus, wollte mir einreden, es wäre seltsam und definitiv ein Zeichen dafür, dass bei uns etwas nicht stimmt, dass ich Einzelkind geblieben bin und redete mir ein, ich würde unter Depressionen leiden und meine Symptome wären eingebildet. Es sei außerdem gar nicht klug gewesen, gleich mit meinem Freund zusammen zu ziehen und das hätte ich nur getan, weil ich wegen meiner Depression nicht alleine sein kann! Ein mehr als unangenehmes Gespräch. Seitdem ist mein Vertrauen gegenüber Ärzten sehr beschränkt. Wenige Tage nach dem Gespräch ergaben die Ergebnisse eine Schilddrüsenunterfunktion und ich begann mit der Einnahme von L-Thyrox 50. Damit war die Sache für die Ärztin dann auch gegessen. Meine anschließenden Einwände, dass meine Beschwerden nach vielen Wochen aber kaum besser geworden sind, schmetterte sie wieder mit ihrem Depressions-Gelaber ab.

    Es kamen Beschwerden wie ständiges Krankheitsgefühl und Gliederschmerzen hinzu.
    Daraufhin habe ich den Arzt gewechselt. Der neue Arzt wollte mir auch nicht groß helfen und meinte nur, es könne sich dabei um einen chronischen Verlauf des Eppstein-Barr-Virus handeln, das sei aber schwer nachzuweisen, da fast jeder Mensch das Virus ohnehin in sich trägt, und man müsse eben damit leben und auf Besserung warten.
    Ich wechselte erneut den Arzt, dieses Mal fand ich einen Internisten, mit dem ich soweit auch zufrieden war. Er nahm sich Zeit, ließ Antikörper bestimmen (leicht erhöht) und schallte die Schilddrüse und stellte die Diagnose Hashimoto Thyreoiditis. Er empfohl mir, die Dosis auf 75 zu erhöhen, womit es mir auch etwas besser ging. Wirklich gesund fühlte ich mich aber eher selten. Die Schilddrüse verschlechterte sich innerhalb des Jahres der ersten Feststellung einer Unterfunktion stark, sodass ich auf 100 hochgehen musste. Nachdem ich vor einigen Monaten umgezogen bin, musste ich leider auch den Hausarzt wechseln.
    Mein TSH war Mitte 2013 noch 0.3, Mitte 2014 dann 0.8 und liegt jetzt gerade laut Testergebnis beim neuen Arzt bei 1.3, hat sich also weiter verschlechtert.

    Grds. habe ich seit Jahren regelmäßig folgende Beschwerden und ich will nicht so recht glauben, dass das nur von der Schilddrüse bzw. sogar von der Psyche kommen soll:

    Extreme Müdigkeit, totale Erschöpfung
    Niedriger Blutdruck zwischen 80 u. 100.
    Furchtbarer Kreislauf, ständig Schüttelfrost und oft unangenehmes Gefühl bei Berührung von kühlen Gegenständen, wie bei Grippe
    Kreuz-, Nacken- und Schulterverspannungen (Knubbel hinten unter der rechten Schulter, knackt/ploppt auch beim Schulterhochziehen)
    Trockene Schleimhäute (Mund, Nase auch mit blutenden Wunden innen, Augen)
    oft Aphten im Mund
    ständig geschwollene Halslymphknoten
    Herzstolpern bei Stress
    Galaktorrhoe (Prolaktinwert vor einigen Jahren war aber wohl normal)
    "Nebelgefühl" im Kopf
    ständiges Krankheits- und allgemeines Entzündungsgefühl (zB. als wär mein Gehirn irgendwie "heiß" oder "zu groß" für den Kopf)
    "Ploppen" im rechten Knie beim Gehen
    manchmal Brennen unter der Haut, v.a. unterer Rücken
    hin und wieder Restless Legs
    bei Stress rote Flecken auf der Brust (hab ich mich nie drüber gewundert, hat der Arzt letztens aber angesprochen)
    fast jeden Morgen beim Aufwachen extremer Durst, Halsweh, unangenehmes Wärmegefühl
    Angst, Nervosität
    Depressive Verstimmung

    Relativ neu oder in letzter Zeit vermehrt habe ich folgende Beschwerden, weswegen ich erneut einen Arzt aufgesucht habe:

    Krampf bei Belastung des Muskels (vor allem im Nacken-/Schulterbereich und den Waden)
    Gelenkschmerzen (aber eher ohne Morgensteifheit)
    Hände ertragen keine Kälte, dh. wenn ich versuche Salat zu waschen, fühlt sich das an, als wäre mir ein Bus über die Finger gefahren, es tut irre weh innen in den Gelenken! Die Farbe verändert sich dabei nicht großartig, Raynaud halte ich deshalb für unwahrscheinlich

    Ich habe dem neuen Arzt die neu hinzugekommenen Beschwerden, sowie die ständig geschwollenen Lymphknoten, Müdigkeit und Kreislaufbeschwerden geschildert. Mehr wollte ich nicht sagen, weil ich nicht wegen so vieler unterschiedlicher Symptome wieder auf die Psychoschiene abgeschoben werden wollte. :( Es wurde ein großes Blutbild gemacht, der Rheumafaktor steht leider noch aus und ist wohl Anfang nächster Woche da, sonst soll wohl alles in Ordnung sein (außer, dass der TSH MEINER Meinung nach zu hoch ist).
    Ich muss dazu sagen, dass mein Vater auch schon in jungen Jahren mit "Rheuma" zu tun hatte, allerdings meinten meine Eltern, dass nie wirklich eine konkrete Diagnose wie zB. Athritis festgestellt wurde, sondern damals halt alles Mögliche als "Rheuma" bezeichnet wurde, solange einem ständig alles weh tat und die Sache damit dann auch gegessen war.
    Ich weiß nicht, was ich tun soll, ich hoffe schon fast, dass der Faktor erhöht ist, damit ich endlich ernst genommen werde. Schlecht geht es mir ja so oder so. Ich fühle mich jeden morgen wenn ich aufwache total krank und würde am liebsten gar nicht aufstehen. Letztens hatte ich auf einem Konzert auch einen schweren Kreislaufzusammenbruch mit mehrmaligem Erbrechen im Anschluss. Meine Beine sind einfach taub geworden und mir war so schlecht wie fast noch nie in meinem Leben. Vielleicht lag es nur an der sehr schlechten Luft und daran, dass ich wirklich VIEL zu wenig getrunken hatte, aber eventuell gibt es ja auch einen Zusammenhang. Ich habe mittlerweile jedenfalls einfach große Angst, dass irgendwas Schlimmes übersehen wird, weil es keiner für nötig hält, sich Mühe bzgl. der Diagnostik zu geben. Habe schon Angst vor Lupus erythematodes o.ä.!

    Mit den Schmerzen könnte ich wirklich noch am ehesten leben. Gerade diese Konzentrationsschwierigkeiten, der "Hirnnebel" und die Müdigkeit machen mir das Leben sehr schwer. Ich möchte eigentlich in einem knappen Jahr mein Examen schreiben, kann aber überhaupt nicht lernen dadurch. Dabei müsste ich mich da jetzt schon jeden Tag viele Stunden reinhängen. Überlege jetzt schon 4 Jahre Studium wegzuwerfen und eine "einfache" Lehre zu beginnen, weil ich mir langsam selber einrede, dass es mir nur aufgrund von psychisch bedingtem Stress so schlecht geht, weil mir die Ärzte das eingeredet haben. Gerade an Tagen, wo es mir ausnahmsweise besser geht denke ich mir "du kannst nicht wirklich krank sein, du bist nur bescheuert und total faul, die Ärzte hatten Recht". Insbesondere während ich anstrengenden Sport mache (zB. Joggen) geht es mir vergleichsweise gut, sofern die Schmerzen durch die Verspannungen im Rücken gerade nicht zu extrem sind und in den Kopf ausstrahlen. Allerdings kann ich mich dazu zB. im Moment gar nicht erst aufraffen.

    Was sagt ihr? Mach ich mir zu viele Sorgen und sollte mich einfach versuchen zu entspannen? Evtl. einfach nochmal die Thyroxin-Dosis erhöhen? Oder sollte ich da unbedingt dran bleiben und auf weitere Untersuchungen von Experten behaaren? Klingt das für euch nach einer rheumatischen Erkrankung?
     
  2. Frau Meier

    Frau Meier Guest

    @LOU.Ellie

    Erst einmal willkommen bei r-o.
    Ich kann definitiv nichts zu Deinen Beschwerden sagen, weil das jemand vor Ort im Gespräch mit Dir und nach gründlicher Untersuchung beurteilen muss. Ebenso definitiv abraten würde ich davon,

    "nicht mehr zu sagen", um nicht auf eine Ebene geschoben zu werden - so wird ganz sicher kein ordentlicher Schuh draus.

    Eine Frage hätte ich aber noch:

    Du schilderst Folgendes:
    Was wurde denn danach unternommen?

    Ganz allgemein möchte ich Dich ermuntern, nicht zuviel selbst zu deuten - das ist Aufgabe der Ärzte, die Dich hoffentlich sehen.
    Vielleicht muss mal einer das ganze Geschehen aufarbeiten und in die Hand nehmen, um ein solides Ergebnis zu erhalten. Dazu ist Deine Mitarbeit wichtig und hilfreich ;)

    Gruß, Frau Meier
     
    #2 13. März 2015
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 13. März 2015
  3. Julia123

    Julia123 rheumatic pixie

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    Hallo,
    erst einmal herzlich willkommen hier bei R-o.
    Viele deiner Beschwerden lassen sich tatsaechlich mit Hashimoto in Verbindung bringen.

    Wenn Vieles auf Depressionen hinweist, muss das nicht ein Abschieben auf die Psychoschine bedeuten, sondern es kann auch wirklich der Schluessel zu deinen Beschwerden sein, denn Depressionen sind auch eine ernstzunehmende Erkrankung, die nicht nur irgendwelcher Psychogespraeche, sondern unter Umstaenden einer medikamentoesen Behandlung bedarf. Vielleicht waere es ja einmal moeglich, dich in einer Klinik komplett durchzuchecken und wenn da alles im gruenen Bereich ist, danach einen Facharzt fuer Psychiatrie und Psychotherapie aufzusuchen.

    Gute Besserung!

    Julia123
     
  4. LOU.Ellie

    LOU.Ellie Neues Mitglied

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    Hallo,

    danke für eure Antworten. Ich melde mich jetzt erst zurück, weil ich erst die Ergebnisse abwarten wollte.
    Also: Antikörper auf rheumatische Erkrankungen sind wohl alle negativ, das ist schonmal gut. Schilddrüsenwert hat sich in den letzten zwei Jahren von 0,2 auf 1,3 verschlechtert. Habe nun die Dosis erhöht, freie Schilddrüsenhormone sind jetzt auch gut. Frieren ist etwas besser geworden. Restliche Bescbwerde sind noch da. Ferretinwert ist angeblich i.O., lasse mir die Woche die Ergebnisse noch aushändigen. Holo-TC und Vitamin D stehen noch aus. Meine Symptome, insbesondere Schwäche, Gelenk- und Muskelschmerzen werden immer schlimmer. Ich wache Nachts ständig auf, weil mein Nacken oder Arm-/Beinmuskeln so weh tun, oder mir der kleine Finger völlig taub wird. Bin gestern mit meinem Freund zum See gegangen, habe den Weg dorthin kaum geschafft und beim Sitzen dort tat mir alles weh und ich wäre am Liebsten wieder Zuhause im Bett gewesen. Unfassbar frustrierend, ich kann seit Wochen NICHTS von all den Dingen mehr tun, die mir immer so viel Spaß gemacht haben. Ganz abgesehn davon, dass ich auch meine Pflichten so kaum bewältigen kann.

    Heute ist mir spontan was "Interessantes" wieder eingefallen; Vor etwa 6 Monaten hatte ich einen echt üblen Stich am Fuß. Meine (wie ich mittlerweile aus verschiedensten Gründen weiß, total unfähige) damalige Hausärztin und auch der angestellte Arzt der Praxis vermuteten sofort Borreliose. Der einfache Test war aber negativ und somit war die Sache gegessen. Das Problem ist nur, dass dieser Test (wie ich erst jetzt weiß) extrem unsicher ist. Als sicheres Indiz gilt vor Allem die Wanderröte. Ob ich eine solche nun hatte, oder nur eine extreme Überreaktion? Wer weiß. Ich präsentiere: IMG_7444.jpg


    Evtl. kennt sich ja jemand damit aus. Nur drei Dinge sprechen spontan eher dagegen:
    1. Es war ne Mücke, keine Zecke (können auch Borreliose übertragen, kommt aber seltener vor)
    2. Es hat gejuckt wie Hölle und vor der Verfärbung hatte sich eine kleine Nesselsucht gebildet. Wanderröte selber juckt wohl nicht und die Nesseln sprechen ja auch eher für eine Überreaktion auf den Mückenstich. Kann aber natürlich beides gleichzeitig gewesen sein.
    3. Wie gesagt, der Test war negativ, ist aber auch alles andere als sicher.

    Die Symptome einer chronischen Borreliose / Neuroborelliose die oft Monate nach einem solchen Stich auftritt würden absolut passen. :(


    Weiterhin hab ich im Moment wieder jeden Morgen einen zähen gelben Schleimstrang den Rachen runterhängen, der beim Schlucken stört und sich nur mit viel Mühe und Fummelei entfernen lässt. Hatte ich schon öfter mal Episodenweise, ist aber gerade ziemlich extrem. Über Nachmittag bilden sich seit wenigen Tagen auch einzelne weiße Fäden im Hals. Reaktion des Arztes: "Schlimm". Wird wohl ne Nebenhöhlensache sein ("Post-Nasal Drip-Syndrom"), hab Amoxicillin bekommen. Woher das kommt, keine Ahnung. Scheint aber ja was Chronisches zu sein. Hals ist wohl auch etwas beteiligt, unter dem Schleim sind oft winzige Blutungen zu finden. Halsschmerzen oder Schnupfen habe ich absurder Weise nicht.

    Vll habt ihr ja noch den ein oder anderen Tipp für mich.