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Was genau bedeutet Rheumafaktor eigentlich ???

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von bibi, 8. August 2004.

  1. bibi

    bibi Neues Mitglied

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    Hallo ihr Lieben alle,

    ich habe mal eine Frage, die dem einen oder anderen vielleicht komisch vorkommt. Wie genau ist das mit dem Rheumafaktor:

    Einie von Euch erwähnen, dass Sie gar keinen Rheumafaktor im Blut haben andere, dass sie einen recht hohen haben.

    Bei mir ist es so: als ich mit meiner Geschicht anfing war mein Rheumafaktor 6,3 (bis 10 gilt er als Normal in der Skala die das Labor meiner Ärztin verwendet). Alle 4 - 5 Monate hat sie ihn wieder mitkontrolliert und er wurde immer etwas höher 7,1, 8,4 und jetzt vor 4 Wochen als ich das Gefühl hatte, dass ich wieder in einem Schub stecke war er bei 11,3, also leicht über Normal. Wie ist das bei Euch so gelaufen ?

    Ich freue mich sehr über Eure Erfahrungen

    Gruß bibi
     
  2. Jula

    Jula Der Solling ist groß

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    Hallo Bibi,

    bin mit dem Rheumafaktor auch leicht irritiert.Bei mir ist der mal positiv und mal negativ.Werte weiß ich jetzt nicht.Aber mir wurde gesagt,das das mit der Entzündungsaktivität zu tun hat.Kann ich aber eigentlich nicht so wirklich nach vollziehen,da ich grade einen elenden Schub hatte und der Faktor wieder negativ war.Vielleicht kennt sich wer aus?
    Gruß Jula
     
  3. merre

    merre Aktives Mitglied

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    Rheumafaktor

    Ja also das ist so:
    eigentlich ein Eiweißstoff im Blut; hilft bei der Klassifizierung von Rheuma, ist aber sehr unspezifisch, weil ......ach ich ich setz doch mal die medizinische Erklärung rein:
    für rheumatische Krankheiten nicht spezifisches Antigammaglobulin (IgM, IgG), das mit alteriertem (z.B. durch Bindung an Erythrozyten oder Latexpartikel) Gammaglobulin reagiert. Nachweis im Hämagglutinationstest oder Latextest (Titrations- oder Tropfentests, auch Immunfluoreszenztest u. ELISA für wissenschaftliche Zwecke). Ungefähre Häufigkeiten: bei chronischer Polyarthritis (rheumatoider Arthritis) 75% (in Frühfällen < 50%), Lupus erythematodes 30%, progressiver systemischer Sklerose 30%, Poly-/Dermatomyositis 30%, Panarteriitis nodosa 40%, Mischkonnektivitis (Sharp-Syndrom) 60%, Wegener-Granulomatose 50%, Sjögren-Syndrom 90%, eosinophiler Fasciitis 10%. Häufiger Nachweis auch bei Leberzirrhose, Pneumokoniosen, Sarkoidose, Lues, Tuberkulose, Lepra, Endocarditis lenta. Bei Gesunden 4–6%, in höherem Alter 10%.

    ....soll heißen, man nimmt den Rheumafaktor um einen bestehenden Verdacht auf eine rheumatische Erkrankung zu erhärten, nicht um eine solche Erkrankung auszuschließen !!! da wie oben gesagt in Frühfällen nur 50 % diesen Faktor haben.
    Grundsätzlich geht man einem solchen Verdacht nach und untersucht auf diesen Faktor, wenn die rheumatypischen Schmerzen länger als 12 Wochen anhalten.
    Oder man findet diesen Faktor nebenbefundlich (bei einer Blutuntersuchung) und geht dann einem Verdacht nach, was nicht heißen muß, das dann auch Rheuma vorliegt.
    Ja schwierig für den Arzt....aber wenn wirs packen...?
    Gruß "merre"
     
  4. Jula

    Jula Der Solling ist groß

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    Hallo Merre,

    so ungefähr habe ich das mit dem Rheumafaktor ja kapiert,aber mir ist immernoch unklar,ob der mal da ist oder mal nicht.Zu Anfang sagte mir meine Rheumatologin,Rheumafaktor muß da sein,habe jetzt den Rheumatologen gewechselt,da bei meinem alten es ne Katastrophe war,überhaupt einen Termin zu bekommen und der sagte nun,der RF kann mal so und mal so sein.
    Gruß Jula
     
  5. merre

    merre Aktives Mitglied

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    Rheumafaktor

    ..ja zu dieser spezifischen Frage und auch auf die Gefahr, daß ich mich in Medizinerkreisen unbeliebt mache, .....der Rheumafaktor ist für die Diagnose Rheuma unbedeutend ! Er hat zwar heute noch eine gewisse Berechtigung für die Klassifikation rheumatischer Erkrankungen, für die Diagnosestellung ist er jedoch nicht geeignet. Ebenso besagt er nichts über die Ursache oder Entstehung rheumatischer Erkrankungen.
    Man sollte nur in Bezug einer chronsichen Polyarthritis überhaupt von einem Rheumafaktor sprechen.
    Allein schon der Begriff ist nicht sehr "glücklich gewählt".
    Rheumafaktorbefund ist daher nur in Zusammenschau mit anderen Befunden und den Beschwerden des Patienten deutbar. Ein erhöhter Rheumafaktor als einzig auffälliger Befund ist ohne Bedeutung. Andererseits schließt ein negativer (= normaler) Rheumafaktorbefund Rheuma keineswegs aus.
    Zur Ehrenrettung des Rheumafaktors muss aber auch gesagt werden, dass manche von den Beschwerden her Rheuma-ähnliche Erkrankungen mit einem positiven Rheumafaktorbefund unwahrscheinlich werden.

    Naja also was soll man sagen, falls es eine cP ist hat der Rheumafaktor die Bedeutung daß es bei Postitivität seropositive cP und bei Negativität seronegative cP ist . Allerdings könnte man bei einer Positivität auch eine Endokarditis lenta haben.........

    Ich will Dich aber nicht verwirren, Dein neuer Rheumadoc hat recht.

    Gruß "merre"
     
  6. cpeter

    cpeter Guest

    @Merre: Gut gesagt.

    Peter
     
  7. suse12998

    suse12998 Neues Mitglied

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    hallöchen meere

    Allerdings könnte man bei einer Positivität auch eine Endokarditis lenta haben.........

    was is das nun wieder???
    und warum ist der RF mal po. und mal neg. ???

    mein sohn hat Cp und der RF ist leider positiv, mir wurde gesagt das dies ein zeichen für einen später schwererin verlauf sein kann, aber nicht muß???

    lieben gruß
    suse12998
     
  8. merre

    merre Aktives Mitglied

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    Rheumafaktor

    Hi Suse
    Das mit der Endokarditis war nur ein Besispiel, ist eine entzündliche Herzerkrankung , kann z.B. nach einem Rheumatischem Fieber auftreten.
    Bei einer cP und Positivität des Rheumafaktors spricht man von einer seropositiven chronischen Polyarthritis .
    Früher wurde bei dieser Positivität tatsächlich von einem möglichen schwereren Verlauf gesprochen, was man aber jetzt anders sieht. Klinisch verlaufen beide Formen in der Schwere sehr ähnlich, muß demnach nicht "schlimmer sein"..
    Der Rheumafaktor unterstützt also nur die Frage nach einer cP, ohne Aussagen zum Krankheitsverlauf zu begründen. Die angesprochene Befürchtung ist also zumindest vom Rheumafaktor ausgehend nicht gegeben.
    Man unterscheidet von der Schwere der Erkrankung 4 radiologische Stadien.
    Wobei zu Beginn und mit ansprechender Behandlung von einer in diesem Stadium vollständigen funktionellen Kapazität ausgehen kann.
    Also ist eine rechtzeitige Diagnose und ein schneller Therapiebeginn wichtig.
    Diese Behandlung richtet sich nach der Krankheitsintensität/Diagnose.
    Bei der polyartikulären oder oliartikulären cP wird im Gegensatz zur systemischen cP und zu der syndromatischen cP unterschiedlich behandelt.
    ...achja.... polyartikulär sagt man 5 Gelenke sind betroffen/oder mehrere und WS und ISG möglich........oliartikulär sind meist Knie oder Sprungegelenk......... systemische wären Sonderformen z.B. mit Lympfknotenschwellungen.........und syndromatisch wären ein Sjrögen oder Kaplansyndrom.
    Allerdings hat man es meist nur mit "normaler cP" zu tun.
    Hoffentlich verwirre ich Dich nicht zusehr, sonst müssen wir halt mal reden.
    Gruß "merre"
     
  9. cpeter

    cpeter Guest

    @Bibi

    Lass doch mal den CCP-Antikörpertiter bestimmen. Das ist ein neuer Antikörper bei CP. Ist nicht das gleiche, wie CRP.

    http://rheuma-online.de/news/204.html

    Bei den News gibt es auch noch andere Artikel zu CCP.

    Peter
     
  10. suse12998

    suse12998 Neues Mitglied

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    ok

    danke merre

    hier noch einmal die genaue diag von meinem sohn...
    Juv. idiop.Arthritis polyarthr. RF.pos(M08.0) IgA-Mangel

    lieben gruß
    suse12998
     
  11. Sarah2

    Sarah2 Neues Mitglied

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    Hallo Suse,

    mich würde mal interessieren, wie sich bei deinem Sohn das Rkheuma bemerkbar macht. Wie alt ist dein Sohn?
    Mein Sohn ist 14 und hat seit seinem 9ten Lebensjahr Rheumabeschwerden. Der Schwerpunkt liegt in den Händen ( Fingern ) und in den Füssen. Er hatte auch des öfteren einen " steifen Hals".
    Wir gehen Ende August zur MHH, mal sehen was dort so heraus kommt. Gibt es Ähnlichkeiten mit deinem Sohn?
    Gruß
    Sarah2
     
  12. merre

    merre Aktives Mitglied

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    Diagnose

    Hi Suse
    ja das heißt:
    juvenil von lat.: iuvenilis = jugendlich; Arthritis von griech.: arthron = Gelenk, itis = Entzündung) ist ein Sammelbegriff für chronisch-entzündliche Gelenkerkrankungen.
    Bei der Polyarthritische Form der juvenilen Arthritis ( poly von griech.: viele), ist die Anzahl der betroffenen Gelenke höher und es sind vorzugsweise kleinere Gelenke entzündet.
    IgA - Mangel heißt....Immunglobulin-A-Mangel , dieser ist die häufigste genetisch bedingte Immunschwäche. Hier kann es zu (ich laß mal die medizinischen Begriffe weg) Erkrankungen im Atemtrakt oder auch im Magen- Darmtrakt kommen.
    Die Abkürzung "idoop." würde ich als "idoopatisch" annehmen, was soviel wie ursprünglich heißt.
    Demnach geht der Arzt von einer ursprünglichen Arthritis aus, die sich jetzt als Juveline Arthritis mit Beteiligung mehrerer Gelenke darstellt.

    Ich wünsche deinem Sohn gute Besserung "merre"
     
  13. suse12998

    suse12998 Neues Mitglied

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    und nochmal DANKE :)

    @merre es ist toll so jemanden im chat zu haben:)

    @Sarah2 wie hat es angefangen... ja, er hatte ständig etwas, sein fuß schmerzte zum dock...salbe und gut das war der anfang sein knie schmerzte zum dock salbe und gut, sein rücken schmerzte krankengymnastig dann bekamm er schmerzen im den fingern, sie waren geschwollen zum dock der meinte kälteallergie, dann fing es an das er dicke blaue schwellungen am daumen und am knöchel bekamm am nächsten tag hatte mein sohn solche schmerzen in der hüfte das er nichtz mer konnte, ich habe mein kind nie so schmerzverzehrt gesehen... ab in die uni- und dann die diag... viele tränen... und nun ein leben mit medis...

    ich drücke euch die daumen das bei euch alles ok ist
    lieben gruß suse12998
     
  14. suse12998

    suse12998 Neues Mitglied

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    vergessen

    sorry vergessen :) mein sohn ist 16J.
    gruß suse12998
     
  15. Jula

    Jula Der Solling ist groß

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    Hallo Merre,

    ist das denn eigentlich auf alle Rheumaarten bezogen?Ich habe ja keine cp sondern MB und nun bin ich doch etwas überfordert.Allerdings habe ich seit einigen Tagen mal wieder nen neuen Rheumaknoten,diesmal an der rechten Hand am unteren Zeigefinger.Hat das damit auch zu tun?Ist eigentlich traurig,das man sich seine Infos so beschaffen muß,nur weil die Ärzte keine Zeit meht haben.Du bist ja ein ziemlich kompetenter Mensch,aber sicher mit so Dauerfragern wie mir schon fast überfordert.Aber bitte,mach weiter so,ich danke Dir Gruß JULA
     
  16. Sarah2

    Sarah2 Neues Mitglied

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    Was bedeutet Rheumafaktor eigentlich

    @Suse
    Bei uns fing es in den Füssen an. Ständig Schmerzen. Ich dachte es hängt mit dem wachsen zusammen und habe ihm immer wieder gut zugeredet. Beim Doc wurde Blut abgenommen aber nichts gefunden. Dann fing der Rücken an. Zum Ortophäden, sagt das kommt vom wachsen. Also wieder nach hause. Dann kamen die Verformungen an den Fingern. Also zur Kinder- und Jugendärztin. Sie hat dann nochmal Blut abgenommen und schon im vorraus gemeint das ist Rheuma. Hat sich dann mit den Blutergebnissen auch bestätigt. Welche Form wissen wir noch nicht. Deshalb fahren wir auch zur MHH.
    Danke dir für deine Antwort. Alles Gute auch für euch
    Sarah2
     
  17. suse12998

    suse12998 Neues Mitglied

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    Pn

    hallo sarah

    habe dir eine PN geschickt

    liebe grüße
    suse12998