1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen

Warum wirkt das Cortison nicht so richtig?

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von juguja, 8. Oktober 2008.

  1. juguja

    juguja Neues Mitglied

    Registriert seit:
    4. September 2008
    Beiträge:
    250
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Canada bis 2013, jetzt wieder Deutschland
    Hallo an alle Erfahrenen,

    ich bin auf der Suche nach einer Erklärung und hoffe, dass ihr mir mit eurer Erfahrung etwas weiterhelfen könnt:

    Seit 7 Wochen nehme ich jetzt MTX und Cortison. Angefangen habe ich mit 5mg Cortison, weil aber Schmerzen und Schwellungen immer schlimmer wurden, sollte ich lt. Allgemeinärztin in Deutschland 3 Tage 30mg, dann 3 Tage 20mg und dann 10mg nehmen. Nach zwei Tagen mit 30mg ging es mir deutlich besser, hat richtig gut getan, weniger Schmerzen zu haben. Bei den 20mg habe ich gemerkt, dass die Schmerzen schnell wieder da waren, wie vorher, und als ich dann bei 10mg angekommen war, wurden die Schmerzen noch schlimmer als vorher.

    Ich dachte, der Körper muss sich halt an die niedrigere Dosis gewöhnen und wollte es aushalten, aber nach einigen Tagen bin ich zur Ärztin, weil ich es nicht mehr ausgehalten habe. Daraufhin sollte ich wieder 30mg nehmen. Bloß - irgendwie helfen diese 30mg gar nicht richtig, vollkommen anders als im Anfang. Vor drei Wochen sollte ich es dann noch einmal mit 20mg versuchen, um zu schauen, ob sich etwas verändert. Und dies ist dann auch passiert. Ich hatte vorher schon gedacht, dass die Schmerzen arg schlimm waren, aber sie wurden dann noch schlimmer. Also habe ich nach ein paar Tagen wieder 30mg genommen, aber sehr viel besser ist es jetzt damit auch nicht geworden.

    Kann es sein, dass durch das frühe Runtersetzen alles durcheinandergeraten ist? Die Rheumatologin hier in Canada meinte auch, dass es den allermeisten Patienten mit 30mg Cortison recht gut geht, aber als ich ihr dann von dem missglückten Reduzierungsversuch erzählte, sagte sie auch, das könnte negative Folgen haben. Wir müssten das weiter beobachten.

    Wer hat ähnliche Erfahrungen gemacht? Wieviel Cortison musstet ihr nehmen und wie lange, bis es wirklich geholfen hat? Bin ich zu ungeduldig? Obwohl ich nicht zunehme und für die Knochen Calcium und Vitamin D nehme, möchte ich ja nicht so lange eine hohe Dosis nehmen. Bin gespannt, was ihr so schreibt.

    Liebe Grüße aus Canada,

    Jutta
     
    #1 8. Oktober 2008
    Zuletzt bearbeitet: 8. Oktober 2008
  2. Siggy

    Siggy Siggy

    Registriert seit:
    23. September 2008
    Beiträge:
    836
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Landkreis Augsburg
    Hallo Jutta,
    bei mir gings damals mit einer Korti-Stoßtherapie los.
    3 Tage 100 mg,dann schrittweise runter nach Plan,den ich von
    der Klinik bekommen hatte. Bei 25 mg waren die Schmerzen wieder
    voll da!Hab dann mit meinem Arzt Kontakt aufgenommen und er meinte
    das Absetzten sei zu schnell gewesen.
    Musste dann nochmal hoch bis 50 mg und dann in kleinen Schritten
    wieder runter.Bei 15 mg gings immer noch gut,bloss bei mir kam dann
    der Diabetes dazu und musste MTX anfangen und Korti ganz langsam
    ausschleichen,bei mir hat das 2 Jahre gedauert,konnte nur in 1 mg
    Schritten alle 4 Wochen runter,sonst gings gleich wieder los.
    Vieleicht könnten die das bei Dir auch mit so einer Stoß-Therapie
    machen und dann wirklich in ganz kleinen Schritten wieder reduzieren,
    evtl. haben die bei Dir das Korti zu schnell runterred.
    Jeder reagiert halt anders drauf,bin gespannt,was die anderen so
    schreiben.
    Gute Besserung und
    lg Sieglinde
     
  3. Tennismieze

    Tennismieze Neues Mitglied

    Registriert seit:
    30. April 2003
    Beiträge:
    1.519
    Zustimmungen:
    1
    Ort:
    Schleswig-Holstein
    Hallo Jutta,
    bislang sind die Stoßtherapien bis 20mg bei mir gut gegangen und problemlos reduzierbar gewesen. Das sich bei Dir die Dosierungen jetzt unterschiedlich auswirken, ist übel. Diesbezüglich kann ich Dir nicht weiterhelfen.

    Die berüchtigten Nebenwirkungen (Vollmondgesicht, Gewichtszunahme) treten erst nach einiger Zeit auf. Während einer normal verlaufenden Stoßtherapie braucht man nicht mit den Nebenwirkungen rechnen.

    Leider sieht es so aus, daß Du wohl dauerhaft mit hohen Dosen Cortison leben mußt. Das wird dann ein hartes Brot für Dich.
     
  4. Monsti

    Monsti das Monster

    Registriert seit:
    30. April 2003
    Beiträge:
    6.880
    Zustimmungen:
    15
    Ort:
    am Pillersee in Tirol
    Hallo Jutta,

    normalerweise fange ich stets mit einer angemessen hohen Dosis Cortison an und reduziere dann vorsichtig.

    Vielleicht passt Deine Basismedikation nicht wirklich gut. Mtx half mir leider auch nur leidlich, vertragen hatte ich es auch nicht. Nach Quensyl, Mtx, Tauredon, Arava und Humira bin ich nun bei Enbrel angekommen. Arava war das erste Mittel, dass bei mir so super wirkte, dass ich das Cortison endlich ausschleichen konnte (vorher 5 Jahre lang am Stück genommen). Leider hielt die Wirkung nur bis zum Sommer dieses Jahres, d.h. gut 4,5 Jahre an. :( Danach bekam ich Humira, was ich überhaupt nicht vertrug (super Wirkung allerdings), so dass ich es nun mit Enbrel versuche ...

    Liebe Grüße
    Angie
     
  5. Aquarell

    Aquarell Sharpie

    Registriert seit:
    27. November 2007
    Beiträge:
    814
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Rheinland Pfalz
    Hallo Jutta (Namensvetterin ;))

    Ich hab im Moment auch ein paar Probleme mit meiner Cortisondosis.
    Nachdem ich meinen Doc bekniet habe durfte ich meine tgl. Dosis von 8mg auf 4mg runterdosieren. Leider gings mir schon bei 6mg ziemlich mies und ich hatte einen heftigen Schub. Nach telef. Rücksprache sollte ich nun auch eine 30/20/10 Stoßtherapie machen und dann 1 Woche lang die gewohnten 8mg. Dann wieder reduzieren um jeweils 1mg pro Woche.
    Bin im Moment bei 7mg und es geht mir eigentlich ganz ok damit ....

    Ganz zu Anfang meiner "Kollagenose Karriere" hab ich auch MTX bekommen und es hat etwas über ein Vierteljahr gedauert bis es angeschlagen hat.
    Also bitte nicht die Geduld verlieren mit dem MTX, es dauert halt manchmal wirklich etwas länger bis diese Mittel wirken.
     
  6. Meerli13

    Meerli13 Meerschweinchen-Guru

    Registriert seit:
    9. August 2008
    Beiträge:
    900
    Zustimmungen:
    1
    Ort:
    Soltau
    Hallo!
    Bei mir ist es auch so. Habe in letzten Jahren immer Cortisonstoßtherapie erhalten für 1 Monat: zuerst 5x50mg, dann 5 tage 25 mg und den Rest der 10er 50 mg Packung 1/4 Tbl. (12,5mg für 10 Tage). Sonst hat es damit sehr gut geklappt , dass der Schub damit wieder eingedämmt war, nur dieses Jahr klappte es nicht mehr: bei 12,5 mg kamen Schmerzen zurück.
    In Rheumaklinik habe ich dann Cortison-Infusionen erhalten (7 Tage lang!!!) zuerst 250mg , dann 500mg);danach ging es mir gar nicht gut, Schmerzen waren bis auf die Hüften zwar weg.. Ich wurde aber ohne Cortison nach Hause gelassen (Basistherapie erst begonnen). Nach drei Tagen kam der Hammer: Die Schmerzen kamen doppelt und dreifach zurück. Mein Hausarzt fing wieder mit 50mg Cortison an, ein Tag war es besser, aber dann ging es richtig los.
    Seit August habe ich ein Schub, nach dem anderen, mir geht es immer beschissener und muß darauf warten, dass die Basistherapie endlich wirkt. Gegen die Schmerzen erhalte ich hochdosiert Schmerzmittel, damit ich es aushalten kann.
    War im September nochmal in Rheumaklinik: Basistherapie wurde auf höchstdosis gesetzt und noch mehr Schmerzmittel.
    Seit dem verschlechtern sich die Blutwerte zusehens (Entzündungswerte) und da mein Magen das Ganze jetzt nicht mehr mitmacht, hat mein Hausarzt Höchstdosis wieder runtergeschraubt und angefangen mit MTX -Spritzen. Ich hoffe, dass endlich etwas anschlägt, da ich sonst auch zu viel Cortison brauche um alles wieder einzudämmen, und dass schädigt auch den Körper. Heute bekomme ich die zweite Spritze. Mir geht es zunehmend schlechter und werde immer schwächer, liege fast nur noch im Bett. Weiß bald nicht mehr wie es weiter gehen soll, oder was noch kommt.
     
  7. Siggy

    Siggy Siggy

    Registriert seit:
    23. September 2008
    Beiträge:
    836
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Landkreis Augsburg
    Mensch Meerli,
    tut mir so leid,wenn ich lese,wie schlecht es Dir zur Zeit geht!
    Fühl Dich mal ganz fest gedrückt von mir:knuddel:
    Aber nicht den Kopf hängen lassen,wird bestimmt bald wieder
    besser.Hab das alles schon oft hinter mir,kann nur sagen,manch-
    mal dauerts halt ein bisschen,bis es wieder aufwärts geht.
    Also Kopf hoch!!
    lg Sieglinde
     
  8. Monalie

    Monalie Mitglied

    Registriert seit:
    14. Juni 2007
    Beiträge:
    624
    Zustimmungen:
    7
    Ort:
    Düsseldorf
    Hallo Jutta,

    bei mir ist es auch nicht so einfach mit dem Cortison, in einigen Dingen ähnlich wie bei Dir.

    Ich hatte letztes Jahr mit 60 mg angefangen. Super....keine Schmerzen mehr. Dann nach einer Woche langsam runterdosieren. Erst 40mg....damit wurde ich dann aus dem KH entlassen.
    Wiederum eine Woche später runter auf 30 mg. Hmmm, so langsam kamen die Schmerzen wieder.
    Trotzdem weiter runter, ab 30 mg in 5mg Schritten. Also erst 25, dann 20, usw.
    Ab 20 mg hatte das Kortison ausser den Nebenwirkungen keinerlei Effekt mehr. Die Schmerzen waren sogar stärker als zuvor. Es war als ob mein Körper beleidigt auf den Enzug reagierte.
    Bei 15 mg ging dann gar nichts mehr und ich musste erneut ins KH um mich auf Imurek einzustellen.
    Das Kortison wurde wieder erhöht, erst auf 30mg...(Effekt gleich null)....dann auf 50mg. Damit waren die Schmerzen endlich wieder weg.

    Letzendlich musste ich es dann doch ausschleichen obwohl ich das Basismedi (Imurek) wegen Unverträglichkeit nach 8 Wochen absetzen musste.
    Aber zur weiteren Diagnostik musste ich absolut Kortisonfrei sein.
    Es war dann wie zuvor....ab 15 mg ging die Hölle los obwohl ich sehr vorsichtig und langsam ausgeschlichen habe. Ab 10 mg habe ich nur noch in 2,5 mg Schritten reduziert.
    Als ich dann endlich bei 2,5 mg war konnte ich es absetzen.
    Ich kann nur bestätigen was Du erzählst, die Schmerzen wurde bei mir während des Ausschleichens auch deutlich schlimmer als vor dem Kortison.
    Außerdem konnte kein Arzt verstehen das ich schon bei 30 mg wieder Schmerzen bekomme denn das ist ja schon eine ziemlich hohe Dosis.

    Aaaaber, würde Kortison gar nicht wirken wäre ich auch bei 50-60mg nicht schmerzfrei, das ist aber der Fall.
    Und bei Dir hat es ja auch beim ersten mal mit 30 mg gewirkt.

    Die Menschen sind nun mal unterschiedlich und reagieren auch unterschiedlich auf Medikamente. Vielleicht waren die 30mg auch noch nicht genug um die Entzündungen zu bekämpfen....oder es wurde nicht lange genug in dieser ausreichenden Dosierung gegeben. Wer weiß das schon...;).

    Und wie bereits erwähnt, Du bist nicht die einzige die einen beleidigten Organismus hat wenn Kortison reduziert wird....;). Ich hab immer das Gefühl meiner schreit permanent nach "mehr, mehr....." Und wenn er das nicht bekommt muss ich eben dafür büßen....:rolleyes:.
    Erklären warum das so ist konnte mir das bisher kein Arzt....:).

    Liebe Grüße,
    Monalie
     
  9. Juliane

    Juliane Neues Mitglied

    Registriert seit:
    31. August 2004
    Beiträge:
    2.521
    Zustimmungen:
    2
    Ort:
    Weserbergland
    Hallo,

    ich mache z.Z. auch eine Stoßtherapie, aber ich soll deutlich langsamer reduzieren. Jede Woche um 2,5mg weniger.
    Nun bin ich bei 12,5 angekommen. Bislang ein Erfolg. LG von Elke.
     
  10. juguja

    juguja Neues Mitglied

    Registriert seit:
    4. September 2008
    Beiträge:
    250
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Canada bis 2013, jetzt wieder Deutschland
    Hallo an alle,

    danke für eure Antworten, es ist gut zu wissen, dass es anderen auch so geht. Ich hatte schon Angst, ich stelle mich an. Ich wünsche euch/uns allen gute Besserung, vor allem dir, Meerli, dich hat es ja ganz besonders erwischt. Bin gespannt, wie es weitergeht, am 20. habe ich ja den nächsten Termin bei der Rheumatologin, da kann ich ihr dann erzählen, dass ich noch andere mit einer ähnlichen Problematik gefunden habe.

    Liebe Grüße aus Canada,

    Jutte