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unser täglich Brot - vergib uns bitte!

Dieses Thema im Forum "Kaffeeklatsch" wurde erstellt von Marie2, 24. November 2005.

  1. Marie2

    Marie2 nobody is perfect ;)

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    was wir so essen!?

    Industriebrot
    Das frische Brot vom Bäcker nebenan ist zwar meist tatsächlich frisch, aber nicht immer vom Meister persönlich hergestellt. Viele Betriebe bedienen sich so genannter Fertigbackmischungen. Die Backmittelbranche bietet mittlerweile Hunderte Mixturen an. Ob "Weltmeister-Brötchen" oder "Marathon-Brot" - die Pulver aus der Tüte müssen nur noch mit Wasser und Hefe angerührt und in den Ofen geschoben werden Insbesondere Tiefkühlteiglinge, im Laden wohlduftend an der Theke gebacken, strotzen vor Chemie.

    Diacetylweinsäureester bläht zum Beispiel die Brötchen auf, mit Cystein - teilweise aus Entenfedern, Menschenhaar oder Bakterien gewonnen - duften Krusten noch aromatischer, und allergieauslösende Schimmelpilzenzyme lockern das Brot auf. Kalziumsulfat, auch als Gips bekannt, macht die Krume kross und hält die Backmischungen rieselfähig. Nicht einmal Bäcker kennen die genauen Inhalte ihrer Waren. Die wenigsten Zusatzstoffe sind sichtbar deklariert.

    Falsche Früchte
    Auch wenn sie echt aussehen: Kirschen oder Erdbeeren in Marmelade, Joghurt oder Eiscreme sind oft Kunstprodukte. Frisches Obst übersteht zehrende Verarbeitungsschritte wie Erhitzen, Tieffrieren und Backen nicht unbeschadet. Die Lebensmittelindustrie zieht es daher vor, robustere Imitate herzustellen. Dafür werden Obstabfälle und Pressrückstände aus der Saftherstellung mit Wasser Zitronensäure und Zucker aufbereitet. Dikalziumphosphat und aus Algen gewonnene Dickungsmittel geben dem Gemisch die erwünschte Struktur. Aroma- und Farbstoffe vollenden farblich und geschmacklich die Herstellung der Kunstfrüchtchen. Das Endprodukt ist von echtem Obst kaum mehr zu unterscheiden - aber extrem resistent. So kann der Bäcker seine Apfeltaschen tiefgefroren von der Fabrik beziehen. Im Laden schiebt der Meister die Teiglinge nur noch in den Ofen - ohne dass die "Apfelstücke" wässern oder breiig werden.

    Gar nicht so rein
    Reines Bier altert und wird nach etwa fünf Monaten leicht trübe. Eiweiße und Gerbstoffe aus Hopfen und Gerste verketten zu großen Molekülen und vermiesen als fein sichtbare Schlieren den Biergenuss. Um den Kunden stets frischen Gerstensaft zu suggerieren, kippen viele Großbrauer den Kunststoff Polyvinylpolypyrrolidon (WPP) in den Biersud. An diese schleimige Masse binden trübende Bierbestandteile aromastarke Gerbstoffe. Das verschlechtert nicht nur den Geschmack: Um dem Reinheitsgebot zu entsprechen, wird der Zusatz ausgefiltert. Ein Teil des Plastiks löst sich jedoch im Sud und entgeht dem Reinigungsproress. Analysen behandelter Pils-Biere wiesen den Kunststoff im Endprodukt nach. Weißbier hingegen - reich an trübendem Eiweiß - wird mit so genannten "Absorberharzen" und Gel stabilisiert.

    Tipp: Beträgt die Mindesthaltbarkeit eines Bieres beim Kauf über fünf Monate, ist es wahrscheinlich chemisch behandelt.

    Breiige Brühe
    Ob aus richtigen Früchten oder aus Fertigpulver angerührt, von einer typischen Tomatensuppe verlangt die anspruchsvolle Hausfrau Fruchtfleischcharakter. Lange Zeit schien es für Ernährungswissenschaftler unmöglich, Fertigsuppen zu einer pulpigen Textur zu verhelfen - bis zur Entwicklung des so genannten "Tomaten-Verbund-Stärkeschwammes ". Das Fruchtfleischimitat wird aus Tomatenmark, Wasser, Kartoffelstärke und Zitronensäure hergestellt. Bis das Gemisch die erwünschte Konsistenz erlangt, durchläuft es eine ganze Reihe Prozeduren: Mal wird es erhitzt, mal tiefgefroren, zum Schluss zerbröselt und bei 70 Grad Celsius getrocknet. Damit aus den so gewonnenen schwammartigen Krümeln noch eine anständige Suppe wird, muss das Granulat nur noch in Wasser aufgelöst werden. Das nachgemachte Fruchtfleisch ist derart naturgetreu, dass selbst der ein oder andere Fachmann das Fertigprodukt nicht von einer "echten" Tomatensuppe unterscheiden kann.
    http://www.umweltfibel.de/lexikon/h/lex_h_high_tech_essen.htm



    Immer mehr Zusatzstoffe werden von der Kennzeichnung freigestellt (Pollmer). Gleichzeitig werden den Verbrauchern immer mehr fragwürdige Lebensmittel-Imitate aufgetischt: Erdbeeraroma aus Sägespänen. Apfelkuchen ohne Apfel. Sprengstoffwurst und Läusesalami.
    Schinken-Pizza ohne Schinken. Hummer aus Abfällen. Gulasch aus Klärschlamm.
    Knuspriges Brot: Aus asiatischem Menschenhaar. Und es schmeckt phantastisch! Denn zur Freude von
    Food-Designern und Sensorikern haben wir uns längst einen naturfremden Geschmackssinn antrainiert. Dank Geschmacks-Design und Geschmacks-Tuning.
    Behördlich zugelassene Chemie ist in aller Munde. Der Verbraucher sitzt in der Aromafalle!

    +++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

    .........und so weiter und so fort!

    vor lauter frust hab ich gerade herzhaft in einen
    schoko-weihnachtsmann gebissen! (ist da schweinefett drin?)

    mahlzeit!:D
    marie

     
  2. Melisandra

    Melisandra immer auf der Suche...

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    auf dem Land
    Ja ja Marie,

    als Belag nehmen wir dann das "Gammelfleisch" aus dem neuesten Fleischskandal. ***Mjamjam lecker lecker***

    Ich weiß gar nicht, wie das alles an unseren Lebensmittelgesetzen "vorbeigehen" kann. Wie bekannt, arbeite ich ja in einem KH. Alles, was wir an Essensresten haben, muss unter Einhaltung bestimmter Gesetze entsorgt werden. Mancher arme Obdachlose hat Hunger und bei uns geht wirklich gutes Essen "in den Abfall". Seinerzeit hatten wir Bauern, die die Essensreste für das Vieh (Schweinezucht) abgenommen haben. Heute sind die Auflagen so hoch, dass selbst diese Entsorgung schwierig ist.

    Irgendwie will mir so etwas nicht in den Kopf. Dann frage ich mich: "Wo leben wir eigentlich?"
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  3. Mimmi

    Mimmi Kleine Naschkatze

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    mmmhhh - lecker....

    Tja, jetzt weiss ich, warum ich so vieles selber mache wie z.B. Marmeladekochen und Brotbacken.....

    LG

    Mimmi

    Garantierter Fruchtanteil mind. 66%
     

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