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Und noch 'ne Neue

Dieses Thema im Forum "Ich bin neu!" wurde erstellt von Wolke 7, 9. Juni 2013.

  1. Wolke 7

    Wolke 7 Neues Mitglied

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    Hallo Ihr Lieben,

    lese schon eine Weile mit und traue mich heute auch mal zu schreiben.
    Ich hatte im Sommer 2012 eine Borreliose verschleppt. Nach ca. 3 Monaten wurde sie erkannt und ich nahm 8 Wochen lang ein Antibiotikum. Dadurch besserten sich meine ständig springenden Gelenkschmerzen und mein Kappenkopfschmerz rasend schnell.
    Im November bekam ich dann plötzlich unkontrollierbar hohen Blutdruck- teils über 200- und starke Kniebeschwerden. Schließlich bekam ich das Blutdruckproblem durch Tabletten unter Kontrolle.
    Danach ging es mir zunächst ganz gut.
    Im neuen Jahr hatte dann mein Sohn ein EBV. In dieser Zeit fingen die heftigen Gelenkbeschwerden wieder an.
    Schließlich wusste der Orthopäde nicht weiter und hat mich in die Rheumaklinik Herne überwiesen. Dort wurde erneut auf Borreliose untersucht und auch auf Rheuma. Akute Borreliose wurde ausgeschlossen. Rheuma ebenfalls. Ich fühlte mich schon als Simulant.
    Erst die Röntgenbilder brachten Errosionen an den Tag und mir wurde-leider zwischen 'Tür und Angel'- mitgeteilt, dass meine Diagnose chronische Polyarthritis sei.
    Als ich dann mitteilte, dass meine Mutter eine leichte Form der Psoriasis hat, änderte man die Diagnose auf Psoriasisarthritis.
    ich habe also im Blut keinerlei Anzeichen von Rheuma ( im Kniepunktat übrigens auch nicht), keine Schuppenflechte auf der Haut und trotzdem diese Diagnose.
    Mich damit anzufreunden war und ist nicht einfach.
    Seit 7 Wochen nehme ich nun MTX. Die Beschwerden haben sich gebessert, aber ich bin noch nicht wieder arbeitsfähig.
    Die Schmerzen sind erträglicher, aber Anlaufschmerz ... macht mir immer noch das Leben schwer. Auch fühle ich mich ständig müde.
    Ich werde ungeduldig und frage mich, ob ich mich irgendwann mal wieder normal fühlen kann. Meine Situation ist auch für Außenstehende kaum nachvollziehbar, denn ich habe ja nicht jeden Tag die gleichen Probleme...
    Ach je, so lang sollte es gar nicht werden. Aber es hat gut getan, mal alles zu erzählen.

    Liebe Grüße:)
     
  2. norchen

    norchen Aktives Mitglied

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    hallo wolke 7,
    herzlich willkommen hier und alles mal zu schreiben tut mir auch gut.
    die diagnose ist zwar nicht schön, aber mit den richtigen medis ganz gut zu ertragen. lies dich hier durch damit du über die vielen bilder die diese erkrankung hat informiert bist.
    müdigkeit gehört auch dazu...
    schönen abend noch
     
  3. merre

    merre Aktives Mitglied

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    Hallo Wolke 7

    ...und herzliches Willkommen bei uns.
    Ja leider kann durch Borreliose eine Arthritis ausgelöst werden. Häufig beginnt das im Knie.

    Untersuchungstechnisch wird ein sogenannter ELISA-Test durchgeführt. Dieser kann aber "falsch positiv" sein, anders gesagt man findet Nichts. Deswegen sollte dann ein Westernblot durchgeführt werden. Weis, das jetzt sehr speziell.
    Deswegen wird diese Erkrankung auch als multisystemische Infektionskrankheit bezeichnet.

    Aber die beschriebene Müdigkeit und Abgeschlagenheit zeigt eigentlich auch in diese Richtung.
    Seitens der Ärzte muß dabei beachtet werden, daß häufig eine seronegative Tendenz besteht, also keine Anzeichen im Blut. Deswegen sollte man sich auf die Schilderung der Patienten stützen und versuchen im Ausschlußverfahren eine Diagnose zu finden.

    Meines Wissens gehört diese Erkrankung bzw. die möglichen Auswirkungen derselben zu den Kriterien um eine Reha/Kur zu machen.

    Ja wenn Hilfe weiter brauchst, schreibst ne PN, bin nicht so häufig hier unterwegs...Gute Besserung "merre"
     
  4. Nachtigall

    Nachtigall Aktives Mitglied

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    Hallo Wolke 7!
    Auch von mir ein herzliches Willkommen! :)
    Wurdest du von dem EBV auch angesteckt?
    Wenn man Borreliose nicht gleich erkennt und behandelt, kann sich da auch eine Arthritis bilden, wie es schon erwähnt wurde.
    Man spricht, wenn sie von einer Infektion kommt, von einer "reaktiven Arthritis", die in den Symptomen der rheumatoiden Arthritis gleichkommt, aber keine Autoimmunerkrankung ist.
    Was es bei dir genau ist, müssen die Ärzte rausfinden.
    Das MTX hat bei mir nach 8 Wochen so richtig angefangen zu wirken, also man muss schon viel Geduld haben.
    Wir mussten alle lernen, geduldiger zu werden, zu akzeptieren, was das Leben nun mal so bringt, egal, wie schwer es ist. Aber ich kann dich beruhigen: Das Leben wird wieder lebenswert, wenn man den Namen der Krankheit gefunden hat und eine gute Behandlung bekommt. Die Müdigkeit kennen hier wohl fast alle, da muss man wohl auf seinen Körper hören, dass er mehr Ruhephasen braucht. Aber wenn das Medi voll wirksam ist, bessert sich auch das.
    Schreib nur immer wieder, wenn dir danach ist. Es stimmt, Außenstehende verstehen das einfach ist, so sehr sie sich auch oft darum bemühen. Richtig verstehen können es nur Betroffene.
    Alles Gute!
     
  5. Wolke 7

    Wolke 7 Neues Mitglied

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    Guten Abend,

    danke für die lieben Willkommensgrüße:)
    Etwas unklar ist mir aber das mit der reaktiven Arthritis.
    Wird die denn anders behandelt als cP bzw. PsA?
    Wenn es keine Autoimmunerkrankung ist, was ist es dann?
    Ist dann das MTX u.U. gar nicht das Richtige?
    Fragen über Fragen.
    Ich merke, ich muss noch viel lesen und Informationen sammeln.
    Eigentlich habe ich den Eindruck, dass das MTX die Gelenkbeschwerden gedämpft hat. Sie sind an manchen Stellen noch recht heftig, aber insgesamt ist es besser geworden.

    Allen Lesern hier eine schmerzarme Nacht und schöne Träume;-)
    Wolke 7
     
  6. Nachtigall

    Nachtigall Aktives Mitglied

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    @ Wolke 7:
    Die reaktive Arthritis wird genauso behandelt wie eine rheumatoide Arthritis(= früher chron. Polyarthritis), sie ist aber meist nach einigen Monaten heilbar. Das ist keine Autoimmunerkrankung, in der das Immunsystem irritiert ist, sondern die Auswirkung einer Infektion. MTX müsste schon richtig sein. Lies mal hier weiter: http://dgrh.de/reaktivearthritis.html
    Ich kann natürlich nicht sagen, was genau es bei dir ist, dafür sind die Ärzte da. Aber hab erst mal Geduld und lass das MTX wirken. Welche Dosierung hast du denn? Bei mir hat es erst geholfen, als von 10 auf 15 mg hochgefahren wurde.