Hallo und Herzlich Willkommen auf Rheuma-online!
Gut, dass du diese tolle Seite gefunden hast - sie hat mir insbesondere zu Beginn meiner Erkrankung (aber auch jetzt...) sehr geholfen.
Ich versuche mal kurz zu deinen Gedanken Stellung zu nehmen (müsste längst im Bett sein...):
1.) Sehr verständlich ist, dass du erstmal "noch nicht so richtig im Thema bist". So eine Diagnose kommt einem erstmal unwirklich und schockierend vor - aber das vergeht zum Glück und die Erkrankung verliert ihren Schrecken. Sie ist nämlich gut behandelbar - wenn:
2.) ... die Therapie frühzeitig beginnt. Man weiß heute, dass man in einer "sensiblen Phase" (das sind wohl die ersten Erkrankungsmonate) durch eine sofortige Therapie mit Immunsuppressiva rheumatische Erkrankungen in ihrem Verlauf sehr günstig beeinflussen kann und diese z.T. sogar zum "Schlummern" bringt. Heilung wäre wohl zu viel erwartet - aber rechtzeitig behandelt eskaliert sie nicht so sehr und es entstehen halt auch keine oder zumindest weniger Schäden.
3.) Sorgen um MTX macht sich zunächst jeder - ich kann die Threads nicht mehr zählen, die ich in den letzten Jahren dazu gelesen habe. Da brauchst du nur das Suchprogramm zu benutzen (klappt übrigens am besten über Google - rheuma-online eingeben und den gesuchten Begriff...).
Ich habe MTX gut vertragen - ein bisschen Haarausfall zu Beginn und sehr selten erträgliche Übelkeit (gegen die man auch viel tun kann).
Das ist allerdings bei jedem anders.
Und bei mir wurde die Erkrankung leider viel zu spät entdeckt, sodass sie schwer in den Griff zu bekommen war.
Die Schmerzen waren so unerträglich, dass mir fast egal war, was die Ärzte mir geben - also eine etwas andere Situation als bei dir.
Aber - wie bei 2. geschrieben - du hast die unglaubliche Chance, dass man die Erkrankung sofort zu Beginn in die Schranken verweisen kann. Und es wäre schon sehr schade, wenn du diese Chance nicht nutzen würdest. Abwarten ist da leider meist der falsche Weg - denn die zaubert sich nicht von alleine weg...
Ich habe bei meinem letzten Klinikaufenthalt mit einer Frau an einem Tisch gesessen, bei der innerhalb weniger Monate massive Gelenkschäden entstanden sind - sie hatte leider diverse Mittel abgelehnt (u.a. MTX, Cortison, Quensyl... vor allem hatte sie Angst gehabt und auf Naturheilkunde gesetzt) und war nun in so einem desolaten Zustand, dass mit höchsten Cortisondosen erstmal für Ruhe im Körper gesorgt werden musste.... Was ich damit sagen will: wenn du aktuell noch nicht so viele Schmerzen hast, heißt das nicht, dass in deinem Körper nicht zügig Schäden entstehen. Entzündungen sind heimtückisch und bleiben eben leider nicht immer folgenlos...
Also: ich wollte dich jetzt nicht in eine Richtung beeinflussen - aber ich denke schon, dass deine Ärzte genau abwäge, ehe sie dir Medikamente verordnen, die zweifellos keine Bonbons sind. Aber zumindest MTX ist so lange erprobt und bewährt - ich denke, da überwiegen die Vorteile.
Egal wie du dich entscheidest - ich wünsche dir von Herzen alles Gute!
Liebe Grüße von anurju
