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Umweltgifte als Ursache???

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von Marcello, 26. April 2004.

  1. Marcello

    Marcello Guest

    Hi,
    ich würde Euch gerne mal alle nach möglichen, nicht genetisch-bedingten Ursachen rheumatischer Erkrankungen fragen, die Ihr euch vorstellen könnt. Gut, man kann sich schuldbewusst sagen: wenn dein Immunsystem spinnt, liegt es womöglich daran, dass du dich immer schon nicht gut wehren konntest, alles in dich hineingefressen hast. Kurzum: keine Abwehr nach außen. Das liegt auf der Hand. Aber deswegen sollen sich Autoimmunerkrankungen seit Jahren geradezu seuchenartig ausbreiten?
    Meine cP würde ich ja noch schlucken, aber dass mein Kater SLE hat, fast gleichzeitig mit mir erkrankte, seine Mutter ohne ANA-Titter seit 3 Jahren unheilbare Schleimhautgeschwüre, stößt mir immer wieder auf. Wir sind nicht verwandt und verschwägert, wir essen nicht das Gleiche, wir atmen nur die selbe Luft und trinken das gleiche Wasser – und haben alle drei beschissene Autoimmunkrankheiten.
    Die Hündin meiner Nachbarn starb zack-zack an einer Autoimmungeschichte, die einer Freundin hat auch Lupus wie mein Kater, in der Tierklinik Freiburg sagte man mir, sie hätten an manchen Tagen 10 Fälle. Alles Tiere mit psychischer Abwehrschwäche? Und mein guter Freund, der so stolz war auf seinen idyllischen Hof, von dem aus man allerdings gleich zwei Kernkraftwerke in der Ferne sehen konnte – längst mausetot.
    Was meint Ihr? Hat es etwas mit Umweltgiften zu tun? Krebs ja nachgewiesenermaßen. Und ich finde den Gedanken recht simpel: es gibt Leute, bei denen die Zellen zu unkontrolliertem Wachstum angeregt werden – und solche, bei denen sie „nur“ zerstört werden.
    Ich bin mir fast sicher, dass Ihr Euch darüber längst Gedanken gemacht habt und hoffe darauf, sie zu erfahren,
    Marcello
     
  2. Monsti

    Monsti das Monster

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    Hallo Marcello,

    interessante Frage ...

    Ich denke mal, dass sowohl bei Krebs wie auch bei Autoimmunerkrankungen, Allergien und vielen anderen Erkrankungen etliche Faktoren auf einmal eine Rolle spielen - nicht zuletzt auch die heutigen Diagnosemöglichkeiten.

    Damit will ich sagen, dass es die genannten Krankheiten schon immer gab, nur wurden sie nicht als solche erkannt bzw. man konnte sie nicht behandeln. Früher sind z.B. viele Kleinkinder, aber auch geschwächte Leute an sog. "Austrocknung" gestorben. Die Austrocknung war aber nur die Auswirkung von anderen, nicht erkannten oder nicht behandelbaren Erkrankungen, z.B. eben Krebs bzw. Infektionskrankheiten wie Typhus oder Cholera. Auch gab es schon immer Rheuma-Kranke, aber noch vor 50 Jahren war es üblich, das Bechtis oder Leute mit cP halt irgendwann zunehmend verkrüppeln. Leute mit SLE sind halt ziemlich schnell an Organversagen gestorben.

    Wahrscheinlich aber haben viele der o.g. Erkrankungen in neuerer Zeit tatsächlich zugenommen. Und das gilt für Mensch und Tier gleichermaßen, dass unsere Umwelt vor allem in Ballungsgebieten ungesund ist, ist ja bekannt - nicht nur wegen der Umweltverschmutzung und -vergiftung, auch all die Zusätze in der Ernährung, die Hektik des Alltags, die Reizüberflutung, zunehmende Individualisierung, Stress am Arbeitsplatz, übertriebene Sauberkeit, mangelnde Bewegung, Übergewicht, Rauchen, Alkohol, Medikamente gegen jedes Wehwehchen etc. ... all das zusammen läßt das Fass halt mal überlaufen.

    Was die Tiere betrifft, so liegt sicher auch viel daran, dass viele Haustierarten heutzutage einfach überzüchtet sind. Eine wild gemixte Bauernhofkatze mit halbwegs naturbelassener Umgebung und viel Aufenthalt im Freien ist im allgemeinen viiiiiel robuster als eine hochgezüchtete Perserkatze, die ihr Dasein in einer Etagenwohnung fristet.

    Sonnige Grüße aus Tirol von
    Monsti
     
  3. Marcello

    Marcello Guest

    Also Monsti,
    wir sind alle drei „Bauernhofkatzen“, da ist nix mit Überzüchtung, Hektik, falscher Ernährung. Im Gegenteil: Idylle pur, Wiesen, Wald, Kühe, Gülle, ab und zu knatternde Schlepper.
    Aber ich verstehe schon, was Du meinst – wir wissen wegen mangelnder Dokumentation herzlich wenig über das tatsächliche Ausmaß z.B. von Krebserkrankungen im vorletzten Jahrhundert (oder davor), man starb eh früher, oft an Kleinigkeiten, Blinddarmentzündung oder etwas Kindbettfieber. „Umweltvergiftungen“ gab’s gratis per Blei- oder Zinngeschirr. Seuchen dezimierten die Bevölkerung. Deswegen dürfen wir uns heute trotzdem fragen, gerade weil wir die Zusammenhänge genauer beobachten können, woher’s denn kommt.
    Ebenso sonnige Grüße aus dem Schwarzwald
    von Marcello
     
  4. Monsti

    Monsti das Monster

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    Hi Marcello,

    angesichts der auffälligen Häufung fragst Du Dich natürlich, wo es evtl. Zusammenhänge gibt. Das verstehe ich.

    Ich meine eben, dass es diese Zusammenhänge zwar durchaus gibt, aber sie sind derart komplex, dass man schon eine Dissertation über dieses Thema schreiben könnte.

    Ich habe halt den Vergleich zwischen der Großstadt Berlin (wo ich bis vor 5 Jahren längere Zeit gewohnt hatte) und hier. Und da sehe ich tatsächlich einen gewaltigen Unterschied, sowohl in den Arten der Erkrankungen wie auch in der Bewältigung von Krankheiten. Letzteres scheint mir fast wichtiger zu sein.

    Ein Beispiel: Einer unserer Nachbarn (übrigens mit 20 Jahre altem Kater) ist 98 Jahre alt und vom Rheuma schwer gezeichnet. Er kann nur noch völlig krumm gehen, seine Hände schauen furchtbar aus. Aaaaaber: Er will unbedingt 100 werden, ist stets gut gelaunt, bewegt sich, wo er kann und hat seine Familie um sich herum. Derselbe Mensch wäre in der Großstadt verloren bzw. in irgendeinem Alterspflegeheim ... naja, oder längst tot. Seinen Kater hätte er sicher auch nicht mehr.

    Eine andere Nachbarin, die Cousine von o.g., ist "erst" 85, aber die geht mit mir heut noch in die Berge, obwohl sie schon mehr als 15x operiert wurde und wegen Blasenkrebs bis vor einem Monat Chemo bekam. Die kam direkt von der Chemo (per Bahn und Bus natürlich), schnappte sich die Schneeschaufel und machte den Eingang und den Garagenplatz frei. Undenkbar in einer Großstadt! Ich weiß genau, dass auch Moidl in einer Großstadt längst nicht mehr leben würde.

    Na, und nicht zuletzt ich selber: Im Januar/Februar war ich lange in der Klinik Innsbruck, für hiesige Verhältnisse ja schon eine richtige Stadt. Sie wollten mich nach 5,5 Wochen noch nicht entlassen, aber ich wollte unbedingt weg, weil mir klar war, dass es mir zu Hause im ruhigen Dorf, in meiner gewohnten Umgebung mit Familie und lieber Nachbarschaft auf der Stelle besser gehen würde. Und so war es dann auch. Ich bin noch lange nicht genesen, aber mir geht es prima.

    Angesichts dieser Unterschiede sehe ich die generalisierte Umweltvergiftung wirklich nicht als alleiniger Auslöser für das allgemeine Zunehmen von unterschiedlichsten Leiden. Aber vielleicht haben ja andere noch ganz andere, interessante Ideen zu diesem Thema.

    Grüßle von Monsti
     
  5. Ulmka

    Ulmka Guest

    Hallo Marcello,

    interessante Frage!

    Ich denke immer, dass heutzutage erstens das Immunsystem nicht mehr genug zu tun hat, weil wir viel zu viele Putzmittel benutzen und auch viel zu oft putzen. Deswegen gibt es dann so viele Allergien und vielleicht auch Autoimmunerkrankungen - dem Immunsystem ist schlicht langweilig :D (Ich bin nicht so ein Putzteufel, bei mir gibts durchaus auch Schmuddelecken - und von Allergien ist meine Familie bisher völlig verschont geblieben, obwohl meine Schwägerin sehr darunter leidet, die empfindlichen Gene sind also da! :) )

    Zweitens ist in unserer Luft - auch auf der grünen Wiese - heute sehr viel mehr Chemie als früher, was das Immunsystem anfälliger macht und die Allergene aggressiver. Wenn das Immunsystem durch die Schadstoffe dann schon in 'Hab-Acht-Position' ist, die Risikogene da sind (z. B. HLA-B27 bei MB) und dann auch noch die passende Infektion vorbeikommt, ist das Chaos perfekt und die Autoimmunerkrankung bricht los! Dazu kommt dann noch, dass die Bakterien, weil oft multiresistent, immer aggressiver werden...

    Liebe Grüße

    Ulmka
     
  6. Uschi

    Uschi Neues Mitglied

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    Hi, Marcello.

    Interessantes Thema, ohne Zweifel.

    Ich bin 1957 eingeschult worden und wir waren knapp 45 Mädchen - davon waren in den 8 Schulklassen bis zur Entlassung max. 2 pro Jahr krank, ich nie !

    Es gab im direkten Umfeld, also wissentliche Wahrnehmungen, keine Kinder mit Modekrankheiten wie: Neurodermitis, Asthma-Allergien in Massen, Heuschnupfen, Ausschläge, Fress-Sucht, Bulämien, Magersüchtige u.a.

    Wir waren gesund, naturbelassen, konnten die Karotte vom Acker essen, das Obst von den Bäumen und das Wasser am Brunnen trinken. Schwimmbäder waren nicht so gechlort, es fuhren sehr viel weniger Autos in den Strassen und es gab weder Elektrosmog noch so viele Pestizide.

    Die Erdbeeren gab es zur Jahreszeit von heimischen Feldern - die Kälber durften frei und normal grasend aufwachsen. Männer brauchten keine Spritzen für Muskeln und der Fitnesswahn war nicht vorhanden, dennoch war die Nation durchweg fit und gesund.

    Ja, ich denke schon, daß die Umwelt uns alle krank macht, den einen mehr, den anderen weniger. Und wenn das Immunsystem angeschlagen ist, hat man weniger Chancen, wirklich heile durch diese Welt zu kommen - leider.

    Aber deinen Fall würde ich glatt mal einem Fachinstitut in Freiburg vorlegen, die sich um sowas kümmern. Vielleicht kann man was feststellen und abstellen.

    Dir alles Gute, Grüsse in die Heimat
    aus Karlsruhe am Rhein

    Pumpkin
     
  7. Monsti

    Monsti das Monster

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    Hi Uschi,

    ...

    Na, das wage ich mal schwer zu bezweifeln, muss ich mich doch nur an meine direkten Nachbarn im Dorf erinnern: Drei Kinder bekamen Kinderlähmung (1 Kind war anschließend gelähmt, die beiden anderen mit einem kürzeren Bein und den berühmten Schienen), eines bekam eine Meningits nach den Masern (auch daran gestorben), die Dame über uns war schwer zuckerkrank, ein Jugendlicher im übernächsten Haus hatte Tbc, die Freundin meiner Mutter starb nach der Geburt des 3. Kindes an Kindsbettfieber, wir selbst hatten ständig Würmer. Bis auf einen Bach an einer Mühle waren die übrigen Bäche stinkende Kloaken, im Winter stank es nach Koks-Öfen. Das war Ende der 50er/Anfang 60er Jahre.

    Grüßle von
    Monsti

     
  8. Marcello

    Marcello Guest

    Nicht viel weiter

    Danke, ich verstehe vielleicht, dass ihr meint, es sei Umwelt und Umfeld in einem.
    Monsti hat Recht damit, dass es auf dem Land anders läuft, kann ich nur bestätigen, weil ich selbst von Berlin in diese Einöde gezogen bin.
    Mit Putzmitteln kenne ich mich nicht aus, weil ich schon lange nur Essig und etwas Pril verwende, aber sicher war das früher anders. Nur ist es das wirklich? Zuviel Reinlichkeit?
    Ich könnte nicht mal auf den Zug von Uschi aufspringen, obwohl sie der Schilderung meiner Kindheit in den 50ern sehr nahe kommt ... weil ich häufig krank war. Dabei durchaus ständig so abenteuerlich wie die Enkel meiner Nachbarn, die sich gelegentlich im Bad einschließen, um ihre Unterhosen zu föhnen, weil sie in den Bach gefallen sind, die Oma es nicht erfahren soll.
    Trotzdem weht der Wind in diesem stillen Tal meist von Südwest, die Bäume sterben, die Pflanzenvielfalt schleicht sich weg, Schmetterlinge sind eh futsch – und die Katzen bekommen halt aus lauter Sympathie Lupus.
    Ich höre die Ärzte in der Uniklinik noch vor meinem Zimmer kichern: „Die Patientin sagt, ihr Kater hätte Lupus, wundert sich über die Gleichzeitigkeit zu ihrer Kollagenose, hihihi“. Pech für sie, denn als ich sie darauf ansprach, sich herausstellte, dass ich den (!) führenden Immunologen für Tiere in Deutschland bemüht hatte – den sie auch kannten -, weil man die Autoimmunprozesse als Betroffener ja förmlich riecht, waren sie ziemlich verlegen.
    Aber damit hatte es sich dann auch, zum Nachdenken regte das Zusammentreffen der beiden rheumatischen Erkrankungen bei Mensch und Tier nicht an. Und es ist eine perfide Ironie, dass ich alle Entscheidungen bzgl. Medikation für das Katerchen durchdenken musste, nicht ahnend, dass sie mich kurz darauf selbst betreffen. Cortison war ohne jeden Effekt, bei ihm und bei mir. MTX habe ich für ihn abgelehnt, das schafft der kleine angeschlagene 4-Kilo-Organismus nicht. Er wurschtelt sich von Schub zu Schub durch. Gelegentlich werde ich empört gefragt, warum ich ihn nicht einschläfern lasse: „man darf doch ein Tier nicht leiden lassen!“. Zum Beispiel, weil ich mich dann auch töten lassen müsste. Er will genauso leben wie ich, selbst wenn’s weh tut.
    In diesem Sinne,
    Marcello
     
  9. Mimmi

    Mimmi Kleine Naschkatze

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    Ein schwieriges Thema!

    Ich möchte dazu sagen; ich (Jahrgang 42) war immer krank und kriegte auch immer alles - hab wohl damals schon zu laut "hier" geschrien. Bereits vor dem schulpflichtigen Alter hatte ich kreisrunden Haarausfall und bis zu meinem 12. Lebensjahr war ich stark unterernährt. Habe fast sämtliche Kinderkrankheiten mitgenommen und das ging dann später so weiter mit anderen Krankheiten. Und ich war immer ein "Kalkeimer". Allergiker war ich allerdings bis 1992 nicht. Dann kam der Hammer: Metallallergiker und Amalgamvergiftet. Dazu: die ersten Amalgamfüllungen bekam ich bereits im Alter von 4 oder 5 Jahren.
    Das erklärt vieles.
    Ich bin fest überzeugt, dass die Umwelt uns mehr oder weniger krank macht!

    Grüsse von der metallsanierten Mimmi
     
  10. Marcello

    Marcello Guest

    Metallvergiftungen?

    Hallo Mimmi,
    Deine und Monstis Hinweise kann ich nur bestätigen. Lange in den Nachkriegsjahren bis weit in die 50er war die Gesundheitslage der Kinder eher schlecht, Polio und TBC an der Tagesordnung. Dabei gab es, was man sicher nicht übersehen sollte, eine regelrechte Impfwut – viele Fälle von Kinderlähmung kamen ja durch die Schluckimpfung zustande. Meine Eltern legten sich mehrfach mit dem Gesundheitsamt an, um diese dauernden Impfungen zu verhindern oder mich aus der staatlich verordneten TBC-Behandlung zu nehmen, als ich schon halbtot war.
    Genau, nach der TBC waren die Zähne kaputt, und ich wurde mit Amalgam gepflastert, hab mir Mitte der 80er alles rausnehmen lassen. Vergiftungen mit Quecksilber, Blei, Kupfer ist z.B. für die Tierärztliche Uniklinik München ein Forschungsthema bei Kleintieren. Sie erkranken etwa in Schweizer Bergtälern, in denen es noch Bleirohre gibt. Dem bin ich nachgegangen, weil die ersten Symptome des Katerchens homöopathisch zu einer Kupfervergiftung passten, meine damaligen auch. Am Quellwasser liegt es nicht, aber es enthält sehr viel freie Kohlensäure, die das Metall aus den Leitungen spült. Andererseits hatte ich schon stark erhöhte Kupferwerte (Haaranalyse), als 95 die Hashimoto-Thyreoditis, die „Mutter“ der Myositis und der cP begann. Und damals – ohne Quellwasser – hätte ich nie aus der Leitung getrunken.
    Weiterhin ratlos, Marcello