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Therapie mit Antibiotikum

Dieses Thema im Forum "Sonstige Medikamente und Schmerztherapie" wurde erstellt von Sylvelin, 11. Oktober 2012.

  1. Sylvelin

    Sylvelin Neues Mitglied

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    Mein Mann ist vor 6 Monaten mit einer Art von Rheumatioder Arthritis diagnostiziert worden. Er hat wandernde starke Schmerzen in Knie, Schulter, Haenden etc. Die uebliche Behandlungstherapie mit MTX hat er abgelehnt und ueber das Internent sind wir auf Dr. Thomas McPeherson Brown gestossen der schon vor 50 Jahren Heilungserfolge fuer Rheuma, Lupus etc mit Antibiotikum hatte. Seit 2 Monaten nimmt mein Mann jetzt ein mildes Atibiotikum, Montags, Mittwochs und Freitags 100mg Minocyclin und ist seitdem fast schmerzfrei. Wir leben in Sydney Australien und hier ist es sehr schwer, einen Arzt zu finden, der diese Behandlungsart unterstuetzt. Scheint ja leider in Deutschland nicht anders zu sein!! Arthritis und aehnliche Krankheiten koennen geheilt werden, allerdings ist es nicht im Interesse der grossen Pharmakonzerne, die natuerlich weiterhin ihre teuren Medikamente verkaufen wollen.
     
  2. Juliane

    Juliane Neues Mitglied

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    Hallo und herzlich Willkommen!

    Alternative Medikationen auszuprobieren ist ein großes Thema, immer mal wieder.
    Ich stehe dem Ganzen skeptisch gegenüber, wohl aus meinen Erfahrungen heraus.

    Wenn der Dok Deinem Mann MTX angeraten hat, wird es sicher begründet sein. Einfach so mal anbieten macht keiner.
    Einem solchen "Hammer" zweifelnd gegenüber zu stehen kann ich absolut verstehen.
    Ist doch diese Erkrankung an sich schon schwer zu verarbeiten.

    Allerdings sollte man allem, was "Heilung" wodurch auch immer verspricht
    seeeehr vorsichtig gegenüber stehen. Das hat einfach keinen Bestand.
    Diskussionen darüber kannst Du unter "alternative Behandlungen" oder so nachlesen.
    Und die Gefahr, unabänderliche Gelenkzerstörungen etc. zu provozieren, ist schon sehr groß.
    Es gibt auch Rheuma, das durch Infektionen ausgelöst werden kann (platt ausgedrückt, nachlesen bitte linke Seite A-Z), das hat aber mit der klassischen rheumatoiden Arthritis nur entfernt zu tun.

    Sicher werden sich noch etliche äußern, pro wie auch contra.
    Ihr werdet die für Euch richtigen Schlüsse daraus ziehen....
    LG Juliane.
     
  3. took1211

    took1211 Guest

    Hallo Sylvelin,
    aus meiner Erfahrung heraus (habe seit über 27Jahren Rheumatoide Arthritis)halte ich nicht viel von solchen Produkten.Wenn man am Anfang
    der Erkrankung sofort mit einem aggressiv wirkenden Medikament behandelt wird,so können viele Gelenkdeformationen verhindert werden.
    Setzt die Wirkung einer solchen Therapie kurzfristig und erfolgreich ein,so hat der Rheumatologe die Möglichkeit,die Medikation abzumildern bzw.
    umzustellen.Bis ich ein richtig gut wirkendes Medikament(spritze seit 2009 Humira)verordnet bekommen habe,vergingen viele Jahre.Das hat sich allerdings negativ auf die Funktionsfähigkeit meiner Gelenke ausgewirkt(bisher 10 Gelenk-OPs,künstl. Gelenkersatz an Knien und Händen).
    Ich habe in all den Jahren es meinen Rheumatologen auch nicht leicht gemacht,weil ich nicht jedes Medikament,was extreme NW hat.angenommen habe.
    Aber MTX,Imurek,Arava und viele andere habe ich auch ausprobert.
    Zu all den Behandlungen sollte man Physiotherapie und Ergotherapie hinzuziehen.
    Überlegt es euch noch einmal.Wenn die Gelenke deformiert sind,ist leider in vielen Fällen der Zug abgefahren.Holt euch eine weitere fachliche Meinung
    eines Rheumatologen ein.
    lg took
     
  4. Nachtigall

    Nachtigall Aktives Mitglied

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    Hallo Sylvelin,
    erst mal herzlich willkommen hier im Forum!

    Ich muss mich meinen Vorrednern anschließen. Es kann durchaus sein, dass Antibiotika gut auf rheumatische Entzündungen wirken können. Ich habe gelesen, dass man das bei infektreaktiver Arthritis einsetzt. Kann es sein, dass dein Mann so eine Art Arthritis hat? Diese käme, wie der Name schon sagt, als Reaktion auf einen Infekt, wäre aber keine rheumatoide Arthritis und ist somit heilbar. Falls es doch Rheuma sein sollte, würde mich interessieren, wie da die chemischen Prozesse ablaufen, denn Antibiotika wirken normalerweise so, dass sie Bakterien abtöten.

    Ich wäre dahingehend skeptisch, wenn Ärzte sagen, sie könnten damit Rheuma heilen. Rheuma ist eine Autoimmunerkrankung, dessen Ursache man noch nicht erforscht hat, und solange man keine Ursache kennt, kann man sie auch nicht heilen. Man konnte bisher nur schauen, wie man die Entzündungen eindämmen kann.

    Desweiteren wäre ich mit der ständigen Antibiose vorsichtig, denn da besteht die Gefahr, dass der Körper resistent wird, und wenn man mal eine bakterielle Infektion hat, könnte es sein, dass die Antibiotika nicht mehr wirken. Auch wenn es ein mildes AB ist, bleibt auch die Nebenwirkung, dass auch wichtige Darmbakterien zerstört werden und die Darmflora aus den Fugen gerät. Und man hört immer wieder, wie eine gestörte Darmflora den ganzen Organismus beeinträchtigen kann.

    Soweit mir bekannt ist, gibt es in Amerika Studien, wie Tetracycline bei RA wirken. Die Ergebnisse sind durchaus positiv. Eine Einschränkung aber hat man festgestellt, dass - wie took schon erwähnte - Gelenkschäden damit nicht aufzuhalten sind. Bitte lies dazu in folgendem Link: http://www.rheuma-online.de/news/artikel/tetracycline-zur-behandlung-der-rhe.html

    Und lies dazu auch, welche Nebenwirkungen Minocyclin haben kann. http://medikamente.onmeda.de/Wirkstoffe/Minocyclin/nebenwirkungen-medikament-10.html

    Unter all diesen Aspekten und da ich MTX nehme, würde ich MTX eher empfehlen als das Antibiotikum.
     
  5. josie16

    josie16 PsA

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    Hallo Sylvelin!
    Die Frage ist, was passiert, wenn das Antibiotika wieder abgesetzt wird? Dann werden die Beschwerden bald wieder da sein und ich kann mir nicht vorstellen, daß das Antibiotika dann als Dauermedikation vorgesehen ist.

    Ansonsten kann ich mich meinen Vorschreiberinnen nur anschließen, Ziel ist, durch die Basistherapie Gelenkschäden zu verhindern.
    Bei mir hat es auch einige Jahre gedauert, bis ich jetzt sagen kann, das Medikament scheint das richtige zu sein.
    Es gibt sehr strenge Vorschriften für die Gabe von Biologicas und daß die einfach mal so gegeben werden, damit die Pharmaindustrie viel Geld verdient, das halt ich für sehr gewagt.

    Viele Betroffene haben einen langen Weg hinter sich, bis sie überhaupt mal die Diagnose Rheuma erhalten haben und in dieser Wartezeit wurde meist sehr viel ohne Erfolg ausprobiert.
    Ich glaube nicht, daß Du hier Menschen finden wirst, die froh sind, endlich ein Medikament gefunden zu haben, das hilft, daß die jetzt sagen, diese Medikamente sind doch nicht das richtige, dafür nehme ich jetzt Antibiotika:confused:

    Wenn dein Mann damit zufrieden ist, dann ist es sein Weg, da will ihn niemand davon abhalten, weil das sowieso sinnlos wäre, aber hier im Forum kommen ständig Leute mit irgendwelchen Thesen, der ein oder andere probiert das dann auch aus, in den allermeisten Fällen haben sie es sehr bereut, weil sie die Basistherapie abgebrochen haben und kurz darauf einen Schub bekommen haben.
     
  6. kukana

    kukana Moderatorin

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    Hallo,
    Möglichweise hatte dein Mann eine infektbedingte Arthritis bei der Antibiotika sehr gut helfen. Auch bei einer rheumatoiden Arthrits gibt es Erfolge, jedoch nicht zu vergleichen mit einer Behandlung mit MTX, Arava, Sulfasalazin oder gar einem Biological.

    Mit Glück hatte er einen milden Verlauf, aber von einer echten Heilung einer Autoimmunbedingten Arthritis habe ich bisher nicht gehört.

    Gruß Kukana
     
  7. Birnbaum

    Birnbaum Mitglied

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  8. Nachtigall

    Nachtigall Aktives Mitglied

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  9. Sylvelin

    Sylvelin Neues Mitglied

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    Vielen Dank fuer Eure Antworten. Natuerlich ist mir klar, dass diese Therapie wahrscheinlich nicht fuer jeden Betroffenen die Richtige ist und das viele Vorbehalte dagegen haben. Es gibt allerdings auch immer mehr Studien und Beweise auch von Betroffenen, das die antibiotische Therapie hilft.

    AP (Antibiotic Protocoll) beruht auf dem Beweis, dass rheumatiode Arthritis auf Mycoplasma Infection zurueckzufuehren ist, die von dem Antibiotikum langsan ganz zerstoert werden und veschwinden. Es wird also nicht nur das Erscheinungsbild bekaempft wir bei den ueblichen Medikamenten sondern auch die Ursache. http://www.thearthritiscenter.com/content/rheumatic-disease-information

    siehe www.rheumatic.org/studies.htm. Leider ist der Text in Englisch. Siehe ebenso www.rheumatic.org/faq.htm.

    Zum Thema Nebenwirkungen: Natuerlich hat jedes Medikament Nebenwirkungen, die des Breitbandantibiotikums sind jedoch weitaus niedriger als die von MTX. Siehe link http://medikamente.onmeda.de/Medikament/MTX+2,5|-5|-7,5|-10|-15+HEXAL/med_nebenwirkungen-medikament-10.html

    Das Antibiotikum muss fuer laengere Zeit genommen werden, manchmal ein paar Jahre, allerdings reicht manchmal eine ganz geringe Dosis von 50mg pulsiert. Zusaetzliche Einnahme von Acidophillus etc. fuer die Darmflora wird empfohlen.

    Weitere interessante und hilfreiche Webseiten: www.roadback.org,

    Das Aerzte an den Medikamenten, die sie verschreiben, mitverdienen, wird hier deutlich:

    http://www.zeit.de/wirtschaft/2012-06/bgh-bestechung-aerzte

    Hier in Australien gibt es einige wenige Arzte, die sich auf AP spezialisiert haben, allerdings sind sie fuer die neachsten zwei Jahre ausgebucht und nehmen keine neuen Patienten mehr auf. www.zentrum-dr-gesundheit.de/arthritis. In diesem Artikel wird auch erwahnt, dass viele Schulmediziner nicht an einem neuen Approach interessiert sind.
    Ich will wirklich keinem "auf die Fuesse treten", dachte aber, dass einige Betroffene vielleicht auch fuer andere Heilungsmethoden offen sind.
     
  10. Nachtigall

    Nachtigall Aktives Mitglied

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    Hallo Sylvelin,
    trotz aller Bedenken danke für die Links. Werd mich mal da reinlesen. :vb_cool:
     
  11. Birnbaum

    Birnbaum Mitglied

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    @Nachtigal
    Mit dem Link hast Du recht. Ich hab mir nur den Link mit den Nebenwirkungen angeschaut ( warum auch immer).

    zum Thema selbst: ( Nur eine Idee) Da ja keiner wirklich weiß, wieso wir plötzlich diese unterschiedlichen Antikörper haben die fast nicht mehr loszukriegen sind, bin ich durchaus der Meinung dass man eine Therapie mit dem Antibiotikum "probieren" kann. Zumal ja von manchen Seiten der Medizin der Verdacht besteht, dass Bakterien oder Viren in der Entwicklung dieser Autoimmungerkrankungen eine Rolle spielen. Und es werden heute noch einige Medikamente eingesetzt deren Wirkung man nicht versteht obwohl sie wirken, hab ich zumindest gelesen.
    Wie die Biologika sich langfristig auswirken, weiß man auch noch nicht so genau.

    Gruß Ulla
     
  12. Nachtigall

    Nachtigall Aktives Mitglied

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    Hallo Ulla,
    dabei gilt es aber zu bedenken, dass Antibiotika nur gegen Bakterien wirken, nicht gegen Viren.
     
  13. Frau Meier

    Frau Meier Guest

    Das ist schlichtweg nicht richtig!


    Eine Studie zur Behandlung der RA mit Tetrazyklinen wurde Anfang 2005 in Deutschland und Russland von einem Unternehmen namens Nuvisan in einem Programm namens Focus (clinical drug development) gestartet. Die Ergebnisse sind meiner Kenntnis nach enttäuschend gewesen.

    Hätte sich daraus eine reale Behandlungsoption ergeben, wäre sie längst etabliert - schon aus Kostengründen ;)
    Vom BEWEIS einer Mykoplasmeninfektion als Auslöser würde ich mich gerne überzeugen lassen.....wäre doch schön, wenn es so einfach wäre, oder?


    Grüße, Frau Meier
     
  14. Frau Meier

    Frau Meier Guest

    Nachtrag:

    "Die heutigen für die Therapie der RA getesteten Antibiotika sind die Tetrazykline. Diese können unter Anderem Arthritiden in Tiermodellen bessern (Adjuvansarthritis, Kollagenarthritis) und wirken nachgewiesenermaßen antientzündlich, immunmodulatorisch und hemmend auf Matrixmetalloproteinasen, insbesondere auf Kollagenase z.B. aus Synovialis, Knorpel, Knochen und Granulozyten.
    Unter den Tetrazyklinen ist Minocyclin in 2 offenen Studien und einer placebokontrollierten Doppelblindstudie bei 80 langfristigen RA-Patienten geprüft ( 2 x 100 mg Mincocyclin täglich). Der Effekt liegt signifikant über der Placebowirkung, wobei die Besserung der Laborparameter eindrücklicher ist als der klinische Effekt.
    Das gleiche signifikant positive Resultat ergibt eine 48-Wochen-Studie bei 219 Patienten. Die Nebenwirkungen sind geringgradig und eher selten. Sie betreffen vorwiegend den Gastrointestinaltrakt sowie Schwindelerscheinungen.
    Es ist nicht ausgeschlossen, dass Minocyclin als Kombinationstherapeutikum bei RA in Frage kommt"

    Quelle: Leseprobe aus "Rheumatologie in Praxis und Klinik"
    Autoren: Wolfgang Miehle, Kurt Fehr, Manfred Schattenkirchner, Karl Tillmann
    2., völlig neu bearbeitete Ausgabe, Thieme-Verlag 2000.

    Kommentar: Das klingt deutlich ernüchternder als "Heilung von RA durch Tetracyline", beruht auf einem allgemeinen Effekt der Tetrazykline ("gute" Nebenwirkung?) und ist bisher nicht etabliert (auch nicht off-label, obwohl eine solche Therapie billig wäre).

    Neuere Informationen liefere ich gerne nach ;)
     
  15. Juliane

    Juliane Neues Mitglied

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    Danke- Klasse !!
    LG Juliane.