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TBC-Test vor Enbrel

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von Judith, 22. Juni 2008.

  1. Judith

    Judith Mitglied

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    Hallo Leute,

    ich werde mit Enbrel anfangen (Spritzen) und habe dafür einen TBC-Test gemacht bekommen. Die Ärztin traute mir zu (und ich eigentlich auch), dass ich das Ergebnis selbst ablesen kann. Nun bin ich mir aber doch nicht so ganz sicher. Es zeigt sich eine leichte Rötung an der Einstichstelle und man kann gaanz minimal eine winzige "Beule" (Beule ist schon sehr übertrieben) tasten. Kann man das als "negativ" werten, was meint ihr?
    Danke euch für eure Hilfe.

    Mit lieben Sonntagsgrüßen, Judith
     
  2. Bernd-67

    Bernd-67 Guest

    das hatten wir schon ein paarmal - so als Laie würde ich sagen: negativ
    bei mir war es ähnlich, wie du es beschreibst
    andererseits gibt es wohl auch " grenzwertige Befunde " ich würde es einen Doc beurteilen lassen.

    lG Bernd
     
  3. malefizbay

    malefizbay Neues Mitglied

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    Hallo Judith,
    letztes Jahr wurde bei mir auch so eine Untersuchung gemacht. Allerdings gibt es da einen Bluttest der ist bei mir 2 mal gemacht worden, und beide male positiv ausgefallen. Zusätzlich wurde der Hauttest gemacht, der wiederum negativ ausfiel und somit wird eigentlich bevor man mit der Basis anfängt ein Antiboitikum für 9 Monate gegeben.
    Wurde bei Dir denn auch ain Bluttest gemacht?
    lg tina
     
  4. waschbär

    waschbär Neues Mitglied

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    Hi ganz kurz:

    es gibt eine klare Richtlinie wann der Hauttest positiv ist:
    Vorausgesetzt es ist kein Kontakt zu Tbc bekannt.

    Davon ausgehend es ist der Test bei dem etwas unter die Haut gespritzt wird (mit einer Spritze):

    <5mm Erhebung (nicht Rötung) ist auf jeden Fall negativ.

    >5mm <10mm : Frage ist der Patient BCG- geimpft ? (in D bis 1996 noch bei vielen Kindern durchgeführt)

    bei >10mm: bedeutet nicht unbedingt an Tuberkulose erkrankt.
    Weitere Abklärung.Da mit dem Test auch sogenannte MOTT (mycobakterien others than tuberculosis) miterfasst werden und der test dann "falsch positiv" ist ...

    Bei den neueren Bluttest, die so sehr angepriesen werden ("Quantiferontest") scheint es - im Gegensatz zu der "Werbung", die gemacht wird - doch relativ viele "falsch positive" Ergebnisse zu geben ..

    gruß waschbär
     
  5. malefizbay

    malefizbay Neues Mitglied

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    Hallo Waschbär,
    kannst Du das ein wenig verständlicher erklären?
    Bei mir war der erste Test und die Wiederholung jeweils positiv. Der Hauttest war negativ. Was soll man da denn jetzt glauben??
    Da bei mir der gesagte Bluttest positiv war, behandeln die in der Uni mich auch nicht mit den neuen TNF-A Blockern. Das Antibiotikum was man ja 9 Monaten nehmen soll hatte ich zusammen mit MTX genommen+ corti und muste wegen starker Erhöhung der Leberwerte alles absetzten und wurde auch nicht weiter in der Richtung(TBC) behandelt.
    Weiß Du vielleicht auch was das für etwaige Folgen haben kann?
    lg Tina
     
  6. waschbär

    waschbär Neues Mitglied

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    Hi,

    prinzipiell bedeutet ein "falsch positiver" Test folgendes:
    obwohl ein Mensch eine bestimmte Krankheit NICHT hat "behauptet" der Test, dass der Patient die getestete Krankheit hat.

    Im Fall der Tuberkulose (Tbc) ist es so:

    Es gibt 2 Testmöglichkeiten:

    1. ein Test, bei dem etwas unter die Haut gespritzt wird und wenn der Mensch irgendwann in seienm Leben mit Tbc in Kontakt kam, entsteht an der Stelle an der gespritzt wurde eine >5mm große feste Schwellung.

    Der Tuberkulose- Haut-Test hat mehrere Schwachstellen:

    - er kann nicht unterscheiden, ob die Tbc irgendwann mal da war aber überstanden wurde

    - er kann nicht unterscheiden zwischen den gefährlichen "echten" Tbc- Erregern (Mykobakterium tuberculosis) und sogenannten "Umwelt-Mykobakterien" (die keine Tuberkulose auslösen).

    - und er kann nicht unterscheiden, ob die Hautreaktion eine frühere Impfung "anzeigt" oder durch eine Tbc-Erkrankung (eventuell schon überstandene) ausgelöst wird.
    (Viele "ältere" Menschen (>40J) sind gegen Tuberkulose noch geimpft worden.)

    - außerdem ist er nur bei ca. 60-70-% derer, die tatsächlich Tbc haben positiv

    2. Deshalb ist ein Bluttest auf Tuberkulose entwickelt worden, der zwischen frischer Infektion, Impfung und alter Infektion unterscheiden können soll (sogenannter Quantiferon-Gamma -Test).
    Er ist recht neu und es wird behauptet, dass er nur in 2% der Fälle falsch anzeigt.

    Inzwischen gibt es aber viele Leute, bei denen der (tolle, neue, teure) Blut-Test positiv ausfiel, obwohl die Menschen keine Tbc haben (z.B. CT von der Lunge unauffällig, sonst keine Anzeichen einer Tuberkulose) =falsch positiver Test

    Ich persönlich könnte mir vorstellen, dass bei Menschen mit Rheuma irgendwelche Antikörper im Blut sind, die die Ergebnisse des neuen Testes stören.

    Eine Therapie, die das Immunsystem unterdrückt, darf ein Mensch, der an Tbc erkrankt ist nicht erhalten, weil die Tbc (die vielleicht durch das Abwehrsystem unter Kontrolle ist) sonst "explodieren" kann, d.h. die gesamte Lunge und noch andere Organsysteme betreffen kann.

    Meines Erachtens ist bei einem Menschen, der kein Kontakt zu Tuberkulosekranken hatte und bei dem keine Anzeichen einer Tuberkulose da sind eine Computertomographie der Lunge (das Organ in dem die Tbc am häufigsten zu finden ist) ausreichend, um sich vor einer etwaigen hochdosierten Cortisontherapie oder einer Therapie mit Enbrel "abzusichern".

    Ich hoffe, das war jetzt verständlich erklärt, sonst einfach nochmal nachfragen :)


    gruß waschbär
     
  7. Judith

    Judith Mitglied

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    TBC-Test + Enbrel

    Danke euch für eure Antworten. Ich habe gestern Früh meine Ärztin angerufen und ihr alles beschrieben und sie gab ihr okay. Ich habe auch die erste Spritze schon hinter mir und bin ganz platt, weil es mir so schnell ganz deutlich besser geht. Viel weniger Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Meine Ärztin hat gesagt, kann sein, dass gleich die erste Spritze wirkt, kann auch etwas dauern, kann aber auch sein, dass Enbrel bei Ihnen gar nicht wirkt. Na, im Moment sieht es doch ganz gut aus und dafür bin ich sehr dankbar.
    Jetzt nur noch die leidige RSO am Ellbogen am Donnerstag einigermaßen gut hinter mich bringen und dann kann ich hoffentlich richtig aufatmen...
    Drückt mir ein Däumchen, oder auch alle, die verfügbar sind.... Ich danke euch!
    Sonnige Grüße von Judith
     
  8. waschbär

    waschbär Neues Mitglied

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    Prima, Judith,

    scheint eine vernünftige Dokterin zu sein :)

    und super dass das Enbrel so promt geholfen hat!
    Klar drück ich ein Däumchen!

    Grüße waschbär
     
    #8 24. Juni 2008
    Zuletzt bearbeitet: 24. Juni 2008