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Tatoos sind doch schädlich

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von Matthias, 14. November 2003.

  1. Matthias

    Matthias Neues Mitglied

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    Da ich gerade so in Form bin, und ein wenig über die Seite lese ;)

    Es gibt einen Artikel von DocL, der sich mit der Frage beschäftigt, ob rheumatische Erkrankungen gegen Tätowierungen sprächen.
    Im fällt keine Grund gegen Tätowierungen ein, mir aber zwei:

    1. Tätowierungen, insbesondere schwarze oder dunkelblaue, werden oft mit metall(salz)haltigen Farben vorgenommen. Diese können die Qualität der Bilder in der MRT beeinträchtigen, es können sich Artefakte bilden. Ausserdem kann es in der MRT zu oberflächlichen Hauterwärmungen bis hin zu Verbrennungen der Tätowierungen kommen.

    Der mir bekannte Fall einer Bechterew Patientin, die darauf bestand sich im Bewusstsein dieser möglichen Probleme ein Tattoo ausgerechnet auf die untere Rückenregion stechen zu lassen, ist nur noch unter Dummheit einzusortieren. :mad:

    2. Das gilt jetzt für die Psoriasis Arthritis Patienten:
    Entlang der Tatoogrenzen können sich Hautpsoriasisherde bilden, da habe ich schon wunderbare Bilder von gesehen.

    Matthias

    P.S.
    Also wenn schon Tattoos, dann wenigstens gelenkfern, es schadet also ein kleines Tattoo auf dem Schulterblatt oder ein Oberarmtattoo weniger als das schon zitierte Tattoo auf dem Rücken direkt über den ISG bei einem Bechterewpatienten.

    MRT Magnetresonanztomographie
     
    #1 14. November 2003
    Zuletzt bearbeitet: 14. November 2003
  2. Ulla32

    Ulla32 Guest

    Tattoos

    Hallo Matthias,

    ich kann mir unter Haupsoriasisherde leider nichts vorstellen. Kannst du mir erklären wie sich das auswirkt? und kann bei einem Szintigramm auch was passieren, wenn man tättowiert ist?


    Ich habe zwei Tattoos (1 am Schulterblatt, 1 am Sprunggelenk). Am Sprunggelenk kommt es öfter vor, dass sich Bläschen und pusteln und Schwellungen bilden. Ich war schon bei dem Tättowierer der das gemacht hat, und der konnte sich das nicht erklären. Vor allem weil die Bläschen usw. nach einer Zeit wieder verschwinden. Es juckt halt dann immer.

    :confused: :confused:

    Ulla32
     
  3. Matthias

    Matthias Neues Mitglied

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    Hallo Ulla

    1. Psoriasis ( Schuppenflechte ) ist eine Autoimmunerkrankung, bei der die meisten Leute schuppende Hautherde haben. Neue Herde können u.a. durch Verletzungen oder andere Störungen der Hautoberfläche ausgelöst werden, dass nennt man dann nach dem Entdecker "Köbner-Phänomen". Eine Tattoo stellt eine solche Verletzung der Haut dar.

    Manche Leute mit Psoriasis bekommen dann auch noch Gelenkprobleme dazu, und es kann (selten) sogar sein, dass Menschen mit Psoriasis Arthritis keine Hautprobleme haben, oder erst später welche bekommen.

    Sehr gerne wird der Morbus Bechterew mit PSA verwechselt, da beide unter anderem öfters die ILS oder die Wirbelsäule befallen.

    Was hast Du denn für eine Krankheit, oder welche vermutet man bei Dir ?

    2. Nein, zumindest nach dem gleichen Mechanismus wie bei der MRT sind keine Störungen oder Wechselwirkungen der Tattoos mit dem Szintigramm zu erwarten. Die dort tätigen Energien sind für eine Schädigung viel zu gering, in der MRT wird mit Magnetfeldern hoher Energien gearbeitet. Auch Artefakte kann ich mir kaum vorstellen.

    Matthias
     
  4. bonnchen

    bonnchen Guest

    Hallo Matthias,

    ich habe seit fast 3 Jahren ein schwarzes Tatoo im Lws-Bereich und Sponarthritis.
    Habe und hatte noch nie Probleme damit! Bin auch schon im MRT
    gelegen und keine Beschwerden gehabt!


    Ich würde mir immer wieder eines machen lassen.....Denk ich muß auf vieles sonst
    verzichten wg dem Rheuma und das lasse ich mir nicht nehmen :)

    ganz liebe Grüße
    Sabine
     
  5. Matthias

    Matthias Neues Mitglied

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    Hallo Sabine,
    ich hab geschrieben "werden oft" nicht "sind immer".
    Es muss nicht schief gehen, es kann, und wer möchte sich da schon auf die Auskunft des Tätowierers verlassen, der es selber oft nicht genau weiss.

    Ich kenne auch Schuppies mit Tattoos ohne Probleme, und angeblich hat sich neulich einer die Niagarafälle herunter gestürzt und ist der erste Mensch, der das überlebt hat. :D
    Zugegeben, der Vergleich war etwas extrem. :p

    Solange, wenn's dann schief geht, nicht der Medizin die Schuld in die Schuhe geschoben wird, ist das im Rahmen der Selbstverantwortung Erwachsener auch in Ordnung.

    Matthias
     
  6. Bleffi

    Bleffi Guest

    tattos

    Hallo Matthias,

    ich habe auf meinem Körper auch Tattos, die sind aber vor Bekanntwerden meines Rheumas entstanden. Allerdings habe ich RA. Die Ärzte schlossen bei mir ein Tatto als Ursache für die RA nicht aus und haben mir abgeraten, mir neue stechen zu lassen. Da habe ich schon ganz schön dumm geguckt. Neue Tattos lasse ich mir nicht stechen, da ich nun doch "Manschetten" habe.

    M.f.G.

    Bleffi :)
     
  7. Matthias

    Matthias Neues Mitglied

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    Also davon, dass Tattoos systemisch triggern habe ich auch noch nichts gehört.
    Vielleicht könnte man sich als Gedankenexperiment überlegen, dass jedes Tattoo ja immer auch eine Verletzung darstellt, die mit mehr- oder weniger entzündlichen Prozessen abheilen muss....
    Oder dass die Farben der Tattoos potentiell allergen sein können. Aus Allergie folgt dann wieder Histaminsausstoss und Entzündung......

    Ist aber ohne genauen Hintergrund alles etwas vage, und man sollte es schon genauer wissen und begründen können, wenn Konsequenzen daraus fordert.
     
  8. flower

    flower Die Ungeduldige

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    ...noch ein Wort zu Tatoo und MRT

    Hallo Matthias,

    gebe Dir in jeder Hinsicht recht ;)
    Zu der Frage Tatoo und MRT muss ich sagen, dass ich aus einem Krankenhaus gehört hatte, wo dieser Zusammenhang "plötzlich" deutlich wurde und als Reaktion ALLE Patienten mit Tatoo generell für MRT abgelehnt wurden (Auch kein Kopf MRT für Leute mit Knöchel Tatoo :mad: ).
    Selbst bei Patienten, die mit ihren Tatoos früher schon MRTs hatten - ohne Probleme.
    Über die "Sinnhaftigkeit" dieser Aktion möchte ich nichts sagen :rolleyes:

    flower :)
     
  9. Matthias

    Matthias Neues Mitglied

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    Tja, in einer Zeit, in der alle Welt feststellt, dass immer die Ärzte schuld sind, wenn etwas schief geht, kann ich das Krankenhaus durchaus verstehen. Risiken muss der tragen, der sie verursacht. Was würden die meisten Leute sagen, wenn auf der Einverständniserklärung folgender Satz stehen würde:
    "Ich bin mir bewußt, dass bei ungünstigen Verhältnissen Verbrennungen bis zum dritten Grad an Tattoos auftreten können, und entbinde das Krankenhaus von jeder Haftung in diesem Fall".
    Ich weiss gar nicht, ob das juristisch geht, aber eigentlich muss genau so etwas rein. Die eventuell schlechten Bilder muss man dann noch gesondert berücksichtigen. Es wurden schon "Lungenkarzinome" operiert, bei denen vorher nur vergessen wurden, den Patienten sein Halskettchen ausziehen zu lassen - oder was immer sonst noch Artefakte erzeugen kann.

    Also, lasst Euch ruhig weiter tätowieren, aber weint der Welt dann nix vor, wenn ihr die Konsequenzen nicht tragen wollt.
     
  10. flower

    flower Die Ungeduldige

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    Ja theoretisch juristisch möglich (habe das mal mit einem juristen durchdiskutiert :D), aber da facto von den Krankenhäusern trptzdem nicht gern gemacht

    Das wiederum ist echt ein "Kunstefehler", denn eigentlich hatt man ja dazu RTAs, dass sie auf sowas achten! Man kann keinem Patienten, der das nicht täglich macht :)D) zumuten, an sowas zu denken. Wir haben alle ketten etc. UNd wenn man nervös ist, kann man auch mal vergesslich werden.... Nee wirklich :mad:

    Hattest Du gerade mit jemandem eine diesbezügliche diskussion :rolleyes: ?!

    Liebe Grüße,

    flower
     
  11. Nachtfalter

    Nachtfalter Neues Mitglied

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    Hi!

    EIein Wort zum Thema "Dummheit" Deiner Bekannten: ich kann sehr gut verstehen, sich trotz des Risikos (von dem ich heute übrigends zum ersten Mal höre) am Rücken tätowieren zu lassen. Man ist durch die Krankheit schon in vielem eingeschränkt, achtet vielleicht auf die Ernährung, auf Bewegung, auf Medikamente und hat dauernd Schmerzen. Ein Tatoo ist, oder kann, Ausdruck eines Lebensgefühls sein. Und ein Tatoo am unteren Rücken ist nun mal nicht zu vergleichen mit einem Schmetterling auf der Schulter oder einer Rose am Knöchel. Und durch so ein Tatoo setzt sie ja vielleicht ein Zeichen für sich selber, sich vom MB nicht komplett beherrschen zu lassen und alles dem unterzuordnen. Das als "Dummheit" abzukanzeln ist besserwisserisch und intolerant. Ein Mensch besteht nicht nur aus seiner Krankheit.

    Viele Grüße,
    Nachtfalter
     
  12. Melly_1972

    Melly_1972 Guest

    Danke Nachtfalter, denn wer soll auch sowas wissen. Ich habe selber MB und bei mir ist auch das ISG betroffen. Habe ein grosses Tatoo über dem Steissbein machen lassen als ich es geschafft habe aus dem Rollstuhl rauszukommen. Es hatte nur was mit Lebensgefühl zu tun. Das es Probleme beim MRT geben kann, da hatte ich nie was von gehört. Ich war dieses Jahr mit Tatoo im CT das gab es keine Probleme. Und nicht immer gleich alle Verurteilen! Denn jeder hat einen anderen Geschmack oder Interessen. Es gibt zm Beispiel bestimmt auch Leute die Besserwisser hassen oder Bücherwürmer. Man sollte immer offen für andere sein und die Entscheidungen akzeptieren. Denn man weiss ja die Umstände gar nicht
     
  13. Ulla32

    Ulla32 Guest

    Meine Krankheit

    Hallo Matthias,

    die Erkrankung weshalb ich das Morphin nehmen muss, sind chronische Verwachsungen und Vernarbungen im ganzen Unterbauch (Teildünndarm und Dickdarmresektion usw.usw.) und Rücken. Daher auch schon 11 OP`s. Die Erkrankung ist nicht heilbar und schreitet immer weiter fort. Leider können die Ärzte nichts daran machen und ich muss so wörtlich von den Ärzten: Mit den Schmerzen und der Krankheit mein Leben lang klar kommen. Man kann nicht mehr operieren, da ich die letzte OP nur noch mit viel Glück und Lebenswillen überlebt habe. Und ich bin jetzt schon wieder auf dem Stand, dass ich normalerweise wieder operiert werden müsste, aber die Ärzte, und ich war in verschiedenen Kliniken, trauen sich an meine Bauch nicht mehr dran. Eine Garantie, das ich eine erneute OP überlebe, kann mir keine Arzt geben.

    Jetzt muss ich aber am Mittwoch noch zum Skelettszintigramm wegen Verdacht auf Rheuma etc.

    Ich hatte mal ne leichte Schuppenflechte, die kam aber als Nebenwirkung von Interferon vor 5 Jahren. Das Interferon musste ich damals für 9 Monate spritzen, da ich bedingt durch die OP´s durch ne Bluttransfusion Hepatitis C bekommen habe. Die Schuppenflechte war damals aber nur leicht ausgeprägt, und ich musste auch nichts dagegen tun. Seit dem ich das Interferon nicht mehr nehme ist sie auch nur noch selten aufgetreten, und dann auch nicht besonders stark. Die Ärzte in der Bonner Uni Klinik haben mir nur gesagt, dass sie vielleicht nochmal zwischendurch wieder kommen kann. Aber eigentlich sind sie noch nicht mal so richtig darauf eingegangen. Deshalb kannte ich auch den medizinischen Ausdruck dafür nicht.

    Hatte mir halt nur Gedanken darüber gemacht, als ich deinen Beitrag gelesen hatte, weil sich halt immer wieder diese Bläschen und Pusteln an dem Tattoo am Sprunggelenk bilden und der Tattowierer halt auch nichts damit anfangen konnte.

    Und wie schon von anderen vor mir geschrieben, war die Tattoos wie eine Art lebensqualität für mich. Ich bin schon in allem eingeschränkt, und musste viele meiner Hobby´s aufgeben. Auch meine Berufe (Arzthelferin und Rechtsanwaltsfachangestellte) kann ich icht mehr ausüben. Und mit den Tattoos habe ich mir einen kleinen Traum erfüllt.
    Und außerdem bin ich noch in keinem Krankenhaus auf irgendwelche Risiken wegen den Tattoos hingewiesen worden. Und das sollte dann doch eigentlich geschehen, oder. Dann kann ich selber entscheiden, ob ich dieses Risiko eingehen will oder nicht.

    Grüße aus Monreal

    Ulla
     
    #13 17. November 2003
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 17. November 2003
  14. Matthias

    Matthias Neues Mitglied

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    Wenn jemand sich ein Tattoo stechen läßt, dann ist das Geschmackssache.
    Wenn er später erfährt, dass das bei seiner Krankheit Probleme bringen KANN, ist das schlichtweg Pech, aber er (oder sie) kann nichts dafür. Freut Euch über Eure Tattoos und macht Euch dann Sorgen darüber, wenn es soweit ist. Bis dahin ist es ja schon mal gut zu wissen, dass man vielleicht "stop" sagen sollte, wenn es in der MRT anfängt zu kribbeln ( bevor es zu Verbrennungen kommt).

    Wenn jemand darauf besteht, ein Tattoo stechen zu lassen, obwohl er weiss, dass es schaden kann, und dann auf den losgeht, der ihn über die Problematik informiert, ist das das Niveau eines dreijährigen, der unbedingt über die Strasse will, weil drüben so ein tolles Karussell läuft und dabei auf seine Mutter einschlägt, die versucht ihn festzuhalten. Dabei geh ich ja gar nicht so weit. Ich hindere Euch nicht daran, Euch Tattoo stechen zu lassen. Ich steh ja nur daneben und, ja, urteile, dass jemand der einer irreversiblen Modeerscheinung hinterhergeifert die seiner Gesundheit schaden kann, und das ganze als unvermeidbar für das Lebensglück ansieht, bei mir einfach kein Verständnis dafür erweckt..
     
  15. Matthias

    Matthias Neues Mitglied

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    Hallo Ulla,
    einmal Schuppenflechte festgestellt und jetzt dann und wann Ärger am Tattoo:
    Warum so lange suchen, das ist mit einer hohen Wahrscheinlichkeit eine geköbnerte Schuppenflechte. Aber eine Hautkrankheit kann man erst beurteilen, wenn man sie gesehen hat. Wenn es wieder mal soweit ist, kannst Du ja mal zu einem Hautarzt gehen. Wenn es nur ein bischen und an dieser Stelle ist, ist es ja nicht so schlimm.
    Kannst Du mal ein Bild machen, wenn es wieder auftritt ?
    Das könnte ich für meine Sammlung brauchen, ich habe erst einmal ein Bild davon gesehen. Ich glaube noch nicht einmal die Uni Erlangen hat eines veröffentlicht, und die hat einen ganz tollen dermatologischen Atlas im Netz.