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springende Venenentzündung Symptom für ...?

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von Ratlose, 20. Juli 2005.

  1. Ratlose

    Ratlose Guest

    Hallo an alle Mitlesenden,

    ich hatte letzes Jahr eine Venenentzüdung, damals scheinbar ausgelöst von einem Stoß ans Schienbein. Jetzt, ziemlich ein Jahr danach, habe ich wieder eine Venenentzündung, ohne ein solches auslösendes Ereignis. Ich muss dazu sagen, dass ich ausnahmslos immer diese hübschen Kompressionsstrümpfe trage seit der Venenentzündung im letzten Jahr. Ich bin schlank, treibe viel Sport und ein Venenfunktionstest ergab, dass meine Venen "besser nicht sein könnten" (O-Ton Phlebologe). Die Venen sind gesund, die Klappen funktionieren bestens. Verkalkungen in Arterien habe ich nicht.

    Zu diesen Beschwerden kommt, dass ich an einer Raynaud-Symptomatik leide (seit ca. 3 Jahren) und auch hin und wieder Schwellungen im Bereich der Gelenke habe (Finger, Zehen, Ellbogen, mal mehr, mal weniger schlimm). Meine Blutwerte der letzten Jahre sind im Normbereich, außer die Leukozyten, die waren immer zu hoch. Auch ein Leberwert hat manches Mal nicht gepasst und die BGS war "noch" im Normalbereich.

    Ein Besuch beim Rheumatologen im April 2004 ergab, dass ich Kälteagglutinine im Blut habe, ein Rheumafaktor wurde nicht gefunden. Diagnostiziert wurde außerdem ein Erythema nodosum an den Beinen ... dieses stellte sich allerdings dann als springende Venenentzündung raus, bzw. der Phlebologe meinte jetzt jedoch das sei kein E.n. sondern eine Thrombophlebitis, eine saltans oder migrans ... und der Hammer kommt jetzt: der Phlebo meinte, es könne gut sein, dass ich was ausbrüte, springende Venenentzüundungen seien oftmals ein Frühwarnsymptom für eine Tumorerkrankung oder auch eine rheumatische Erkrankung. Ich könne nix tun außer abwarten und engmaschigere Vorsorgeuntersuchungen durchlaufen als empfohlen. Mit dieser "Empfehlung" will ich mich aber nicht zufrieden geben. Auf mein Drängen hin bekam ich eine Überweisung an ein biochemisches Labor, dort wurde untersucht auf Thromophilie, Vaskulitis, Faktor-V Leiden und was weiß ich noch alles. Gefunden wurde bisher nichts, am Montag hab ich nochmal einen Termin bei dem Phlebo.

    Ich fühle mich nicht ernst genommen, von meinem Hausarzt nicht und vom Phlebo auch nicht. Ich war auch schon mal beim Heilpraktiker, der erzählte mir was von einer Thrombangitiis obliterans, eine Allergie gegen Nikotin quasi. Die betrifft in der Hauptsache aber Männer, sagt der Heilpraktiker, ab 40. Ich bin weiblich, 36 Jahre alt und rauche (höre gerade auf damit, weil mir der A... auf Grundeis geht).

    Wer von Euch hat ähnliche Erfahrungen gemacht, bzw. kann mir einen Rat geben, was ich tun soll? Soll ich zu nem Rheumatologen oder zu nem Internisten? Auf jeden Fall kann ich doch nicht rumsitzen und abwarten ob sich in meinem Körper ein Tumor bildet oder sich eine rheumatische Erkrankung manifestiert?!

    Vielen Dank für Eure Antworten. lG Ratlose
     
  2. Lilly

    Lilly offline

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    hallo,

    tut mir leid, aber vorbeugung gegen rheuma oder einen tumor gibt es nicht. da man bis heute nicht weis, was im endeffekt entzündliches rheuma auslösst (man kennt zwar einige auslössende faktoren, (zb. infektionen, familiere disposition, stress usw.), aber der wirkliche auslöser wird selten gefunden ( bei einer infektarthritis schon, kann man im blut feststellen)
    ich, an deiner stelle , würde wieder zu einem internistischen rheumatologen gehen, und ihm über all meine beschwerden berichten. (auch venenentzündungen kommen bei entzündlichem rheuma vor, gelenkschmerzen und schwellungen hast du ja auch) es gibt auch viele rheumaarten die man im blut nicht sehen kann (sero.neg., = kein rheumafaktor), und es sich aber dabei trotzdem um entzündliches rheuma handelt. (anhand deiner erhöhten leuco sieht man doch, das ein entzündliches geschehen stattfindet)
    falls sonst nichts gefunden wird, bleiben nur die engmaschigen kontrollen.
     
  3. Ratlose

    Ratlose Guest

    Liebe Lilly,

    vielen Dank für Deine Antwort. Ist mir schon klar, dass man vorbeugend nix tun kann. Aber soll ich einfach nichts tun und abwarten, ob sich was entwickelt? Das ist wohl nicht wahr, oder? Es geht schließlich um MEINE Gesundheit!!!!

    Leider nimmt mich weder mein Hausarzt noch der behandelnde Phlebologe ernst. Ich hab mir jetzt einen Termin bei einem Rheumatologen gemacht ... der ist am 7. Oktober ... dazu sag ich gar nix mehr. War beim letzten Man auch so, dass ich monatelang warten musste. Tja, und wenns dann so weit ist und ich grade keine Beschwerden habe, dann steh ich genauso doof da wie jetzt. Sowas kann und will ich nicht akzeptieren. In diesem Sinne, eine gute Nacht, wünscht, Ratlose

     
  4. Lilly

    Lilly offline

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    hallo,

    also ganz verstehe ich diese diagnosen jetzt nicht, handelt es sich dabei um verschiedene erkrankungen.
    thrombophlebitis=
    tiefe venenentzündung mit thrombotischem verschluss des lumens. (sehr gefährlich, der thrombus kann wandern und u.a. die lungen, herz- gehirngefässe verstopfen= infarkte)
    thrombophlebitis migrans; thrombophlebitis saltans=
    zeitlich aufeinander folgende, oberflächliche phlebitiden mit manifestation an verschiedenen stellen der gleichen extremität oder an verschiedenen extremitäten. vork.: idiopathisch, paraneoplastisch (z.B. bei pankreas-, bronchial-, prostatakarzinom, maligner lymphogranulomatose, leukämie [histor. bez.:trousseau-Syndrom]), parainfektiös; bei endangiitis obliterans als frühzeichen, teilweise als erstmanifestation noch vor auftreten der arteriellen verschlüsse.
    quelle
    welche medikamente bekommst du? blutverdünner? (macumar, cortison?)
    ich denke, dass die therapie alleine mit thrombosestrümpfe nicht ausreicht.
    mein tipp, bei der nächsten entzündung dich direkt ins kh einliefern,- und stationär aufnehmen lassen. (ich wurde wegen dem verdacht auf thrombophlebitis 3 tage stationär behandelt und durchuntersucht)
     
  5. Ratlose

    Ratlose Guest

    Thrombophlebitis

    Hallo Lilly,

    da wären wir schon zu zweit. Ich verstehe auch so manches nicht ;-).

    Laut Diagnose des Phlebologen letztes Jahr (phlebologische Gemeinschaftspraxis, von Focus ausgezeichnet als eine der besten in Deutschland) war es eine Thrombophlebitis. Eine Thrombophlebitis ist immer eine Venenentzündung des oberflächlichen Venensystems, sagen die, nicht ich, meist mit Thrombus, kleiner oder größer eben. Ich habs nicht studiert und muss glauben was Ärzte mir sagen. Die Gefahr dabei ist, dass der T. von den oberflächlichen durch die Verbindungsvenen in das tiefe Venensystem geschwemmt wird und es so zu Verschlüssen kommen kann.

    Dieses Jahr (anderer Arzt, Phebologin, gleiche Praxis): oberflächliche Venenentzündung, Thrombophlebitis eben. Da am selben Bein etwas weiter unten, auch rote Flecken, strangförmig ertastbar bestehen, sagte die Ärztin was von einer springenden Venenentzündung, da dieselbe Vene in anderen Abschnitten betroffen sei. Natürlich habe ich das im Internet nachgelesen, mir ist nicht ganz klar, ob die Dame recht hat. Ein anderer Arzt hat diese Flecken allerdings als Erythema nodosum bezeichnet, wohlbemerkt hat er auch geäußert, dass er selbiges E.n. noch nie in natura gesehen hat ... ergo, der weiß nicht mehr als ich *spöttel*.

    Auch das Wort endangiitis obliterans fiel, heißt jetzt aber anders: thrombangitiis obliterans (wie gesagt, das behaupte nicht ich, sondern die Götter in weiß). Diese Krankheit sei aufs Rauchen zurückzuführen. Wenn dem so ist, na, dann lass ichs eben bleiben, sagte ich mir und hab also aufgehört damit.

    Das Paradoxe: meine Arterien sind in 1a Zustand (wiederum: das sagen die Ärzte, nach Sonographie natürlich). Meine Venen angeblich auch, ergab ein Venenfunktionstest.

    Zu mir persönlich: ich fühle mich kerngesund, bin leistungsfähig und aktiv. Ich bin schlank, treibe Sport, bewege mich auch im Alltag sehr viel und ernähre mich bewusst, gesund und fettarm. Das Rauchen habe ich aufgehört, bzw. kämpfe ich natürlich immer noch gegen diese Sucht, aber ich bin auf dem besten Weg zum Nichtraucher :)

    Zu den Medikamenten: ich spritze derzeit Heparin, wegen der Thrombophlebitis und trage die K-Strümpfe. Ansonsten hat man mir nichts verordnet.

    Als ich letztes Jahr diese Thrombophlebitis hatte, bin ich ins KH, in die Ambulanz. Das deswegen, da auf der Krankmeldung Thrombose rechts Bein stand und ich Heparin verschrieben bekam. Das wollte ich in der Apotheke besorgen und der Apotheker fragte mich weshalb. Daraufhin hab ich ihm erzählt, was diagnostiziert wurde und er riet mir besser ins KH zu gehen. Hab ich also gemacht, bin in die Ambulanz, von dort auf Station, war da 1 Tag gelegen, wurde vom Oberarzt als Simulantin hingestellt, da im Blut von einer Thrombose nichts nachzuweisen war. Daraufhin wurde ich wieder nach Hause entlassen.

    Zu der Tumortheorie: ich hatte im Mai diesen Jahres eine Magen- und Darmspiegelung (mein Dad starb an Darmkrebs) zusätzlich Sonographie von Leber, Galle, Milz und Bauchspeicheldrüse, ohne Befund, Gott sei Dank. Bei der Frauenärztin war ich auch erst, alles i.O. Ich hoffe es bleibt so.

    Was ich allerdings nicht machen werde: rumsitzen und abwarten. Dafür lebe ich viel zu gerne und meine Gesundheit ist mir zu wichtig. Ich habe eine Verantwortung mir gegenüber und die werde ich wahrnehmen. Im Oktober habe ich erst mal nen Termin bei einem Rheumatologen, spät aber immerhin. Vorher werde ich zu nem Internisten gehen, nachdem ich mit meinem jetzigen Hausarzt nochmal geredet habe. Und falls der mich nicht ernst nimmt, werde ich nochmal wechseln.

    Vielen Dank für diesen Austausch, man sieht mal wieder, wie unterschiedlich Ärzte handeln, sagen und sind. Einerseits verständlich, der menschliche Körper ist schon ein Wunderwerk, das man halt nich so auf den ersten Blick durchschaut. Aber mit Banalitäten abspeisen lassen, das kanns auch nicht sein. In diesem Sinne, liebe Grüße, Ratlose