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Sexuelle Unlust

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von Salvina, 12. Dezember 2006.

  1. Salvina

    Salvina Registrierter Benutzer

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    Hallo,
    Ich weiß nicht, ob ich hier richtig bin, aber ich weiß einfach nicht mehr weiter.
    Mein Freund (38) hat Morbus Bechterew, Osteoporose, eine kaputte Schulter und mehrere Bandscheibenvorfälle in der HWS, BWS und LWS. Dementsprechend muss er viele Medikamente schlucken, meines Wissens nach spritzt er sich 2 x wöchentlich Embrel, nimmt Diclofenac und Tramadolor, einen Magenschutz und 1 x wöchentlich ein Medikament wegen seiner Osteoporose.
    Unser Problem ist seine sexuelle Unlust. Wir sind erst seit 3 Jahren zusammen (ich bin 28) und kämpfen seit guten 2 Jahren mit seiner Unlust. Mich belastet dies sehr, da ich oft das Problem bei mir suche, und wir mittlerweile seit einem dreiviertel Jahr keinen Sex hatten.
    Ich weiß ja, dass er selbst genug zu leiden hat, sehe es ja schließlich tagtäglich. Es ist auch oft schwer anzusehen. Und doch frage ich mich, wie wir unsere Beziehung aufrecht erhalten sollen. Sex ist nicht das Wichtigste, absolut nicht, doch gehört es dazu, und ich fühle mich noch zu jung, als dass ich ganz ohne ihn auskommen könnte oder möchte.
    Wie geht es anderen Patienten, die auch so viele Medikamente einnehmen müssen? Liegt es tatsächlich an der Medikamenteneinnahme, oder spielt sich das meiste im Kopf ab?
    Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, ich möchte niemanden angreifen oder beschuldigen, ich leide ja mit dem Krankheitsbild meines Freundes mit. Aber ich hätte gerne Klarheit, damit ich mich entweder damit abfinden kann oder.... ich möchte einfach wissen, woran ich bin. Denn einen Arzt hat er bis heute noch nicht deswegen angesprochen, vermutlich ist es ihm peinlich.
    Über Antworten wäre ich sehr dankbar.
    Liebe Grüße, Salvina
     
  2. Robert

    Robert R-O-süchtiger Freßbär ...

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    Hallo Salvina,

    es gibt eine ganze Reihe von Einflüssen, die aus Lust Frust werden lassen können:

    1.) die Medikamente - teilweise ist ja auch in den Beipackzetteln auf diese Nebenwirkung hingewiesen.

    2.) die Krankheit an sich - wenn alle Knochen wehtun, dann hat man(n) wenig Lust auf nicht viel

    3.) die Sorgen - über die Zukunft, den weiteren Verlauf etc.

    4.) mangelnde Kommunikation - einerseits "Sie hält mich doch für verrückt, wenn ich jetzt trotz allem Lust auf Sex habe", andererseits "Ich glaube, daß ihm Sex jetzt wehtun würde".

    Man interpretiert viel in den anderen hinein, da ist es wirklich hilfreich, offen und ehrlich miteinander zu reden.

    Es liegt sicher nicht nur an den Medikamenten - meiner Ansicht nach spielen diese eine eher untergeordnete Rolle - sondern an Erwartungshaltungen und Gedanken, die nicht offen ausgesprochen werden.

    Mein Tip also: redet miteinander über Eure Vorstellungen, Bedürfnisse etc., geht ehrlich miteinander um und vor allem versucht nicht, irgendwas zu erzwingen - Druck und Streß sind Lustkiller ...

    Liebe Grüße

    Robert
     
  3. Frank.H

    Frank.H Neues Mitglied

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    Hallo,
    Robert hat das alles gut beschrieben.
    Die Erkrankungen selbst,die Medikamente,der Kopf,alles spielt da eine Rolle.
    Ich weiß ja nicht wie das bei euch so anbläuft,aber normalerweise ist es ja so, das Mann die Initiatieve(oder so)ergreift.Wenn man sich nicht gut fühlt ist das nicht ganz so leicht.Ich könnte mir vorstellen das es wohl eher was mit dem Sex wird, wenn Du in dem Falle vorsichtig mal das Heft in die Hand nimmst.Wenn das auch nicht hilft,dann würde ich mir überlegen wie wichtig das für deine Beziehung ist und meine Schüsse daraus ziehen.
    Alles Gute,
    Frank.
     
  4. schaller

    schaller Neues Mitglied

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    Hallo,Salvina!

    Ich hoffe,dass Du gesehen hast,was Bodo geschrieben hat.Evtl.hilft es Euch auch.Grüße von schaller
     
  5. matzi

    matzi Neues Mitglied

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    Hallo Salvina!

    Ich kann Dich gut verstehen, es gibt einige Medikamente wodurch die
    Potenz des Mannes schwindet. Ob das auch von Rheuma-Medikamenten
    so ist, bin ich überfragt. Allerdings müßte ein Freund wohl auch mit 38 Jahren wissen, das man eine Frau anders befriedigen kann.
    Wenn es körperlich von seiner Seite aus nicht klappt.
    Also schliesse ich mich Robert´s Meinung an : Ihr müßt reden!

    Liebe Grüße
    Matzi

    @ Frank Warum ergreift " normalerweise" der Mann die Initiative?
    Hallo, wir schreiben das Jahr 2006 nach Christi :D
     
  6. Ein interessantes Thema,
    ich find alle Antworten richtig. Nur....Liebe Salvina. Mein Mann hat auch, unter anderem MB. Wie soll ich mich jetzt äussern, denn er ließt ja hier mit:eek: .
    @ Matzi... welcher Mann redet gern? Und dann über DAS Thema? Wir Frauen sind da anders, wollen immer alles wissen, alles klären.
    Nur noch soviel, Salvina, such nicht die "Schuld" bei dir, denn "Schuld" habt ihr beide nicht.
    Ich schick dir mal ne PN.
    Erst einmal herzlich Willkommen bei RO.
    LG von Sylke
     
  7. Salvina

    Salvina Registrierter Benutzer

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    Hallo Leute,

    Erstmal vielen Dank für Eure Antworten und Anregungen.

    Wir haben schon ziemlich oft darüber gesprochen, aber es ist bei ihm so wie ihr schreibt: schlaflos in der Nacht, morgens schleppend mit Schmerzen, tagsüber Schmerzen, abends hundemüde,... nur 1 Tag nach Embrel geht es ihm besser, abends trotzdem wie gerädert

    Das mit der Initiative habe ich auch schon oft genug versucht, mit dem Erfolg, dass ich jedesmal abgewiesen wurde und mich das so sehr verletzt hat, dass ich mich nun nicht mehr traue, einfach aus Angst, wieder zurückgewiesen zu werden.

    Es geht mir ja nicht nur um die Befriedigung, die ist zweitrangig. Wichtig sind mir körperliche Nähe, Austausch von Zärtlichkeit, Schmusereien - aber dies gibt es auch nicht und wenn ich das schreibe, zerreißt es mir fast das Herz und ich könnte losheulen.

    Dies klingt bestimmt alles furchtbar egoistisch, weil ich da nur an mich denke, doch kommt bei mir nun der Selbserhaltungstrieb der mir sagt, dass ich mein Leben nicht mit ständigen Verletzungen leben möchte.

    Ach ja, was hat Bodo geschrieben - ich kann seinen Beitrag nicht finden. Bin ich blind, oder was? :confused: :eek:

    Auf jeden Fall nochmals vielen Dank und einen schönen Abend,

    Alles Liebe, Michaela
     
  8. Lilly

    Lilly offline

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    hallo silvina,

    deine wünsche klingen keineswegs egoistisch. ich könnte mir, trotz krankheit und vielen medikamenten, ein leben ohne zärtlichkeit und liebe nicht vorstellen...

    krankheit hin, krankheit her- dein freund sollte auch darann denken, dass du diese kuscheleinheiten brauchst- sprich klartext mit ihm- sag es ihm genau so, wie du es jetzt im forum geschrieben hast....

    auch wenn ich schmerzen habe, tut es mir wahnsinnig gut, wenn mich mein mann zärtlich in den arm nimmt und streichelt, und umgekehrt ist es ebenso (mein mann hat auch entzündl. rheuma)

    wünsche dir viel kraft für eine "richtige" aussprache!

    ps: hier der beitrag von bodo:

    http://www.rheuma-online.de/phorum/showthread.php?t=24982&highlight=bodo
     
  9. zap

    zap Neues Mitglied

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    :) Hallo Salvina

    Sei erst mal ganz lieb gegrüßt. Meinen Vorschreibern kann ich nur recht geben. Ich kann da im Moment nur von mir ausgehen. Die Schmerzen vermiesen auch mir rößtenteils den Spaß an der Lust. Mein Männel hatte dann erst mal das nachsehen. Aber da hab ich so einen lieben erwischt, der das auch versteht. Wir haben auch viel darüber geredet. Ich hab ihm gesagt, was mir, bei welcher Berührung weh tut. Er nimmt mich oft ganz lieb in die Arme und sagt mir, dass er mich lieb hat. Das ist nicht erst seit den Schmerzen so.
    Da ich gegen Mittag meist am wenigsten Schmerzen habe, wird dann eben noch mal ins Bett (o.ä.) gehuscht, wenn er keine Schicht hat. (Da ist auch unsere Tochter (10) noch in der Schule.) Geht halt alles nicht mehr so von jetzt auf gleich. Manchmal nehm ich eben auch abends noch ne Schmerztablette zusätzlich, damit was geht.
    Ansonsten ist es aber auch mal schön, sich nur gegenseitig zu umarmen, zu kuscheln, sich was liebes zu sagen. Mit Kerzenschein, leise Musik. Raus aus dem Alltagstrott, mal versuchen, dem anderen die Umwelt und alles andere vergessen zu machen.
    Ihr dürft euch nicht unter Druck setzen (lassen) !! Ich drücke euch ganz lieb die Daumen und hoffe, dass ihr bald auf einen Nenner kommt !!

    Liebe Grüße von Zap :) :)
     
  10. Mutterkutter

    Mutterkutter Neues Mitglied

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    Tjaja,das kenn ich auch,von meinem Mann.Er ist ja seit 2001 erkrankt.Und ich hab auch immer gedacht,es liegt an mir.Bis ich kapiert habe,dass es an den Medikamenten liegt.Und bis mein Mann kapiert hat,dass er zum Urologen gehen musste.Weil,in dem Fall kann nur ein Urologe helfen.Versucht das doch mal.Es wird zwar ganz bestimmt nicht einfach sein,Deinen Mann davon zu überzeugen,aber es ist bestimmt ein guter Weg.
     
  11. Diana1970

    Diana1970 Ruhrpottgöre

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    Hallo liebe silvana,
    du schreibst

    Ich habe zwar eine andere Medikombi,aber diese Zustände kenne ich nur zu gut aus den Zeiten vor meiner Diagnose.Das haut aber auch selbst den stärksten Kerl irgendwann um.Das geht echt sowas von an die Substanz,selbst das so viel gepriesene reden,reden,reden war mir da nicht mehr möglich.Und wenn das schon nicht mehr geht.....
    Tut mir leid wenn dir das nicht wirklich weiterhilft,aber vielleicht trägt es zum Verstehen bei.
    Ich wünsche euch von Herzen,daß bald bessere Zeiten für euch kommen.

    Ganz viele liebe Grüße,
    Diana
     
  12. wieselchen

    wieselchen Registrierter Benutzer

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    das kenne ich nur zu gut

    Hallo Salvina,

    ich habe deinen Beitrag gelesen bezüglich der sexuelen Unlust Deines Freundes. Ich muß dir sagen, ich dachte ich lese meine Geschichte. Du schilderst genau das gleiche Problem, dass ich mit meinem Freund habe. Er hat mir erklärt seine Schwierigkeiten kommen von dem Medikament MTX, dass er nehmen muß. Mitlerweile ist es bei ihm so, dass er fast keinen Orgasmus mehr hat und auch keinen Samenerguß und wenn doch, dann hat er wahnsinnige Schmerzen dabei. Diese Schmerzen halten dann auch noch 2-3 Tage an. Er erklärte es mir so, dass sich die Samenstränge zusammenziehen und nicht mehr durchlässig sind für den Samen. Entschuldige, wenn ich es so deutlich schreibe aber es muß ja mal in aller Klarheit gesagt werden. Ich kenne meinen Freund auch erst seit 3,5 Jahren und seit fast 2 Jahren wissen wir, dass er Rheuma hat. Am Anfang ging es ja noch aber diese Zurückweisungen, die du schilderst kenne ich nur zu gut. Es gab Tage da hatte ich das Gefühl, er kann meine Berührungen nicht mehr ertragen. Das war sehr schlimm für mich. Ich weiß nicht wie oft ich heulend in meinem Bett lag. Mitlerweile muß ich sagen, dass die Krankheit und alle damit verbundenen Einschränkungen unsere Beziehung fast zerstört hat. Wir sind dabei uns erstmal räumlich zu trennen. Das Leben unter einem Dach wird zunehmend schwieriger. Wir haben gemerkt, dass wenn wir uns ein paar Tage nicht gesehen haben er sich wieder unheimlich freut mich zu sehen. Er gibt mir dann wieder das Gefühl, dass er mich mag und das er mich will. Nur hält dieses Gefühl nicht lange an. Ich kann dir nicht sagen wie es mit uns weiter gehen wird im Moment nehme ich jeden Tag wie er kommt.
    Ich wünsche Dir, dass Ihr es zusammen schafft oder jeder für sich. Nur kenne ich Deine Gedanken nur zu gut. Vielleicht ist es irgendwann für Euch beide besser, wenn ihr getrennte Wege geht. Man kann auch dann gute Freunde bleiben und immer für den anderen ein offenes Ohr haben. Trennen heißt nicht hassen. Ach noch was, ich bin 45 Jahre alt, also noch fast 20 Jahre älter als Du. Überlege Dir gut was Du tust. Rheuma ist wirklich keine einfache Krankheit glaub es mir besonders auch für die Angehörigen. Es gibt Tage, da denke ich, dass ich selbst daran zerbreche. Die Tage, an denen mein Freund von Schmerzen gezeichnet von der Arbeit kommt und sich nicht mehr bewegen kann. An den Tagen, an denen ich nur patzige und zurückweisende Antworten bekomme. Dann, wenn ich merke, dass er am liebsten alleine wäre und ich nur Luft für ihn bin. Wenn ich merke, dass er immer verbitterter wird und mit dem Schicksal hadert. Wenn er von guten Zeiten als Sportler erzählt und ich sehe, dass er fast nicht mehr laufen kann und die Finger nicht mehr bewegen kann.
    Ich will Dir keine Angst machen, ich wollte Dir nur schreiben wie es mir geht und das Du nicht alleine bist mit diesen Fragen und den Zweifeln. Es geht vielen so.

    Ich wünsche Euch beiden trotzdem ein schönes Weihnachtsfest und wirklich alles, alles Gute.

    wieselchen
     
    #12 20. Dezember 2006
    Zuletzt bearbeitet: 20. Dezember 2006
  13. Mutterkutter

    Mutterkutter Neues Mitglied

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    @wieselchen,ich finde Du machst es Dir aber einfach.
    Ich krieg da echt einen dicken Hals,wenn jemand schreibt,dass man über eine Trennung nachdenken sollte,weil man ja nicht weiss was da noch so auf einen zukommt.
    Also ich habe mal zu meinem Mann auf dem Standesamt *JA* gesagt.In guten wie in schlechten Zeiten.
    Ich käme überhaupt nicht auf die Idee,meinen Mann zu verlassen.Obwohl er teilweise auch gefrustet,depremiert,schlecht gelaunt,sexuell unlustig und anstrengend ist.
    Es gibt mit ihm auch schöne Tage und Erlebnisse und die überwiegen.Wir versuchen das Beste draus zu machen und geniessen auch die schmerzarmen Zeiten.Und wenns dann wiedermal nicht so toll läuft,dann weiss ich doch genau,dass es auch bald wieder schöne Tage gibt.
    Ausserdem denke ich mal,dass gerade Kranke Menschen einen positiv denkenden und auch helfenden Partner brauchen.
    Ich jedenfalls könnt es schon garnicht mit meinem Gewissen vereinbaren ihn alleine zu lassen.:(
     
  14. Hallo Mutterkutter
    Ich kenne Wieselchens Einstellung sehr gut, und sie sagte nicht leichtfällig, was du nicht verstehst.
    Als ich Salvinas ersten Beitrag las, dachte ich genau wie Wieselchen.....
    das bezog sich auf Salvinas Satz..
    Zitat:Sex ist nicht das Wichtigste, absolut nicht, doch gehört es dazu, und ich fühle mich noch zu jung, als dass ich ganz ohne ihn auskommen könnte oder möchte

    Und es ist nicht jeder bereit zu verzichten,auf sehr vieles. Wie ich schon oft geschrieben habe, es ist nicht für jeden selbstverständlich sich immer nur nach dem anderen zu richten. Es gibt solche und solche. Auch ich für mich weiss genau was ich will. Auch wenn manchmal Zweifel da sind, aber die sind schnell vergessen ;)
    Salvina denkt aber nach. Das ist ein erster Schritt zum eventuellen Verständniss. Ganz viele packen ohne Überlegung ihre Koffer und sind weg. Für diejenigen hoffe ich, das sie nicht mal in die gleiche Lage kommen und ein anderer sagt "tschüss".
    Ich wünsche euch einen schönen Abend
     
  15. Salvina

    Salvina Registrierter Benutzer

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    Guten Morgen,

    Es geht doch gar nicht darum, ob ich mit der Krankheit leben möchte oder nicht.
    Mir geht es einzig und allein um die Einstellung meines Partners. Ein Beispiel: Am 5. Dezember hatten wir unseren 3. Jahrestag (wir sind nicht verheiratet) - er hat darauf vergessen. Nun, ist ja nicht so schlimm, hab ich mir gedacht (na ja, im Vorjahr hat er auch schon vergessen, aber man drückt halt gern ein Auge zu) - zu diesem Anlass habe ich ihm eine Nacht in einem schönen Hotel mit Dinner for two geschenkt. Tagsüber waren wir für Weihnachten einkaufen, abends ins Hotel, unter die Dusche, zum Abendessen. Es war sehr schön, dann gings wieder ins Zimmer, Zähne putzen, Fernseher an, Gute Nacht Bussi, Licht aus - und ich lieg da so in meinem Bett und denk mir, das kanns jetzt aber nicht sein, das kann es jetzt unmöglich gewesen sein... und warte, und höre, wie sich seine Atemzüge vertiefen....doch, es ist tatsächlich so, er ist eingeschlafen. Totaler Frust, Traurigkeit, Enttäuschung... nächster Tag, neues Glück...aber - er hat Hunger, wir also zum Frühstücksbuffet, zurück ins Zimmer und er wil auschecken, also kein Gedanke an Zärtlichkeit. Na gut, denk ich mir, was soll's...wir haben ja noch einen schönen Tag vor uns, wir fahren also weiter zu einem wunderschönen -Christkindlmarkt - auf der Fahrt dorthin, tja, was soll ich sagen, ist ihm auf einmal sehr unwohl, er hat Magenkrämpfe und Durchfall. Okay, ich übernehme das Steuer und wir fahren ----> nach Hause.
    So, und da war ich dann endgültig und total am Boden zerstört. Ich habe mir dieses Wochenende ganz anders vorgestellt, vor allem auch deshalb, weil wir uns vor ca. 3 Monaten versprochen haben, uns große Mühe zu geben, damit die Beziehung nicht im Schrott endet.
    So wie ich das sehe, muss nur ich mir Mühe geben.
    Als wir uns eben vor diesen 3 Monaten ausgesprochen haben, hab ich ihm gesagt, dass ich mir von ihm wünsche, dass er mir meine Freiheit lässt (also dass ich mein Leben nicht nur nach ihm ausrichten muss) und dass ich mir auch etwas Zärtlichkeit erwarte (wobei ich noch gesagt habe, dass ich durchaus Verständnis dafür habe, dass Sex nicht immer möglich ist, aber ich mir schon streicheleinheiten,... wünsche) - und er sagte, er habe auch ein paar Bedingungen: ich solle mich in keinem Forum mehr aufhalten (dieses hier ist die absolute Ausnahme, weil ich am Verzweifeln bin), mich mit keinen Menschen abgeben, die mich irgendwie negativ belasten und ob ich nicht ein paar Kilo abnehmen könnte (Ich hatte damals 77 kg und bin 173 cm groß) - für mich war das ein Schock, weil ich nicht damit gerechnet habe, dass ich ihm zu dick bin. Ich wusste, dass es ihn stört, aber dass er es zu einer Bedingung machen würde, das war dann doch eine Wucht. Leider ist das in die Hose gegangen, denn vor lauter Trotz habe ich gleich noch mal 3 Kilo raufgefuttert-
    Bitte, hat er für mich Verständnis? Letztens sagte er mich, er könne auch nichts dafür, dass er keine Lust hat. So nach dem Motto: damit wirst du dich abfinden müssen.

    Nur so nebenbei, auch vom Erkrankten ist etwas Verständnis, Zuwendung, usw. nötig, um eine Beziehung zu führen, und auch wenn Rheuma eine sehr schlimme Krankheit ist, gibt es dem Betroffenen nicht das Recht, sich wie ein Egoist und das größte Opfer schlechthin zu verhalten.

    Liebe Grüße, Salvina
     
  16. Sabinerin

    Sabinerin Aktives Mitglied

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    Liebe Salvina,

    Du schreibst ja nur Deine Sicht zu den Dingen und das ist nur eine Seite Eurer Beziehung.

    Aber nach dieser Schilderung ist es in der Tat so, daß Du derzeit (oder länger) diejenige bist, die sich sehr bemüht.


    Aha...eine interessante Betrachtung einer Beziehung, wenn "Bedigungen" gestellt werden :rolleyes: zumal ja dies nach Deinem Wunsch "nach Freiheit" und vor allem Zärtlichkeit geäussert wurde.

    Da Du eine erwachsene Frau bist, musst Du Dir nicht von Deinem Freund sagen lassen, wo Du mit wem Dich wie austauscht.
    Die Aussage, daß Du Dich mit keinem Menschen abgeben sollst, der Dich negativ belastet....*hüstel*...m.E. scheint er nicht zu bemerken, daß er Dich mit seinem Verhalten belastet....



    Natürlich hat Dein Freund recht, er kann nichts dazu, daß er krank ist...aber Du auch nicht ;)
    Natürlich musst, sollst Du Verständnis haben, aber das hast Du, das ist ja zu lesen.

    Aufgrund der Erkrankung, der Schmerzen, der Einschränkungen, sowie seiner beruflichen Tätigkeit ist es verständlich, daß er "mal" keine Lust auf Sex hat. Das kann man ihm nicht verdenken.

    Aber er muß und sollte auch Verständnis für Dich haben, da Du nicht diese Erkrankung nicht diese Schmerzen hast.


    Die fehlende Sexualität scheint aber nur einer von mehreren Faktoren zu sein. Eure Beziehung läuft einseitig.
    Du gibst überwiegend, er nimmt überwiegend und damit ist eine gesunde Beziehung nicht mehr möglich.

    Ein Mensch mit chronischen Schmerzen ist im Leben eingeschränkt, aber das ist er i.d.R. nicht 24 Stunden am Tag und nicht 7 Tage die Woche ....ausser er befindet sich in einem heftigen Schub.

    Für gewöhnlich sind auch Zeiten vorhanden, wo es erträglicher/besser ist. Und in diesen Zeiten kann ein Paar gegenseitig geben und gegenseitig Verständnis zeigen.

    Liebe Grüße
    Sabinerin
     
  17. Rosarot

    Rosarot trägt keine Brille ... ;)

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    Hallo liebe Salvina,

    ich habe nun mehrere deiner Beiträge durchgelesen und habe den Verdacht, das "Eure" Probleme nicht mit der Krankheit deines Partners zusammenhängen ...

    Er ist einfach ein gedankenloser Egoist - was übrigens viele Männer sind ... *mächtig aus Erfahrung sprech*. Es gibt nur wenige Möglichkeiten, wobei ich kaum an eine Änderung seines Verhaltens glaube *mächtig aus Erfahrung sprch* - sondern eher an die Veränderung deiner Zufriedensskala ...

    Ich denke, man kann sich mit vielem arrangieren - aber, man darf dabei seinen inneren Frieden nicht verlieren. Wenn man sich nur noch ärgert, sich stets verletzt fühlt, traurig und einsam ist ... ist es Zeit, die Konsequenzen zu ziehen und zu handeln.

    Würdest du dich "egoistisch" den Dingen zuwenden, die du dir vom Leben versprichst, würde ich es verstehen ... ;)

    Schööönes Fest!
    Rosarot
     
  18. Wölkchen

    Wölkchen Küken

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    Silvana

    ich gehe mal ein wenig ab von der Krankheit deines Freundes. Ich glaube nicht, dass sie der Hauptgrund ist. Zu gern wird sie auch vorgeschoben, um die eigentlichen Probs nicht anzusprechen oder ihnen auf den Grund zu gehen. Auch mit Schmerzen, Müdigkeit, Abgeschlagenheit u.ä. ist die Lust, das Verlangen danach vorhanden nur der vermaledeite Körper lässt es nicht zu. Die Lust findet allerdings im Kopf statt, weil die Reaktion des Körpers durch die Krankheit gehemmt, behindert ist. Und genau das frustet einen "Kranken" ebenfalls. Dein letztes Post, seine Äußerungen, zeigen nur, dass dort sehr wohl ein grundliegenderes Problem in euer Beziehung vorherscht abseits der Krankheit. Seine "Vorderungen, Bedingungen" zeigen es auch, obwohl sie mehr auf bewusstes Kränken weil selber gekränkt oder in die Ecke gedrängt hinaus gehen. Doch sagt man in solchen Momenten auch überspitzt die eigentlichen Gründe.

    Hat er ein grundsätzliches Verlangen nach dir, sei es Zärtlichkeiten austauschen oder Geschlechtsverkehr haben?

    Wer dich nicht so liebt, wie du bist mit und ohne Pfunde, mit deinen Interessen (und sei es in einem Forum Austausch und Ablenkung sowie Rat und Hilfe zu suchen und zu geben), mit deinen Wünschen, der liebt nicht wirklich. Partner zum Formen gibbet noch nicht und sie wären auch grottig langweilig. Dahingegen sind deine "Bedingungen" in der Zweisamkeit angesiedelt und nicht wie bei ihm auf die Person direkt gemünzt kränkend.

    Krankheit hin oder her, hier hättest du ihn ruhig mal auf den Pott setzen können. Ein vernünftiges Miteinander kann auch ein Kranker schaffen. Oder geht es nicht, Tschuldige zu sagen, wenn man mal wieder gereizt, kaputt und hadernd mit sich und der Welt ist? Einsicht ist der erste Weg zur Besserung. Einsehen, dass man mal über sich selber nachdenken sollte. Was kann ich geben, was bin ich bereit zu geben, wo könnte ich noch dran arbeiten, wohin gehe ich, damit ich dafür Hilfe kriege usw.

    Im Moment hadere ich mit mir, ob ich ungebdingt die Daumen für ein Miteinander drücken sollte, denn da gehe ich in Richtung Wieselchen. In jeder Beziehung, wo beide quietschfidel sind, existieren die gleichen oder ähnliche Probs, denk daran.
     
  19. Jürgen

    Jürgen Mitglied

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    Hallo Salvina,

    ich denke, dass Dein Freund wirklich nicht ganz normal ist. Eine Beziehung an "Bedingungen" zu knüpfen ist schon keine gute Basis. Allerdings bin ich der Meinung, dass es nichts mit seiner Erkrankung zu tun hat. Er scheint wirklich so egoistisch zu sein, dass er Deine Bedürfnisse komplett ignoriert und das kann auf Dauer nicht gut gehen...

    Die meisten chronisch Kranken die ich kennen gerlernt habe sind eher tiefsinniger und sensibler geworden, da sie durch die Erkrankung andere Sichtweisen des Lebens erfahren haben. Materielle und oberflächliche Dinge (z.B. das (vermeintlich) perfekte Aussehen des Partners) spielen eher eine untergeordnete Rolle.

    Leider scheint Dein Freund diese Erkenntnis nicht erlangt zu haben. Ich bin dennoch nicht der Meinung von Rosarot, dass viele Männer Egoisten sind. Es gibt auch nette :) - aus eigener Erfahrung sprechend :rolleyes: .

    Viele Grüße
    Jürgen- versteifter Bechti mitt Osteoporose
     
  20. wieselchen

    wieselchen Registrierter Benutzer

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    diese Schelte tut weh Mutterkutter

    Also wo fange ich denn jetzt blos an ??
    Mutterkutter eins will ich dir gleich sagen ich bin kein Mensch, der bei der kleinsten Kleinigkeit das Handtuch wirft aber wie auch andere schon geschrieben haben ist es halt so, dass viele Kranke mit der Zeit nur noch sich sehen, wenn dein Mann dir gegenüber anders ist hast du Glück. Mein Freund hat sich auch zu einem totalen Egoisten entwickelt. Er denkt nur noch an sich. Er gibt sich keine Mühe, um das tägliche miteinander etwas angenehmer zu gestalten. Ich weiß, dass er schlimme Schmerzen hat aber gibt ihm die Krankheit das Recht andere zu verletzen und zu demütigen. Will ich es ihm etwas leichter machen oder ihm helfen werde ich zurückgestoßen und mit Worten verletzt. Er läuft einfach vor den Tatsachen davon. Er will es einfach nicht wahrhaben und ist verbittert und gemein. Ob du es nun glaubst oder nicht, er ist gestern einfach weg gefahren und kommt irgendwann wieder nach den Feiertagen. Er läßt mich über Weihnachten alleine. Es interessiert ihn nicht was ich denke oder fühle. Er will das alles so nicht und fertig. So Mutterkutter jetzt bist du dran................ Ich habe in meinem Leben schon viele sehr schmerzliche Erfahrungen gemacht, hab meinen Mann vor 3 Jahren verloren usw. aber ich bin noch nie von einem Menschen so verletzt worden und das alles unter dem Deckmantel ich hab Rheuma und mir geht es nicht gut. Ich habe wirklich für vieles Verständnis aber wo bleibe denn ich ???????????????? Habe letztens gesagt gib mir doch mal bitte ein Kuss auf die Wange, er hat sich weggedreht und das war es. Er hatte halt wieder keinen guten Tag aber hätte dieses kleine Zeichen der Zuneigung soooooooooooo weh getan ?????????????????

    Wünsche Euch allen schöne Weihnachten und eine gute Zeit

    wieselchen