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Schwerbehindenausweis abgelehnt.

Dieses Thema im Forum "Schwerbehinderung" wurde erstellt von mani4663, 10. September 2009.

  1. mani4663

    mani4663 Neues Mitglied

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    Hallo,ich bin ratlos.
    Heute habe ich meinen Bescheid über Schwerbehinderung bekommen.
    Grad der Behinderung 30.

    Meine Funkionsbeeinträchtigungen sind:

    Schlafapnoe-Syndrom
    Sarkoidose
    Funktionbehinderung beider Sprunggelenke,
    Funktionsstörung durch beidseitige Fußfehlform.

    Ich kann kaum laufen und finde diese Bewertung der Behinderung nicht in Ordnung.

    Was soll ich tun,wie lege ich Widerspruch ein,wer hat Erfahrung.

    Gruß Mani
     
  2. Tennismieze

    Tennismieze Neues Mitglied

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    @Mani
    Hast Du den Antrag nur mit den Diagnosen gestellt? Das allein reicht nicht aus, um den Beurteilern einen Eindruck von Deinen Funktionsstörungen zu vermitteln. Viel besser erweist sich dabei eine Auflistung aller täglichen Einschränkungen und zeitlichen Verzögerungen, die durch Deine Erkrankungen verursacht werden. Soll heißen: anziehen dauert eine halbe Stunde, Flaschenöffnen nicht möglich, Gehstrecke nur 20m möglich usw. Nur mit solchen Auflistungen kann sich ein nach Aktenlage entscheidender Bearbeiter ein Bild machen. Aufgrund der aufgeführten Diagnosen ergibt sich noch lange keine Behinderungslage, weil die Einschränkungen ja einen nach Stadium sehr unterschiedlichen Umfang annehmen können. Also Widerspruch schreiben und eine solche Aufstellung Deiner täglichen Einschränkungen beilegen.
     
  3. kleine Eule

    kleine Eule Mitglied

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    Hallo Mani,
    wenn Du berufstätig bist, solltest Du parallel zum Widerspruch die Gleichstellung beim Arbeitsamt beantragen. Man kann das gleichzeitig, habe ich auch gemacht. Mein Widerspruch wurde abgelehnt, aber die Gleichstellung hat mich vor einer Versetzung geschützt und das war mir wichtig.
    Viele Grüße von der kleinen Eule
     
  4. Kölner

    Kölner Mitglied

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    Den Arzt mit ins Boot nehmen

    Hallo Mani,

    ich kann mich Tennismieze nur anschließen. Es kommt im Wesentlichen auf die Beeinträchtigungen an.

    Leider reicht es hier aber nicht aus, wenn nur du selbst die Probleme schilderst.

    Sage deinem behandelnden Arzt, dass du Widerspruch einlegen willst und gib ihm eine ausführliche Liste mit deinen Beeinträchtigungen. Er kann dann zum Beispiel einen entsprechenden Bericht schreiben, den du deinem Widerspruchsschreiben beifügst.

    Aber auch ohne diesen Bericht musst du den Arzt darauf hinweisen, dass er im Formular des VA nicht nur die Diagnoseschlüssel einträgt, sondern auch deine Beeinträchtigungen erwähnt.

    Falls du nicht so schnell einen Termin beim Arzt bekommst, auf keinen Fall die Widerspruchsfrist versäumen.

    Es reicht aus wenn du zunächst schreibst, dass du Widerspruch gegen die Entscheidung einlegst und eine ausführliche schriftliche Begründung folgen wird. Das verschafft dir ein paar Wochen Zeit, um alles zu regeln.

    Wenn du dir das alles nicht alleine zutraust, dann lass dir von einem der einschlägigen Sozialverbände helfen (VdK oder Sozialverband Deutschland),

    Ich wünsche dir viel Erfolg. Lass uns bitte wissen, wie es weitergeht.

    Beste Grüße
    Kölner
     
    #4 10. September 2009
    Zuletzt bearbeitet: 10. September 2009
  5. tschulz160

    tschulz160 Neues Mitglied

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    wiederspruch

    hallo Mani,

    ich hatte 2007 fast das gleiche Thema. Habe Antrag gestellt und 30% gekommen. Zu dieser Zeit hatte ich CP. Wobei diese bei mir erst 2007 aufgetreten ist.
    Ich habe mich damal an das Institut GSI gewannt.
    www.gsi-institut.de
    Die haben aufgrund meiner Krankenberichte ein Gutachten erstellt.
    Kostet 130 Euro, darin enthalten ist Rechtsanwaltsgebühr für Sozialgericht.
    Das Gutachten ergabt 60-70% befristet auch max 2 Jahre. Mit diesem Gutachen wurde Klage beim Sozialgerich eingereicht. Anschließend wurde ein neues Gutachten vom Sozialgericht in Auftrag gegeben. Hierbei wurde 70 % unbefristet vorgeschlagen.
    Ich habe 2008 rückwirkend zum 01.05.2007 70% unbefristet bekommen.

    Ich kann die nur raten im vorfeld ein gutachten machen zu lassen. Koste zwar 130 Euro aber du bist auf der sicheren Seite. Wenn du gewinnst beim Sozialgericht bekommst du die Kosten erstattet. Oder du hast eine Rechtschutzversicherung, denn die zahlt sowas auch.

    Viel Erfolg

    Thorsten
     
  6. Reiner45

    Reiner45 Neues Mitglied

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  7. Silberpfeil

    Silberpfeil Bekanntes Mitglied

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    nicht aufgeben

    hallo,

    auch ich möchte mich anschließen und sagen nur nicht aufgeben.
    Widerspruch einlegen und wenn es dann nichts bringt klagen vorm Sozialgericht( diese Klage kostet nichts).
    Natürlich, wen man vorher ein Gutachten hat, ist es noch besser.

    Ich bekam auch erst 30%, nach Widerspruch 40% nun läuft meine Klage vorm Soz.-Gericht seit April 2008.( denn ich meine, mir stehen mind. 50% zu)
    Jetzt vor Kurzem war ich bei einem Gutachter( Neurologe) ( vom sozialgericht bestellt). Dieser hat mir gesagt, dass mir aufgrund meiner Beschwerden mind. 50% zustehen. Und er hat festgestellt, dass bei mir Auffälligkeiten nicht weiter beobachtet und kontrolliert wurden. Na nun habe ich eine Nervenwasserpunktion vor mir, MRT und so einiges mehr....

    Alles Gute euch Allen und noch ein schönes, schmerzarmes WE

    LG Silberpfeil
     
  8. merre

    merre Aktives Mitglied

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    GdB

    Es wurde hier schon richtig gesagt, der GdB stellt einen Ausgleich eines Behinderten gegenüber einem Gesunden dar.
    In der Antragstellung kommt es zwar auch auf die Diagnosen an, aber insbesondere interessiert es (bzw. wird bewertet), wie sich die Erkrankung auf das tägliche Leben und dessen Bewältigung auswirkt.
    Zum Beispiel bei mir (GdB 60):
    "Der Antragsteller ist durch eine chronische Erkrankung, Spondylitis ancylosans, beeinträchtig"......sagen die Ärzte in den Diagnosen.
    Ich schreibe dann:
    "Durch meine chronische Erkrankung, Morbus Bechterew, kann ich viele tägliche Verrichtungen im Alltag nicht mehr, nur noch teilweise oder nur schwer bewerkstelligen.
    Lange Wege erfordern oft Pausen bzw. ich muß sie abbrechen, das Tragen von Taschen, z.B. Einkäufen fält mir schwer, Treppen kann ich oft nur mit Mühe bewältigen. Viele normale Sachen muß ich so von anderen in meiner Famile erledigen lassen.
    Das Ankleiden bereitet mir insbesondere morgens Probleme, ich bin selbst dabei sehr schnell erschöpft.
    Ich habe oft Schmerzen in.....bei...., die sich nur schwer eindämmen lassen. Zusätzlich verursachen die verschriebenen Medikamente oft Schwindel und Ermüdung....." SO IN DER ART....

    Es macht sich gut dabei, die Zeit der Beschwerden nicht als dauerhaft - außer Kopfweh oder so etwas - einzugrenzen sondern mit ZEITWEISE, OFT, TÄGLICH MORGENS, NACHTS....
    Berufliche Anforderungen sollte man so darstellen, daß sie in der Konsequens kaum Spielraum für das "restliche tägliche Leben" lassen.

    Wichtig: auch sollte man schreiben, daß die Folgen der Erkrankung den Freizeitbereich stark einschränken....
    "ich habe Angst sozial ausgegrenzt zu werden, weil...."

    Auch sind "psychische Probleme" bei uns normal, wenn sie als "aus dem Krankheitserleben" resultieren.

    Wenn die Bearbeitung der Antragstellung an die Dauer eines Kalenderjahres grenzt würde ich immer einen Verschlimmerungsantrag bevorzugen....!!!

    also wenn noch Fragen gerne als PN Gruß "merre"
     
  9. mani4663

    mani4663 Neues Mitglied

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    Wiederspruch einlegen

    Hallo,

    vielen Dank für die vielen Informationen.

    Werde mal ein paar Tagesprofile erstellen und mit dem Wiederspruch einreichen.

    Gleichstellungsantrag ist auch schon da.

    Ich werde mich nicht unterkriegen lassen.

    Gruß Mani