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Schlußfolgerung-"Rheumacharakter"

Dieses Thema im Forum "Kaffeeklatsch" wurde erstellt von humania, 9. Juni 2003.

  1. humania

    humania Guest

    An alle Lieben die mein Thema wirklich ernst genommen haben und auch verstanden worum es mir geht.

    Dachte nicht, dass bei manchen das nicht klar und deutlich rüberkam. Drückte ich mich so undeutlich aus? Ich bin aber unendlich froh, dass der Großteil die Thematik richtig auffasste und im Grunde genommen ist das herrausgekommen, woran ich auch glaube.

    Es gibt den "Rheumacharakter"

    Meiner Erfahrung nach (bitte nicht wieder mißverstehen und alles über einen Kamm scheren!!) haben cP-Patienten sehr viel gemeinsam: wie schon von vielen erwähnt; wir nehmen uns alles sehr zu Herzen; sind aggressiv (warum? ein Schutzmechanismus??) wirken auf viele arrogant (wieder - nach außen hin....) haben eine sehr soziale Ader (vielleicht auch "Helfer-Syndrom") können schwer "nein" sagen, auch wenn uns die Zusage im Grunde wiederstrebt; haben den Wunsch anerkannt zu werden und überschreiten vielleicht deswegen oft unsere pysischen Grenzen; sind sehr sensibel und nehmen uns Dinge zu Herzen, über die ein anderer gar nicht nachdenken würde...

    und eines was für mich besonders erwähnenswert ist: ich habe noch nie einen cP-Kranken getroffen, der ein Egoist ist. Und damit meine ich wirklich egoistisch, nicht nur im kleineren Bereichen. Bin der Meinung, wären wir egoistisch, so hätten wir diese Krankheit nicht. Eine Krankheit die nach Außen zeigt, sozusagen ein "Hilfeschrei" "seht her, es geht mir nicht gut...." sind wir vielleicht öfter "übersehen" worden? Wurden wir zuwenig ernst genommen? Wurden bei unseren Wünschen und Bedürfnissen übergangen?

    Und können aus unserer Haut nicht herraus....aber wir könen mit so einer Erkenntnis an uns arbeiten.

    Natürlich ist dies nur eine kurze Zusammenfassung meiner These, aber Eure Reaktionen haben mir gezeigt, dass ich am richtigen Weg bin. Werde Euch auch noch in absehbarer Zeit mitteilen, warum.

    Bin Euch jedenfalls sehr dankbar, dass Ihr so zahlreich auf mein Thema geantwortet habt, auch wenn manche anscheinend das Thema verfehlten ....



    liebe Grüße und vielen Dank noch mal!!!!

    Bodo (Humania)
    :)
     
  2. Monsti

    Monsti das Monster

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    Hi Bodochen,

    ja, schade, dass der Threat, der so gut begonnen hatte, irgendwann in eine Richtung gelaufen ist, dass sicher viele keine Lust mehr hatten, sich zu diesem Thema zu äußern.

    Dafür ist Dir Deine Zusammenfassung supergut gelungen ;).

    Eine wichtige Sache ist aber irgendwie zu kurz gekommen, aber vielleicht ist das ja nur etwas, was mir an mir schon lange aufgefallen ist: eine grundsätzliche Neigung zur Selbstbestrafung bzw. Selbstzerstörung nämlich, die sich irgendwann körperlich fortsetzt.

    In 8 Wochen in einer psychosomatischen Klinik ist mir auch bewusst geworden, dass es mir auch sehr schwer fällt, mich selbst zu belohnen, mir selbst gut zu tun, weil ich unterschwellig immer denke, es nicht verdient zu haben bzw. mir das erst mal verdienen zu müssen. Genauso geht es mir mit Liebe, Akzeptanz und Anerkennung, denke stets, ich müsste etwas besonderes Tolles leisten, um all das verdient zu haben.

    Danke für den tollen Beitrag, liebe Grüße und bis Donnerstag in Tirol!

    Klapperknuddler von
    Monsti
     
  3. fellchen

    fellchen Guest

    Danke!

    Hallo Humania,

    ja das mit dem "nach aussen hin irgendwie Wirken" hatte ich vergessen...
    Hab mich mal auf 'nem Video von einem Rhetorikseminar gesehen und konnte kaum glauben wie straight ich argumentiere und wie absolut selbstsicher ich dabei aussehe....:eek:

    Ich bin total gespannt was die Ergebnisse dieser Umfrage / Deiner Erfahrungen betrifft!!!

    Ich habe schon mit Anfang 20 entscheidende Erfahrungen hinsichtlich Psychosomatik gemacht.
    Nach Ansicht mancher Mediziner hätte ich damals schon die Rente beantragen sollen bzw. zumindest auf einen für mich langweiligen Job umschulen sollen. Aber ich habe das damals nicht hingenommen, habe dazwischen ca. 12-14 Jahre (wie mans nimmt...) mein Leben gut gelebt und gehe die cp nun ähnlich an.

    Von daher also: Super Neugierig!!!!
    Lass uns also nicht zu lange zappeln:D

    Danke nochmal dass Du dieses Thema aufgemacht hast!
    Love
    Fellchen:cool:
     
  4. Robert

    Robert R-O-süchtiger Freßbär ...

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    Danke ...

    Hallo Bodo,

    wir sind uns zwar noch nicht persönlich über den Weg gelaufen, aber ich finde mich, in dem, was Du schreibst, voll und ganz wieder ... fast schon beängstigend!

    Liebe Grüße und Danke für Deine Mühen

    Robert
     
  5. Anonym

    Anonym Guest

    Hallo Humania!

    auch ich finde mich voll und ganz,
    in dem Geschriebenen wieder!

    Lg Gucki
     
  6. merre

    merre Aktives Mitglied

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    Rheumacharakter

    Hallo humania
    Eine nicht leicht zu beantwortende Frage, zumal ja die Ursachen dieser Erkrankung noch sehr im Dunkeln liegen.
    Betreffs dem Charakter liegt zumindest ein Ansatzt in der heimischen Erziehung und weitergehend im Umfeld des Betreffenden. Auch prägen die alltäglichen Probleme zu hause und ihre Bewältigung den Heranwachsenden.
    Ganz wichtig sehe ich die Frage "wohin man strebt", was man auch als Ziele bezeichnen könnte.
    Das eigene Wertgefühl ist ganz wichtig und hier spielt wieder der Gedanke hinein, daß in der heutigen Zeit vielfach nur Leistung zählt....ganz schnell ist man hier beim Problem "ich" und dann erst die anderen, wenn überhaupt.
    Der Gedanke dieser Gesellschaft eine Gemeinsamkeit im Solidarprinzip zu finden ist im Ansatz sicher richtig, aber immer mehr ist aus dem "Geben des Einzelnen, (der das problemlos kann)" für die Gesellschaft, der Gedanke des Neids bzw die Meinung andere nehmen "etwas weg" geworden.
    Und mittendrin sind dann die Menschen deren Wollen durch Nichtkönnen Grenzen gesetzt sind.
    Und da sehe ich auch unsere Probleme und so vielschichtig, daß man lange disskutieren könnte....
    Eine Krankheit, die Grenzen setzt und diese oftmal sehr grausam vorführt, die einfach die Fähigkeiten "ein vollwertiges" (was immer das auch heißt) Mitglied in einer Gemeinschaft zu sein einschränkt.
    Unsere Einschränkung heißt Rheuma, es gibt sicher viele......
    Und da prägen sich dann Charakteransätze viel mehr aus, als es im "normalen" Leben wäre.
    Oftmals haben wir unsere Krankheitsakzeptanz noch nicht gefunden, andere haben dazu noch weniger zu bieten....wir werden enttäuscht, falsch eingeschätzt und ehe eine richtige Diagnose kommt.......
    Ja und dann wie damit umgehen??
    Auf jeden Fall sind wir mitfühlender und kämpfen eher um Rechte als andere, dabei nicht nur um unsere Eigenen.
    Lücken in dem ganzen "System" versuchen viele durch Eigenengegament und Einsatz zu schließen.
    Wir finden schnell Kontakt zu Betroffenen, kennen die Probleme und was wir einmal durchgestanden haben können wir weitervermitteln. Nicht nur Krankheit ist die Gemeinsamkeit.
    Auch wendet man sich nicht sofort ab, wenn man enttäuscht wird, weis man doch, es ist manchmal extrem schwierig und da will man nur noch "allein klar kommen".
    Mitfühlend ja sind wir sicher, aber wir wissen wie es mit dem Betreffenden aussieht, gehen nicht nur von Äußerlichkeiten aus.
    Ja und stolz kann man natürlich auch sein, wäre ja auch möglich sich zurückzulehnen und......

    Was mich selbst betrifft, ja sicher treffen auch viele Fragen zu. Man ist nicht jeden Tag gleich und vielfach siegt eine innere Unruhe über den Verstand und man kann "unausstehlich" werden.
    Aber das weis man und man sollte dann drüber reden. Ich versuche allerdings auch vieles alleine mit mir abzumachen. Und eigentlich habe ich in 51 Jahren neben einigen schwierigen Zeiten viel Schönes gehabt und auch erfahren. Vielleicht kann ich ja einiges Zurückgeben oder wenn es mir gut geht die Zeit nutzen anderen zu helfen sich Möglichkeiten ähnlicher Art zu schaffen.
    Ich hoffe mir bleibt noch etwas Zeit auch dafür.
    Ich habe mich allerdings wohl noch nicht mit der ganzen Problematik meiner Krankheit (oder eben heiten) abgefunden, irgendwie kämpft man halt dagegen an, eigentlich schon zu lange, vielleicht habe ich längst den Kampf verloren. Aber wenn ich aufgeben würde fehlt halt auch was an Hilfe für Andere. Und auch das hält einen hoch.
    paßt auf Euch auf "merre"
     
  7. knobi2

    knobi2 Guest

    Bin ich aber platt ... !

    Fernanalyse gelungen !

    knobi
     
  8. lilli

    lilli kleine Berliner Hexe

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    auch ich kann mich mit dem geschriebenen voll Identifizieren,

    is ja ein ding.

    LG

    Lilli
     
  9. Pukki

    Pukki immer wieder Aufstehn!

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    Rheumacharakter

    He Humania,

    da kann ich nur sagen:"das war ein Volltreffer!"

    Jedenfalls, was mich angeht. Bin schon gespannt, was du uns noch mitteilen wirst.

    Pukki
     
  10. anira

    anira Registrierte Benutzerin

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    Rheumacharakter

    LG Marina
     
  11. VerenaHH

    VerenaHH KrankeSchwester

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    Hallöchen zusammen;

    irgendwie kann ich den Versuch über "Charakterzüge" den Ursachen näher zu kommen schon verstehen, aber zum einen denke ich, so weit kann sich kaum ein Mensch in sich selbst verändern und zum anderen, gibt es, ich weiß nicht wie viele Millionen Menschen mit den gleichen "Zügen" und dennoch erkranken sie nicht.
    Dass Seele und Seelenzustand auch etwas mit körperlichem Befinden zu tun hat und unzertrennlich verbunden ist, ist wohl unbestritten, wenn auch nicht immer beachtet. Aber ob es hilft über eine Charakteranalyse einer chronischen Erkrankung zu leibe zu rücken halte ich doch für sehr unwahrscheinlich.
    Und ganz ehrlich gesagt, ich glaube, die meisten Menschen fühlen sich so, wie sich die meisten hier beschrieben gefunden haben, nur nicht jeder gibt gerne zu, sich so zu fühlen. :)

    Gute Zeit und Gruss
     
  12. humania

    humania Guest

    Hallo VerenaHH!

    Also so ganz bin ich mit Deiner Meinung nicht einverstanden und zwar aus folgendem Grund: (möchte Dich aber in keiner Weise persönlich angreifen!)

    Nie würde ich behaupten, dass alle, die diese Charakterzüge aufweisen, auch an cP erkranken. Aber, und das ist für mich entscheidend, die Leute die an cP erkrankt sind, haben eben ein Problem diese Eigenschaften seelisch zu bewältigen. Jemand der alles wortwörtlich in sich "hineinfrißt", neigt eher dazu ein Magengeschwür zu bekommen, als einer (ein Choleriker z. B.) der seine Meinung sofort kundtut und seinem Zorn Luft macht. Der wiederum, ein Choleriker, wird eher Herzinfarkt gefärdet sein, als Phlegmatiker.

    Natürlich sind dies alles subjektive Einschätzungen, aber es gleichen sich, wie viele Antworten bestätigten, doch SEHR viele Charaktereigenschaften. Von dem abgesehen, habe ich diese Erfahrungen ja nicht von heute auf morgen, sondern im Laufe vieler Jahre gesammelt. In der Selbsthilfe bin ich schon über 10 Jahre tätig und aus diesem Grunde erlaube ich mir einfach diese These aufzustellen. Mit Sicherheit ist das ein Thema über das man Stunden diskutieren könnte und meine Meinung ist auch subjektiv. Es hat mich aber gefreut, dass so viele geantwortet haben und mir meine "Analyse" bestätigt haben.


    Wie gesagt, ich werde Euch allen noch mitteilen, aus welchem grund ich dieses Thema ins Forum gestellt habe. Leider müßt Ihr Euch aber noch etwas gedulden! für mich ist dieses Thema einfach unerschöpflich und dazu möchte ich noch sagen, dass ich die Krankheit nicht auf die Psyche allein focusiere, sondern dass sehr viele Faktoren mitspielen. Aber man darf die Seele auf keinen Fall ausser Acht lassen!!

    trotzdem vielen Dank für Deine Mitteilung, es hat ja jeder das Recht, seine subjektive Meinung zu vertreten

    liebe Grüße noch

    Bodo (Humania)
     
  13. Marie2

    Marie2 nobody is perfect ;)

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    entenhausen
    hi bodo,

    ich kann nicht behaupten, überzeugt zu sein,

    aber ich muß zugeben, dass deine analyse auch auf mich

    zutrifft. ich weiß nicht, ob mich das erschreckt oder amüsiert.

    jedenfalls bin ich auf weiteres gespannt.

    biba
    marie